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Phantom Doctrine (PC) Test

Mit Phantom Doctrine will Entwickler CreativeForge Games in die Fußstapfen des hervorragenden XCOM treten. Anders als in XCOM versetzt euch Phantom Doctrine aber in den Kalten Krieg, in dem ihr die Kontrolle über einen Geheimdienst übernimmt. Ob die Rechnung aufgeht und Phantom Doctrine uns genauso begeistert, wie XCOM erfahrt ihr im Test.

Phantom Doctrine – Auf welcher Seite stehst du?

Phantom Doctrine spielt im Jahr 1983 zu einer Hochphase des Kalten Krieges und euer Ziel ist es, eine globale Verschwörung aufzudecken. Die Story rund um selbige und den Schlagabtausch der Supermächte USA und UdSSR ist allerdings eher ein Beiwerk. Zu schnöde und trocken ist die Präsentation der Story, die nur in äußerst kurzen Zwischensequenzen erzählt wird und so nicht wirklich fesseln kann. Schön finden wir allerdings die Einbindung historischer Persönlichkeiten in die Story. Einen Grafikpreis wird Phantom Doctrine indessen nicht gewinnen, die Grafik ist eher zweckmäßig denn besonders herausragend. Allerdings liegt der Fokus bei Phantom Doctrine ganz klar auf dem Gameplay und in dieser Hinsicht weiß Phantom Doctrine durchaus zu überzeugen.

Phantom Doctrine – Ein gar nicht so kalter Krieg

Zu Beginn habt ihr die Wahl, ob ihr die Kampagne aufseiten der CIA oder des KGB, jeweils mit anderer Story spielen wollt. Nach dem ersten Durchgang schaltet ihr zudem eine weitere Fraktion frei. Das erhöht natürlich den Wiederspielwert. Habt ihr euch für eine Fraktion entschieden, geht es auch direkt in den Spionagealltag. Als Leiter eines CIA- bzw. KGB-Kommandos habt ihr nämlich alle Hände voll zu tun. Grundsätzlich teilt sich das Spiel in taktische rundenbasierte Einsätze und die Verwaltung und den Ausbau eurer Basis.Phantom Doctrine

Phantom Doctrine – Situative Spannung

Die taktischen Einsätze bilden das Kernstück des Spiels. Anders als in XCOM spielt ein heimliches Vorgehen aber eine wesentlich größere Rolle. Angesichts des Szenarios ist das auch nur logisch, denn schließlich leitet ihr einen Geheimdienst. Wer seine Agenten blindlings in ein Feuergefecht schickt, hat angesichts der feindlichen Übermacht bei den Missionen schnell das Nachsehen. Ein behutsames Vorgehen wird also belohnt, was uns sehr gefällt. Denn dies verleiht dem gesamten Szenario eine Glaubwürdigkeit, durch die wir uns bald wirklich wie im Kalten Krieg fühlen. Entsprechend der Marschrichtung des Spiels verfügen eure Agenten über allerlei Fähigkeiten, die euch ein heimliches Vorgehen ermöglichen.

Phantom DoctrineBesonders cool ist beispielsweise die Möglichkeit, eure Agenten in Verkleidung auf Missionen zu schicken. Diese werden dann von Kameras, Zivilisten und normalen Wachen nicht als Bedrohung wahrgenommen. Das ermöglicht eine angenehm taktische Vorgehensweise. So können eure verkleideten Agenten zuerst alle Kameras in einem Missionsgebiet abschalten, damit eure restlichen Agenten nicht so schnell entdeckt werden. Insgesamt funktionieren die Schleichmechaniken sehr gut, so dass wir uns während der Missionen tatsächlich wie Agenten im Feindesgebiet fühlen.
Doch auch wenn es zum Kampf kommt, ist bei Phantom Doctrine noch lange nicht Schicht im Schacht. Neben allerlei Spionageausrüstung könnt ihr eure Agenten nämlich auch bis an die Zähne bewaffnen, um im Fall der Fälle die Spionage mit anderen Mitteln fortzuführen.

Im offenen Kampf spielt dann das Deckungssystem eine wichtige Rolle, denn ohne Deckung werden eure Agenten nicht lang überleben. Ärgerlich ist hier allerdings, dass Feinde scheinbar durch Wände sehen (und auch schießen) können. Das untergräbt natürlich das Deckungssystem. Hier muss der Entwickler definitiv nachbessern, damit das Deckungssystem auch wirklich Sinn macht. Ebenso stört es bisweilen, dass die Kamera etwas zu nah am Geschehen platziert ist. Dadurch wird es manchmal unnötig schwer, in einer hektischen Situation den Überblick zu bewahren. Hierbei handelt es sich aber um vergleichsweise kleine Probleme, die den Spielspaß nicht allzu sehr trüben. Übrigens ist Phantom Doctrine bereits auf dem normalen Schwierigkeitsgrad angenehm fordernd, so dass in den Einsätzen keine Langeweile aufkommt.

Phantom Doctrine – Auch Spione brauchen ein Zuhause

Die Verwaltung eurer Basis funktioniert ähnlich wie in XCOM. Euer Hauptquartier verfügt über verschiedene Räumlichkeiten, wie etwa ein Crewquartier, eine Krankenstation oder eine Werkstatt. Dazu gesellen sich später unter anderem noch ein Labor und ein Raum für gefangene feindliche Agenten. Eine Besonderheit eurer Basis stellt aber die sogenannte Analysezentrale dar, in der ihr das Kerngeschäft eines jeden Geheimdienstes betreibt. Hier wertet ihr nämlich gesammelte Informationen aus. Das tut ihr, indem ihr Codewörter in gefundenen Schriftstücken findet und diese dann untereinander verbindet, bis alle Puzzleteile zusammengesetzt sind. Sehr cool!Phantom Doctrine

In eurer Basis habt ihr auch Zugriff auf die Strategiekarte. Hier geht ihr verdächtigen Aktivitäten nach und plant eure Einsätze. Die strategische Komponente kommt hierbei keineswegs zu kurz. Denn neben der Aufklärung könnt ihr Einsätze auch umfassend vorbereiten, um euch später in der Mission entscheidende Vorteile zu verschaffen. So könnt ihr neben dem eigentlichen Einsatzteam etwa auch Agenten abstellen, die dieses während der Mission unterstützen.

Phantom Doctrine – Der perfekte Agent

In eurer Basis seid ihr auch stetig damit beschäftigt, eure Agenten zu trainieren, da diese mit jedem Einsatz im Level aufsteigen. Extrem cool ist hier, dass ihr eure Agenten nicht nur durch Levelaufstiege und extra Trainings verbessern, sondern diese auch mittels Drogen manipulieren könnt. Diese können die Werte eurer Agenten steigern, allerdings vertragen sich nicht alle Mittel. Euch bietet sich hier also eine Spielweise, die zum munteren Experimentieren einlädt. Natürlich alles für eine größere Sache. Insgesamt sind die Individualisierungsmöglichkeiten eurer Agenten angenehm groß, so dass ihr wirklich Spezialisten für bestimmte Tätigkeiten ausbilden könnt. Mit einer klugen Vorgehensweise könnt ihr so ein ausgewogenes Team zusammenstellen, das mit allen Wassern gewaschen ist. Nebenbei müsst ihr aber auch darauf achten, dass eure Geheimagenten auch wirklich geheim bleiben. Dazu könnt ihr euren Agenten in der Fälscherzentrale in eurer Basis eine neue Identität beschaffen, damit diese wieder „gefahrlos“ ins Feld können.

Fazit
Mit Phantom Doctrine ist Entwickler CreativeForge Games ein sehr gutes rundenbasiertes Strategiespiel in einem sehr interessanten Setting gelungen. Die taktischen Einsätze erlauben verschiedenste Herangehensweisen und erzeugen eine situative Spannung, die euch zwei Mal über euren nächsten Zug nachdenken lässt. Hinzu kommt ein komplexes Basis- und Agentenmanagement, das euch allein schon für eine ganze Weile beschäftigen wird. Abgesehen von einigen vergleichsweise kleinen Mankos wie dem mangelhaften Deckungssystem oder der biederen Präsentation ist Phantom Doctrine ein sehr gutes Spiel für jeden Fan rundenbasierter Strategie. Wenn ihr also gern XCOM gespielt habt, dann lohnt sich ein Blick auf Phantom Doctrine auf jeden Fall für euch!
Gut
  • Spannendes Szenario
  • Fordernde taktische Einsätze mit vielfältigen Herangehensweisen
  • Komplexes und motivierendes Basis- und Agentenmanagement
Weniger Gut
  • Teils unlogisches Gegnerverhalten (können durch Wände sehen und schießen)
  • Etwas biedere Präsentation
  • Durch die zu nahe Kamera manchmal unübersichtliches Spielgeschehen
9
Sehr gut

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