Viking Rage

Viking Rage
70

Viking Rage

7/10

    Pros

    • Niedliche Grafik
    • Rundes Gameplay
    • Interaktive Menüs und geheimes Minispiel
    • Cooler Bossgegner
    • Level mit verschiedenen Plattformen und Fallen

    Cons

    • Überschaubarer Umfang
    • Schwaches Tutorial
    • Keine Onlinefunktionen

    Wer ein HTC Vive sein Eigen nennen darf, hat sich vermutlich recht schnell auch die kostenlose Spielesammlung „The Lab“ von Valve geschnappt. Vor allem das Bogenschießen/Tower Defense-Spiel mit den kleinen Mannequins ist ein klasse Titel, den man immer wieder mal für ein paar Gegnerwellen anzocken kann. Mit Viking Rage bringen N-Gon Entertainment und Headup Games in der kommenden Woche den wilden Bruder dieses Minispiels raus. Wir haben aus Hörnern getrunken und Dörfer geplündert und verraten euch, ob die Vive den Wikinger aus euch herbeirufen kann.

    Viking Rage – Von wütenden Wikingern und Trollen mit Wintermütze

    Ähnlich wie im Bogenschießen-Spiel von The Lab oder anderen Spielen des Tower/Keep Defense Genres gilt es auch in Viking Rage, eure kleine Wikinger-Festung vor Gegnerwellen zu verteidigen. Zu Beginn scheinen eure Gegner – darunter Wölfe, Trolle, Gnome und kleine Drachen – noch recht langsam und unmotiviert auf euer Eingangstor zu schlendern, doch mit immer stärkeren Wellen können Gegner schnell durch ihre schiere Masse die Überhand gewinnen. In späteren Leveln kommen zudem noch kleinere Variationen dazu, mal reitet ein Goblin beispielsweise auf einem Wolf, oder letzterer ist schneller und haut stärker zu. Eine weitere Bedrohung stellen kleine Bomben dar, die an Luftballons befestigt in eure Richtung fliegen. Der Twist: Schaffen wir es, die Luftballons zu zerstören, fallen die Bomben früher zu Boden und können mit dem richtigen Timing Gegnergruppen ausschalten.

    Darüber hinaus stehen euch noch kleinere Fallen zur Verfügung, mit denen ihr ebenfalls mehrere Gegner gleichzeitig erledigen könnt. Diese müssen jedoch erst einmal entdeckt werden! Per Knopfdruck könnt ihr euch in den Leveln von einer Plattform zur nächsten bewegen und so Gegner beispielsweise schon früher nach Walhalla schicken. Wer sich dabei noch etwas umguckt, entdeckt vielleicht zerstörbare Elemente, die weitere Plattformen freischalten. Wer einfach auf seiner Anfangsposition stehen bleibt, wird schnell von allen Seiten überrannt und seine Feste in Flammen sehen. Grundsätzlich lassen sich die meisten Gegner aber mit maximal 2-3 Treffern erledigen – doch Treffen will gelernt sein!

    Viking Rage – Mit Schwung und Adlerauge

    Als Wikinger stehen eure mehrere Waffen zur Verfügung, die ihr gegen Trolle, Wildschweine und Co. einsetzen könnt. Im Vordergrund stehen dabei natürlich die Wurfäxte, die nicht nur ordentlich Schaden hinzufügen, sondern auch in unendlicher Anzahl zur Verfügung stehen. Mit Hilfe der beiden Controller greift ihr dabei die Äxte, haltet den Trigger, holt aus und lasst ihn dann wieder los, um die Axt zu werfen. Das geht schnell in Fleisch und Blut über und macht nicht nur Spaß, sondern ist auf Dauer auch eine kleine Armtrainingseinheit. Neben den Äxten stehen euch zudem kleine Bomben sowie der Bogen zur Verfügung, der ähnlich gut wie in The Lab funktioniert, gefühlt aber noch etwas ungenauerer ist.

    Die Äxte können wir lustigerweise in den Bogen spannen, wenn gerade mal keine Pfeile rumliegen. Das bringt zwar nur in den seltensten Fällen etwas, sieht aber verdammt cool aus – genauso wie das Jonglieren mit Äxten! Mit jedem erledigten Gegner wächst zudem euer Rage-Meter. Ist dieser voll, könnt ihr bei Bedarf eure Wikingerwut aktivieren und so nochmal extra Schaden austeilen. Zudem poppen hin und wieder Spezialkräfte auf, mit denen ihr beispielsweise euren Pfeilen besondere Fertigkeiten verleihen könnt. Eispfeile etwa lassen Gegner gefrieren, was vor allem gegen fliegende Minidrachen sehr hilfreich sein kann. Letztere greifen seltener eure Burg, sondern vielmehr euch selbst an und sorgen mit jedem Treffer kurzzeitig für einen verschwommenen Bildschirm und Orientierungsnot.

    Viking Rage – O’zapft is

    Optisch kann sich Viking Rage durchaus sehen lassen und versucht durch seinen eher comicartigen Look nicht nur euren Rechner zu schonen, sondern auch die sonst eher polygonarme Welt zu verschleiern. Und das klappt, denn das generelle Charakter- und Weltendesign ist insgesamt stimmig und irgendwie auch ein bisschen niedlich. Interaktive Menüs sowie die Möglichkeit, Charaktermodelle in einer Galerie zu betrachten, verleihen dem Spiel nochmal einen gewissen Charme. In einer Handvoll Leveln kämpft ihr dabei entweder in grünen Wäldern, eisigen Tundren oder feurigen Vulkanen und müsst Festungen oder Dracheneier beschützen. Im Vulkanlevel müsst ihr dabei sogar zwei Punkte gleichzeitig fertigen – spätestens hier müsst ihr euch unbedingt von Plattform zu Plattform bewegen!

    Ein absoluter Fehlgriff ist jedoch die Art und Weise, wie man einen Level bzw. das Spiel selbst startet. So könnt ihr auf einer kleinen Karte den Level anwählen und müsst dann – in klassischer Wikinger-Manier einen Krug Bier stürzen. Klingt in der Theorie passend und spaßig, wenn da nicht der „Betrunken“-Effekt wäre, der noch verschlimmert wird, wenn das Spiel kurz stockt, um den Level zu laden. Liebe Entwickler: Übelkeit kann schon grundsätzlich bei vielen VR-Benutzern vorkommen. Ein verschwommener Bildschirm der zu viel Alkoholkonsum symbolisieren soll, ist da nicht sonderlich förderlich.


    Fazit:

    John-Henry Drabeck Viking RageInsgesamt ist Viking Rage ein gelungener Tower Defense-Titel, der zwar im Hinblick auf Umfang nur eine Handvoll Level & ein geheimes Minispiel bietet, aufgrund von mehr oder weniger interaktiven Umgebungen mit Fallen und Plattformen aber durchaus die Tiefe bietet, die solch ein Titel nötig hat. Highscores motivieren zudem zum wiederholten Anspielen und Trainieren. Mit dem Bogen muss ich zum Beispiel unbedingt noch besser werden und auch von meiner linken Wurfhand wollen wir gar nicht erst reden… Ein Preis ist trotz kurz bevorstehendem Releasetermin noch nicht bekannt. Wir gehen aber davon aus, dass hier nicht mehr als 10-12€ verlangt werden, was noch durchaus angemessen wäre. Bogenveteranen aus „The Lab“ und generelle Tower Defense-Fans können hier gerne zugreifen, der Rest sollte erstmal die kostenlose Valve-Spielesammlung ausprobieren.

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    1 KOMMENTAR

    1. Hallo John.
      Wow, vielen Dank für diesen umfangreichen Artikel. Wir haben in unseren Statistiken gesehen, dass du dir wirklich viel Zeit genommen hast um ausführlich für den Artikel zu recherchieren. Das hat uns sehr gefreut! Auch dein Feedback ist sehr wertvoll für uns, besten Dank hierfür. Wir schauen mal was wir mit dem “Betrunken sein” Effekt noch ändern können bis zum Release 😉
      Es gibt übrigens noch ein paar weitere versteckte Minigames. Falls du Interesse hast schick mir einfach eine kurze Mail an andreas@vikingrage.beer, dann verrate ich dir ein paar der versteckten Level und Features 😉

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