Follow
Startseite » Testberichte » The Long Journey Home (PC) Test

The Long Journey Home (PC) Test

The Long Journey Home

8

The Long Journey Home

8.0/10

Pros

  • Abwechslungsreiche Quest-Gestaltung
  • Individuelle Crew mit Charakteren, Stärken und Schwächen
  • Spannende Geschichten

Cons

  • Planeten wiederholen sich, ebenso einige Aufgaben und Unterhaltungen
  • Sehr zeitintensiv
  • Entwickelt Charme erst nach mehrmaligem Durchspielen

Seit jeher ist der Mensch fasziniert vom Weltraum. Nicht erst, aber gerade durch die Mondlandung ist ein riesiges Interesse am Weltall entstanden, das sich auch regelmäßig in verschiedenen Medienformaten widerspiegelt. Im Bereich der Videospiele ist das Szenario zwar deutlich seltener anzutreffen als beispielsweise klassisches Fantasy, aber dennoch erfreuen sich viele Spieler am unbekannten Vakuum um unseren Planeten herum. The Long Journey Home möchte eben diese Spieler ansprechen und mit seinen Geschichten Fans von Klassikern wie Star Control ansprechen. Andreas Suika, federführender Designer des Spiels, verriet in einem Interview, dass er schon seit Jahren davon geträumt hat, ein Spiel wie Star Control zu entwickeln. Nun ist der Traum in Erfüllung gegangen und The Long Journey Home ist erschienen. Wir haben uns für euch in das Raumschiff gesetzt und einen Blick in die Welt geworfen, die sich Suika und sein Team ausgemalt haben.

The Long Journey Home – Kein guter Montag

The Long Journey HomeDa fährt man morgens zur Arbeit, steigt in sein Raumschiff, um nach Alpha Centauri zu fliegen und was passiert? Alles läuft schief und plötzlich hängt man mit seiner Crew mitten im Nirgendwo am anderen Ende der Galaxie fest. Mit einem Forschungsschiff, dass weder für lange Zeiten im All noch für Kämpfe ausgelegt ist, na super. Dabei verlief der Testsprung zum Mars – oder auch das Tutorial – doch so problemlos! Na immerhin habt ihr eure eigens ausgewählte Crew mit dabei. Von den zehn verfügbaren Charakteren könnt ihr vier mitnehmen auf eure Reise, was den Verlauf des Spiels stark beeinflusst. Denn jeder Charakter hat eigene Stärken/Schwächen und vor allem einen Charakter. So ändert sich nicht nur eure Bandbreite an Möglichkeiten, sondern auch die Stimmung auf dem Schiff. Je nach Crew-Zusammenstellung ist es also entweder ganz passend oder eine riesige Katastrophe wenn irgendwann ein Mitglied den Löffel abgibt. Und das wird passieren, denn The Long Journey Home stellt euch immer wieder vor schwierige Entscheidungen, die nicht immer ohne Verluste getroffen werden können.

The Long Journey Home – Abwechslung durch Wiederholung

Klingt paradox? Ist es nicht, denn The Long Journey Home bedient sich an einigen Elementen des Roguelike-Genres. So habt ihr nur einen Speicherstand und müsst das Spiel dementsprechend ohne große Fehlerbehebungs-Möglichkeiten durchspielen. Einzige Bedingung: Bringt das Schiff mit mindestens einem Crew-Mitglied wieder zur Erde. Doch habt ihr das erst einmal geschafft, wollt ihr wahrscheinlich direkt den nächsten Durchlauf starten. Diesmal mit anderer Crew und auch mit einem anderen Spielablauf, denn das Weltall in The Long Journey Home ist mehr oder weniger zufällig generiert. So bietet es euch bei jedem Durchlauf neue Quests, Planeten, Nebel und auch Alien-Rassen. Von letzteren gibt es ganze 15, ihr bekommt pro Durchlauf aber nur rund vier zu Gesicht, was den Wiederspielwert noch einmal steigert.

The Long Journey HomeSpielerisch kommt es weniger auf große Schlachten an – ihr seid schließlich Forscher – sondern um das Erleben von Geschichten, um Diplomatie, um das Erkunden und ums Überleben. Im Laufe des Spiels verliert ihr einige Möglichkeiten und Eigenschaften eures Schiffes. Deswegen sprechen die Entwickler auch gerne von einem „Rückwärts-RPG“. Anstatt im Laufe des Spiels immer stärker zu werden, schwächt euch The Long Journey Home immer weiter, bis ihr es mit letzter Kraft zurück auf die Erde schafft. Dieser Effekt sorgt für einen hohen Sog. Denn gegen Ende der Durchläufe wird es immer spannender, ob und wie gut man es eigentlich schafft.

The Long Journey Home – Eine gute Mischung

Während ihr eigentlich in Richtung Erde wollt, könnt ihr auch einige Zeit mit Nebenquests verbringen. Diese bieten euch vor allem Geschichten und Informationen, die ihr dann nach mehreren Durchläufen in eurem Kopf zusammenschustert, um ein besseres Gesamtbild über die Welt von The Long Journey Home zu bekommen. Nach mehreren Durchläufen habt ihr ein Gefühl dafür welche Alienrasse wie reagiert, wenn man auf ihrem Planeten nach Rohstoffen bohrt, mit wem man gut handeln kann und wem man sich besser nicht in den Weg stellen sollte. Ich fühle mich ein bisschen wie ein Tourist, der wiederholt ein Land bereist und mit der Zeit ein Gefühl für die Kultur und die Gepflogenheiten entwickelt. Und genau da liegt auch die Stärke von The Long Journey Home. Je mehr Zeit ihr mit dem Spiel und den Geschichten verbringt, desto wohler fühlt ihr euch in der eigentlich ungewohnten und fremden Umgebung.

Fazit
The Long Journey Home schafft es trotz einiger Probleme (Die gefühlt nicht auszumerzen sind bei zufallsgenerierten Inhalten) eine hohe Sogwirkung zu entfalten und mich in eine spannende Geschichte hineinzuziehen. Mit jedem Durchlauf erfahre ich mehr über die Crew, die Planeten, die Alien-Rassen und bekomme ein besseres Gefühl für die vielen Details, die im Spiel enthalten sind. Wenn man bereit ist die Zeit zu investieren, bietet The Long Journey Home eine frische und sehr belohnende Spielerfahrung. Sehr gelungen, wenn auch etwas ungünstig erschienen bei gut 30° im Schatten und dauerhaftem Sonnenschein.
Gut
  • Abwechslungsreiche Quest-Gestaltung
  • Individuelle Crew mit Charakteren, Stärken und Schwächen
  • Spannende Geschichten
  • Hoher Wiederspielwert
Weniger Gut
  • Planeten wiederholen sich, ebenso einige Aufgaben und Unterhaltungen
  • Sehr zeitintensiv
  • Entwickelt Charme erst nach mehrmaligem Durchspielen
8
Gut
Written by
...ist seit 2008 bei Spieletester.de als Redakteur tätig. Er spielt am liebsten First-person Shooter und wenn es die Zeit zulässt auch gerne (J)RPGs. Bei Spieletester.com ist er außerdem unser Mann für Adventures, vornehmlich Point’n’Clicks, sowie Indie-Spiele

Was sagst du zu diesem Artikel?

0 0

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>