The Inner World: Der letzte Windmönch

The Inner World: Der letzte Windmönch
9

The Inner World: Der letzte Windmönch

9.0 /10

Pros

  • Humorvolle Präsentation eines ernsten Themas
  • Charmante Charaktere
  • Abwechslungsreiche Rätsel
  • Liebevoll designte Spielwelt
  • Gutes Balancing

Cons

  • Protagonisten teils etwas zu naiv
  • Unterhaltungen teils mit viel Wiederholung
  • Hilfesystem springt manchmal recht spät an

Als das Entwicklerteam Fizbin vor vier Jahren mit dem Erstlingswerk The Inner World auf den Markt trat war die Überraschung groß. Mit Humor, Charme und gelungenem Gamedesign konnte das Point’n’Click-Adventure sofort die Herzen der Fans gewinnen. Die Geschichte um die Flötennasen geht nun in die zweite Runde, nämlich mit The Inner World: Der letzte Windmönch. So ulkig wie der Titel schon klingt, scheint es auch inhaltlich zuzugehen. Schließlich sind auch die Protagonisten aus dem Vorgänger wieder mit an Bord. Ich habe mich für euch wieder nach Asposien begeben und berichte im Test, was ihr vom Spiel erwarten könnt.

The Inner World: Der letzte Windmönch – Die heilige Bretzel gegen die Flötennasen

The Inner World: Der letzte WindmönchUm diese Überschrift sinnvoll zu erklären muss ich etwas ausholen. Zum Ende von Teil 1 wurde der Antagonist Conroy versteinert. Was damals noch alle freute, da Conroy als Tyrann und allgemein übler Bösewicht galt, hat sich nun etwas verändert. Große Teile der Bevölkerung Asposiens glauben dem bösen Emil, der mittlerweile ein ziemlich faschistisches Regime hochgezogen hat. Fundamentaler Glaube dieser Fanatiker ist der Märtyrer-Tod Conroys, dem sie den einheimischen Flötennasen anhängen. Dementsprechend verhasst sind die lieben Flötennasen nun und die Lösung ist für Emils Anhänger klar. Sie nennen ihre Idee Endlösung und im Klartext heißt das: Alle Flötennasen in einem tiefen Brunnen entsorgen und so Conroy rächen. Blöd nur, dass ihnen entgeht dass die Flötennasen mit ihrem magischen Windlied für die nötige Frischluft auf dem Planeten sorgen. Keine Flötennasen, kleine Frischluft, kein Leben ist also die recht simple Kausalkette. Doch mit Logik sollte man den wutentbrannten Anhängern der umgekehrten Bretzel nicht kommen, die spart man sich lieber für die gelungenen Rätsel auf.

Schon am Setting erkennt man: The Inner World: Der letzte Windmönch spielt wieder mit einem abgedrehten Humor und schafft es mit seinem Charme sogar ein eigentlich ernstes Thema – eine Darstellung des Nationalsozialismus – humorvoll und gelungen zu verpacken, ohne albern zu wirken. So spielt sich Der letzte Windmönch angenehm unpolitisch. Zudem zeigt der Titel nicht dauerhaft mit dem Finger auf Missstände. Dennoch ist der Unterton schnell klar: Man kann diese ganze Faschisten-Truppe um Emil nicht ernst nehmen. Höhepunkte sind dann beispielsweise besorgte Bürger mit Sätzen wie „Verwirr mich nicht mit Fakten, meine Meinung steht fest“.

The Inner World: Der letzte Windmönch – Profis am Werk

The Inner World: Der letzte WindmönchDass The Inner World: Der letzte Windmönch nicht nur durch Humor und Präsentation punkten kann wird schon nach kurzer Spielzeit klar. Gekonnt verbindet der Titel klassische Adventure-Elemente wie Inventar- und Dialog-Rätsel mit musikalischen Rätseln und Minispielen. Eine gelungene Mischung aus Klassik und Moderne bedient alle Geschmäcker und das über weite Strecken hinweg mit einem sehr fairen und ausgeglichenen Schwierigkeitsgrad. Nur selten frage ich mich stirnrunzelnd wie man auf die Lösung eines gewissen Rätsels gekommen ist. Und in diesen Fällen hilft das dynamische Hilfe-System weiter. Gerade für Anfänger ist es angenehm, dass es im letzten Windmönche selten mehr als drei Schauplätze gleichzeitig zu beackern gibt. Dadurch bleibt ein stundenlanges Umherirren aus.

Optisch macht das Spiel einiges her, denn die handgezeichneten 2D-Bildschirme sind mit viel Liebe zum Detail gemacht. Schon nach den ersten Spielminuten finde ich Gefallen an Robert, Laura und der Taube Hack, die als verrücktes Trio immer für Unterhaltung sorgen. Neu in The Inner World: Der letzte Windmönch ist übrigens, dass ihr die drei selber steuern dürft, der Wechsel geht sogar fliegend vonstatten. Wer sich also im ersten Teil schon immer gewünscht hat endlich mal die witzige Taube Hack spielen zu dürfen, wird nun bedient.


Fazit:

Philipp Kleidt The Inner World: Der letzte WindmönchThe Inner World: Der letzte Windmönch ist der klare Beweis: Fizbin hat mit The Inner World keinen Glückstreffer gelandet, sondern steht für herausragende Point’n’Click-Adventure-Qualität aus Deutschland. Zum Glück, denn nach The Inner World: Der letzte Windmönch kann ich es kaum erwarten weitere Spiele von dem Team zu sehen. Diesmal gerne ohne vierjährige Pause dazwischen. Der letzte Windmönch ist sowohl für Fans des Vorgängers als auch für Neueinsteiger geeignet und ein Vorzeige-Adventure oberster Klasse. Definitiv spielen!

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Wertung
9
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...ist seit 2008 bei Spieletester.de als Redakteur tätig. Er spielt am liebsten First-person Shooter und wenn es die Zeit zulässt auch gerne (J)RPGs. Bei Spieletester.com ist er außerdem unser Mann für Adventures, vornehmlich Point’n’Clicks, sowie Indie-Spiele

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