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Total War: Warhammer II (PC) Test

Total War: Warhammer II

9

Total War: Warhammer II

9.0/10

Pros

  • Umfang von weit mehr als 100 Stunden
  • Umfassende Planung des eigenen Reichs
  • Komplexes Strategiesystem
  • Epische Schlachten
  • Stark umgesetzte Warhammer-Atmosphäre
  • Zahlreiche geniale Einheiten
  • Stimmige Optik
  • Fraktionen spielen sich komplett unterschiedlich …
  • Gutes, überarbeitetes Tutorial
  • Ritual-Idee gut umgesetzt

Cons

  • … aber in der Kampagne sind es nur vier verschiedene
  • Für Neulinge möglicherweise viel zu komplex
  • Wegfindung vor allem bei Belagerungen schwach
  • Balance noch nicht optimal
  • Weiterhin mit Performance Problemen
  • Zu wenige spieldefinierende Neuheiten

Im Test macht Total War: Warhammer II eine außerordentlich gute Figur. Dabei schaffen es die Entwickler, allerhand Traditionen der Total War Reihe zu brechen. Wie sie das schaffen und ob sich die Anschaffung des zweiten Teils für Fans lohnt, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Nachdem ich vergangenes Jahr das Vergnügen hatte, den ersten Ableger zu testen, war ich sehr gespannt was man sich für Teil 2 ausgedacht hat. Und auf den ersten Blick hat sich gar nicht so viel getan. Klar, es gibt vier neue Fraktionen (Dunkelelfen, Skaven, Hochelfen und die Lizardmen), die sich allesamt wahnsinnig unterschiedlich spielen. Dabei sind die Skaven das eigentliche Highlight, weil sie grundsätzlich jede Total War Tradition brechen. Und ich meine das, so wie es hier steht. The Creative Assembly hat offenbar alle Freiheiten der Welt gehabt, um die Vision und den Charakter eines jeden Skaven zu nutzen. Der Einstieg in deren Spielweise ist schwierig, aber dafür belohnt euch der Titel mit einer der spannendsten Fraktionen in ganz Total War.

Und wo wir schon dabei sind, will ich ein bisschen über die Skaven sprechen. Diese Dinger bauen nämlich unsichtbare Städte! Nunja, nicht ganz unsichtbar, denn sie bauen generell unter Tage. Deswegen erscheinen ihre Siedlungen für andere Teilnehmer auf der Karte als unbesetzte Ruinen. Alleine das sorgt für vielerlei Überraschungsmomente. Zudem müssen die Skaven stets einen gewissen Vorrat an Nahrung haben, der euch stets am oberen Bildschirmrand dargestellt wird. Der Grund: Je mehr Futter, desto besser funktioniert deren soziales Gefüge aus Macht, Ordnung und vor allem Kampfmoral. Kurzum: Diese Fraktion eignet sich vor allem für jene Spieler, die ständig Action brauchen und von Timern gedrängt werden wollen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass die anderen drei Fraktionen einfallslos sind. Keinswegs. Allen voran die Lizardmen und die Dinosaurier (!) sind eine spannende Neuheit.

SEGA Total War: Warhammer II

Total War: Warhammer II – Fette Kampagne rund um „The Great Vortex“

Im Rahmen der umfassenden Kampagne des Spiels gibt es aber eine Gemeinsamkeit unter allen vier Völkern. Sie alle gewinnen diese, indem fünf Rituale stattfinden. Je nach Volk gilt es den „Great Vortex“ entweder zu stabilisieren oder zu sabotieren. Um ein Ritual abzuhalten, braucht ihr die dafür vorgesehenen Ressourcen. Bei den Skaven sind es sogenannte Warpsteine, bei den Dunkelelfen hingegen Schriftrollen. Um an diese Ressourcen zu gelangen, müsst ihr spezielle Missionen erfüllen oder aber Ruinen, Wracks von Schiffen (auf Hoher See ebenso wie in Küstennähe) oder Schätze finden. Bevor ihr euch freut, weil ich die hohe See erwähne: Es gibt nach wie vor keine Seekämpfe. Eure Armee bewegt sich zwar auf dem Meer und greift Transportschiffe an, aber echte Schlachten sind nicht vorhanden.

Total War: Warhammer IISobald ihr die entsprechenden Ressourcen zusammen habt, könnt ihr das Ritual beginnen. Doch hier ist Obacht geboten, denn das Ritual dauert satte 10 Runden und verbindet eure Hauptstadt sowie zwei weitere Städte mit dem Vortex. Solange ihr die Verbindung aufrechterhaltet, ist alles gut. Das Problem: Das Chaos bricht herein und greift diese Verbindung an. Und obendrein können euch auch andere Fraktionen des Spiels angreifen, denn die wollen schließlich ebenso wenig, dass das Ritual gelingt. Übrigens: Wenn die Gegner-KI ebenfalls diese Rituale beginnt, solltet ihr tunlichst versuchen, das zu unterbinden.

Generell liefen die Rituale ungemein spannend ab. Sie brachten eine gewisse Würze in die ansonsten ähnlich verlaufende Kampagne wie in Teil 1. Da ich gleich zu Beginn mit dem höchsten verfügbaren Schwierigkeitsgrad begann, spürte ich die volle Härte der Chaos-Untertanen. Während Ritual 1, 2 und 3 noch recht einfach waren, rissen mich die Armeen beim vierten und fünften sprichwörtlich auseinander. Habt ihr alle fünf Rituale abgeschlossen, gibt es noch eine halsbrecherische Challenge am Ende. Aber das will ich euch nicht spoilern. Macht euch auf eine Überraschung gefasst!

Total War: Warhammer II – Und was ist sonst noch neu?

Total War: Warhammer IIDas grundsätzliche Gameplay des Spiels hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht geändert. Nach wie vor spielt ihr also auf der Weltkarte, erobert Siedlungen, rüstet diese auf und forscht fleißig nach neuen passiven sowie aktiven Fähigkeiten eures legendären Lords. Auch die Kämpfe selbst haben nur marginale Änderungen erfahren. Es gibt neue Kamera-Optionen und Marker innerhalb der Kämpfe, um euch zu signalisieren, welche Einheiten sich neu formiert haben. Neu in den Kämpfen ist die Rückkehrt von sogenannten „Choke Points“. Das sind enge Punkte auf Karten, die für Verteidiger einen massiven Vorteil bieten, weil Feinde nur tröpfchenweise reinkommen können.

Zudem gibt es nun sogenannte Rogue Armies. Dabei handelt es sich im Grunde genommen um Barbaren aus einem Civ-Spiel. In Total War: Warhammer II können diese Armeen aber aus verschiedenen Völkern bestehen und sich euch anschließen. Dass sich hiermit einige sehr interessante Taktikspielchen mit eurer Gesamt-Armee machen lassen, muss ich gar nicht erst erwähnen. Doch Obacht ist geboten! Total War: Warhammer II hat nämlich auch ein Loyalität-System, an dem vor allem Spieler der Skaven und Dunkelelfen leiden müssen.

Sobald ihr nämlich einen neuen Lord für euch gewinnt, erscheint eine Loyalität-Wertung. Je niedriger dieser Wert ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie die ihnen zugewiesene Armee nehmen und sich gegen euch verschwören. Zwar gibt es Technologien und legendäre Lord Skills, um das zu vermeiden, aber am Ende muss auch das nicht zwangsläufig ausreichen. Kurzum: Lasst diesen Typen nicht zu viel Freiraum oder sie nutzen das schamlos aus. Stattdessen ist es ratsam, sie und ihre Armeen zu beschäftigen.

Generell gefällt mir die KI aber immer noch nicht. Zu zaghaft und oftmals handeln sie völlig irrational. Einer meiner Dunkelelfen-Lords hat sich einfach aus heiterem Himmel gegen mich verschworen. Dass ein ausgeklügeltes Diplomatie-System fehlt, stört mich ebenfalls sehr.

Total War: Warhammer II

Total War: Warhammer II – Mehr Hilfen für Neulinge

Entwickler The Creative Assembly hat neben den ganzen Verbesserungen am Spiel auch das gesamte Turorial über den Haufen geworfen. Wenn ihr bisher keine Berührungspunkte mit der Reihe gefunden habt, dann solltet ihr die Einführung zocken. Diese ist allerdings nur bei einem von zweien der jeweiligen Fraktion verfügbar. So bekommt ihr sehr nützliche Tipps nur dann, wenn ihr Tyrion (Hochelfen), Mazdamundi (Lizardmen), Malekith (Dunkelelfen) und Queek Headtaker (Skaven) spielt. Die alternativen Lords bieten diese Funktion nicht, sodass sich Kenner bereits 40 Minuten an Einführung in der ohnehin schon sehr groß angelegten Kampagne ersparen.

Doch auch beim UI gibt es hier und da einige kleine Neuheiten, um neuen Spielern mit mehr Informationen an den richtigen Stellen zu helfen.

Total War: Warhammer II – Performance

Total War: Warhammer IIDie Performance von Total War: Warhammer II ist ziemlich gut, wenngleich ein extrem potenter PC benötigt wird, um wirklich alle Details zu maximieren. Dinge, die mich aber auch ein Jahr nach dem Release des Vorgängers wundern: Warum haben die Entwickler die ewig und drei Tage bekannten Performance-Probleme nicht behoben? Zudem ist die Benchmark-Funktion des Spiels völlig nutzlos, weil sie allem Anschein nach nicht unter realistischen und korrekten Bedingungen arbeitet.

Unser Testsystem (i7 6700K, GTX 970, 16GB RAM) soll laut Benchmark eine einstellige FPS bei maximalen Details bieten. Tatsächlich erreicht das Spiel aber bei exakt gleichen Bedingungen 40-60 FPS.

Der bombastische Soundtrack und die starken englischen Sprecher untermalen das Warhammer-Feeling perfekt und so werden die Schlachten von epischen Tracks getragen.


Fazit:

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich beim Spielen von Total War: Warhammer II oftmals das Gefühl hatte, einfach nur einen größeren DLC zu spielen. Warhammer 1.5 träfe es auch nach rund 40 Spielstunden noch besser als ein vollwertiger zweiter Teil. Wenn ihr einfach nur zum Fazit springt, dann wird euch vielleicht aufgefallen sein, wie kurz dieser Text im Vergleich zum Artikel von Teil 1 ist. Der Grund: The Creative Assembly hat einfach fast alles übernommen und sehr sinnvolle Überarbeitungen eingebaut.

Das alles ignoriert aber die fantastische Arbeit, die die Entwickler bei den vier neuen Fraktionen geleistet haben. Allen voran die Skaven brechen allerhand Traditionen und sorgen für merklich frischen Wind in der gesamten Total-War-Reihe. Die Idee der Rituale für den Vortex ist ein etwas anderer Ansatz für die Kampagne, der mir recht gut schmeckt. Total War: Warhammer II ist eine starke Fortsetzung eines ohnehin überragenden Strategiespiels. Vor allem Kenner von Warhammer kommen hier auf ihre Kosten.

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... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

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