Resistance: Fall of Man Testbericht

Nachdem ich schon in Hamburg erste Eindruecke von Game habe einholen koennen, ist nun die Vollversion an der Reihe, auf die ich mich natuerlich schon sehr gefreut habe. Warum Resistance ein durch und durch guter Shooter ist und warum letzten Endes doch noch ein Award herausgekommen ist, lest ihr in den folgenden Zeilen – viel Spass!

An Action mangelt es Resistance ganz bestimmt nicht. Alle fuenf Meter werdet ihr auf zahlreiche Feine stossen, die sehr abwechslungsreich gestaltet sind. Die Designs reichen von kleinen, nervigen, spinnenartigen Wesen, die euch und eure Kameraden anspringen und zum Fressen gern haben. Die Chimera hingegen sind auch sehr verschieden gestaltet. Die Standard-Gegener mit dem Maschinengewehr sind eher schwach, dann gibt es aber noch diejenigen, die mit den Haenden agieren und flott auf den Beinen sind (im Labor vermehrt da – Schockmomente vorprogrammiert). Zuletzt gibt es noch die richtig dicken Bossgegner, wie einen Riesenchimera oder eine grosse Spinne, die man nur mit der Bazooka bearbeiten kann. Allerdings muessen sich alle Gegner damit abfinden, dass sie stohdoof sind und wirklich nichts auf dem Kasten haben. Ok, sie werden wie wild auf euch stuermen, aber hat das noch irgendetwas mit Intelligenz zu tun? Das ist eher fernab jeder hoeheren Entwicklungsform. Trotzdem: Die Masse ersetzt in jenem Fall das Hirn.
Die Geschichte ist entgegen aller Erwartung sehr packend in Szene gesetzt. Schon allein der Anfang ist ein Freudenschrei wert, denn es geht trotz des Settings nicht um den Zweiten Weltkrieg, da sich die Ereignisse davor dramatisieren. In China wird 1939 ein Virus entdeckt, der auch kurz darauf den gesamten Kontinent ueberrennt. Aus jenem Virus entspringt die gefaehrliche Rasse der Chimera, die die Menschen komplett ausrotten will. 1951 wird auch England Opfer des Virus und ab dann gilt es fuer die Amis, die Welt erneut zu retten. Im Game uebernehmt ihr dabei die Rolle des Nathan Hale, der einen relativ einsamen Racheakt gegen die Monster vollstreckt. Erst ueberlebt er einen schweren Angriff, dann wird er mit dem Virus infiziert, verwandelt sich aber nicht. Anzeichen zur Gleichschaltung mit den Chimera folgen aber auf dem Fuss…

Geradlinige, actiongeladene Ballerei

Die Levels an sich – wie nicht anders zu erwarten war – sind strickt linear aufgebaut, weswegen man sich nicht wirklich verlaufen koennen wird. Dafuer aber wirken die Umgebungen und alle Levels sehr stimmig, atmosphaerisch und duester. Auch die Struktur der zerstoerten Gebaeude und das gesamte Drumherum wirkt wie aus einem Guss – sehr fein. Man sollte sich aber nicht von den ersten zwei bis drei Levels irritieren lassen, denn das Design der Levels wird im spaeteren Verlauf so richtig genial und vor allem abwechslungsreich. Ein Highlight ist zum Beigame das Chimera-Labor, in dem ihr euch bewegen werdet und die abartigsten Maschinen sehen werdet, die dazu geschaffen wurden, um aus Menschen Chimera zu machen – da kann es einem schon kalt den Ruecken runterlaufen.
Bei den Waffen will ich kurz gesondert einschwenken, denn gerade hier haben sich die Entwickler von Insomniac wirklich sehr coole Dinge einfallen lassen, woran man auch merkt, dass hier Profis am Werk gewesen sind (kein Wunder, entwickelten die Entwickler die grandiose Ratchet & Clank-Serie). Anfangs werdet ihr nur eine ganz normale MG zur Verfuegung haben, aber schon direkt nach wenigen Gameminuten bekommt ihr es mit der ersten coolen Waffe der Chimera zu tun, die ziemlich schnell schiesst und effektiv ist. Meine persoenliche Lieblingswaffe ist und bleibt aber die Auger. Mit jener genialen Waffe koennt ihr ein Kraftfeld vor euch aufbauen, dass alle Schuesse nicht durchkommen laesst – ausgenommen die Schuesse einer anderen Auger – und mit der ihr auch durch dicke Waende schiessen koennt. Aber auch die uebrigen Waffen sind nett anzuschauen und haben allesamt eine Sekundaerfunktion, die stetig wieder nuetzlich sein wird. []

Ansonsten ist das Gameplay recht solide und gewohnt. Ihr habt 100 Lebenspunkte, die in 25‘er Containern gespeichert werden und phasenweise damit aufgeladen werden koennen, indem ihr fuer einige Sekunden stehen bleibt. Mehrere Container koennt ihr aber nur durch die Plasma-Zellen fuellen, die hier und da auf dem Schlachtfeld verstreut sind. Munition werdet ihr hingegen stetig und ueberall finden, zumal die Feinde auch gut und gerne mal was fallenlassen. Damit das Gameerlebnis aber nicht zu langweilig wird, habt ihr ab und an die Moeglichkeit, in ein Vehikel zu steigen und damit das Schlachtfeld aufraeumen. Immer dabei: Einige Kameraden, die aber viel mehr als Kanonenfutter und Lueckenfueller zu sehen sind, weil sie ohnehin keine bis nur wenige Gegner killen.

Richtig guter Mehrgameer-Modus!
Generell lasse ich nun Zahlen sprechen: Offline koennt ihr im Splittscreen und im Koop die komplette Geschichte gameen – Koop ist leider nicht online verfuegbar. Im Online-Bereich hingegen koennt ihr mit bis zu satten 40 Gameern gameen, wobei die Maps ziemlich gross ausgefallen sind, wodurch man nicht alle fuenf bis sechs Sekunden sterben muss. Gegamet wird entweder als Ami oder als Chimera, wobei die beiden Rassen unterschiedliche Faehigkeiten haben. Die Chimera koennen zum Beigame die Menschen durch einen veraenderten Sichtmodus aufspueren, werden staerker, schneller und halten zudem mehr aus. Die Menschen hingegen haben einen Kompass, etwas staerkere Waffen und laufen schneller als die Chimera im normalen Gamemodus, wobei sich hier alles doch die Balance haelt.

Bei den Modi gibt es die ueblichen Verdaechtigen wie das Deathmatch, Team-Deathmatch sowie CTF und Breach. Neuwertig sind Meltdown und Conversion. ‘Conversion’ entspricht allerdings einem anderen Modus, der doch wieder bekannt sein sollte ‘Last Man standing’. Meltdown und Breach kann man als den ‘Onslaught’-Modus aus Unreal Tournament 2004 bezeichnen – funktioniert alles wunderbar. Waehrend der Testzeit haben wir keinerlei Lags verzeichnen koennen, die den Gamespass auch irgendwie haetten stoeren koennen.

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Technisch sehr gut
Bei der Grafik kann man eigentlich fast nur Lob aussprechen, denn alles wirkt, wie schon eingangs gesagt, wie aus einem Guss. Ausserdem kann man hier schon in etwa abschaetzen, wie viel Power in der PS3 steckt, weil die Umgebungen, Effekte und Texturen im Allgemeinen durchweg stimmig sind und aeusserst scharf dargestellt werden. Auch erfreulich ist, dass es keinerlei Einbrueche auf Seiten der Framerate gibt und wir mit konstanten 60fps zocken konnten. Ebenfalls erwaehnenswert: Einige doch recht matschige Texturen, die aber das Gesamtbild nicht allzu sehr trueben. Der Sound geht vollkommen in Ordnung und ueberzeugt durch extrem realistisch klingende Waffensounds sowie eine sehr gut gewordene deutsche Synchronisation – Hut ab, Insomniac!

Kommentar (AS) :

Resistance: Fall of Man ist eine sehr solide Kost, die man sich durchaus stetig wieder goennen kann, weil der Titel sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht fesseln kann. Zwar ist der Geschichte-Modus recht kurz ausgefallen (12 Gamestunden), aber dafuer gibt es den umfangreichen und sehr guten Mehrgameer, der ueber alle Maengel hinweg troesten kann. Die Grafik ist Top, der Sound ebenso, nur fehlt es an Neuerungen. Wer sich aber eine sehr gute Ballerkost zum Launch der PS3 goennen moechte, der kommt an Resistance: Fall of Man nicht vorbei!

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... ist Chefredakteur bei Spieletester.de und seit der Gründung 2003 mit dabei. Am liebsten spielt er Strategiespiele wie StarCraft II oder Rollenspiele.

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