Star Wars Battlefront II

7

Star Wars Battlefront II

7.0/10

Pros

  • Sehr stark inszenierte Story
  • Star Wars Feeling der Extraklasse
  • Superbe Grafik
  • Mehr Strategie als Teil 1
  • Teamplay wird stärker belohnt und gefördert
  • Ausgezeichnete deutsche Sprachausgabe mit Original-Sprechern
  • Ordentlicher Umfang an Maps, Modi und Helden
  • Sternenkarten im Kern eine gute Idee …

Cons

  • … deren Umsetzung aber an Pay-to-Win/Glücks-Mechanismen gekoppelt ist
  • Lootcrates mit spielbestimmenden Ergebnissen
  • Vorhersehbare Storyline
  • Balance auf einigen Maps nicht ausreichend gewahrt

Im Test beweist Star Wars Battlefront II, dass die Macht wahrlich mit den Lootboxes ist – und nicht mit den Spielern. Obwohl EA pünktlich zum Launch des Spiels sämtliche Mikrotransaktionen entfernt hat, so bleibt das Grundgerüst der Progression eines, bei dem die Spieler selbst an die Grenze ihrer Frusttoleranz gebracht werden. Und das ist insbesondere deswegen so ärgerlich, weil das Gameplay von Battlefront II im Kern sehr gut ist. Zudem weiß das Star Wars Feeling zu gefallen, wenn es mal gegen all den Frust durchscheint.

Im Gegensatz zum Reboot der Reihe vor wenigen Jahren gibt es diesmal einen vollwertigen Story-Mode. Dieser wartet mit fast zwei Dutzend recht kurzen Kapiteln auf und erzählt die Geschichte von Iden Version, die zunächst dem Imperium angehört. Doch schnell merkt sie, dass nach dem Fall des Imperators die ehemaligen Werte und Regeln des ersten Galaktischen Imperiums nicht mehr gelten. Zwischendrin erlebt ihr kurze Nebengeschichten mit Luke Skywalker oder etwa Han Solo. An Abwechslung mangelt es im Grunde genommen nicht.

In der Rolle von Luke etwa sucht ihr eine alte Jedi-Ruine ab, wo der – inzwischen – Jediritter ein Artefakt findet. Es wird gemunkelt, dass dieses auch in „Star Wars Episode VIII: The Last Jedi“ durchaus von tragender Bedeutung sein könnte. Als Han Solo hingegen befindet ihr euch in Maz‘ Kantine und dürft einige Schergen interviewen. Natürlich besteht das Hauptaugenmerk der Geschichte auf den gut inszenierten Feuergefechten. Die KI im Solo-Modus ist allerdings nicht sonderlich clever und kann auch in der Masse nicht so viel gegen halbwegs kompetente Schützen anrichten. Spaß macht die Kampagne dennoch, wenngleich sie stark vorhersehbar ist. Nach rund sechs Stunden ist die Sache dann aber auch rum. Im Gegenzug bekommt ihr übrigens einen ganzen Haufen Credits, mit denen ihr euch Helden freischalten könnt.

Star Wars Battlefront II

An dieser Stelle möchte ich auch erwähnen, dass die Darsteller der Figuren einen exzellenten Job leisten. Die Zwischensequenzen des Spiels sind über allen Zweifel erhaben und brillieren vor allem in der deutschen Fassung mit einigen Originalen. So spricht etwa Hans Georg Panczak den guten Luke Skywalker. Und Wolfgang Pampel spricht weiterhin Han Solo. Oh – nicht zu vergessen: Echte Weltraumschlachten, die nicht nur optisch fett aussehen, sondern auch etwas mehr Substanz haben als noch in Battlefront 1.

Generell macht die Grafik von Star Wars Battlefront II einen richtig, richtig starken Eindruck. Schon das zwei Jahre alte Battlefront 1 sah fantastisch aus, doch Teil 2 setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Alles wirkt so lebendig und DICE ist anzumerken, dass sie ungemein viel Liebe ins Detail gesteckt haben.

Star Wars Battlefront II – Mögen die Lootboxes mit euch sein

Ich will auch gar nicht länger um den heißen Brei reden und direkt zum unangenehmsten Thema kommen. Lootboxes und die elendige Progression im Spiel. Wie euch bestimmt nicht entgangen ist, sollte Star Wars Battlefront II eigentlich mit Mikrotransaktionen und ganz vielen, tollen Lootboxes starten. Erstere sind nun vorerst nicht mehr im Spiel zu finden, stattdessen gilt es die Lootboxes fortan mit hart erarbeiteten Credits zu verdienen. Pro Partie bekommt ihr im besten Fall um die 350 im 40-Spieler-Modus. Die günstigste Box kostet 2200 Credits, die teuerste glatt 4000. Soweit, so gut. Wenn ihr aber andere Modi, etwa den Arcade-Modus, zocken wollt, dann gibt es ein festes Limit an Credits, die ihr am Tag bekommen könnt.

Star Wars Battlefront IIGenerell missfällt mir die Idee, dass die Inhalte der Lootboxes mehr als nur Kosmetik sind. Die darin enthaltenen Sternenkarten umfassen nämlich Fähigkeiten der jeweiligen Klassen, Helden und Vehikel. Und je seltener die Karte ist, desto mächtiger der Effekt. Kylo Ren beispielsweise kann mit seinem Breitschwert wesentlich mehr Schaden anrichten, wenn er die Gegner einfriert. Der Basis-Effekt wirkt dagegen wie ein Schlag mit einer Nudel. Und bedenkt nun: Dafür hättet ihr mit harter Währung zahlen können! Das ganze System schreit nach Pay-to-Win. Aktuell ist es „zum Glück“ nur: Schlechtes Matchmaking, das euch genere mit Spielern in einen Topf wirft, die bereits massenweise epische Gegenstände tragen.

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Letzteres fällt im 20vs20-Modus noch nicht allzu stark ins Gewicht, weil jeder Charakter sehr flott das Zeitliche segnet. Aber in allen anderen Spielmodi lässt sich der Vorteil eines episch ausgestatteten Spielers gegenüber eine Normalos verdammt schnell bemerken. Und dann tritt der oben erwähnte Frust ein. Jenen Frust, den man eben durch besagte Lootboxes und vorherige Mikrotransaktionen mittels psychischer Tricks (das ist wirklich so!) hätte lindern sollen. Ein absolut perfides System, das nichts in Vollpreisspielen zu suchen hat.

Star Wars Battlefront II – Sattes Paket mit vielen Inhalten

Star Wars Battlefront IIDie beiden wichtigsten Modi im Spiel, neben der Kampagne versteht sich, sind „Galaktischer Angriff“ und „Sternenjägher-Angriff“. Im zuerst genannten Modus zockt ihr vornehmlich zu Fuß, wobei ihr hin und wieder auch hinter das Steuer diverser Raumgleiter oder in AT-ATs oder AT-STs steigen dürft. Dazu aber braucht ihr eine vorgegebene Anzahl an Battlepoints, die ihr für Abschüsse, Teamplay oder „Objective Play“ bekommt. Letzteres dürfte Kennern von Overwatch bereits bekannt sein: Spielt ihr zielgerichtet und am Zielpunkt, gibt es für Abschüsse mehr Punkte. Auf diese Weise könnt ihr auch in die Rolle diverser Helden schlüpfen, etwa Kylo Ren, Rey, Han Solo, Boba Fett und so weiter und so fort. Und ja, ihr könnt auch in der Schlacht von Naboo als Kylo Ren in den Thronsaal vormarschieren. Macht geschichtlich nicht viel Sinn, aber gut. Mich persönlich hat das nicht gestört.

Der Ablauf in beiden Spielmodi ist ziemlich gleich. Es gilt mehrere Phasen zu durchlaufen, wobei eine Seite stets angreift und die andere den Feind daran hindern will. Die Ziele sind auch sehr unterschiedlich und passen sich an natürliche Gegebenheiten des Star Wars Universums an. Auf der Schlacht in Starkiller Base marschiert der Widerstand immer weiter vor, schaltet Geschütztürme und andere Verteidigungsanlagen ab.

Star Wars Battlefront IIDer wichtigste Teil ist jedoch: Ihr solltet nach Möglichkeit im Squad bleiben, denn so bekommt ihr wesentlich mehr Punkte und profitiert natürlich von den mächtigen Helden, die ihr hoffentlich auch mit guten Sternenkarten ausgerüstet habt. Wenn nicht – kein Problem, diese lassen sich vor jedem Respawn neu zuweisen. Das Balancing auf den zahlreichen Maps und in den vielen Modi wirkt bisher recht gut.


Fazit

Zugegeben, Star Wars Battlefront 1 hat mich überhaupt nicht gereizt. Seien es die zum Launch sehr wenigen Modi, Maps oder schlicht die fehlende Kampagne. Irgendwie fühlte sich der erste Ableger des Reboots nach einem Schnellschuss an, der das Ziel in bester Sturmtruppen-Manier verfehlt hat. Doch mit Star Wars Battlefront II machen die Entwickler vieles richtig. Die Jungs und Mädels bei EA Motive haben sich durchaus gute Überlegungen rund um eine Story des Imperiums gemacht – nur um sie nach nicht einmal zehn Kapiteln wieder ad acta zu legen. Ärgerlich, aber gut. Die Kampagne punktet weniger mit der Geschichte, sondern vielmehr durch die exzellenten Zwischensequenzen, in denen die Darsteller eine verdammt gute Leistung abliefern. Es fühlt sich genau dann so richtig nach einem Star Wars Produkt an.

Doch auch spielerisch legt der Titel deutlich zu und muss sich nicht mehr als Rip-Off bezeichnen lassen, der von Fans in Anbetracht des neuen Films nur Geld aus der Tasche ziehen will. Okay, das ultimative Ziel von EA war es natürlich, den Fans das Geld regelrecht aus der Tasche zu reißen, um deren Frust mit Lootboxes und Sternenkarten zu lindern. Aber davon mal ab hat Teil 2 endlich mehr und vor allem bessere Inhalte als sein magerer Vorgänger.

Am Ende muss ich aber trotzdem massiv Punkte abziehen für ein System, das absolut Spieler-feindlich gesinnt ist. Lootcrates sind okay, wenn man sie im Stile eines Overwatch als reine Kosmetik behandelt. Wenn aber Gatcha-Systeme aus Free-to-Play-Mobile Spielen Einzug in bereits verdammt teure AAA-Produktionen erhalten, dann läuft etwas gehörig schief. Das darf nicht sein und gehört abgestraft.

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