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Assassin’s Creed III Remastered (PS4) Test

Ein neues Jahr, ein neues Assassin’s Creed. Dieses Mal allerdings kein Titel, der nur innerhalb eines Jahres entwickelt wurde sondern ganzer drei, unmittelbar nach der Veröffentlichung des erfolgreichen zweiten Teiles der Serie. Mit hohen Erwartungen ziehen wir uns die Raubvogel-artige Kapuze ins Gesicht und ziehen erneut in den Krieg gegen die Templer, um die Welt vor dem Untergang zu beschützen. Ob sich die Beauftragung dieses neuen Assassinen lohnt oder dieser sein Ziel verfehlt, erfahrt ihr im Test.

Assassin's Creed III Remastered – Willkommen in der Revolution

assassins creed iii 13072012 8Wir schreiben das späte 18. Jahrhundert; Der Schauplatz: Amerika. Man übernimmt die Rolle von Ratohnhakéton, aka Connor Kenway, dem Sohn eines Briten und einer indianischen Mohawk. Infolge der steigenden Vorherrschaft der Kolonialmacht Großbritanniens im Franzosen- und Indianerkrieg (1754 – 1763) sieht sich der indianische Mohawk-Clan Conners zunehmend mit Bedrohungen durch die expandierenden Briten konfrontiert. Um seinen Stamm vor der Zwangsvertreibung zu beschützen, begibt sich der junge Conner in seinen eigenen kleinen Krieg gegen die Briten, um nicht zuletzt eine entscheidende Rolle in dem Werdegang der amerikanischen Unabhängigkeit zu spielen. Aber zurück zum Anfang, denn Ubisoft hat sich bemüht den neuen Assassinen von Anfang an zu begleiten.

Assassin's Creed III Remastered – Ein Tag im Leben des Conner

So beginnt man das Spiel nicht als der junge Mohawk sondern in der Person des Haytham Kenway, dem Vater Conners. Während der ersten drei Sequenzen verfolgt man die Bestrebungen des vornehmen Engländers, da auch er als Vater Conners, ein Vorfahre Desmonds ist, dem eigentliche Protagonisten der Assassins’s Creed Serie. Erst nachdem Haythem auf seiner Reise nach Amerika auf den indianischen Stamm der Mohawk und damit einher auf die junge Kaniehtío:io trifft, wechselt man in die Person des jungen Conner. Diesen begleitet man dann durch seine Kindheit, bis er letzten Endes infolge seiner Bemühungen seinen Stamm zu retten auf seinen Mentor Achilles, einen sich im Ruhestand befindenden Assassinen, trifft. Erst dann beginnt das Spiel als eigentlicher Assassine.

assassins creed iii 13072012 4Auch wenn Conners charakterliche Entwicklung vom Kind bis zum Erwachsenen größtenteils authentisch dargestellt wird, kann man dies spielerisch leider nicht behaupten. Sobald man in die Haut von Conner schlüpft erhält man all die Fähigkeiten, über die man auch im weiteren Spielverlauf verfügt und das trotz späterer, dadurch sinnloser Ausbildung zum Assassinen durch den alten Achilles. Daher entwickelt man sich von Anfang bis Ende nicht weiter und bemerkt schnell, dass das Treffen auf Achilles nur dazu dient eine vermeintlich dramatische Vater-Sohn-Beziehung mit diesem aufzubauen. Conner wirkt zudem oft überaus naiv, was der Erzählung nicht immer zugutekommt. Er verhält sich unglaubwürdig oder trifft Entscheidungen, die ein Assassine so nie treffen würde, was spätestens bei dem kleinen Story-Twist in der Mitte des Spiels deutlich wird – Schade. Auch auf Conners ursprüngliche Beweggründe wird im Laufe der Geschichte nur wenig Bezug genommen. Nachdem man seine Kindheit in dem Indianerdorf verbracht hat, kehrt man nur äußerst selten für ein paar inhaltslose Gespräche zurück. Im weiteren Spielverlauf spielt das Dorf beinahe keine Rolle mehr und wird erst gegen Ende noch einmal inhaltlich aufgenommen.

Assassin's Creed III Remastered – 21.12.2012

Auf der anderen Seite des Animus, der Maschine mit der man die Erinnerungen seiner Ahnen wiedererleben kann, wartet immer noch Desmond Miles, über den man zuvor Altair und Ezio kennen lernen durfte. Er und sein Team befinden sich noch immer auf der Flucht vor den verfeindeten Templern und versuchen gleichzeitig den zeitnahen Weltuntergang am 21.12.2012 zu verhindern. Offensichtlich hatten sie allerdings genug Zeit, sich einem erneuten Face-Lifting zu unterziehen, da die Charaktere wieder Mals ein leicht anderes Aussehen aufweisen. Dabei geht es hauptsächlich, um die Geschichte der „Ersten Zivilisation“, einem Volk, welches vor unserer Zeit auf der Erde gelebt haben soll. Auch diese sahen sich mit dem Untergang der Welt durch die Sonne konfrontiert und arbeiteten an Lösungen, für die die Zeit letzten Endes allerdings zu knapp war. Auf der Suche nach diesen Technologien, werden glücklicherweise viele Fragen bezüglich der „Ersten Zivilisation“ beantwortet, welche noch von den Serienvorgängern offen gelassen wurden. Um diese Technologien zu finden, benötigt das Assassinen-Team einen Schlüssel, dessen Aufenthaltsort nur Conner kennt. Daher heißt es also ab in den Animus, um so schnell wie möglich den Schlüssel, der die Erde vor ihrem Schicksal bewahren soll, zu finden. Hin und wieder gilt es allerdings auch als Desmond beispielsweise das gegenwärtige Manhattan zu erkunden, wobei man etwas mehr über die verfeindeten Templer erfährt. Alles in allem ist Desmonds Geschichte durchaus aufschlussreich und entertaining.

assassins creed iii 05062012 4assassins creed iii 05062012 3

Assassin's Creed III Remastered – Neuer Held, neues Spiel?

Bei einer Entwicklungszeit von beinahe 3 Jahren sollte man doch meinen können, dass man mit dem offiziellen dritten Teil der Reihe einen ebenso großen Reihenfortschritt erwarten kann wie noch vom ersten zum zweiten Spiel. Leider sieht das in der Realität etwas anders aus. Nach so vielen Erfahrungen durch die ersten vier Spiele hätte man allerhand Störungsquellen und Probleme der Reihe beseitigen können, doch das stand wohl nicht auf der To-Do-Liste der Entwickler. Teilweise könnte man sogar behaupten, dass die Reihe kleinere Rückschritte macht, denn Assassin’s Creed 3 ist zurzeit noch unglaublich verbuggt. Von der Grafik bis zum Gameplay bleibt nichts verschont: Missionen werden nicht gestartet oder beendet, Dinge werden einfach ein- oder ausgeblendet, die KI verklemmt sich in Objekten oder clippt sich aus Kampfanimationen, Conner fällt durch den Boden oder wird in die Luft katapultiert. Während des Playthroughs haben wir nur wenige Missionen gespielt, die fehlerfrei waren. Dies hat natürlich enorme Auswirkungen auf die Atmosphäre, von der die Reihe lebt. Es verhindert, dass der Spieler sich in dem sonst tollen Setting verliert und sich als Teil der Weltgeschichte fühlt. Da muss Ubisoft schnell Patchen!

Assassin's Creed III Remastered – Überraschend lieblos

Allerdings sind es nicht nur die zahlreichen Bugs, die einem die Liebe zum Spiel verweigern. So wirkt das Spiel an vielen Stellen äußerst lieblos und fast noch wie eine Pre-Alpha-Version. Bestes Beispiel dafür sind wohl die vielen Nebenmissionen, die zwar in Sachen Quantität punkten, qualitativ allerdings absolut nichts zu bieten haben. Zunächst einmal bedarf es eine Side-Quest erst einmal als eine solche zu identifizieren. Das Spiel ist nämlich überwiegend unübersichtlich und bietet nur sehr sporadisch Erklärungen. Zu Beginn fühlt man sich wie ins kalte Wasser geschmissen. Es gibt hunderte Symbole auf der Karte, von denen kein einziges erklärt wird.

assassins creed iii 05062012 2Das Gleiche gilt für viele Spielmechaniken: So fiel mir erst nach der 9. Sequenz auf, dass ich weitere Assassinen rekrutieren und diese ebenfalls auf Aufträge schicken kann. Warum jegliche Erklärungen oder zumindest Erwähnungen ausbleiben, ist mir immer noch fraglich.
Hat man erst einmal eine Nebenmission gefunden wird einem erst die tatsächliche Lieblosigkeit des Spiels klar. Spricht man beispielsweise einen Kontakt an, der eine Mission für einen bereithält, sagt dieser nur „Vielen Dank!“, womit die Mission, wenn auch unersichtlich, begonnen hat. Dies äußert sich lediglich durch die Darstellung von weiteren Icons auf der Karte. Es gibt also keinerlei Geschichten zu den Missionen oder generell ein Wort zu dem was man tun muss. Auch die Missionsziele sind selten einfallslos und langweilig. So kehren unter anderem Lieferungs- sowie Attentatsmissionen zurück. Erstere bestehen lediglich daraus einen Bürger auf der anderen Seite der Stadt anzusprechen und das selbst ohne Zeitlimit. Die einzige Aufgabe ist es also von Punkt A zu Punkt B zu laufen und nicht mehr, um sich dann von der Zielperson immer dieselben Worte anhören zu müssen: „Ich bin für immer in eurer Schuld!“.

Die Attentatsmissionen machen da nicht viel wett. Wortlos nehmt ihr einen Auftrag entgegen, woraufhin eine Zielperson irgendwo auf eurer Karte angezeigt wird. Diese immer gleich aussehenden Personen, gilt es nun auszuschalten, was sich allerdings schwerer anhört als gedacht. Diese, zwar mit einem Gewehr bewaffneten, Personen laufen unermüdlich ihren vorprogrammierten Laufweg ab und reagieren nicht einmal auf euch, wenn ihr vor ihnen steht; weder mit der Flucht, noch mit Gegenwehr. Somit lassen sie sich ohne auch nur die kleinste Bemühung ausknipsen, worauf das Spiel nur mit einem Häkchen neben der Mission reagiert. Warum man diese Person ermorden sollte oder ob diese Person irgendjemand ist, bleibt unerwähnt.

assassins creed 3 17042012 1Ebenfalls zurück sind die Templerfestungen. Entdeckt ihr eine, könnt ihr diese einnehmen, ohne dass das Spiel ein Wort darüber verliert. Habt ihr es eingenommen, gehört es nun euch und wird von nun an von Soldaten der Loyalisten bewacht, die allerdings immer noch als rote Punkte, also Gegner, angezeigt werden. Rempelt ihr einen solchen Soldaten der Loyalisten an, wird auch dieser euch verfolgen und bekämpfen, auch wenn ihr grade erst das Fort für sie eingenommen habt. Bis auf eine andere Fahne, die über dem Fort durch den Wind weht und ein geringeres Risiko bei dem Handelssystem des Homestead, bringt euch das Einnehmen eines Forts also keinerlei Vorzüge.

Selbst nach der Befreiung eines Bürgers aus einem Käfig, entgegnet dieser nur mit einem Kopfnicken und spaziert schweigend davon. Zusammenfassend sind die Nebenmissionen also inhaltslose Lückenfüller, die es einfach nicht wert sind zu spielen, wäre es nicht für das Entgelt.

Assassin's Creed III Remastered – Auge um Auge

Aber nicht nur spielerisch stößt man auf solche Nachlässigkeiten. Wechselt man zum Beispiel die Robe des Assassinen, wird in den Zwischensequenzen trotzdem noch die Standardrobe angezeigt. Sobald die Zwischensequenz endet, wird man wieder in der aktuellen Robe gespawnt – Sehr nervig und überhaupt nicht gut für die Glaubwürdigkeit des Spiels. Ein Fehler, der sich ein so großes und erfolgreiches Studio einfach nicht erlauben kann. Ein weiteres Beispiel sind die Animationen im Nahkampf. Als Standard-Kurzwaffe benutzt Conner eine Axt, auf die die Kampfanimationen zugeschnitten sind. Entscheidet man sich nun ein kurzes Schwert anstelle der Axt zu benutzen ändern sich allerdings nicht die Animationen, die offensichtlich für die Axt bestimmt sind. So berühren einige Kurzschwerter nicht einmal den Gegner, welcher trotzdem in der Kampfanimation stirbt, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Axt einen großen Kopf am Ende hat und nicht nur eine Schneide.

Allerdings sind nicht alle Animationen so unschön anzusehen, da Conners Bewegungen wesentlich flüssiger und authentischer sind als die der vorherigen Assassinen. Zudem wurden keinerlei Animationen aus den Vorgängern übernommen, sodass das Spiel wesentlich frischer wirkt. Besonders bemerkbar macht sich das im überarbeiteten Kampfsystem. Die Animationen wirken schnell und actionreich und auch wenn das Kampfsystem noch immer nicht mit dem eines Batman: Arkham Citys mithalten kann, überzeugt es größtenteils mit den neueingeführten Dual-Takedowns und der Verwendung von Gegnern als menschliches Schutzschild. Jedoch ist es trotz geringfügiger Schwierigkeitssteigerung immer noch viel zu einfach.

Assassin's Creed III Remastered – Mehr Bewegung

Eine positive Änderung hat das Free-Running über sich ergehen lassen, da sich ein Großteil davon nun auch auf dem Boden abspielt. Conner springt elegant über kleinere Objekte, duckt sich bei engeren Laufwegen unter Balken hindurch und rutscht sogar durch kleinere Zaunöffnungen. Hin und wieder trifft man sogar auf offen gelassene Fenster oder Türen in Häuserkomplexen, durch die man in einer kurzen Sequenz schlüpfen kann, um beispielsweise bei einer Verfolgung mehr Abstand zwischen sich und den Verfolger zu bringen. Die Verfolgungsjagden sind im Allgemeinen schwieriger geworden, aus dem simplen Grund, dass die Fluchtmöglichkeiten deutlich reduziert wurden. So finden sich beispielsweise auf den Dächern keine Verstecke mehr, sodass man häufig auf den Boden muss, um endgültig zu entkommen. Dadurch sind die Wachen wesentlich schwieriger abzuschütteln, sodass alles authentischer und anspruchsvoller wirkt.

Das Free-Running in der Natur ist den Entwicklern wirklich sehr gut gelungen. Mühelos erklettert man Felsen oder Bäume, die entgegen anfänglicher Zweifel, durchaus realistisch wirken. Natürlich ist häufig ersichtlich und wenig Naturgetreu, wie die Äste als Laufwege aufeinander folgen, aber dies ist einfach ein Nachteil mit dem man zu leben hat. Erwähnenswert ist außerdem, dass man sich nicht nur in der horizontalen über das Geäst bewegt, sondern bei manchen Bäumen durch einen Spagat-Sprung auf die höheren Ebenen eines Baumes gelangen kann.

Assassin's Creed III Remastered – Natürlich schön

Die Wildnis, die sowohl die beiden Großstädte New York und Boston als auch euren Rückzugsort voneinander trennt, ist wirklich schön inszeniert worden. Besonders durch die wechselnden Jahreszeiten und die zahlreichen Tiere, wirkt das Grenzland sehr lebendig und einladend. Ein neues Jagdsystem erlaubt euch zudem beispielsweise den Pelz eines erlegten Tieres bei einem Händler zu verkaufen. Je nachdem wie ihr das Tier erlegt, erhaltet ihr mehr oder weniger Entgelt. So zerstört ein Pistolenschuss den Pelz eines Tieres eher als eure versteckte Klinge. Darüber hinaus stehen euch Tretfallen sowie Tierfutter zur Verfügung, um die Tiere anzulocken und zu fangen, um das bestmögliche Fell zu erlangen, während ihr euch in einem der naheliegenden Büsche versteckt. Diese neuen Versteckmöglichkeiten sind allerdings beinahe fragwürdiger als die Bänke aus den Vorgängern, da diese so dünn sind, dass sich Conner lediglich hinter zwei kleinen Zweigen versteckt und trotzdem nicht gesehen wird, obwohl er ganz offensichtlich aus dem Gebüsch heraussteht. Begebt ihr euch also in einen solchen Busch nachdem eure Wache die Verfolgung begonnen hat, gibt diese verzweifelt auf, obwohl sie euch beinahe mit Blickkontakt gegenüber steht.

Das Inkognito-Interface wurde ebenfalls geändert, obwohl es in den Vorgängern doch immer einwandfrei funktioniert hat. Leider erklärt einem das Spiel nicht wirklich wie das neue System funktioniert, sodass man selbst als Kenner der Reihe oft unsicher ist, ob man grade noch verfolgt wird oder nicht. Doch gottseidank ist die KI immer noch bekannt schwerfällig. So laufen Gegner häufig auf ihren Laufwegen gegen Wände oder andere Objekte oder nehmen einen Wachposten mit dem Blick auf eine kahle Mauer ein. Auch bei den Kämpfen wartet man teilweise immer noch mehrere Sekunden, bis eine der Wachen euch attackiert.

Assassin's Creed III Remastered – Die eigenen vier Wände

Conners zuhause ist ein Haus mit verstecktem Keller, von dem er aus operiert. Leider verändert sich dieser Rückzugsort im gesamten Spielverlauf nur so minimal, dass man es kaum bemerkt. Nicht einmal die verschiedenen Robenfarben lassen sich dort wechseln, sodass man in den Shop zurückkehren muss, wo man diese erworben hat. Das Haus selber bietet also nur wenig Grund zur Rückkehr.

Im Spielverlauf hat man allerdings die Möglichkeit den einen oder anderen Bürger dazu zu überreden in die Nähe seines Hauses zu ziehen, um eine kleine Kolonie zu bilden. Oft reicht schon die Erwähnung der Kolonie, sodass die Bürger einfach so ihr ganzes Leben zurücklassen, um dort ein neues zu beginnen – wenig authentisch. Haben diese Bürger sich erst einmal bei euch niedergelassen könnt ihr Missionen für sie erfüllen, welche allerdings meistens ähnlich inhaltlos sind, wie die anderen Nebenmissionen auch.
Zumindest habt ihr durch deren Erfüllung einen größeren Nutzen, da die Einwohner daraufhin beispielsweise mehr Produkte aus ihrem jeweiligen Fachgebiet herstellen können. Diese Güter können dann im neu eingeführten Crafting-System benutzt werden, um entweder Ausrüstungsgegenstände oder Handelsware herzustellen. Entscheidet man sich für letzteres, kann man diese über das neue Handelssystem in Form von Konvois handeln und sich somit ein wenig Geld nebenbei verdienen. Leider ist das System überwiegend unübersichtlich und verbleibt wie vieles größtenteils ohne Erklärung.

Assassin's Creed III Remastered – Zusätzliche Klingen

Einem ähnlichen Konzept folgt die Rekrutierung neuer Assassinen. Im Spiel gilt es die einzelnen Distrikte der Großstädte vom Templereinfluss zu befreien, indem ihr Bürgern aus der Klemme helft. Habt ihr alle Befreiungsmissionen eines Distrikts abgeschlossen, könnt ihr in einer finalen Mission einen neuen Assassinen rekrutieren. Bei den neuen Assassinen handelt es sich um normale Bürger, die es satt haben, von den Briten unterdrückt zu werden. Habt ihr die Mission für ihn beendet, sagt dieser dann nur etwas wie: „Falls ihr irgendwann mal eine zusätzliche Klinge benötigt, lasst es mich wissen“, woraufhin dieser nun im Rekrutensystem auswählbar ist. Leider verändern diese nicht einmal ihr Aussehen, sodass ein zu Beginn rekrutierter Koch nach seiner Rekrutierung noch immer in seiner Schürze herumläuft.

Zwar erfährt man bruchstückhaft in oberflächlichen Gesprächen etwas über die zukünftigen Assassinen, jedoch bleibt das Gefühl eine wirkliche Gilde aufzubauen vollkommen aus, da auch euer Unterschlupf nur von euch und eurem Meister besucht wird.

Assassin's Creed III Remastered – Die raue See

Eine wirklich willkommene Neuerung sind die Seeschlachten. So kann man sich mit seinem eigenen Schiff auf die hohe See begeben, um dort mit verschiedenen Geschossen in den Krieg zu ziehen. Der Kampf auf dem weiten Meer erfodert sogar einiges an Timing und Finesse, um sein Schiff mit dem Wind und in der richtigen Geschwindigkeit in den perfekten Winkel zum Angriff auf das gegnerische Boot zu bringen. Diese können sogar teilweise geentert werden, wobei Conner sich im Einzelangriff auf das gegnerische Schiff begibt, um den befehlshabenden Kapitän zur Strecke zu bringen und daraufhin das Pulverlager des Schiffes in die Luft zu jagen. Ein wirklich unterhaltsames Feature, welches einen sogar die zahlreichen Mankos des Spiels für eine kurze Zeit vergessen lässt.

Assassin's Creed III Remastered – Optionale Missionen

Wie man es von Reihenvorgängern kennt, bietet das Spiel zu jeder Mission optionale Ziele, die man wahlweise erfüllen kann oder nicht. Auch wenn sie in den vorherigen Assassin’s Creed Spielen schon frustrierend waren stößt man besonders im aktuellen Titel auf denkbar unmögliche Aufgaben. So ist das optionale Ziel in einer Mission zum Beispiel einen Grenadier mit einer Air-Assassination zu töten, also auf ihn herunterspringen. Soweit kein Problem, allerdings ist das zweite optionale Ziel während der ganzen Mission unentdeckt zu bleiben. Da eine Air-Assassination allerdings zweifelsohne die Aufmerksamkeit aller Wachen auf sich zieht, selbst wenn diese sich nicht im Blickfeld des Mordes befinden, ist dieses optionale Ziel nicht vielmehr als ein Paradoxon. Es lässt sich nur erfüllen, wenn man vorher die gesamte Mannschaft des Schiffes, auf dem sich die Mission abspielt, niederstreckt und den Grenadier, welcher sich auch nicht von den Leichen seiner toten Freunde von seinem wichtigen Inspektionsgang ablenken lässt, übrig lässt, um diesen zuletzt mit einem Sprungkill zu erledigen. Das muss man allerdings erst einmal schaffen und erfordert mindestens 10 Retries, bis man beide optionale Ziele erfüllt hat.

Assassin's Creed III Remastered – Die Technik hinter AC3

Leider vermag auch die Technik das Spiel nicht mehr vor einer absteigenden Wertung zu bewahren. Kaum ein Charakter, ausgenommen Haytham Kenway und Charles Lee, vermag der Situation, in der sich dieser befindet, Ausdruck zu verleihen. Selbst wenn sie sich in Not befinden oder etwas Schreckliches passiert ist, klingen die Charaktere häufig sehr gleichgültig und emotionslos. Selbst die Mimik, Gestik und Lippensynchronisation stimmen überwiegend nicht mit dem gesagten überein. Von den Leistungen der Charaktere abgesehen, bietet das Spiel allerdings eine tolle Soundkulisse, welche im Hintergrund abgespielt wird.

Grafisch merkt man, dass die derzeitige Konsolengeneration ihre Grenzen erreicht hat, da Texturen häufig erst nachgeladen werden oder Menschen plötzlich irgendwo erscheinen, wo vorher keine waren. Trotzdem muss man sagen, dass das Spiel überwiegend gut aussieht, was besonders in der Wildnis zu tollen Eindrücken führt. Doch erst der Kampf auf hoher See zeigt, wo die neue Anvil Engine ihre Stärken hat. Wenn sich das schwer beschädigte Schiff über den nebligen Wellengang nach einer Schlacht trägt und kleine Sonnenstrahlen durch den Zündpulvernebel scheinen, ist es doch ein wirklich schöner Anblick, indem man die neue Grafik zu schätzen lernt. Die Städte wirken im Übrigen viel lebendiger und bieten mit ihren realitätsgetreuen Nachbauten der Architekturen der alten Zeit eine Augenweide, wie man sie von der Reihe gewöhnt ist.

 

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Gut
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