Yuji Naka, Erfinder von Sonic, hat ein neues Spiel veröffentlicht! Rodea the Sky Soldier heißt es und schick euch in die Luft. Schwebende Inseln, bewaffnete Wale. Klingt diffus, doch hinter einer coolen Idee steckt eine grauenvolle Geschichte um ein Projekt, das eigentlich sehr viel besser ist.

Es sagt ja schon einiges, wenn Yuji Naka in einem Tweet die Fans zum Release bittet, nicht die Wii U, sondern die Wii-Version zu spielen. Doch woran liegt das? Blicken wir auf die Entwicklungsgeschichte zurück. 2011 wurde Rodea the Sky Soldier bereits für Wii fertiggestellt, doch Kadokawa Games wolle zur gleichen Zeit einen Ableger für den 3DS, weswegen die Wii-Fassung verschoben wurde. Und am Ende musste eine Umsetzung für die Wii U her, die – haltet euch fest – auf der 3DS-Version des Spiels basiert. Und damit lüftet sich auch der Schleier um einen der bizarrsten Ports der Spielegeschichte. Wie kommt man bloß auf die Idee, ein 3DS-Spiel auf eine Konsole zu portieren? Und deswegen haben wir uns die Wii-Version zusätzlich besorgt, die ich in einem kurzen Abschnitt besprechen werde.

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Die Story des Spiels ist nichtsdestoweniger enttäuschend. Nachdem der Roboter Rodea 1000 Jahre unterhalb der Erde verweilte, wird er von Mechanikern ausgegraben. Der Grund: Rodea muss das Himmelskönigreich Garuda vor der Naga-Invasion schützen. Wirklich viel mehr als das erfahrt ihr aber auch nicht, denn die Dialoge bestehen zumeist aus platten Witzen zwischen Rodea und seiner Mechanikerin Ion. Das Spiel besitzt übrigens eine englische oder japanische Sprachausgabe oder englische bzw. deutsche Untertitel (ein Novum für NIS America!).

Wii U vs. Wii – Katastrophe vs. ordentliches Spiel

Die Steuerung des Spiels ist sehr ungewöhnlich: Ihr bewegt euch zwar wie in typischen Action-Adventures durch die mehr oder minder kleinen 3D-Level, habt aber grundsätzlich sehr viele Freiheiten dabei. Doch anstatt direkt durch die Luft zu fliegen, peilt ihr nur einen Ort an und düst schnurstracks dorthin. Ausweichrollen und Aufsteigen gehen noch locker von der Hand, doch spätestens beim Überblick geht alles gen Boden. Die Kamera ist sehr widerspenstig, die „Action“ kommt viel zu kurz und die Steuerung zu ungenau.

Auf der Wii macht das Kontrollschema sogar durchaus Sinn, doch auf dem Gamepad ist eine Katastrophe sondergleichen, zumal ihr mit beiden Sticks herumwedelt und nie so recht wisst, was ihr da eigentlich tut. Warum die Entwickler bei der Wii-U-Umsetzung (Download) nicht alternativ eine WiiMote-Steuerung angeboten haben? Das wüssten wir auch gerne. Diejenigen unter euch, die sich die Disc-Version kaufen, bekommen das Wii-Original obendrauf. So kommt ihr immerhin in den Genuss des richtigen Spiels.

Nachdem ihr die sehr einfach auszuschaltenden Gegner erledigt habt, bekommt ihr sowas wie Erfahrungspunkte spendiert. Nach einiger Zeit dürft ihr im clever gemachten Upgrade-System diverse Statuswerte wie Geschwindigkeit oder Kraft aufwerten. Gelegentlich lernt Rodea auch neue Fähigkeiten kennen, darunter das Festhalten an steilen Wänden. Übrigens: Während des Fliegens solltet ihr die Flugenergie immer im Auge behalten, um nicht plötzlich ins Bodenlose zu fallen. Ist mir ein paar Mal passiert und sorgte für etwas Verwunderung. Etwas enttäuschend: Die Boss-Gegner gestalten sich mechanisch gesehen sehr leicht, was wohl ein Zugeständnis an die vermurkste Steuerung sein dürfte.

Technisch gesehen müssen wir einmal mehr unterscheiden: Die Wii-U-Version basiert auf der 3DS-Umsetzung und wartet daher mit extrem verwaschenen Texturen auf, die grob pixelig aufgelöst sind und verwaschen wirken. Damit aber nicht genug, denn das Spiel schafft es gelegentlich nicht einmal die 30 FPS zu halten. Ein ganz anderes Bild ist beim Wii-Original zu sehen: Diese Version sieht deutlich schicker aus, läuft geschmeidiger und bietet ein stimmiges Erlebnis von Anfang bis Ende. Das Art-Design des Spiels scheint nur hier so richtig durch.


[blockquote cite=”Patrick Winter”] Finger weg von der Wii-U-Version! Rodea the Sky Soldier ist ein Spiel für die Wii und wurde mit viel zu wenig Liebe und Hingabe für die aktuelle Nintendo-Konsole umgesetzt, sodass diese nicht nur spielerisch, sondern auch optisch komplett enttäuscht. Die Steuerung ist ungenau und fummelig. Die Kamera eine Farce sondergleichen. Spielt ihr den Titel hingegen auf der Wii, bekommt ihr ein durchaus gutes Action-Adventure spendiert, das zwar weiterhin unter einer schlechten Kameraführung und zu einfachen Gegnern leidet, aber technisch deutlich sauberer ist. [/blockquote]

Wertung (Wii U):

Wertung (Wii):

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