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Sailaway: The Sailing Simulator (PC) – Test

User Rating: 7

Mit Sailaway: The Sailing Simulator haben sich Orbcreation das Ziel gesetzt, die authentischste Segelsimulation aller Zeiten zu schaffen. Vom Kapitän bis zum Schiffjungen sollten alle Lust auf Meer bekommen. Ob dies dem Indie-Titel gelungen ist, oder ob wir doch lieber mit Schwimmflügeln ins Nichtschwimmerbecken gehüpft sind, lest ihr hier im Test.

Sailaway: The Sailing Simulator- Ein Spiel für den zweiten Blick

Wenn man an Sailaway: The Sailing Simulator herantritt wie an jeden anderen Simulator, à la „Landwirtschaftsimulator“ oder „Polizei-Simulator“, wird man recht zügig baden gehen. Hier wird ein hoher Anspruch an Detailgenauigkeit und Authentizität gelegt.

Dabei ist Sailaway: The Sailing Simulator ein absolutes Nischenprodukt und somit für Neueinsteiger erst einmal nicht besonders prickelnd. Für mich persönlich schien es erst einmal eher wie ein Segelkurs zum Durchklicken. Als ich dann die Bewertungen auf Steam sah, war ich verwundert: Sailaway: The Sailing Simulator steht momentan auf neun von zehn Sternen. Wie konnte das sein? Hatte ich etwas verpasst?

Um also dem Spiel gegenüber fair zu sein, habe ich auch die Steam-Bewertungen beherzigt und sie mit einfließen lassen. Denn für mich als Landratte, die gerade mal auf einer kleinen Zweimannjolle geschippert war, war Sailaway: The Sailing Simulator etwas viel zu lesen und relativ wenig zu tun. Dies ist ein Segel-Simulator von Seglern für Segler. Doch beginnen wir bei den Basics.

Sailaway: The Sailing Simulator- Trockene Theorie und kühles Nass

In Sailaway: The Sailing Simulator haben wir die Möglichkeit erst einmal diverse Tutorials zu spielen. Hier schmeißen wir uns direkt ins Wasser und lernen wichtigste Begriffe und die Grundlagen des Lenkens, der Segel und der Leinen. Hier beginnen schon für mich die Schwierigkeiten. Es gibt über zehn Tutorials und nicht alle geben uns die Möglichkeit, das gelernte bereits auszuprobieren. Viel sieht man nur zu und klickt sich durch nicht enden wollende Textfenster. Dort sind immer wieder neue Begriffe und Erklärungen zu lesen und am Ende hat man nicht das Gefühl sich alles merken zu können.

Ein bisschen ist das, wie der Theorieteil in einem Segelkurs – trocken. Es mag sein, dass all diese Dinge wichtig und notwendig sind um Segeln zu lernen, doch man hätte die Schritte besser in den Spielfluss einbauen können. Für Leute, die schon Segeln können, scheint dies eine nette Auffrischung altbekannter Infos zu sein. Die können sich wohl durch die Textboxen einfach durchklicken, nachdem sie die spielmechanische Verarbeitung der Bootselemente einmal gesehen haben.

Spielmechanisch lässt sich zu Sailaway: The Sailing Simulator nicht viel sagen. Wir haben ein Boot, das können wir lenken und wir haben verschiedene Leinen, die wir lockern und straffen können – So viele Leinen! Eine schöne Eigenschaft der Bootsführung ist, dass es so ziemlich immer etwas zu tun gibt, wie auf einem echten Boot. Die See und das Wetter sind nie konstant und um auf Kurs zu bleiben, müssen wir immer wieder ein Quäntchen hier oder da verstellen. Wenn man den Wind einmal richtig einfängt merkt man augenblicklich den Zug, den das Boot auf den Wellen bekommt und man peitscht richtig durch die Wellen. Hier hat die Umsetzung fantastisch funktioniert.

Sailaway: The Sailing Simulator- Wind und Wetter

Wir bekommen die Möglichkeiten Regatten zu fahren, kleinere Herausforderungen zu meistern und die ganze Weltkarte zu erkunden. Hierbei sollen uns tatsächlich alle Gewässer der Erde zur Verfügung stehen und das Wetter sich in Echtzeit verändern. Es gibt eine Vielzahl von bespielbaren Booten, vom kleinen Cruiser bis zu größeren Schiffen. Alle haben bestimmte Eigenschaften, die es zu berücksichtigen gilt. Auch können wir unser eigenes Boot gestalten und uns dabei zumindest farbtechnisch austoben. Das war auch eigentlich schon die Palette an Dingen, die uns in Sailaway: The Sailing Simulator zur Verfügung stehen. Es ist, wie das Segeln selbst, eine eher repetitive Beschäftigung.

Optisch kann das Spiel auf manchen Seiten Punkten, auf anderen nicht. In meiner Version ist das Boot so lala ausgearbeitet. Teilweise wirken die Bewegungen der Segel hackelig und die Texturen matschig. Das Wasser und die Wetter-Animationen sind dagegen recht ansehnlich. Hier wurde viel Mühe in die Atmosphäre auf See gesteckt. Leider kann das nicht über anzusteuernden Landschaften gesagt werden. Hier müssen wir uns bisher mit relativ eintönigen Landmassen zufrieden geben.

Fazit
Wenn man von Fachleuten im Netz über Sailaway: The Sailing Simulator liest, sind die meisten sich einig, dass hier große Schritte in Richtung eines ernst zu nehmenden Simulators gemacht werden. Die Details und die Steuerung sind gut durchdacht, wobei es natürlich immer wieder Hardliner gibt, denen die Umsetzung nicht korrekt und kompliziert genug ist. Man muss aber im Hinterkopf behalten, dass es immer noch ein Spiel ist und vielleicht auch für Nicht-Segler zugängig sein sollte. Für meinen Teil finde ich, dass Sailaway: The Sailing Simulator schon reichlich kompliziert ist und eben diesen Zugang für Neueinsteiger nicht besonders komfortabel gestaltet. Doch wer sich mit Zeit und Geduld an Sailaway: The Sailing Simulator setzt, kann nach einiger Zeit schöne Spielerlebnisse haben, wenn man das eigene Boot über hohe Wellen peitscht. Das Segeln bringt eine gewisse Langsamkeit mit, die nicht jedermanns Sache ist. Auch ist nicht jedem eine digitale Segelschule 36,99 Euro wert sein. Der Fairness ist es aber geschuldet zu sagen, dass Sailaway: The Sailing Simulator wirklich ein durchdachter Simulator ist, jedoch ein Simulator hauptsächlich für Segler, die ein bisschen Fernweh nach Wind und Wellen haben. Mich persönlich hat das Spiel nicht binden können, aber von der technischen Seite, gibt es der landläufigen Meinung nach nichts auszusetzen. Insgesamt kann man sich nur wünschen, dass mehr Simulatoren sich so hohe Ziele setzen wie Sailaway: The Sailing Simulator. Das könnte das Genre der Simulationen möglicherweise etwas aus der dunklen Ecke von Seniorenspielen mit minimalem spielerischen Aufwand führen und sie stattdessen ernsthaft zu einer Imitation realer Beschäftigungen machen.
Gut
  • Detailgenau
  • Ausführlich
  • Atmosphärisch
Weniger Gut
  • Nichts für Neueinsteiger
  • Verwirrende Tutorials
  • Wenig Abwechslung
7
solide
Written by
Henriette Buss ist seit 2017 Redakteurin bei spieletester.de und forscht innerhalb ihres Studiums zu Videospiel-Inszenierung und interessiert sich besonders für Avatar-Bindungen.

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