Wii jOG

Wii jOG

Dass Nintendo mit dem bewegungssensitiven Spielen im heimischen Wohnzimmer einen neuen Trend gesetzt hat, macht sich besonders am Erfolg des japanischen Unternehmens bemerkbar, so dass Big N mittlerweile zum erfolgreichsten Konsolenhersteller mutierte, auch wenn der Erfolg dem Casual-Markt gewidmet ist und die früheren Core-Gamer nach und nach vergrauelt werden. Doch der Erfolg mit Gelegenheitsspielern, Familien und auch das weibliche Gen, gibt Nintendo weitestgehend recht, was besonders an der schon erwähnten Bewegung liegt, die dank Peripherie, wie das enorm erfolgreiche Wii Fit oder EA Active, immer weiter ausgebaut wird. Nun hat sich auch die englische Firma NCG (New Concept Gaming) diesem Thema gewidmet und eine Zusatzeinheit entwickelt, das es ermöglichen soll, durch das Gehen auf der Stelle, die Spielfigur im Spiel zu bewegen. In England und den USA ist diese Technik, die auf den komischen Namen jOG (Anlehnung an „joggen“) hört, schon länger ein Erfolg und wurde vor kurzem durch den NTP Vertrieb in Deutschland eingeführt, um auch hier ein Kassenschlager zu werden.

Wir haben uns das ungewöhnliche Konzept angeschaut und es selbst getestet, um euch zu berichten, ob diese Erweiterung Sinn macht und sich der Kauf von 29,99 € UVP lohnt.

Kleine Verpackung, viel Kabel

Die kleine Verpackung wirkt erstmal kaum vielversprechend. Klappen wir diese auf, sehen wir direkt das kleine, weiße Plastikgerät, das mit einem kleinen Display ausgestattet ist. Die Bedienungsanleitung, die sehr kurz gehalten wurde, erklärt uns, dass man einfach jOG zwischen Remote und Nunchuk klemmen muss und gleichzeitig den Sensor mit integriertem Display an den Gürtel geschnallt werden sollte, das dank integriertem Klipp kein Problem darstellt.
Laut Hersteller funktioniert diese „innovative“ Technik mit allen Spielen, die den Nunchuk als Bewegungssteuerung nutzen. Demnach haben wir uns direkt Super Mario Galaxy, Resident Evil 4 und Red Steel geschnappt, um uns selbst davon zu überzeugen.

Doch leider bekommen wir beim Anbringen direkt ein Problem. Das Kabel, was zwischen den beiden Hauptcontrollern gespannt wird, ist zwar von der Länge her üppig, für unseren Geschmack aber etwas zu lang, so dass dieser schon ein wenig störend in der Luft und runter an unseren Beinen hängt. Ob diese Angelegenheit auch in der Praxis beim Spielen stört?

Selbst ist der Spieler

Laut Herstellerangabe soll der Spieler komplett ins Spielgeschehen eintauchen und den Charakter spüren, um so einen noch höheren Spielspaß zu gewährleisten. Demnach haben wir uns direkt mit Super Mario Galaxy ins Abenteuer gestürzt.

Im Grunde funktioniert das Konzept im Grunde ganz einfach. Anstatt mit dem Nunchuk in die gewünschte Richtung den Protagonisten zu bewegen, drückt ihr mit Hilfe von jOG nur den Analog-Stick in die Richtung und lauft dabei auf der Stelle, um so den Charakter dahin laufen zu lassen, wo dieser auch hin soll. Das das Konzept mit mehr Anstrengung verbunden ist, sollte somit für jeden ersichtlich sein und für die faulen Spieler unter uns, ist dieser Zusatz wohl keineswegs zu empfehlen.

Nachdem wir das Spiel rund um den Klempner gestartet haben, legen wir auch schon los und nutzen dank jOG unsere Beine für die Bewegungen im Spiel. Doch irgendwie kommt der versprochene Spielspaß nicht auf. Denn in der Praxis wird schnell sichtbar, das Mario einfach zu viele Hüpfpassagen und Sprungtechniken besitzt, um gekonnt mit seinem eigenen Körper das Laufen zu beherrschen. Denn gleichzeitiges joggen und dabei mit Remote gekonnte Tastenkombinationen zu drücken, kann einfach nicht funktionieren und somit hatten wir schon nach einigen Minuten keine Lust mehr.

Anders ist es dabei schon mit Resident Evil 4. Hier bewegt sich der Hauptdarsteller wesentlich langsamer und träger, so dass hier jOG schon um einiges besser funktioniert. Somit können wir uns langsam durch die infizierten Menschenmassen bewegen und dabei sogar ein wenig Kalorien verbrauchen. Denn die kleine Anzeige zeigt nicht nur den momentanen Verbrauch an, sondern zählt sogar unsere Schritte, die wir vollzogen haben. Dennoch müssen wir ehrlich zugeben, dass wir Resident Evil lieber auf dem Sofa genießen, da die Steuerung mit der eigentlichen Controllereinheit wesentlich leichter von statten geht, da man in vollkommener Ruhe sitzen und genießen kann.

Danach haben wir uns Red Steel gewidmet und mussten feststellen, das jOG und Shooter keine Freunde werden. Denn man ist so sehr mit dem Laufen auf der Stelle beschäftigt, das man kaum eine Chance hat, sich auf die Gegner zu konzentrieren und man somit sehr oft das Zeitliche segnen wird. So steigt der Frust sehr an und der Spielspaß bleibt auf der Strecke.

Leider mussten wir zudem feststellen, dass der kleine Apparat am Gürtel auch unfreiwillige Aktionen ausführt, obwohl wir diese nicht machen wollten. Darüber hinaus stört das Kabel extrem beim Spielen und was die Nachbarn über uns denken, wenn sie ins Fenster schauen, möchten wir gar nicht erst wissen, da die Bewegungen sehr affig aussehen.

Idee ohne Nutzen

Dass die Entwickler mit jOG eine wahrlich frische und serienreife Idee aus ihrem Hut gezaubert haben, wage ich nicht zu bezweifeln, doch ob jOG auch wirklich Sinn macht, ist eine ganz andere Frage. Wer von uns Spielern möchte schon freiwillig auf der Stelle rumhampeln, nur um so seinen Charakter zu bewegen? Zudem stellt sich die Frage, welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Denn Casual-Gamer sind mit Wii Fit, Wii Sports und Konsorten bestens bedient und spielen keineswegs Shooter oder Action-Adventure, die mit Nunchuk gespielt werden, denn diese werden mehr von Core-Gamern gekauft, die mit Sicherheit aber kein Interesse an solch einer Peripherie haben werden.

Wertung:

Befriedigend –

 

 

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