Virtua Fighter 5 Testbericht

Nachdem schon die Preview-Edition in Hamburg Lust auf mehr gemacht hat, geht es nun mit dem Test weiter, der nicht haette optimaler verlaufen koennen. Dass Virtua Fighter 5 einen Award kriegen wuerde, war mir schon in Hamburg klar gewesen, aber wieso das so gameend leicht gekommen ist, lest ihr in den folgenden Zeilen – viel Spass dabei!

Von unten nach oben
Virtua Fighter gilt als einer der besten Beat `em Ups aller Zeiten, fuer viele ist es auch generell das Beste vom Besten. Schon Teil 4 fuer die PlayStation 2 zeigte der Konkurrenz aus dem Hause Namco und Tecmo, wo der Hammer haengt und bot ein Gameplay, dessen Bewegungen, Animationen und Logik ins sich vollkommen stimmig, logisch und gameerisch benutzt werden konnten. Virtua Fighter 5 treibt die Perfektion auf ein noch hoeheres Level und – man mag es kaum glauben: Teil 5 gamet sich nochmals besser, noch realistischer und noch ansprechender als Teil 4!

The old tunes
Im Quest-Mode geht es so richtig zur Sache, weil ihr hier euer liebes Geld verdient, mit dem ihr euch hernach Items (Kleidung vornehmlich) oder auch neue, individuelle Charaktere freikauft. Allerdings braucht es seine Zeit bis man wirklich sinnvolle Items bekommt; erst spaeter kommen richtig coole Sachen, die man dann auch locker kaufen kann, wenn man etwas laenger spart. Im Quest-Mode zieht ihr von der einen Gamehalle zur naechsten und nehmt dabei an Herausforderungen, meistens Turniere, teil, die mit einem feinen Preisgeld belohnt werden. Bei den Gegnern wird man auch direkt einige Stufen angezeigt bekommen (Kyu-Gerade sind eher schwach, Dan sind die ‘Meister’), die von Anfaenger bis Profi reichen. Neulingen sei angehalten, entweder das Training mehrfach zu ueben, um moeglichst viele Kombos zu beherrschen oder sich einfach gegen die schwachen Gegner zu behaupten, was auch nach kurzer Gamezeit durchaus moeglich ist. Bei den Turnieren wartet das uebliche K.O.-System auf euch, so dass die Kaempfe stetig wieder an Reiz gewinnen, weil man nie weiss, wer der naechste Gegner ist.
Bekannt sein duerften auf jeden Fall so ziemlich alle Kaempfer sowie die Modi, die im Kern den Quest-Mode beinhalten, einen Versus-Mode, Training und Arcade-Mode bieten. Bei den Kaempfern kamen zwei neue Fighter hinzu: Da waere zum einen der mexikanische Lucha-Libre-Wrestler El Blaze und zum anderen die Monkey-Kung-Fu-Kaempferin Eileen. Beide Charaktere passen sehr gut ins Game und komplettieren das Sortiment an Charakteren. El Blaze ueberzeugt durch eine gewaltige Kraft, die gerade in Kombination mit erfahrenen Gameern toedlich sein koennen. El Blaze zieht im Uebrigen vor jedem Kampf eine, sagen wir etwas alberne, Show ab. Eileen hingegen wirkt unscheinbar, hat es aber faustdick hinter den Ohren, weil ihre extrem schnellen Angriffe unkontrolliert wirken und dadurch sehr schwer zu blocken sind – klasse fuer Wettfighte, wenn man sie kontrollieren kann.

Ausserdem kann man festhalten, dass die Variation innerhalb des Quest-Modes ziemlich gut ist. Ganz besonders hat es mir der Time-Attack-Modus angetan, wobei man hier eher ein Zeitlimit hat, das fuer das Ende sorgt. Wer hier nicht schnell boese Kombos hinlegt und den Gegner so bearbeitet, dass ihr mehr Energie habt als jener, verliert ihr, weil sich die Situation dann wohl in die entgegengesetzte Richtung begibt. Schon in der Preview sagte ich, dass die KI um einiges verbessert wurde, nun kann ich sagen: Es stimmt! Waehrend ihr die Kyu-Vertreter schnell in die Schranken weist, werdet ihr es mit den Dan-Traegern teilweise richtig schwer haben, weil sie sich eure Kombos merken (!) und gegen euch verwenden, weil sie jene Blocken und dann uebelst kontern. Hier gilt es aufzupassen und seinen Kampfstil zu variieren, sonst faellt man ganz leicht auf die Matten (oder auf den knallharten Boden).[]

Feinstes Gameplay
Das Hauptaugenmerk bei Virtua Fighter 5 liegt natuerlich auf den grandios in Szene gesetzten Kaempfen. Wenn einer der Kaempfer eine Bewegung macht, dann sieht das einfach authentisch und realistisch aus. Ein Low-Kick erzielt auch nur die Wirkung eines Low-Kicks: Naemlich nur wenig Schaden. Ein gut platzierter Low-Kick aber bringt den Gegner ins Straucheln, wodurch er fuer einige Sekunden bewegungsunfaehig wird, weil er die Schmerzen auskurieren muss. Dann wird es Zeit fuer die richtig dicken Kombos (mein Rekord: 7 Treffer in einer Reihe). Eines erfordert der fuenfte Teil aber trotzdem: Man muss komplett weg von dem Gedanken kommen, hier blind auf die Tasten zu haemmern, denn das fuehrt bei CPU als auch bei etwas erfahrenen Kaempfern zu keinerlei Erfolg. Regelmaessiges Training ist erforderlich, um die Grundlagen zu verstehen, noch viel mehr Training ist noetig, um den Titel zu meistern. Sega sagte es mal ganz schoen auf Englisch ‘easy to learn, hard to master’, was zu deutsch ‘leicht zu lernen, schwer zu meistern’ heisst und genau das widerspiegelt, was wir erleben durften. Waehrend ich mit meinen Kenntnissen aus Teil 4 noch recht gut wusste, wie alles klappt, konnten sich die Kollegen aus der Redaktion nur fluchend aus Kaempfen mit mir verabschieden.

Bei den Kaempfen gibt es aber auch eine gewisse Fairness: Eigentlich haette die zierliche Pai so gut wie keine Chance mit dem Muskelprotz El Blaze oder dem Meister Akira, aber die Lebensleisten sinken trotz der Kraftunterschiede gleichmaessig gegen Null, weswegen man nicht stetig auf denselben Charakter stossen wird. Sehr schade finden wir es, dass es keinen Online-Modus gibt, weil man gerade hier seine Faehigkeiten wunderbar mit anderen Gameern messen koennte. Die Erfahrung allerdings zeigt, dass ein Online-Modus in einem Beat `em Up eine heikle Angelegenheit ist. Bei DoA 4 muss man des Oefteren mit Lags rechnen, weil die schnellen Bewegungen nicht schnell genug ueber die Internetleitung uebertragen werden koennen. Die letzte Hoffnung ist und bleibt: Eigene KI-Recken online stellen und gegen jene dann fighten. Im Offline-Mehrgameer kann man wie stetig nur gegen einen weiteren Freund gameen.

Edle Optik!
Edel kann man allerdings zweideutig sehen, denn zum einen ist die Grafik einfach atemberaubend, anderseits haben wir es bei Virtua Fighter 5 mit einem Wachsfigurenkabinett zu tun, welches – und das muss ich im gleichen Satz auch erwaehnen – nicht so schlimm aussieht wie in FIFA oder anderen Launchtiteln der Xbox 360. Dafuer aber erkennt man alle Details und das in voller 1080p Aufloesung (bislang ging man lediglich von 720p aus). Einzelne Fasern, Haarstraehnen und ausgeatmete Luft wird durch jene hohe Aufloesung sichtbar. Besonders hat es mir die exzellente Wasserdarstellung angetan, die bis heute ihresgleichen sucht – klasse!

Bestseller PC & Konsolen Spiele

Beim Sound allerdings koennte ich wiederum fast heulen, weil man sich hier Fehler nach Fehler geleistet hat. Warum hat sich Entwickler AM2 bitte fuer Techno als musikalische Untermalung ausgesucht? Das passt genau so wenig wie das Schalke-Trikot in der Dortmunder Fanmeile! Und warum mussten die Entwickler so konservativ sein und die ‘alten’ Sounds beibehalten? Mut zur Veraenderung hat man im Uebrigen in keinem Aspekt des Games bewiesen.[]

Der Kommentar
Kommentator Genial! Ich liebte Virtua Fighter 5 schon nach dem ersten Game in Hamburg Anfang Februar. Nun, gut 1 ½ Monate spaeter liebe ich jenes Game noch viel mehr, weil es einfach, aber zugleich extrem komplex ist. Die Grafik ist in jeder Hinsicht ein echter Hingucker, auch wenn man das Wachsfigurenkabinett nicht wirklich braucht. Die Animationen sind butterweich, sehen klasse aus und generell stimmt eigentlich fast alles im Game. Schade nur, dass die Entwickler keine Neuerungen eingebaut haben, Sixaxis missachten und die Analogsticks unberuehrt lassen. Viel schmerzhafter ist das Fehlen eines Online-Modus, aber was solls: Bis auf den Online-Modus kann man jeden Contra-Punkt getrost anlaecheln, die 90%-Huerde ist ueberwunden, die PS3 hat hier eines der besten, wenn nicht gar das Beste Game zum Launch!
Tops Flops
Grandiose Optik
Nahezu perfektes Gameplay
Fairness an erster Stelle
Leicht zu lernen, schwer zu meistern
daraus resultiert eine extrem hohe Langzeitmotivation
Klasse Training
1080p
Kaempfe koennen als Replay gespeichert werden
Kein Online-Modus
Sixaxis wird nicht unterstuetzt
Sound dezent vermurkst
Kein Mut zu Neuerungen
Keine Analogsteuerung
Gameetester.com Wertung
Gamespass sehr gut Auszeichnungen
Gameplay sehr gut
Grafik sehr gut
Sound gut
Umfang sehr gut
Multiplayer gut

Gesamt

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... ist Chefredakteur bei Spieletester.de und seit der Gründung 2003 mit dabei. Am liebsten spielt er Strategiespiele wie StarCraft II oder Rollenspiele.

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