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Metroid: Samus Returns (3DS) Test

Metroid: Samus Returns

8

Metroid: Samus Returns

8.0/10

Pros

  • Komplett überholtes Remake mit zig Verbesserungen
  • Ungemein motivierender Fluss aus Entdecken und Kämpfen
  • Gelungene Aufwertung zur 2.5D-Optik
  • 3D-Pegler auf Anschlag bitte!
  • Stimmungsvoller Sound, klare Kopfhörerpflicht

Cons

  • Schwierigkeitsgrad etwas zu leicht
  • Bossgefechte erst gegen Ende interessant
  • Zu viele frühe Aufwertungen führen zu späteren Durststrecken

Man mag es kaum glauben, doch die Mutter aller Metroidvania-Titel, dessen Name ein ganzes Genre prägte, feierte bis heute 13 lange Jahre Side-Scroller-Abstinenz. Doch wie es so passend bei in die Tage gekommenen Dingen heißt: „Je oller, desto doller“. Und genau diesem Kredo hat sich MercurySteam zusammen mit Videospiel-Veteranin Samus unterworfen. Dass es die Kopfgeldjägerin im Remake des damals für den GameBoy erschienenen zweiten Teils ordentlich krachen lässt, steht bei einem Metroid-Titel wohl außer Frage. Doch wie in die Jahre gekommen ist die Alien-Jägerin nun wirklich? Dies und mehr erfahrt ihr in unserem Test zu Metroid: Samus Returns!

Metroid: Samus Returns – Aus verdammt alt mach verdammt neu

Metroid: Samus ReturnsFür diejenigen unter euch, welche die Wurzeln dieser bekannten 2D-Action-Adventure Königin entweder verpasst haben oder noch gar nicht miterleben konnten, bei Metroid: Samus Returns handelt es sich um ein vollwertiges, von Grund auf neu designtes Remake des sehr ähnlich lautenden Metroid 2: Return of Samus, das seinerzeit auf Nintendos Schwarz-Weiß-Überflieger, dem GamesBoy veröffenticht wurde. Wo also anno 1991 noch schemenhaftes Schattierungen in einem immens großen Dungeon für Verwirrung sorgten, erstrahlt Space-Kopfgeldjägerin Samus Aran nun im aufpolierten 2.5D-Look. Wenn nun eingefleischte Fans der Reihe, die mit „Zero Mission“ dem letzten 2D-Pixelart-Teil eine Träne nachweinen, so ist dies kein Grund gleich den Blaster an den Nagel zu hängen. Der neue Look steht dem Remake überaus gut und fängt die Atmosphäre der Reihe zu jedem Zeitpunkt stimmig ein. Es gab keinen Moment, an welchem man das Gefühl hatte kein Metroid zu spielen.

Samus sprintet, springt und rollt grazil durch das immense Labyrinth des Metroid-Heimatplaneten SR388. Auf der Suche nach den letzten Überlebenden der gefährlichen Alien-Brut. Dabei sind allein schon ihre Animationen eine wahre Augenweide. Noch nie hat sich die Kopfgeldjägerin eleganter und behänder gespielt, als in Samus Returns. Bewegungen gehen fließend ineinander über, keine hakeligen Abbrüche oder unnatürlichen Übergänge. Das macht aus der metallenen Blondine nun eine umso furchteinflößendere Kampfmaschine. Das ist beileibe kein bloßes Gerede. In diesem Abenteuer für 3DS wird der Fokus klar auf den Kampf gelegt. Gegner sind aggressiver und ruckeln nicht wie im Original über den Bildschirm. Doch auch Samus selbst kann aus allen Richtungen feuern und kombiniert dabei das im Laufe des Spiels immer größere Waffenarsenal miteinander. Per Ice-Beam schnell einen Gegner eingefrieren und via Rakete ausschalten, während sie auch schon als Morph-Ball in den nächsten Tunnel rast und mit einer gut platzierten Bombe ein Alien zerbröselt. So muss sich eine Kampf erprobte Veteranin wie Samus wohl fühlen.

Metroid: Samus Returns – Die Alt-Meisterin meistert wieder?

Metroid: Samus ReturnsNun mag sich der ein der andere nach den oben genannten Schilderungen fragen, ob aus Metroid: Samus Returns eine Art Bullet-Hell-Shooter geworden ist. Doch da können wir klar Entwarnung geben. Auch das Remake ist ein klassisches Metroidvania-Spiel, dessen Kämpfe so dynamisch sind, wie das ausufernde Erforschung des verwinkelten Planeten. Gefühlt an jeder Ecke befinden sich verborgene Pfade, versteckte Upgrades oder eben einer von vielen Gegnern. Streng nach der Devise „so nah und doch so fern“ arbeitet ihr euch förmlich durch das Geflecht des stark verwinkelten Dungeons, dessen Geheimnisse immer noch hart erarbeitet werden wollen. Nur weil ihr gerade einen neuen kleinen Tunnel zu einem vollkommen unerforschten Bereich der Karte gefunden habt, heißt das noch lange nicht, dass ihr auch die nötigen Hilfsmittel und Upgrades besitzt, dessen Untiefen zu erforschen. Erst Schritt für Schritt erhält Samus so zum Beispiel neue Beam-Schüsse. Damit lassen sich die Gegner beispielsweise einfrieren. Oder aber ihr ballert einfach durch Wände.

Höher springen oder an Wänden empor rollen? Alles erst mit dem passenden Fund möglich. Dabei merkt man aber besonders als Kenner der vorherigen Teile, dass nicht nur Samus und ihre Feinde etwas aufs Gaspedal treten, sondern auch die Erforschung. Speziell im ersten Drittel des Spiels werdet ihr förmlich durch die Gänge fegen und neue Fähigkeiten im gefühlten Duzend freischalten. Das macht zwar den Fortschritt umso motivierender, da man als erkundungslustiger Alien-Jäger somit immer wieder für seine Spürnase belohnt wird, doch sorgt der Überschwang auch dafür, dass sich die späteren Passagen, in denen mal nicht so extrem viel los ist, etwas zäh anfühlen. Doch dabei war es genau das, was Metroid groß und so spielenswert gemacht hat. Nämlich das richtige Verhältnis aus Kampf, Erkundung und Belohnung. Diese feinjustierte Waage gerät in Metroid: Samus Returns durch die vielen neuen Verbesserungen etwas ins Wanken.

Metroid: Samus Returns – Das große Metroid-Sterben

Metroid: Samus ReturnsDoch lasst euch davon nicht beirren, selbst wenn ich später bereits besuchte Gebiete erneut nach unerforschten Terrain abgrast, so werdet ihr nicht mehr annähernd darauf festgefahren wirklich jede Wand und jeden Winkel mit Bomben oder Raketen einzukleistern, um ja keinen verborgenen Durchgang zu verpassen. Die Power-Frau hat ordentlich dazugelernt und nun die neuen Aeion-Kräfte parat. Diese verbrauchen zwar Energie, die ihr erst durch vernichtete Gegner wieder auffüllen könnt, sind aber extrem hilfreich. So deckt der Scan-Impuls versteckte Bereiche auf der Karte auf und markiert getarnte Passagen. Der Beam-Impuls ermöglicht es euch im Dauerfeuer auch wirklich jeden Gegner zu durchsieben, während der Volt-Panzer euch gegen Schaden schützt. So steht ihr nur selten vor echten Orientierungsproblemen bzw. fühlt euch durch Gegner oder unwegiges Terrain überfordert. Ihr befindet euch im konstanten Erforschungs-Fluss ohne jemals wirklich ins Stocken zu geraten.

Obwohl sich dieses Vorgehen zwar etwas zu sehr den aktuellen Gamedesign-Konventionen des „leichten Widerstands“ anbiedert, führt dies dennoch im Zusammenspiel mit dem überaus umfangreichen Waffen- und Fähigkeiten-Arsenal zu einem angenehmen Spielfortschritt. Wer aber die große Herausforderung mag, der dürfte zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad so etwas unterfordert sein. Speziell im wiederholten Kampf gegen die vielen Metroids fällt einem das modifizierte Gameplay deutlich auf. Da es in Metroid: Samus Returns maßgeblich darum geht die Metroids auszurotten, hätten die sich oft wiederholenden Kämpfe gegen die kleineren Versionen etwas abwechslungsreicher und herausfordernder sein können. Wer das Bewegungsrepertoire von Samus beherrscht und auch nur halbwegs zielen kann, dürfte die „bauchfreien“ Aliens im Nu in die Knie gezwungen haben, zumal der Kampfablauf schnell durchschaut ist. Erst in späten Abschnitten wird es dann kniffliger und die Bosse abwechslungsreicher. Doch bis dahin liegt ein etwa vier bis sechs stündiger Kampfmarathon gegen die  Alpha-Versionen hinter euch.

Metroid: Samus Returns – Hübsch, hübscher, Samus!

Wer in letzter Zeit seinen 3DS ausgepackt hat, der dürfte mit Ernüchterung den „Kein 3D“-Trend mitbekommen haben. Scheinbar haben es nur wenige Entwickler wirklich verstanden, aus dem kleinen Nintendo-Handheld das Potenzial heraus zu kitzeln, was doch dank des integrierten Brillen losen 3D-Effekts hätte möglich sein können. Speziell seit dem letzten Pokémon schien der 3D-Regler am unteren Rand festgekettet. Doch es braucht nur ein intergalaktisches Powerhouse wie Samus, um eben jene Ketten zu sprengen. Wer Metroid: Samus Returns nicht mit voll aufgedrehtem 3D-Effekt spielt, nimmt sich einen Großteil der Faszination, welche von diesem Remake ausgeht. Die Vielzahl an Details in den dynamischen Hintergründen sind vollgestopft mit Anspielungen oder bekannten Elementen und werten die Optik ungemein auf. So muss ein 2.5D-Titel aussehen und genau so muss er sich auch anhören. Die sphärischen Klänge und die elektronischen Beats untermalen die dichte Stimmung eines vor Gefahren nur so strotzenden Planeten so intensiv, dass wir eine klare Kopfhörerempfehlung aussprechen müssen!


Fazit

MercurySteam beweist, warum es die Videospiel-Veteranin immer noch mächtig drauf hat. Kaum ein anderer Titel motiviert mit seinem Versteckspiel und der fortwährenden Erkundung so sehr wie Metroid. Dabei sollte man nicht vergessen, dass es zwar dank der fulminanten visuellen und spielerischen Verbesserungen wie ein komplett neues Spiel erscheint. Metroid: Samus Return ist aber immer noch ein Remake des zweiten Teils aus dem Jahre 1991 ist und sich somit teilweise in ein etwas zu enges Korsett zwingen muss, was den Spielspaß, wenn auch nur gering, mindert. Neue Bosse und ein etwas gezügelter Update-Zyklus hätten dem Entdeckerdrang doch mehr Anreiz gegeben. So fliegt man förmlich wie eine unaufhaltsame Cyber-Kopfgeld-Amazone durch den Metroid-Heimatplaneten und das trotz der vielen Abzweigungen. Und das führt zum größten Problem des Remakes…dieses tolle Abenteuer ist einfach viel zu schnell vorbei! Hoffen wir, dass es keine weiteren 13 Jahre zum nächsten 2D-Metroid braucht.

... ist seit Februar 2011 freier Redakteur bei Spieletester.de. Er liebt Nintendo-Produkte und besitzt auch privat eine Wii U sowie einen 3DS. Vor allem Donkey Kong, Kirby und Co haben es ihm so richtig angetan.

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