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South Park: Der Stab der Wahrheit (PS3) Test


Entwickler Obsidian Entertainment hat meinen Respekt. In der Vergangenheit haben sie des Öfteren sehr gute Rollenspiele veröffentlicht, die ich verschlungen habe. Und auch South Park: Der Stab der Wahrheit gehört dazu. Warum sich der neueste Titel nicht nur für Fans der TV-Serie lohnt, sondern auch für diejenigen mit einem Faible für schwarzen Humor, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.

south_park_der_stab_der_wahrheit_05032014_8Am Anfang gilt es natürlich wie immer den eigenen Charakter zu erstellen. Die Auswahlmöglichkeiten dabei sind recht üppig und lassen sehr viel Raum zur Eigengestaltung offen, wenngleich ihr nicht immer pingelig genau werden dürft. Egal. Was mir hierbei aber schon aufgefallen ist: Ich kann dem namenlosen Jungen keinen Namen geben. Das hat einen Grund, denn später werdet ihr „Douchebag“ genannt. Kurz darauf geht es auch schon los und zusammen mit seinen Eltern zieht der Schüler in die neue Stadt, South Park, ein. Er redet nicht viel und ist stumm – seinen Eltern missfällt das natürlich ebenso. Schon nach den ersten gesprochenen Sätzen (englisches Original mit deutschen Untertiteln) wird klar: Die Macher der TV-Serie sind hier am Werk. Und in der Tat zeichnen sich Matt Stone und Trey Parker für die gesamte Storyline des Spiels aus. Deren Federführung ist jederzeit spürbar.

Und dass die Jungs bei Obsidian für ihre authentische Umsetzung bekannt sind, ist ebenso kein großes Geheimnis. Das Tüpfelchen auf dem i ist prinzipiell die grafische Darstellung, denn ihr spielt quasi eine (zugegeben sehr lange!) Episode. Die Spielzeit von South Park: Der Stab der Wahrheit beläuft sich dabei auf 15 bis maximal 20 Stunden – je nachdem, was ihr so alles unternehmen wollt, da es zahlreiche Nebenquests gibt.

Sex, Drogen und Rock n Roll

South Park: Der Stab der Wahrheit nimmt natürlich keinen Blatt vor den Mund und bedient sich derselben eigenwilligen Art von Humor, die auch schon die Serie auszeichnet. Wenn Cartman und Konsorten auf einen rothaarigen Jungen treffen, der am Boden liegt, entweicht seinem Mundwerk ein herzliches „Don’t talk to him, he’s ginger“ (Sprich nicht zu ihm, er ist ein Rothaariger). Sein Hass gegen Juden darf natürlich ebenso nicht fehlen wie all die politisch inkorrekten Aussagen. Ja, der Humor ist pechschwarz und vor Fäkalausdrücken solltet ihr nicht zurückschrecken, denn die gibt es am laufenden Band. Grundsätzlich aber geht es im Spiel um den Kampf zwischen Mensch und Elf, da sich die Kinder von South Park in eine Art Rollenspiel versetzt haben, bei dem es um den Stab der Wahrheit geht, der dem Besitzer die Macht über das Universum verleiht.

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Dieser Wettstreit führt euch dabei durch ganz South Park, wodurch ihr natürlich die Bewohner der Stadt trefft und ihnen bei ihren alltäglichen Aufgaben unterstützen könnt. Dadurch erhaltet ihr nicht nur zusätzliche Erfahrung, sondern auch neue Ausrüstung. Diese aber lohnt leider nicht immer, wie ich feststellen musste. Aus den Hauptmissionen geht ihr eigentlich immer gut gestärkt und mit neuen, zum Teil extrem guten, Rüstungsgegenständen heraus, sodass die Nebenmissionen entwertet werden. Zwar überzeugen diese mit ihrer gewohnten Slapstick-Art und der Priese Humor, spielerisch haben sie allerdings keinerlei Bedeutung. Schade.

Überdies sind viele der Nebenaufgaben sehr simpel gestrickt, denn mehr als irgendwas von A nach B zu bringen oder von C zu D laufen ist es im Grunde genommen nicht. Viele Spielmechaniken sind aber ohnehin sehr einfach, wohl um einer breiten Masse an Spielern zuzusagen, denn spielerische Tiefe gibt es nicht wirklich. Lediglich die Kampfaktionen, bei denen ihr im richtigen Moment die Aktionstaste drücken dürft, bieten eine kleine Herausforderung. Die Klassenfähigkeiten sind aber ohnehin so stark, dass ihr kaum mehr als diese brauchen werdet – allen voran der Angriff „Backstab“ vom Schurken ist verdammt stark.

Das Kampfsystem in South Park: Der Stab der Wahrheitfunktioniert übrigens wie klassische Rollenspiele – nur ohne den aus Final Fantasy bekannten ATB-Balken. Ein Initiativwert entscheidet, wer zuerst angreift, woraufhin ihr die Möglichkeit habt, „Heiltränke“ (lest: Tüte Chips) zu nutzen oder anzugreifen. Hierbei ist zu beachten, dass das Schlucken eines „Heiltranks“ nicht zum Ende einer Runde führt, sondern erst der tatsächliche Angriff/Zauberspruch. Bei den Attacken gilt es gutes Timing zu beweisen. Wenn Douchebags Ast beim Angriff leuchtet, gilt es schnell A zu drücken, um gleich mehrere Attacken auszuführen. Wenn er als Magier mit Pfeil und Bogen angreift, wird aus einem Schuss gleich ein ganzes Triple. Dasselbe gilt auch für die Defensive. Zwar lassen sich gegnerische Angriffe nicht – wie etwa in Lightning Returns: Final Fantasy XIII – vollständig blocken, der Schaden wird jedoch um rund 90 Prozent gesenkt.

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... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

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