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Total War: Arena

8.0/10

Pros

  • Jedes Spiel anders
  • Strategisch anspruchsvoll
  • Überragende Wichtigkeit von Teamplay
  • Faires Matchmaking

Cons

  • Mühseliges Grinden
  • Unmotivierte Mitspieler
  • Noch einige Balancing-Probleme

Die Total War-Reihe gehört zu den Dauerbrennern der Strategiespiele. So kämpften sich Genre-Fans taktisch höchst anspruchsvoll schon durch die verschiedendsten Epochen und Reiche. Doch waren wir dabei als Truppenführer immer auf uns allein gestellt. Damit soll nun Schluss sein, denn Total War: Arena schickt uns in eine riesige Schlacht zwischen den Generälen der Barbaren, Roms, Karthagos und Griechenlands. Wie viele Hauptmänner verträgt wohl ein Gefecht?

Total War: Arena – Die Massenschlacht beginnt

Total War: Arena ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Wargaming und Creative Assembly. Die einen steuerten das Spielprinzip von World of Tanks, die anderen das erfolgreiche Total War-Franchise bei. Das Ergebnis richtet sich an alle Hobby-Strategen, die sich online mit anderen Spielern ausprobieren und sich an der Front messen möchten.

Seit dem 22. Februar ist die Open Beta des MMOs für alle gratis verfügbar. Obwohl sich in diesem Stadium noch einiges verändern kann, bietet Total War: Arena schon einige Features gegen Bezahlung an. Unter anderem einen Premium-Account und Einheiten, die wir mit Echtgeld (Gold) bezahlen können.

Das Spielprinzip ist simpel wie eingängig: Wir treten in Heeren zu je zehn Spielern gegeneinander an. Dabei befehligt jeder Spieler drei Truppen. In einem höchstens fünfzehnminütigen Match ist es nun unsere Aufgabe, die feindliche Basis einzunehmen oder alle gegnerischen Soldaten auszumerzen.

Fraktionenmix und historische Anführer

Als einzelner Spieler wählen wir zunächst ein Volk aus, das wir im Kampf vertreten wollen. Hierzu zählen Griechenland, Rom, Karthago und die Barbaren. Jedes Volk stellt mehrere Anführer*innen, die tatsächlich historisch akkurat in einer Infobox genauer beleuchtet werden. Hier werden die Epochen bunt gemischt. Neben bekannten Namen wie Leonidas und Caesar kann hier jeder auch auf bisher noch unbekannte legendäre Anführer*innen treffen.

Jeder unserer Generäle hat hierbei Spezialfähigkeiten, die wir mit aufsteigenden Tiers freischalten. Diese beziehen sich meist auf eine bestimmte Truppenklasse, weswegen die Wahl zwischen Artillerie, Kavallerie und Speerkämpfern mit Bedacht getroffen werden sollte. So kann Leonidas beispielsweise seine Spartaner in eine Abwehrformation mit vorgehaltenen Schild kommandieren und den Gegner zurückstoßen (300 lässt grüßen). Andererseits kann der Barbarenführer Armenius eine berittene Einheit mit erhöhter Geschwindigkeit in die Flanke feindlicher Truppen preschen lassen.

Jede Spezialfähigkeit hat einen Cooldown und bietet bestimmte defensive oder offensive Vorteile. Ist ein Manöver erfolgreich steigt die Moral unserer Truppen, die zusätzlich zum Lebensbalken eingeführt wurde. Werden unsere Soldaten rücklings überfallen oder flüchten wir aus der Schlacht, sinkt ihre Moral beträchtlich. Sobald sich der Balken ganz aufbraucht, suchen unsere Kämpfer das weite.

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Mit Speer, Schwert und Bogen

Jede Kämpferklasse hat ihre Spezifika und Manöver. Die ohnehin beträchtliche Reichweite der Bogenschützen etwa ist von erhöhten Punkten noch weiter gestreckt. Jedoch können sie schnell von den schnellen berittenen Speer- oder Schwertkämpfern hinterrücks vom hohen Aussichtspunkt vertrieben werden. Total War: Arena funktioniert also nach dem bekannten Schere-Stein-Papier-Prinzip. Für jede Truppe gibt es prinzipiell die passende Antwort, was leider beim Matchmaking nicht immer berücksichtigt wird.

Unsere Truppen können wir mit erworbenen Unit XP ausstatten und mit Free XP die nächsthöhere Kämpferstufe freischalten. Hier steht uns ein riesiger Tech-Tree zur Verfügung, in dem wir unsere Soldaten ganz nach unserem Geschmack verbessern können. Speerkämpfer ohne Harnisch und Helm entwickeln sich hier zu wehrhaften Hopliten und schutzlose Fernkämpfer zu tödlichen Schleuderschützen.

Zu dem nun ohnehin ansehnlichen Kampfgetümmel gesellen sich die Spezialeinheiten der verschiedenen Fraktionen. So warten die Barbaren mit Kampfhunden, die Römer mit Ballisten und Hannibal aus Karthago, wie könnte es anders sein, mit Kriegselefanten auf. Diese sind bisher noch reichlich overpowered, doch bis zum offiziellen Release wird hier wohl noch an der ein oder anderen Schraube gedreht. Die Animationen unserer Einheiten sind recht hübsch und die Umgebung auch recht gelungen.

Doch wie spielt sich nun das zahlreiche Personal auf dem Schlachtfeld?

Nachdem sich zwanzig Spieler online zusammengefunden haben, können wir auf verschiedenen Karten einen festgelegten strategischen Punkt als unsere Ausgangsposition wählen. Hier können wir bereits durch eine Marker- und Zeichenfunktion taktische Hinweise an unsere Mitspieler geben. Vorwiegend in niedrigeren Tiers wird hier jedoch hauptsächlich Obszönes gemalt und falls jemand tatsächlich einen Plan zeichnen möchte, ist der bisweilen allen schnuppe.

Beginnt das Spiel können wir unsere Truppen über die Karte bewegen. Wir haben ein eingeschränktes Sichtfeld, dass durch Landschaft und Gebäude behindert wird. Entdecken wir oder unsere Gefährten den Feind, werden sie auf der Minimap angezeigt.

Die Minimap ist hierbei von elementarer Wichtigkeit um die Übersicht zu behalten. Denn auf der weitläufigen Karte verlieren wir schnell den Blick fürs große Ganze. Was nützt unser gewonnene Kampf auf einem Hügel, wenn sich Artillerie-Einheiten den Weg durch einen Schlucht bahnen konnten?

Bedächtig Erkunden und mächtig Zuschlagen

Unsere drei Truppen können wir einzeln oder alle zusammen dirigieren. Dabei steht uns leider nur eine Formation zur Verfügung. Hauptsache bleibt, dass jede Kämpfer-Klasse ihrer spezifischen Aufgabe nachkommt und die Kräfte bestmöglich nutzt. Gerade bei den langsameren Einheiten wie Artillerie kann schon beim ersten Stellungsfehler die Truppe verloren sein.

Das beste ist also taktische Punkte zu besetzen, die schnellen Reiter aus den Wäldern die Gegner ausmachen zu lassen und auf eine Gelegenheit für einen Hinterhalt zu warten. Jede Map bietet verschiedene Möglichkeiten zum Flankieren und Überfallen. Hier ist Teamplay angesagt! Denn mit drei Truppen alleine können wir selten einen der ersten Kämpfe gewinnen.

Doch manchmal stehen unsere Mitspieler auch mehr im Weg, als dass sie uns helfen. Sie können uns wörtlich für einen Konzentrierten Angriff im Weg stehen, wenn sich ein Truppenknäuel bildet und andererseits ihren eigenen Support ausschalten. Schießen die Bogenschützen in einen Pulk oder schieben sich die Spartaner rücksichtslos durch eine Menge, müssen auch befreundete Einheiten dran glauben.

Belohnungen für unsere Generäle

Das gibt später Abzug in der Schlusswertung. In der Endstatistik werden die MVPs ausgezeichnet. Der Score setzt sich aus Aggression, Defence, Support und Capture zusammen. Je nach Performance erhalten wir Free XP (zum Aufwerten unserer Generäle), Unit XP (zum Aufwerten unserer Truppen) und Silber (Ingame Währung). Natürlich können wir uns mit dem nötigen Kleingeld auch so manches Grinden sparen.

Nun die alles entscheidende Frage: Schnappt hier die Pay-to-Win-Falle zu? Das kann ich entschieden mit Nein beantworten. Das Matchmaking ist so fair, dass nur Truppen einander zugelost werden, die höchstens zwei Tiers umfassen. Also keine übermächtigen Ausreißer im Gefecht. Mit Echtgeld können wir zwar bessere Spezialeinheiten kaufen, die bieten jedoch keinen riesigen Vorteil. Der Fokus liegt immer noch auf dem Teamplay. Alleine kann niemand eine Schlacht gewinnen.

Dennoch hat Total War: Arena, wie wohl jeder Free 2 Play-Titel einen Haken. Das Erspielen von Erfahrungspunkten und Silber ohne Premium-Account (der 50% mehr abwirft) dauert ewig. Verlieren wir viele Spiele sogar doppelt ewig und mit steigenden Tiers können wir Stunde um Stunde investieren, ohne uns merklich zu verbessern.

Wir sind stark von unseren Mitspielern abhängig und wenn schon wieder jemand meint, seine eigene Schlacht schlagen zu müssen und euer Team die ersten Einheiten hinter dem Gegner liegt, ist der Frustfaktor groß. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass man selten das Ruder noch einmal herumreißen konnte, wenn man einmal im Rückstand war. Es gewinnt meist das Team, dass zu Anfang die meisten Kills verzeichnen konnte.


Fazit

Trotzdem fühlt sich jedes Spiel anders an und obwohl wir meist nur an einer Kämpferklasse und einem Heerführer arbeiten können, so sind unsere Positionen im Kampf doch flexibel. Strategisch ist das Spiel wirklich anspruchsvoll, gerade weil wir unsere Mitspieler dazu bewegen müssen, mit uns an einem Strang zu ziehen.

Das Flankieren und Planen eines Hinterhalts bringt immer wieder tolle Momente ins Spiel. Auch weil ein geglücktes Manöver sofort spürbar sich auf Lebens- und Moral-Balken des Gegners auswirkt. Dagegen stehen Situationen in denen wir mit all unseren Truppen auf den letzten Schwertkämpfer eindreschen und er gefühlt fünf Minuten nicht den Löffel abgeben möchte. Da fühlt sich das Schlachtgetümmel doch recht unnatürlich an.

Auch die unmotivierten oder begriffsstutzigen Truppen anderer Spielern schmälern zuweilen den Spielspaß. Die Freude ist dann aber umso größer, wenn nach einem Hilferuf oder einem Tipp tatsächlich die gewünschte Einheit mit ins Kampfgeschehen eingreift.

Das größte Manko von Total War: Arena bleibt das Grind-Problem. Das Sammeln von Erfahrung und Geld ist so müßig und langwierig, dass schnell die Lust auf antike Schlachten vergeht. Ich habe den Titel sowohl mit und ohne Premium-Account getestet und die Spielerfahrungen sind komplett unterschiedlich. Das Belohnungssystem funktioniert bisher auf lange Sicht ohne Geld zu investieren einfach nicht richtig.

Trotzdem hat das Spiel seinen Charme. Ich konnte alle Einheiten ausprobieren und der Weg in höhere Tiers lohnt sich rückblickend. Die Gefechte werden ausgefeilter und die Spezialeinheiten in die Schlacht zu schicken und den Kriegselefanten dabei zuzusehen, wie sie alles auseinander nehmen, wärmt das Kriegerherz.

Insgesamt ist der Funke zwar nicht wirklich übergesprungen, aber das Free 2 Play-MMO Total War: Arena ist ein solider Titel, der wirkliche personalstarke und anspruchsvolle Schlachten bietet. Der Weg in die Ruhmeshalle der Feldherren bleibt dabei aber ein sehr steiniger.

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