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Rainbow Six: Siege (PC) Test

Satte sieben Jahre ist es bereits her, dass die Rainbow Six-Reihe uns Videospieler erfreut hat, wenn man mal von Rainbow Six: Shadow Vanguard als Mobile-Game absieht. Dabei hat die Tom Clancy-Reihe durchaus viele Erfolge gefeiert seit sie mit Tom Clancy’s Rainbow Six 1998 das Licht der Welt erblickte. Spätestens seit Rainbow Six 3: Raven Shield war der Titel bei den Massen angekommen und ist seitdem ein fester Bestandteil des Taktik-Shooter-Genres.

Doch gerade die letzten beiden Veröffentlichungen, Rainbow Six: Vegas 1 und 2 richteten sich mit ihrem Fokus auf eine Story und einem eher actionlastigeren Gameplay etwas aus dem Fenster und wanderten ein wenig vom ursprünglichen Serien-Konzept ab. Mit Rainbow Six: Siege, das nun für PC, PS4 und die Xbox One erschienen ist, soll die Reihe wieder zu ihren Wurzeln – nämlich taktischen Antiterror-Einsätzen – zurückfinden und die Nische der Taktik-Shooter wieder aufleben lassen. Wir haben den Titel auf der Playstation 4 getestet und verraten euch, ob die Wiederbelebung gelungen ist.

Rainbow Six: Siege – Eine harte Lektion

rainbow_six_siege_22102015_12Ich weiß, ich bin es selber schuld. Aber Rainbow Six: Siege fiel mir von Anfang an nicht leicht. Als PC-Fanboy und jahrelanger Call of Duty-Spieler habe ich anfangs erst einmal Schwierigkeiten mit dem PS4-Controller gehabt. Dies gilt zumindest für die Shooter-Games.Nachdem ich die Sprint-Funktion entdeckt hatte kamen noch Probleme mit den Gegnern hinzu. Schnell wurde klar: Rainbow Six: Siege ist kein Action-Shooter. Das Spiel will auch keiner sein und lässt sich dementsprechend auch nicht wie einer spielen. Eine harte Lektion für einen Actionshooter-Fan wie mich. Dennoch habe ich mir meine Zeit mit Siege genommen und es für seine taktische Tiefe und die daraus entstehenden spannenden Matches lieben gelernt.

Der Spielablauf von Siege ist denkbar einfach. Es treten zwei Teams zu je fünf Spielern abwechselnd als Terroristen bzw. Antiterroristen gegeneinander an. Dabei gibt es die Modi Bombe, Giftgasbehälter und Geisel. Das Prinzip ist dabei immer ähnlich: Die Terroristen verschanzen sich bei den Bomben/Giftgasbehältern/Geiseln und die Antiterroristen müssen in einem engen Zeitlimit ihre Gegenspieler ausräuchern und die Situation entschärfen. Nach jeder Runde wechselt man die Seiten und kann sich seinen Charakter sowie die Startpositionen neu aussuchen.

Rainbow Six: Siege – Ein langer Weg

Das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere innerhalb eines Teams ist bei den taktischen Gefechten von großer Bedeutung. So hat jeder Charakter seine eigenen Vorzüge und Spezialfähigkeiten, die bewusst eingesetzt und kombiniert werden müssen. Nur wenn ein Team gut zusammenspielt und die Vorteile ihrer Truppe nutzt, ist der Sieg möglich. Dabei bietet die Charakter-Auswahl mit rund 20 Auswahlmöglichkeiten für jeden Spieler eine passende Lösung. Da wäre zum Beispiel der Doc, der Teamkameraden heilen kann, Glaz der Scharfschütze, Fuze mit seinen gefürchteten Granatenkanistern oder Pulse, der anrückende Gegner an ihrem Herzschlag erkennt. Die Klassen sind dabei für Terroristen und Antiterroristen unterschiedlich, was für noch mehr Abwechslung sorgt.

Die Klassen-Vielfalt, die durch unzählige Waffen, Waffen-upgrades und weitere Boni noch komplexer wird sorgt allerdings auch gerade bei Neulingen für viel Durcheinander. Für Rainbow Six: Siege muss man sich Zeit nehmen, man muss viele Partien spielen, viele Tode sterben und viel Zeit als Beobachter verbringen. Wer das schnelle Respawnen moderner Actionshooter gewöhnt ist, muss erstmal ein paar Gänge herunterschalten. Das Ergebnis allerdings lohnt sich, denn Rainbow Six: Siege lockt mit komplexen und gut gebalancten Taktik-Gefechten, die insbesondere eingespielte Teams auf Dauer reizen werden.

Rainbow Six: Siege – Die Kehrseite der taktischen Medaille

Bekanntlich ist ja nicht alles Gold was glänzt und so hat auch Rainbow Six: Siege zwei große Probleme. Zum einen wäre da die Server-Verwaltung zu nennen. Es gibt keine privaten Server, das Matchmaking braucht oft viel zu lange um neue Spiele zu finden, insbesondere bei großen Squads und zu guter Letzt hängt sich die Suche auch gerne mal auf. Die Krönung ist es dann, wenn man bereits mit seinem Team in einem Ranked Match drinnen ist und plötzlich ein Mitspieler herausfliegt. Ersatz zu besorgen oder ihn wieder joinen zu lassen ist nicht möglich und so spielt man in Unterzahl – meist ein unmögliches Unterfangen. Dass gerade bei einem Shooter, der so sehr auf Teamspiel ausgelegt ist – ja, der nicht einmal eine Kampagne besitzt – solche Probleme ziemlich kritisch sind, versteht sich von selbst.

Rainbow Six: Siege – Mikrotransaktionen

rainbow_six_siege_27112015_4Hinzu kommt noch das leidige Thema der Mikrotransaktionen. Ja, ihr könnt in Rainbow Six: Siege alles von alleine erspielen. Aber nein, das werdet ihr wahrscheinlich nicht tun, da hat man schon für gesorgt. Der Grund: Neue Charaktere und auch deren Waffen- und Upgrades kosten Punkte. Diese kann man sich verdienen, aber da mit jedem freigeschalteten Charakter die benötigte Anzahl verdoppelt wird ist man schnell in astronomischen Höhen, die das dauerhafte Grinden nervtötend machen.

Klar ist da schnell mal zum praktischen Booster gegriffen, der zwar Echtgeld kostet, aber alles beschleunigt. Hier kann man natürlich argumentieren, dass ja alles erspielbar ist und das Geld nur den Prozess beschleunigt für Spieler mit wenig Zeit. Ich sage aber: Der Prozess ist bewusst so angelegt, dass kein Spieler auch nur im Ansatz die Lust oder Zeit hat, sich alles von selbst zu erspielen. Die Motivation verlässt einen schnell und um kompetitiv mithalten zu können möchte man sich seine Charaktere auch vernünftig aufrüsten und mit ihnen trainieren. Hier wird klar zu Mikrotransaktionen gedrängt, um kompetitiv mithalten zu können und das ist für einen Vollpreistitel ein absolutes No-Go.

Fazit
Rainbow Six: Siege ist sicherlich das Spiel, worauf Taktik-Shooter-Fans seit langem gewartet haben. Während mit Battlefield und Call of Duty viele Spieler glücklich waren füllt Siege nun wieder ein Loch, das schon zu lange offen war. Trotzdem macht das Spiel einige Fehler, die gar nicht nötig gewesen wären. Das katastrophale Server-Management zum einen, das den kompetitiven Multiplayer sehr stressig macht, und die unverschämt aufdringlichen Mikrotransaktionen zum anderen brechen dem Titel das Genick und sorgen für eine deftige Abwertung. Schade eigentlich, denn sobald die Server-Probleme behoben und die Kosten für Charaktere und Upgrades deutlich angepasst sind, wäre definitiv eine höhere Wertung angebracht.
8
Gut
Written by
...ist seit 2008 bei Spieletester.de als Redakteur tätig. Er spielt am liebsten First-person Shooter und wenn es die Zeit zulässt auch gerne (J)RPGs. Bei Spieletester.com ist er außerdem unser Mann für Adventures, vornehmlich Point’n’Clicks, sowie Indie-Spiele

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2 Comments

  1. Aufdringliche Mikrotransaktionen? Wurde das Spiel überhaupt gespielt? 2/10 Punkten für dieses Review lol

    Reply
    • Hey Kevin 🙂
      Danke für deinen Kommentar. Ich habe eine Gegenfrage: Wurde die Review überhaupt gelesen? Oder nur schnell Wertung, Fazit (maximal) und Pro/Contra?
      Im Artikel erkläre ich nämlich weswegen mich das Anbieten der Booster so nervt und differenziere auch klar die eigentliche Qualität des Spieles und die Verkaufspolitik.

      Ich hoffe das konnte Klarheit schaffen. Es muss ja nicht jeder zustimmen wenn ich wegen solcher Kritikpunkte die Wertung herabsetze und daher gehe ich eben explizit darauf ein 😉
      Phil

      Reply

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