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Tales of Vesperia (Xbox 360) Test

Draußen sind es gefühlte 30-35° und anstatt im Schwimmbad zu sein, sitz ich zu Hause und spiele Xbox 360. Aber Tales of Vesperia, vom japanischen Spieleentwickler Namco Bandai, hat es mir einfach angetan. Endlich mal wieder ein Rollenspiel mit einer guten und frischen Story und dem gewissen Etwas. Nach Tales of Symphonia ist es der zweite Konsolentitel der Tales-Reihe. Da es so viel zu erzählen gibt, halten wir uns gar nicht lange in der Einleitung auf, auf geht’s nach Terca Lumireis!

Das königliche Reich Terca Lumireis und die Blastia

Die Geschichte von Tales of Vesperia handelt von einem großen Reich – Terca Lumireis genannt – welches leider zum Großteil von Monstern besiedelt wird. Sie haben sich über die Jahre hinweg ausgebreitet und die Menschen mussten sich gesicherte Zonen mit Barrieren schaffen. Diese Barrieren werden auch als ‚Blastia‘ bezeichnet. Fällt eine Blastia aus, ist der Bezirk komplett schutzlos und so beginnt auch der Storyverlauf von Tales of Vesperia.

Die Blastia ist aber nicht nur zum Schutz da, sondern auch, um die Städte und Dörfer mit den nötigen Lebensmitteln zu versorgen. Sollte eins ausfallen, könnten die Bewohner also kaum überleben. Und so kommt es auch. In der kaiserlichen Unterstadt wurde aus dem Blastia der Blastia-Kern entwendet, deshalb funktioniert es nicht mehr und der Bezirk droht überflutet zu werden. Grund hierfür ist wahrscheinlich, dass das Blastia zusätzlich für die Wasserversorgung zuständig ist. Der Erste, dem das auffällt ist „Yuri“. Ihn werdet ihr am Anfang eures Abenteuers steuern und in die Kämpfe führen. Doch auf seiner Suche nach dem Kern werdet ihr unter anderem noch die Hoheit „Estellise“ – Spitzname Estelle –und den kleinen Rotzlöffel „Karol“ kennen lernen. Karol ist in einer Gilde, die dafür zuständig ist, Monster außerhalb der Barrieren zu fangen und zu töten – Sogenannte Monster-Hunter. Und dann wäre da noch „Repede“, Yuris kleiner Schoßhund, der allerdings genauso in den Kampf zieht wie sein Herrchen. Im späteren Verlauf stoßen dann auch noch Rita, Raven und Judith hinzu. Somit wäre das Team dann komplett.

Auf alle Fälle werdet ihr nicht lange in der kaiserlichen Hauptstadt „Zaphias“ verweilen, sondern euch schon bald auf nach Aspio – auch die Stadt der Gelehrten genannt – machen. Dort soll der berühmte Magier Mordio wohnen, der das Blastia reparieren soll, aber wohl zeitgleich auch ein Dieb ist und den Kern gestohlen hat. Somit betretet ihr also die Welt außerhalb der Schutzwände des Blastia.

Kommunikation, Spaß, Liebe?

Sobald ihr etwas mit eurem Team unterwegs seid, werdet ihr feststellen, dass ihr immer wieder einmal Select drücken könnt, um Dialoge hervorzurufen, die dann mitten im Spiel stattfinden. Es ist wirklich lustig zu beobachten und durchaus unterhaltsam, in welcher Beziehung alle zueinander stehen. Zwischen Yuri und Estelle herrscht irgendwie eine sehr vertraute Atmosphäre. Haben die beiden etwa ein Auge aufeinander geworfen? Karol aus der Monster Hunter-Gilde ist der kleine Feigling und wird oft von Yuri aufgezogen, dennoch gehört er zur Truppe wie die anderen auch. Und Repede: Ja, wie gesagt, Yuris Kampfhund, versteht sich sehr gut mit ihm, hat aber zu Beginn kein Interesse an einer Freundschaft mit Estelle und Karol. Karol denkt sogar, dass Repede ihn auffressen will.

Diese ganzen Emotionen sind grafisch wirklich super umgesetzt. Durch die Dialogbilder könnt ihr immer genau sehen, welchen Gesichtsausdruck der Charakter hat. Egal ob abweisend, glücklich, lächelnd, sauer, verliebt oder ängstlich. Die Umsetzung hiervon ist spitze! Auch sonst hat sich das Team grafisch gesehen nichts vorzuwerfen. Besonders die Zwischensequenzen sind in HD eine reine Augenweide. Es dauert zwar immer etwas bis ihr mal wieder eine zu sehen bekommt, aber dafür lohnt es sich wirklich weiterzuspielen. Aber auch die InGame-Grafik ist detailliert. Detailliert und ganz wichtig: Nicht zu überladen.

Besonders in den Kämpfen würde das nicht sonderlich gut kommen, da auf dem Schlachtfeld sowieso genügend zu sehen ist. Häufig seid ihr mit mehr als vier Charakteren auf dem Schlachtfeld zu Gange. Dann noch die Monster dazu gerechnet und die Party ist sowieso schon voll. Das Kampfsystem ist sehr einsteigerfreundlich und leicht zu verstehen. Das System, welches im Spiel zum Einsatz kommt, wird „Evolved Flex-Range Linear Motion Battle System“ (EFR-LMBS) genannt. Die Kämpfe finden also in Echtzeit statt und sowohl ihr, als auch eure Gegner können jederzeit ohne Einschränkungen agieren.[]

Captain? Darf ich bitten?

So neckt Yuri immer den kleinen Karol wenn ein Kampf bevorsteht. Ihr könnt euch im Ausrüstungsmenü immer aussuchen, mit wem ihr in den Kampf ziehen wollt. Jeder hat seine Schwächen und Stärken. Yuri ist zum Beispiel sehr kampfagil, Karol ist stark, dafür aber sehr langsam mit seinem Hammer bzw. seiner Axt oder mit was auch immer er gerade ausgerüstet ist. Estelle ist dagegen hauptsächlich für die Heilung zuständig. Ansonsten heißt es auf ins Getümmel. Ihr könnt blocken, schlagen, das Kampfmenü aufrufen und eure Spezialattacken ausführen – das wohl interessanteste bei einer Auseinandersetzung, denn sie verschaffen euch den gewissen Vorteil. Jeder eurer Charaktere besitzt sein ganz eigenes Bodhi Blastia, womit sich Fertigkeiten auf eine Waffe übertragen lassen. Ihr erlernt sie im Laufe des Spiels, wenn ihr Levels aufsteigt oder sie von anderen gezeigt bekommt.

Im Ausrüstungsmenü könnt ihr die Spezialattacken dann auf die gewünschte Aktionstaste legen. Dazu wählt ihr einfach eure Waffe aus und richtet sie euch ein. Am Ende ist es egal in welche Himmelsrichtung ihr drückt und dazu noch den A-Knopf. Es wird immer eine Spezialattacke dabei herauskommen, die allerdings TP kostet. Die KI der Gegner ist leider etwas dürftig. Die ersten drei Stunden hab ich nicht einmal das Blockieren anwenden müssen, um über die Runden zu kommen. Erst bei den richtig dicken Brocken bzw. Bossen müsst ihr wirklich clever agieren, denn sie können nicht nur viel einstecken, sie teilen auch ordentlich aus. Die grafischen Highlights im Kampf sind ebenfalls nicht die Schönsten. Mehr Effekte wären sicherlich angebracht gewesen. Allerdings muss gesagt werden, das was sie grafisch fabriziert haben, haben sie sauber gemacht und ordentlich verarbeitet.

Die Klänge des Königreichs

So wird die Welt in Tales of Vesperia eigentlich genannt: „Terca Lumireis“. Rollenspielkenner wissen sicherlich, dass es nichts Schlimmeres in einem RPG gibt als nervige Töne und eine grausige Begleitmusik. Aber ich kann euch beruhigen, Namco Bandai bleibt dem japanischen Stil treu. Bedeutet sehr viel Orchestermusik: Violine, Cello, Flöte, Geige, Klavier. Quasi alles, was sanft ins Ohr geht, auf keinen Fall nervt und zur jeweiligen Spielsituation passt. Die Deutsch-Englisch-Übersetzung ist zum Großteil auch sehr gelungen. Ab und an, wenn ihr mal selbst mit übersetzen solltet, werdet ihr merken, dass ihr die eine oder andere Ungereimtheit entdecken werdet, aber das hält sich wirklich in Grenzen.

So Story erklärt, Kampfsystem erklärt, Grafik und Sound beschrieben, Beziehung zwischen den Charakteren, Kochkünste?! Marketing?! Hätte ich es doch beinahe vergessen. In Tales of Vesperia könnt ihr auch den Kochlöffel schwingen. Schließlich kosten Waffen Gald – so lautet die Währung – und nicht jeder kann sich einen Lebensmittelvorrat einkaufen, der für zig Kämpfe reicht. Das Kochen lernt ihr schon relativ früh im Spiel, denn es ist von großem Nutzen. So könnt ihr euch eure eigenen Heilitems zusammenstellen. Auf eurer Reise werdet ihr dann immer wieder Rezepte entdecken, die ihr verwenden könnt, sobald ihr die richtigen Zutaten dazu habt. Sollte dies der Fall sein, geht ihr einfach ins Ausrüstungsmenü, wählt Kochen, eure Zutaten und schwuppdiwupp habt ihr euch ein leckeres Steak oder Sandwiches zubereitet. Ja, ich geb es ja zu, die Kochkünste von Yuri sind zu Beginn etwas traurig, aber Übung macht den Meister!

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... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

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