Ratchet und Clank

Ratchet und Clank Testbericht

Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschaeft. So etwas scheint sich auch Sony gedacht zu haben, als sie Ratchet & Clank auf den Markt gebracht haben, da mit Jak and Daxter ein Game aus dem eigenen Hause die Referenz inne hatte. Diesen Test schreibe ich anlaesslich der Platinum Edition, die Ende August in den Handel gekommen ist. Um ein schlechtes Game kann es sich demnach nicht handeln. Ob sich Parallelen nur zwischen den beiden Namen ziehen lassen oder ob sie noch ein Stueck weiter gehen, zeigt der folgende Test.

Gestatten: ‘Ratchet, Klempner.'

Interessant sind auch die reinen Clank-Abschnitte im Game, die eine willkommende Abwechslung darstellen. Dessen Vorteil ist es darum, dass er im Weltall ueberleben kann und dass ihm z.B. giftige Gase nichts ausmachen. Gefightt wird mit Mini-Robotern, die sich mit Clank kontrollieren lassen. Sie dienen aber genauso dazu, um verschlossene Tueren zu oeffnen oder bestimmte Mechanismen zu betaetigen.

Man fightt sich durch die noch leicht zu bezwingenden Gegnermassen bis hin zu der Absturzstelle. Dort angekommen nimmt Ratchet den Roboter kurzer Hand mit zu seinem Raumschiff. Es ist noch nicht flugfaehig, da zum Start des Raumfahrzeuges ein Roboter als Anlasser benoetigt wird. Der kleine Roboter stellt sich prompt fuer jene Aufgabe zur Verfuegung, sodass es auch gleich zum ersten gemeinsamen Flug kommt. Auf dem Flug bekommt der Roboter seinen Namen: Bei einem hollprigen Manoever knallt er gegen die Wand – Ratchet nennt seinen neuen Freund von nun an Clank. Am naechsten Planeten angekommen, missglueckt die Landung… Das Duo sitzt nun ersteinmal festsitzt. Von nun an nimmt Clank auf Ratchet's ruecken Platz und erlaubt spezielle Bewegungen wie z.B den Gleitflug.1142726153305848378

Nichtsahnend baut Ratchet sein Bausatz-Raumschiff, als ueber seinem Heimatplaneten Veldin ein solches Raumgefaehrt abstuerzt. In dem Raumschiff befindet sich ein kleiner Roboter, der auf einem Industrieplaneten hergestellt wurde. Normalerweise sind die Roboter seiner Produktionsreihe groesser als normale Lebewesen – jener Robotor ragt jedoch gerade bis zu den Hueften von Ratchet auf. Im Gegensatz zu seinen Bruedern ist er intelligent, schwingt sich mutig in Raumboot und flieht von der Raumstation. Wie besagt wird er ueber Veldin von seinen Verfolgern abgeschossen.
An jener Stelle beginnt der Trainingslevel. Man selbst steuert zu jenem Zeitpunkt Ratchet, der mit Hilfe von einem Gadgetron-Helpdesk die Steuerung erklaert bekommt. Seine Primaerwaffe bildet ein ueberdimensionaler Schraubenschluessel, mit dem sich Gegner verhauen lassen. Als zweite Waffe traegt er nur einen Bombenhandschuh mit eher begrenzter Reichweite, aber durchschlagendem Erfolg.
Ein richtiger Held brauch mehr als einen blossen Schraubenschluessel, um sich gegen ganze Heerscharen von Gegner zu behaupten. Ratchet greift im Laufe des Gamees auf ein Arsenal von ueber 30 Waffen und Gadgets zurueck. Zu den Waffen zaehlen z.B. Bombenhandschuh, Pyrozitor (Flammenwerfer), Saug-Kanone oder der Wandler, mit dem sich Gegner in Huehner verwandeln lassen. Um erfolgreich gegen Drek bestehen zu koennen, gibt es einen Dietrich, einen Metalldetektor, eine O2-Maske, Magnetschuhe, Duesenpacks usw.

Eingekauft wird stetig an Terminals, die sich meist am Startpunkt eines Levels finden. Seien es nun neue Waffen oder einfach nur Munition. Gezahlt wird mit Bolts, dem Gegenstueck zum Geld, dass man aus Kisten bezieht oder sich von Gegner schnappt. In einem gewissen Radius um Ratchet werden Bolts automatisch eingesammelt, weshalb man nicht jeden einzelnen Bolt manuell einsammeln muss. Durch ein spaeteres Gadget wird jener Radius sogar noch erhoeht.

Ratchet & Clank als reines Jump n Run zu bezeichnen waere falsch. Alleine die Waffenauswahl oben zeigt, dass der Actionanteil im Game mindestens 1142726160946789332 genauso gross ist. Die Steuerung bleibt aber jederzeit uebersichtlich und auch im Kampfgeschehen lassen sich schnell einmal Waffen wechseln. Auf der Dreiecks-Taste liegt eine Art ‘Kreismenue' das man selbst anpassen kann. Dort kann man sich Gadgets oder Waffen als Schnellauswahl ablegen, die man dann mit einem einfachen Knofpdruck (Dreieck inkl. Richtung) auswaehlen kann. So erspart man sich laestiges Suchen in den Menues.
Doch auch Geschick ist im Game gefragt. So faehrt man mit Hoverboards gegen Roboterkonkurrenten Wettfighte, oder man gleitet mit den Grind-Boots ueber lange Metallstangen und weicht dabei diversen Hindernissen aus. Die Sprungpassagen sind allesamt recht einfach zu berwerkstelligen. Alleine mit den Unterwasserabschnitten werden sich ungeuebtere Gameer wohl etwas oefter beschaeftigen muessen. []
1142726168680724684 Verfehlt man doch einmal eine Plattform, darf man nicht selten einen Grossteil des Levels neu gameen. So haben selbst riesige Level nur 2 oder 3 Ruecksetzpunkte. Geht man einen Schritt vor so einem Punkt kaputt, darf man wieder von vorne anfangen. Kisten, in denen sich Schrauben finden, kommen nicht wieder. Alleine die Munitionskisten und Lebensenergiekugeln finden den Weg zurueck aus dem Jenseits. Ae;rgerlich ist nur, dass die Gegner auch in alter Frische wieder da sind. Besonders in spaeteren Level, in denen man kostgameige Munition verschiesst, kann es ganz schoen ins Geld gehen, wenn man stirbt. Verschossene Munition bekommt man darum nicht zurueck.
Boni gibt es genug zu entdecken. In jeder Welt sind Gold-Bolts zu finden, mit denen sich spezielle Waffen kaufen lassen, die es zum Grossteil aber erst beim zweiten Anlauf zu erstehen gibt. Auch gibt es in jedem Level gewissen Aufgaben, die nicht genauer spezifiziert sind, zu erledigen, durch die Mann dann Zugriff auf Videos, Artworks, Cheats etc. erhaelt. Fuer genug Motivation ist also gesorgt.
Der Boesewicht wird von Drek gegamet. Sein Heimatplanet ist ueberbevoelkert und total verschmutzt. Da er fuer sein Volk nur das Beste moechte, kommt ihn die Idee, von allen Planeten die besten Stuecke zu nehmen, um so einen neuen Planeten zu schaffen. Dass die zurueckbleibenden Planeten nicht mehr lange ihre Bahnen danach drehen, versteht sich von selbst.
Die Geschichte wird ueber sog. Infobots weitererzaehlt, die einem gleichzeitig den Zugang zu neuen Planeten eroeffnen. Die gezeigten Sequenzen sind alle in Gamegrafik und regen zum Grossteil auch zum Schmunzeln an. Eine groessere Rolle kommt Captain Quark zu, der selbst stetig als Retter der Galaxie auftritt. Ich hatte dabei staendig das Gefuehl, dass Captain Quark als Daxter Ersatz dienen soll, doch bleibt dessen Spassfaktor im Game die ganze Zeit unerreicht.

Erfreutes Klempnerherz

Das Gameplay ist wie von Insomniac zu erwarten sehr ansprechend. Schon bei Spyro haben sie gezeigt, dass sie sich mit guter Steuerung auskennen. Der linke Analogstick dient zur direkten Steuerung von Ratchet und mit dem rechten bedient man die Kamera. Leider fuehrt jene ein halbes Eigenleben, sodass sie recht bald wieder in eine angeblich guenstige Position zurueckschwengt. Da den Gameer kaum anspruchsvolle Sprungpassagen erwarten, machen einem nur die Kaempfe ab und zu etwas zu schaffen, da man die Gegner einfach nicht sieht.

Fernglas erwuenscht

Die Grafik ist wirklich beeindruckend, zumal sie nahezu stetig fluessig ueber den Bildschirm kommt. Wie schon bei Jak & Daxter sind die Level untereinander nicht durch Ladezonen getrennt. Man kann sich auf einen Berg stellen und ueber die Landschaft schauen, wo man 15 Minuten spaeter dann die naechsten Gegner mit dem Flammenwerfer bekannt macht.

Insgesamt gibt es 18 Welten zu besuchen, wobei jede ihr eigenes Thema hat. Natuerlich passen sich auch die Gegner der Umwelt an. So faellen Roboter Baeume, Gleiter fliegen durch die Luft oder Hunderoboter verteidigen die Gegend. Mit der Start-Taste gelangt man in das Menue, wo man auch eine Uebersichtskarte findet. Dort ist der aktuelle Standpunkt eingezeichnet, und die Abschnitte im Level, die man schon besucht hat oder noch besuchen muss. Hier findet man auch die Uebersicht der noch zu erledigenden oder schon erldigten Missionen auf einem Planeten.
Man ist im Grund nur an eine grobe Reihenfolge gebunden. Oft ist es jedoch von Noeten, einen Planeten vorerst links liegen zu lassen, da einem die entsprechenden Geraetschaften fehlen. Lange ueberlegen muss man dafuer aber nicht, da nur 1 oder 2 weitere Planeten zur Wahl stehen, aber es ist besser, als alles stur nach Plan abarbeiten zu muessen.
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Ein Grafikflstetign ist kaum auszumachen im Gegensatz zu vereinzelt auftauchenden Clipping-Fehlern, die jedoch kaum ins Gewicht fallen. Die Animationen von Ratchet sind butterweich und abwechslungsreich. Die Lichteffekte der Waffen sehen gut aus und jeder Planet hat sein eigenes Flair. Sei es nun eine Raumstation, duestere Suempfe, belebte bzw. verregnete Staedte oder Ferienparajene, in denen Urlauber im Ratchet & Clank Universum gerne einmal Urlab machen.

Die Musik reicht nicht ganz an die Grafik heran. Sie wechselt zwar von Welt zu Welt, doch wiederholen sich die einzelnen Melodien innerhalb jener Welten recht schnell. Die Musikeffekte hingegen sind erstklassig. Seien es nun die Energieschuesse aus Plasmakanonen oder die Explosionen der Bomben.

Das Game wurde komplett Deutsch lokalisiert, weshalb auch deutsche Sprachausgabe genossen werden kann. Die Sprecher ueberzeugen und die Witze bleiben nicht dem Englischen vorbehalten. Es gibt sogar einen 60Hz Modus, damit sich das Game dabei auch in anstaendiger Geschwindigkeit gameen laesst. Im Gegensatz zu anderen Publishern, weiss Sony, wie man Kaeufer von einem Produkt ueberzeugt.

Kommentar (LH):

ch selbst bin ein grosser Fan von Jak and Daxter und hatte dementsprechend hohe Erwartungen an Ratchet & Clank. Fuer mich reicht es aber doch nicht ganz an die eigene Konkurrenz heran. Doch muss man auch relalistisch sehen, dass es sich bei Ratchet & Clank eindeutig um ein Game fuer eine breitere Masse handelt. Der Umfang ist viel groesser (Erste Durchgang lag bei knapp 11 Stunden) und auch das Gameplay spricht mehr Leute an. Wer ein modernes Jump ‘n' Run ohne grosse Schiessereien gameen moechte, der ist mit Jak and Daxter besser bedient. Alle anderen werden wohl durch den Knuddellook zu stark abgeschreckt, da Jak and Daxter eindeutig das kindergerechtere Game ist. Ich kann das Game der aelteren Zielgruppe nur empfehlen, zumal der Preis der Platinum-Edition sehr ansprechend ist.

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