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Ultra Street Fighter II: The Final Challengers (Switch) Test

Ultra Street Fighter II: The Final Challengers

6

Ultra Street Fighter II: The Final Challengers

6.0/10

Pros

  • Gut überarbeitete, zeitlose Optik
  • Einer der besten Street Fighter Kader den es gibt
  • Nostalgischer 4:3 Pixel-Look

Cons

  • Joy-Con-Steuerung extrem schwammig
  • Echte neue Challenger/Kämpfer…Fehlanzeige!
  • Überflüssiger Bewegungs-Minispiel-Modus

Die alt eingesessenen Prügler aus dem Street Fighter Universum wurden nun gefühlt zum tausendsten Mal aufpoliert, recycelt, modernisiert und erneut auf die Spielerschaft losgelassen. Was Capcom sicherlich als „Pflege“ einer ihrer wertvollsten Marken ansieht, mag für andere ein Griff in die Mottenkiste einer längst vergangenen Videospiel-Ära erscheinen. Doch und das können wohl wirklich nicht viele Spielemarken von sich behaupten, ist eben jene Rückbesinnung auf die „guten“ alten Tage in Sachen Street Fighter kein Stoß vor den Kopf, sondern ein starkes Stück. Mit Ultra Street Fighter II: The Final Challengers erscheint die Umsetzung einer der wohl besten Prügler aller Zeiten in aufgebohrter Version für Nintendos neue Konsole und will das doch recht maue Lineup verstärken. Ob die gealterten Kampfboliden aber auch auf der Switch noch eine vitale Figur machen, erfahrt ihr in unserem Test zu Ultra Street Fighter II: The Final Challengers.

Ultra Street Fighter II: The Final Challengers – Im Herzen ein Klassiker

Ultra Street Fighter II: The Final ChallengersWer damals zu Zeiten des Super Nintendo schon fleißig die Controller zum Glühen gebracht hat, der dürfte sich auch auf der Switch in wenigen Sekunden heimisch fühlen. Anstatt Modi-Bombast und Inhalts-Flut warten im Hauptmenü, fast so wie damals, nun wenige, dafür aber klare Kampfansagen. Vom Training, dem „Story“-Arcade-Modus und dem Spieler vs. Spieler Gekloppe wird der Genrestandard abgesteckt und spielt sich 1 zu 1 wie vor über 20 Jahren. Sucht also keine überkandidelte Haupthandlung wie in Tekken. Die Stärken von Street Fighter lagen und liegen immer noch klar auf dem scheinbar simplen, dafür aber hart zu meisternden Kämpfen. Anfänger wie Profis werden ihre helle Freude daran haben mit den 19 teils sehr unterschiedlich zu spielenden Charakteren Kicks und Punshes zu verteilen und nach und nach die vielen seit Jahren bekannten Signature-Moves vom Stapel zu lassen. Kein Street Fighter ohne ein Hadouken!

Wer aber ein so schlagkräftiges Kader-Update wie damals von Street Fighter 2 hin zu Super Street Fighter 2 erwartet, der wird leider enttäuscht. Zwar gibt es mit Evil Ryu und Violent Ken zwei „neue“ Kämpfer, doch handelt es sich dabei eher um farblich neu abgestimmte Versionen der bereits bekannten Hauptcharaktere, welche nur durch leichte Anpassungen ihrer Move-Sets sowie einer höheren Bewegungsgeschwindigkeit auffallen. Da hätte speziell für die neue Nintendo Konsole doch zumindest ein wirklich exklusiver Haudegen den ansonsten so perfekten Schlagabtausch in Ultra Street Fighter II: The Final Challengers die nötige Durchschlagkraft geben können. Denn unter den wirklichen „Final Challengers“ stellen wir uns eindeutig mehr vor als recycelte Helden.

Ultra Street Fighter II: The Final Challengers – Wackeliger Schlagabtausch

Ultra Street Fighter II: The Final Challengers Nintendo SwitchNun ist Street Fighter, wie zuvor erwähnt, für seine perfekte Spielbarkeit bekannt, die ihr in den meisten Fällen natürlich auch auf der Switch erleben könnt. Doch schaut man auch nur ein wenig unter die Oberfläche, fällt einem sofort die schwammige Steuerung der Joy-Cons auf. Mit ihrem Tastenlayout und den beiden Analogsticks sind sie eindeutig nicht für 2D-Prügel entworfen worden. Spieler, welche keinen Pro-Controller zur Hand haben, dürfen speziell als Profi in arge und äußerst frustrierende Bedrängnis kommen. Wer also denkt, ein normaler Hadouken sei der einfachste Kampf-Move der Videospielgeschichte, der hat in keinem Fall die Rechnung mit der Switch gemacht.

Das mag vielleicht auf dem einfachen bzw. normalen Schwierigkeitsgrad gegen NPCs noch verkraftbar sein, doch wer nur eine Stufe höher gehen möchte, sieht vor lauter generischen Treffern keine Sonne mehr. Da hilft die „Light“-Steuerung, in welcher Spezial-Manöver als Digi-Buttons an jeweils einer Ecke des Touchscreens angezeigt werden, auch nur bedingt weiter. Allein der Bruchteil der Sekunde den es braucht, um mit der Hand kurz über den Bildschirm zu flitzen, um einen der Buttons zu bedienen, ist in vielen Fällen der Anfang vom Kampfende.

Dieses Defizit von Ultra Street Fighter II: The Final Challengers wird spätestens dann zur echten Tortur, wenn ihr euch im neuen „Kumpel“-Modus allein gegen 2 NPCs stellt. Natürlich könnt ihr auch zusammen mit einem Freund oder aber einem CPU gesteuerten Kämpfer ans Werk gehen, doch werden hier vorzugsweise die Joy-Cons für jeden Spieler einzeln als Controller genutzt. Entweder zwingt euch also die Überzahl an Gegnern direkt in die Knie oder ihr bekommt ob der viel zu kleinen Joy-Cons nach ein paar Manövern Fingerkrämpfe. Wirklich Spaß hatten wir damit leider nicht.

Ultra Street Fighter II: The Final Challengers – In die Haut von Ryu…wollen wir nicht!

Wer dann neben den doch leicht schwammigen Auseinandersetzungen doch nochmals einen genauen Blick über das Startmenü schweifen lässt, der wird neben einer Galerie auch noch den zusätzlichen Modus „Der Weg des Hado“ finden. Bei diesem eher als Minispiel zu bezeichnenden Neuzugang, schlüpft ihr in die Rolle von Ryu und müsst aus der Ego-Perspektive und mit Hilfe der Bewegungssteuerung der Joy-Cons Wellen von Gegnern bekämpfen. Dazu führt ihr mit euren Händen in etwa die Bewegungen aus, welche dem speziellen Move von Ryu entsprechen würden. Für einen Hadouken haltet ihr also beispielsweise beide Joy-Cons waagerecht vor euch und führt sie kurz darauf in einer fließenden Bewegung an euren Oberkörper heran und stoßt sie wieder von euch weg. Im Idealfall führt der Bandana-Träger dann die entsprechende Attacke aus.

Doch auch hier funktioniert die Bewegungserkennung stellenweise auch mehr schlecht als recht, so dass ihr besonders bei höherem Gegneraufkommen immer wieder Bewegungsabläufe wiederholen müsst, um den Angriff endlich zu vollenden. Somit geht ach diesem Modus flott die eigentlich so bitter nötige Puste aus und kann kaum mehr als fünf Minuten unterhalten. Zumal auch kein wirklicher Mehrwert geboten wird und der Modus für Ultra Street Fighter II: The Final Challengers eher deplatziert wirkt, als integraler Bestandteil des eigentlich so guten Kampfspaßes. Somit bleibt uns abermals nichts anderes übrig als darauf zu verweisen, dass die Zeit, welche in die Entwicklung eben jenes Modus geflossen ist, lieber in das Erstellen exklusiver und auch neuer Charaktere hätte investiert werden sollen.

Einziger Wehmutstropfen ist dann zumindest die knackscharfe HD-Optik, in welcher jeder Kämpfer generalüberholt und neu nachgezeichnet wurde. Ein zeitloser Look, der speziell im Direktvergleich zum ebenfalls enthaltenen Original 4:3 Pixel-Modus einiges hermacht.


Fazit:

Eigentlich habe ich ja auf eben jene Version meines liebsten Street Fighters Teils hingefiebert, denn wenn ich zurück denke, habe ich wohl kaum ein Street Fighter länger und ausgiebiger gespielt als alle Versionen, die es damals von Teil 2 für das Super Nintendo gab. Schon die generalüberholte HD-Optik macht für einen Nostalgiker wie mich einiges her, bleibt aber dennoch zeitlos gut. Wenn dann auch noch der Fuß während eines Kampfes im Takt des an Klassiker grenzenden Soundtracks mit wippt, dann sollte es eigentlich um mich geschehen sein. Doch nur ein paar Kämpfe später wünschte ich mir nichts sehnlichster, als mein im Keller verpacktes SNES raus zu kramen, und die Originale zu spielen. Mangels eines Pro-Controllers war ich auf die Joy-Con-Steuerung angewiesen, für welche das Wort „schwammig“ noch fast untertrieben ist. Ich musste noch bei keinem Street Fighter die Steuerung auf die „Light“-Variante umstellen, um im normalen Schwierigkeitsgrad auch nur den Hauch einer Chance zu haben. Bei einem Spiel wie Street Fighter, welches zum Großteil von seiner perfekten und eingängigen Steuerung und dessen Variationen lebt, ist das ein absoluter Stimmungskiller. Wer dann auch noch bei dem Sub-Namen „The Final Challengers“ neue und exklusive Haudegen im Kader erwartet, der wird leider mit recycelten Charakteren samt neuem Farbanstrich „entlohnt“, darf sich dafür aber in meines Erachtens nach überflüssigen Bewegungs-Minispielen abstrampeln. So bleibt mir wohl wirklich kaum etwas anderes übrig als der Gang in den Keller.

... ist seit Februar 2011 freier Redakteur bei Spieletester.de. Er liebt Nintendo-Produkte und besitzt auch privat eine Wii U sowie einen 3DS. Vor allem Donkey Kong, Kirby und Co haben es ihm so richtig angetan.

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