Pro Evolution Soccer 2016

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Dortmund gegen Schalke, Bayern gegen Nürnberg, Frankfurt gegen K’lautern – die Liste an Derbys im Fußball ist lang und auch im virtuellen Sport gibt es jedes Jahr das Treffern der zwei Großen: PES gegen FIFA. In diesem Jahr startete Konamis Kick zuerst, nämlich am 17. September, und beweist einmal mehr, wer der König auf dem Platz ist. Aber das Lizenzpaket, das ach-so-böse Lizenzpaket.

Konami hat das Mantra des vergangenen Jahres, „The Pitch is Ours“ natürlich nicht nur als bloßen Marketing-Spruch gewählt, sondern signalisiert damit auch den Willen, das Spielfeld zu erobern. In diesem Jahr lautet das Motto „Love the Past, Play the Future“ – und das lässt sich anhand der vielen Spielmöglichkeiten sehr schnell erkennen. Die Meister Liga etwa wurde gründlich überarbeitet und gibt sich nun übersichtlicher und besser als je zuvor. Dafür sorgt auch das neue Transfersystem, mit dem ihr bequemer Spieler kaufen bzw. verkaufen könnt.

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Darüber hinaus könnt ihr endlich (!) eigene Trikots und Wappen einbinden und euren Torjubel – ähnlich wie in FIFA 16 – steuern. Zudem hat Konami die Menüs endlich mal einer Generalüberholung unterzogen, wobei das Ergebnis noch immer nicht mit FIFA mithalten kann. Aber es wirkt definitiv besser als in den Vorgängern.

Auf dem Rasen liegt die Wahrheit

Doch genug der Theorie, kommen wir endlich auf das Gameplay zu sprechen kommen, denn hier zeigt sich, dass Konami den extrem guten Kurs der letzten Jahre fortsetzt und einmal mehr sowohl Detail- als auch grundlegende Verbesserungen umsetzt. Es spricht Bände, wenn Dribblings, Passspiel und Tacklings so geschmeidig und physikalisch korrekt ablaufen, das man sich gelegentlich wie ein Zuschauer einer TV-Übertragung anfühlt. PES 2016 belohnt dabei ein gutes Spielverständnis, überlegtes Passspiel und eine gehörige Portion Überblick mit grandiosen Szenen und Toren.

pes_pro_evolution_soccer_2016_17092015_1Dafür sorgt auch die leicht überarbeitete Ballphysik, die sich noch authentischer anfühlt als noch im vergangenen Jahr. Doch das eigentliche Highlight des Spiels sind die neuen Animationen, die vielfältiger und besser denn je aussehen. Egal ob Ballannahme oder Ballführung – alles sieht so unglaublich realistisch aus. Es ist fast schon überflüssig es zu erwähnen, doch durch diese Technik werdet ihr natürlich auch sofort die Weltstars wie Arjen Robben nicht nur am exzellent umgesetzten Modell, sondern auch an seinen Bewegungsabläufen wiedererkennen.

Daneben wurde auch das Zweikampfverhalten stark überarbeitet und damit auch gleichzeitig die Kollisions-Engine. Waren vor allem die Duelle um den Ball noch ein Schwachpunkt am Vorgänger, so gehört dieser Teil in PES 2016 definitiv zu den Highlights. Außerdem klebt der Ball nicht mehr ganz so stark am Fuß der Spieler, sodass auch Messi und Co. gelegentlich einen Ball verspringen lassen. Ohnehin wirkt das Spielgeschehen auf dem Platz sehr individuell – und damit meine ich nicht nur einzelne Spieler, sondern vor allem die gesamten Teams. Konami hat es verstanden, die jeweiligen Clubs sehr akkurat umzusetzen und die Stärken sowie Schwächen sehr gut zu visualisieren.

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Während es also spielerisch keine Probleme gibt, so bleibt eine Sache natürlich ein langfristiges Manko: Die Lizenzen. Zwar bietet PES 2016 mit der Champions League, der Copa Libertadores und Europa League sowie dem asiatischen AFC-Wettbewerb eine ganze Menge an lizenzierten Teams und Cups, doch in seiner Gesamtheit ist das natürlich kein Vergleich mit FIFA. Es ist auch sehr schade, dass Manchester United der einzig lizenzierte Club aus England ist. Damit treten Chelsea und Arsenal in der Champions League nicht nur mit falschem Namen, sondern auch Fake-Trikots auf. Zudem lässt sich festhalten, dass Konami außerhalb Europas immer mehr Fuß fassen kann – das ist zwar löblich, doch es wirkt auch gleichzeitig so, als hätte man die hiesigen Gefilde inzwischen aufgegeben.

Grafisch macht Pro Evolution Soccer 2016 eine recht gute Figur, wenn es nur um die Spieler und das Stadion an sich geht. Leider aber gibt sich die restliche Präsentation eher bieder und wirkt mitunter sehr altbacken. Das sollte für den kommenden Ableger definitiv geändert werden, denn die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht! Dasselbe gilt auch für die Stadionatmosphäre, die zeitweise sehr klinisch klingt und euch nicht annähernd so stark mitreißt wie bei EA’s Kick. Ein weiteres Manko sind die beiden Kommentatoren. Während Hansi Küpper gerade noch so erträglich klingt, wirkt Neuzugang Marco Hagemann wie die reinste Schlaftablette. Dass sich deren hüllenlosen Phrasen ziemlich schnell wiederholen und oftmals komplett fehl am Platz sind, ist ein altbekannter Kritikpunkt.


[blockquote cite=”Benjamin Dadash-Natadj”]Spielerisch ist Pro Evolution Soccer 2016 der beste Teil der Reihe. Die kontinuierlichen Verbesserungen in den letzten Jahren führten schlussendlich dazu, dass man in diesem Jahr ein Spielpaket liefert, bei dem nahezu kein Wunsch mehr offen bleibt. Egal ob bissige Zweikämpfe, clevere Törhüter, grandiose Passspiele, Dribblings und so weiter und so fort – alles wirkt wie aus einem Guss. Wenn es am Gameplay einen Kritikpunkt gibt, dann sind es die Unparteiischen, die zu gutmütig pfeifen. Aber das ist Meckern auf ganz hohem Niveau.

Abseits des Spielfelds ist PES 2016 jedoch nicht frei von Kritik. Die Präsentation ist ziemlich bieder, das Lizenzpaket eher schwachbrüstig und die Kommentatoren vermutlich so schlecht wie nie zu vor. Nichtsdestoweniger: Wenn euch die fehlenden Lizenzen nicht stören, ist PES2016 zweifelsfrei das spielerisch beste Fußballspiel in diesem Jahr. [/blockquote]

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