Parkan 2

Parkan 2 Testbericht

Nach einem recht guten ersten Teil, will Nikita (Entwickler) nun mit dem zweiten Teil von Parkan endlich einen Award absahnen und in hoehere Regionen aufsteigen. Ob es der aussergewoehnliche Mix aus Ego-Shooter und Weltraum-Simulation wirklich schafft, lest ihr in unserem Test – viel Spass!

Unterschieden werden eure Aufgaben in Weltraum- und Bodenmissionen, die je nach Schwierigkeitsgrad neue Ausruestung oder Geld bringen, welches ihr dann in den Handelsstationen fuer neue Gegenstaende ausgeben koennt. Das Gameplay ist ohnehin ziemlich freizuegig und gewaehrt euch als Gameer alle moeglichen Freiheiten, denn die zahlreichen Sternensysteme (nach dem 30sten habe ich aufgehoert zu zaehlen, laut Hersteller sind es 500) bieten allerlei Aktionsmoeglichkeiten, Aufgaben, Feinde und Handelsmoeglichkeiten. Aber eines bieten die Planeten und Weltraumstationen nicht: Belebte Orte. Schon gleich zu Beginn des Games fragte ich mich, wohin denn alle Bewohner der Planeten verschwunden seien, warum das Weltall so leer ist und so weiter und sofort. Dadurch entstehen teilweise sehr krasse Leerlaufphasen, die nun wirklich nicht haetten sein muessen. Gemein will ich nicht sein, denn auf manchen Planeten leben schon einige Gegner, aber die bilden leider nur die Ausnahme.
Was man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht wahrnimmt, ist eventuell der Fakt, dass Parkan 2 mehr als nur die zwei oben genannten Elemente in sich vereint, denn ferner koennt ihr euch auf einen Hauch von RPG und einen Touch von Echtzeitstrategie freuen, die ‘Parkan 2' ebenfalls in sich vereint. Hoert sich gut an? Ist es teilweise auch, aber eben nur teilweise, denn manche Dinge funktionieren noch nicht ganz optimal und welche das sind, erfahrt ihr weiter unten.

Was darf`s sein?

1154515539968542510Nach einem recht gelungenem Intro und dem damit verbundenen Tutorial wird der Gameer quasi mit allem konfrontiert, was die an sich fade Geschichte zu bieten hat. Zwar sollte man von der Geschichte keine Neuheiten erwarten, die gibt es ganz sicher nicht, aber im Prinzip wird sie durchaus passabel erzaehlt. Es geht um die Eroberung des Weltalls, bei dem man das Jahr 4115 schreibt und die Zeitrechnung eigentlich sogar schon bei 7846 sein sollte, aber da in verschiedenen ‘Ringen' gerechnet wird, ist die Zeitrechnung unterschiedlich. Sei`s drum, denn rund 17 Jahre nach den Ereignissen in Parkan 1 wird stetig noch um die Kontrolle des ‘Handel-Net's gefightt. Das NET ist ein interstellares Transportsystem, ergo nicht von Unwichtigkeit fuer die Kolonien. Alle weiteren Infos erspare ich mir an der Stelle und verweise auf das Handbuch im Game, welches alle Hintergrundinformationen gut beschreibt.
1154515546939329507Nichtsdestotrotz, dem Gameer wird die Wahl gelassen, was er denn im Endeffekt werden moechte, denn zur Auswahl stehen die typischen Klassen wie: Held, Schurke, Schmuggler oder braver Haendler. Ihr koennt euch bei den einzelnen, bestehenden Rassen im Universum Sympathietraeger erarbeiten oder euch einige Feinde machen, das passiert durch die jeweiligen Handlungen gegen oder fuer eine bestimmte Rasse. Seid ihr beigamesweise ein Schurke, dann werden euch die Soeldner und deren Schergen sehr moegen und bei Kaempfen unterstuetzen. Seid ihr aber ein Haendler oder Held, dann muesst ihr euch mit jenen herumschlagen. Unter den Rassen gibt es auch Kaempfe und wenn ihr also bei den Schurken beliebt seid, seid ihr automatisch bei der Weltraumpolizei sehr unbeliebt. Dem Gameer wird die freie Wahl gelassen, was er gerne werden will.

Komplexe Steuerung, aber intuitiv
Die Steuerung fuer das Raumschiff duerfte das sein, was den Gameer wohl eher interessiert, weil man in der Ego-Shooter-Sicht mit der gewohnten WASD-Steuerung gamet. Nun, die Fuehrung des Schiffs ist an sich ziemlich leicht, muss aber erst ein wenig erlernt werden, bis sie vollends in Fleisch und Blut uebergeht, denn es gibt viele Dinge, die man beachten muss. Im Grunde kommt man auch hier mit WASD durch, aber wer wirklich alles aus seinem Raumschiff rausholen will, der muss einiges mehr tun. Ueber Hotkeys koennt ihr das Logbuch aufrufen oder andere Mails lesen. Ferner koennt ihr bei Druck auf die X-Taste entweder einige Truemmer aufsammeln, die wichtige Objekte beinhalten oder ihr dockt an das feindliche Schiff an, was prinzipiell eine geniale Idee ist, denn dadurch wird das Gameerlebnis realistischer und zugleich ‘cooler', denn wer wuerde mal nicht gerne am Gegner andocken und sein Schiff entern?

Seid ihr am Schiff angedockt, findet ihr euch im Cockpit der Parkan wieder und koennt zum blauen Teleporterstrahl gehen, um euch dann in das gegnerische Schiff zu beamen (‘beam me up, Scotty!'). Seid ihr im Schiff angelangt, muesst ihr euch mit einigen Gegnerscharen, unterschieden in Mensch und Roboter, herumschlagen. Sind alle gekillt bzw. zerstoert, wird die automatische Selbstzerstoerung ausgeloest – dann heisst es: Alle Mann von Bord!

Im spaeteren Verlauf des Games koennt ihr auch mit Panzern gameen, aber hier muss klar gesagt werden, dass es sich etwas sehr traege gamet, die Steuerung gleich dem des Ego-Shooter-Modus.

Shoout-Outs mit Effet und ordentlichem Leveldesign?
1154515694429242598Kommen wir nun zu den bereits oben angesprochenen Kaempfen und fangen mit denen im Weltraum an. In den luftigen Hoehen, weit ueber den Planeten, muesst ihr euch gegen die boesen Kampfschiffe eurer Feinde behaupten, die anfangs ziemlich billig sind und im Nachhinein so richtig schwer werden, teilweise sogar unfair. Es gilt sein Raumschiff wirklich staendig auf dem Laufenden zu halten, womit man streckenweise ziemlich viel Zeit ins Suchen von neuen Waffen, Bauteilen oder anderen Dingen fuer sein Schiff beschaeftigt ist, damit man sich durch bestimmte Gegenden schiessen kann. Auffaellig hierbei ist allerdings, dass der Kampf gegen einen Gegner nicht haette langweiliger sein koennen, denn die Gegenwehr ist fast nicht vorhanden, zumal ihr mit Leichtigkeit an seinem Heck haengen koennt und ihn dann mit euren Kanonen zu Schutt und Asche schiesst. Kaempft ihr gegen zwei oder mehr Gegner, wird es happiger, aber auch nicht sonderlich schwer, es sei denn ihr werdet von richtig dicken Kaempfern angegriffen. Unlogischerweise ist euer Schiff unverwundbar, wenn ihr an ein anderes angedockt seid – das ist irgendwie seltsam, weil ihr gerade dann ein leichtes Ziel sein solltet.[]

Auf dem Boden ist der Kampf ebenfalls eher weniger fordernd, was wohl an der sehr enttaeuschenden KI liegen mag, die – um es ein wenig umgangssprachlich zu sagen – strohdoof ist. Sie rennen nicht weg, bleiben stehen, holen keinerlei Hilfe und schreien wild durch die Gegend, wenn sie getroffen werden. Sowas nennt sich dann bestimmt nicht ‘hoehere Intelligenz'. An sich sind die Kaempfe ganz lustig, weil das dicke Waffenarsenal stetig wieder ein kleines Laecheln auf die Lippen zu zaubern vermag, weil die Wummen so richtig gross und kraeftig ausgefallen sind. Nach einigen Upgrades eures Anzuges koennt ihr dann mehr aushalten und noch viel mehr austeilen.

1154515717968308989Die Levels sind an sich ziemlich gut gestaltet, aber – wie oben bereits angesprochen – leider viel zu oft leblos. Wenn nichts auf einem Planeten los ist, dann macht sich eben sehr schnell Langeweile breit, die in Frust endet, woraus ein Ausschalten des Games resultiert. An sich sind die Innenraeume und die Welten ziemlich gut strukturiert und bieten viel Abwechslung, aber nach ca. 200 Systemen wird deutlich, dass den Entwicklern die Ideen irgendwie ausgegangen sind, denn ab jenem Zeitpunkt (so ungefaehr) gibt es einige sehr bekannt vorkommende Areale, die anderen zum Verwechseln aehnlich sind. Summa Summarum ist aber hier die Masse besser als die Klasse, auch wenn es andersherum besser gewesen waere. Was man dem Game aber sehr positiv anmerken darf, ist, dass der Gameer ein absolut Non-lineares Game erwarten kann, das ihm die volle Freiheit bietet. Des Weiteren kann man sich auf mindestens drei verschiedene Enden freuen – so kann man den Gameer gut bei Stange halten.

Technischer Zwiespalt
1154515706756883590Grafisch gesehen kann man das Game in exakt zwei Teile teilen: Raum und Erde. Das erste sieht noch ziemlich gut aus, entzueckt mit netten Spiegelungen und guten Texturen, die stellenweise aus Doom 3 stammen koennten (tun sie aber nicht, nur die Ae;hnlichkeit ist verblueffend). Auch die Explosionen der Raumschiffe kommen ziemlich wuchtig daher und lassen den Bildschirm erhellen. Auf dem Boden allerdings wird sofort wieder ein anderes Bild deutlich: Alles ist verwaschen und die Weitsicht wird durch extrem schlechte Texturen erkauft, die dann – je naeher man kommt – besser werden und sich sogar Graeser und Pflanzen urploetzlich ihren Weg bahnen. So wirklich angenehm wirken die Pop-Ups nicht und insgesamt sieht die Landschaft auch nicht allzu prickelnd aus.

Der Sound ist ueber weite Teile gut und ueberzeugt mit ganz netten Musikstuecken, aber die Synchronisation macht irgendwie einen eher weniger guten Eindruck. Die Stimme des Helden klingt ja noch gut und die seiner Freundin Kiara geht auch noch in Ordnung, aber alle anderen Stimmen, vor allem die der Roboter, hoeren sich teilweise grauenhaft an, ja sogar aetzend. Da hat man es mit den synthetisch erzeugten Roboterstimmen ein wenig uebertrieben, auch wenn die Intention sicherlich eine reale Atmosphaere gewesen ist, aber die wird im Game nur spaerlich erreicht.

Kommentar (AS) :

1154515751751363006 An sich ist Parkan 2 ein sehr gutes Game und hat prinzipiell alle meine Vorlieben und Wuensche getroffen, denn ich persoenlich hatte mir schon stetig ein Game gewuenscht, in dem ich von Sternensystem zu Sternensystem fliegen konnte, jene besiedeln oder erobern darf oder sogar feindliche Raumschiffe entern kann. Ich hatte ziemlich viel Spass beim Gameen, aber die miese KI, die im spaeteren Verlauf repetitiven Strukturen und die stellenweise haessliche Grafik haben mir des Oefteren den Spass geraubt. Hinzu kommen dann noch die teils vermurksten Sounds. Generell kann man sagen: Wer den Vorgaenger mochte, wird den Nachfolger lieben. Alle anderen koennen ruhig einen Blick riskieren, denn der Genre-Mix bietet Elemente fuer Jedermann.

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