Ruiner (PC) Test

Devolver Digital ist durchaus bekannt für abgedrehte und actionreiche Spiele der etwas derberen Machart. Hier darf es, sowohl grafisch als auch sprachlich, gerne mal etwas härter zugehen und auch beim Schwierigkeitsgrad ist härter meist die Tendenz. Mit Ruiner bleibt man diesem Ruf treu und bietet kompromisslose Twinstick-Action in einem abgefahrenen Szenario. Ihr wacht eines morgens auf und stellt fest, dass euer Kopf gehackt wurde und der böse Hacker euch nutzt, um einigen Leuten mal so richtig einzuheizen. Ich habe mich ins dystopische Rengkok gestürzt und berichte im Test, was Ruiner auf dem Kasten hat.

Ruiner – Ein klares Ziel

RuinerZu Beginn von Ruiner ist euer Ziel noch klar. „Kill Boss!“ prangt in blutroten Lettern groß auf dem Bildschirm und es wird unmissverständlich klargemacht: Der Boss muss sterben. Und auch alles und jeder, der sich euch auf eurem Weg dorthin in den Weg stellt. Zum Glück sind die Bösewichte nicht die einzigen, die sich Zugriff zu unserem Kopf verschafft haben und kurz bevor wir den Boss tatsächlich ins Visier nehmen können, überschreibt eine geheimnisvolle Hackerin die Pläne in unserem Kopf. Mit ihrer Unterstützung machen wir uns nun daran den Halunken auf den Zahn zu fühlen und versuchen dabei nebenbei noch unseren Bruder zu retten, der zu allem Überfluss entführt wurde.

Wenn ihr nicht gerade unterwegs seid, um den Bösen das Handwerk zu legen, bietet euch Ruiner mit Nebenaufgaben immer etwas zu tun. Leider sind die Minispiele im Schnitt recht simpel gehalten und fordern selten tatsächliches Geschick.

Ruiner – Wenig zu sagen

RuinerDie Kommunikation ist in Ruiner durchaus eingeschränkt. So übermittelt der Protagonist lediglich durch Gesten wie Kopfnicken oder Achselzucken grobe Ideen seiner Intentionen. Abgesehen von ihm sind Gespräche und Anweisungen in ziemlich derbe Bildschirmtexte verpackt, die euch nach und nach die Handlung näher bringen. Doch ehrlicherweise muss man sagen, dass die Handlung nicht gerade der große Pluspunkt von Ruiner ist, sondern ehr als Beiwerk dient. Im Vordergrund steht die simpel gehaltene Twinstick-Action, die euch allerdings sehr schnell ins Schwitzen bringen wird. Die Gegner überrennen euch gerne mal und wenn ihr nicht gerade auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad spielt, wird es sehr hart. Der einfachste Schwierigkeitsgrad wiederum unterfordert durchgehend und macht daher weniger Spaß. Hier wäre ein Mittelweg durchaus wünschenswert gewesen.

Besonders wichtig ist es aber, unabhängig vom Schwierigkeitsgrad, dass ihr mit einem Controller spielen könnt. Die Steuerung per Maus und Tastatur ist denkbar problematisch umgesetzt. Da Ruiner in der Iso-Perspektive dargestellt wird sorgte eure Steuerung per WASD nicht dafür, die Figur nach oben, unten, links oder rechts zu bewegen, sondern verschiebt sie auf den Diagonalen, der Perspektive entsprechend. Das sorgte nicht nur in den ersten Spielminuten für Probleme und nervt gerade in brenzligen Gefechten ziemlich.

Keine zehn Stunden braucht ihr für den Durchlauf und aufgrund der Linearität ist auch quasi kein Wiederspielwert vorhanden. Für 20€ dennoch ein sehr faires Angebot für die schnelle Action zwischendurch.


Fazit:

Philipp Kleidt RuinerRuiner ist ein klassisches Devolver-Spiel. Einfacher Einstieg, hart wenn man es ernst nehmen möchte und garniert mit derbem Humor und direkter Sprache. Ruiner eignet sich ideal für ein paar actiongeladene Stunden zwischendurch und bietet dafür kompromisslose Action ohne große Umschweife. Das man allerdings kein besonders komplexen oder tiefen Titel erwarten sollte, muss klar sein.

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...ist seit 2008 bei Spieletester.de als Redakteur tätig. Er spielt am liebsten First-person Shooter und wenn es die Zeit zulässt auch gerne (J)RPGs. Bei Spieletester.com ist er außerdem unser Mann für Adventures, vornehmlich Point’n’Clicks, sowie Indie-Spiele

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