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Orwell: Ignorance is Strength

9.0 /10

Pros

  • Neue Art des Gameplays
  • Politisch und kritisch
  • Spannende Story

Cons

  • Keine Spielempfehlung für Jedermann

In der zweiten Episode von Orwell: Ignorance is Strength arbeitet die Staatssicherheit weiterhin gegen den Betreiber einer Anti-Regierungs-Website. Raban Varth, der immer wieder provozierende Artikel über angebliche Staatslügen veröffentlicht, plant seinen nächsten Schlag. Damit beginnt unser zweiter Arbeitstag bei Orwell.

Orwell erhöht den Druck auf seine Angestellten

In diesem Artikel wollen wir ein inhaltliches Update zum Test von Orwell: Ignorance is Strength geben. Generelle Infos zu den Spielmechaniken sind bereits dort beschrieben. Wer sich also mit diesem Spiel noch gar nicht auseinander gesetzt hat, kann die Eckdaten hier noch einmal nachlesen. Im Gegensatz zu Episode 1 hat sich nämlich für Episode 2 rein spielerisch nichts geändert. Wir Durchforsten das Internet, Websites, Konten und private Endgeräte involvierter Personen nach nützlichen Informationen und laden diese in die Datenbank hoch. Für die Episode braucht man ungefähr eine Stunde.

In Episode 2 hat sich hierbei lediglich die Professionalität von uns als Profiler geändert. Da nun die Vorgehensweise klar ist, kann man sich schneller zurechtfinden und entwickelt auch rasch einen detektivischen Ehrgeiz. Die Story begünstigt das in diesem Fall, da wir nun ein spürbares Zeitlimit aufgedrückt bekommen. Mit jeder hochgeladenen Datei vergehen zehn Minuten des Arbeitstages und bis 18 Uhr müssen wir irgendwas herausfinden, um Raban Varth aufzuhalten.

Mit dieser nun sehr begrenzten Anzahl von nützlichen Daten müssen wir in dieser Episode viel mehr aussieben und entscheiden als noch zuvor. Unser erster Arbeitstag hat uns noch genug Zeit und Luft gegeben, um eigentlich so gut wie jede zur Verfügung stehende Info zu verwenden. Einerseits war das recht praktisch, da wir diese Datenblöcke mit in Episode zwei genommen haben, andererseits war der Schwierigkeitsgrad dadurch sehr niedrig.

Unumkehrbares Scheitern

Um ganz ehrlich zu sein: Ich habe meinen zweiten Auftrag bei Orwell knapp versiebt. Ich habe eine falsche Information hochgeladen, die mich in der Recherche unfassbar weit zurückwarf. Im Moment des unumkehrbaren Hochladens fiel es auf, doch es war zu spät. Eine Verkettung von Ereignissen wurde losgetreten. Orwell verzeiht keine Fehler,

Wieder sind Menschen zu Schaden gekommen und möglicherweise ist dies wieder einmal meine Schuld. Oder wäre dies ohnehin unvermeidbar gewesen? Habe ich nicht sorgfältig genug die Flut an Informationen sondiert? Der Druck von Episode 2 ist um ein vielfaches Höher als der von Episode 1. Auch ist der Umfang an Personen, Vernetzungen und abzuklappernden Medien weiter und somit unübersichtlicher. Beinahe ständig zeigt uns ein Klingelton an, dass neue Einzelheiten im Überwachungsnetz auftauchen.

Dabei verliert man den Zwiespalt, den man noch beim erstmaligen Durchstöbern privater Fotos und Nachrichten hatte, völlig aus den Augen. Man erhält einen Befehl und führt ihn aus. Verwunderlich, wie ein Zeitlimit den Platz einer Moralvorstellung einnehmen kann. Vielleicht haben wir uns aber auch einfach mit unserer Position als kleinstes Rädchen des Systems abgefunden.

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Man kann davon ausgehen, dass Episode 3, die am 22. März veröffentlicht wird, den Stress einer Arbeitsschicht bei Orwell noch verstärken wird. Möglicherweise werden uns hier auch weitere Entscheidungen über die Auswahl von Zielpersonen überlassen, was in jedem Fall den moralischen Aspekt der Geschichte wieder ins Bewusstsein rufen würde. Da unser Personennetz immer weiter gesponnen wird, kennen wir das unmittelbare Umfeld von Raban Varth mittlerweile ziemlich gut und automatisch entwickeln sich Sympathien und Antipathien. Ob wir diese professionell ausschließen können?


Fazit

Orwell: Ignorance is Strength bleibt eine spannende Geschichte um einen Regierungsgegner und die Amoralität des Überwachungsstaats. Ein Format, das nicht für jedermann geeignet ist, aber höchst innovativ und erschreckend eine Geschichte erzählen kann.

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