The Cave

Ron Gilbert hat ein neues Spiel veröffentlicht! Grund genug, sich das zweidimensionale Abenteuer namens The Cave genauer anzuschauen, denn der geniale Herr entwarf schließlich Spiele wie Zak McKracken and the Alien Mindbenders sowie Monkey Island 1 und 2. Hinter einer harmlos wirkenden Fassade versteckt sich ein Spiel, das einen Ausflug in die Abgründe der menschlichen Seele präsentiert. Und das gepaart mit sehr viel Humor. Passt nicht? Oh doch!

Die erste kleine Überraschung gleich am Anfang: The Cave bietet euch sieben sehr unterschiedliche Charaktere, die nicht nur allesamt eine eigene Geschichte haben, sondern auch über verschiedenste Fähigkeiten verfügen. Da wären der Ritter, ein düsterer Zwilling, ein Abenteurer, ein Mönch, eine Wissenschaftlerin, ein Zeitreisender und ein Hillbilly. Die Höhle heißt euch zu Spielbeginn herzlich willkommen und faselt etwas von irgendwelchen Dating-Problemen und den Dingen, die euch in den kommenden Stunden prächtig amüsieren werden.

Entspannt, ungezwungen, brillant

Am Anfang stellt ihr ein Team aus drei der oben genannten Charaktere zusammen und je nach Zusammenstellung ändert sich auch die Spielerfahrung, denn die jeweiligen Abschnitte werden dann auf die Fähigkeiten der Charaktere angepasst oder gar komplett geändert. Mit dem Zeitreisenden Kumpanen etwa besucht ihr verschiedene Epochen, während der Abenteurer in einer Pyramide unterwegs ist und einen Sarkophag sucht. Verschiedene Wandmalereien geben euch Aufschluss darüber, was in der Vergangenheit der jeweiligen Person vorgegangen ist – und so viel sei gesagt: Keiner der Männer/Frauen ist unschuldig!

In puncto Rätsel hält sich The Cave an Gilberts klassische Formel, die auch schon die Spiele unter der LucasArts-Flagge so beliebt gemacht haben. Der Unterschied ist jedoch, dass ihr dieses Mal vollste Kontrolle über euer Team habt. So gilt es die Kameraden clever in Position zu bringen, um Abstände in kurzer Zeit zu überwinden. Zeitdruck? Klingt so, gibt es aber nicht. Gegenstände zu kombinieren gehört natürlich ebenfalls zum guten Ton bei The Save und umso erfreulicher ist es dabei, dass kein einziges Rätsel irgendwie unlogisch klingt. Stattdessen fordert man eher eure Gehirnzellen. Der einzige Nachteil an der ganzen Geschichte ist nur, dass ihr manchmal längere Wege mit jedem Charakter einzeln durchlaufen müsst. Kann nerven. Lediglich richtig weite Strecken bringen den Vorteil, dass der Rest der Truppe zum führenden Teil teleportiert wird.

Abgesehen von Rätseln gibt es hin und wieder kleinere Sprungpassagen zu meistern, wobei diese keinen allzu großen Anspruch an den Spieler hegen. In diesem Segment sind Nintendo und Ubisoft weiterhin führend, allerdings sorgen diese Abschnitte für etwas frischen Wind und bieten Abwechslung zur ansonsten sehr Hirnschmalz fordernden Richtung des Spiels. Solltet ihr mal in den Abgrund fallen, erscheint der Charakter wenige Sekunden später direkt wieder vor dem Ort des Unfalls. Sterben könnt ihr nicht. Feinde sind auch sehr selten und werden allerhöchstens dafür benutzt, um Teil eines Rätsels zu sein.

Übrigens: Falls ihr euch schon die ganze Zeit fragt, ob es einen Koop-Modus gibt, so kann ich sagen – Ja, es können zu jeder Zeit zwei Spieler einfach einsteigen und mit euch auf der Couch zocken. Der Koop-Modus wirkt aber leider etwas aufgezwungen, denn der Bildschirm teilt sich leider nicht auf, wenn einer der Charaktere aus der Bildfläche verschwindet. Einen Online-Koop gibt es übrigens nicht.

Liebevolle Gestaltung mit technischen Fehlerchen

Die zynischen Kommentare der Höhle (und ich fühle mich irgendwie sehr komisch dabei, eine Höhle zu personifizieren), die humorvolle Präsentation des Spiels und die tollen Rätsel strahlen ungemein viel Charme aus. Leider aber bleibt das nicht ganz unbefleckt, denn die eigenen Charaktere sind durchweg stumm, dafür aber bewegen sie sich sehr ungeschickt witzig durch die Levelstrukturen. Sympathische Gesten und Mimen sowie tolle Art-Designs lassen das Spiel wie aus einem Guss wirken.

Schade nur, dass die Technik hin und wieder rumzickt, was aufgrund der moderaten Nutzung der Ressourcen eigentlich mehr verwundert. Deutliche Einbrüche in der Bildrate stören das Spielerlebnis, was vor allem in hektischen Situationen häufiger passiert – oder alternativ, wenn die Kamera weiter herauszoomt.

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