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Devil May Cry 5 (PS4) Test

Überraschend hatte Capcom auf der E3 2018 mit Devil May Cry 5, den neuesten Teil der Actionserie angekündigt. Die Aussagen vom Serienregisseur Hideaki Itsuni im September 2018 machten deutlich, dass eine Fortsetzung zunächst nicht geplant war. Vielmehr wollten die Entwickler eine neue Version des ersten Teils auf den Markt bringen. Die Gründe, weshalb sie sich doch für eine Entwicklung von Devil May Cry 5 entschieden haben erfahrt ihr im folgenden Interview. Mit Devil May Cry 5 erscheint nach mehr als zehn Jahren, der neuste Ableger Actionspielserie und natürlich ist Dämonenjäger Dante wieder mit von der Partie. In meinem Test gehe ich unter anderem der Frage nach, ob Devil May Cry 5 überhaupt an die Qualität der Vorgänger herankommen kann. Hat Capcom sich mit der Entscheidung einen Gefallen getan, den geplanten Reboot von Devil May Cry zu verwerfen? Die Antwort erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Devil May Cry 5 – Die Story im Hintergrund

Mit Devil May Cry 5 knüpfen wir fünf Jahre an den Geschehnissen aus dem Vorgänger an. Während man zunächst dachte, dass die Bedrohung durch dämonische Kräfte verschwunden ist, kehrt das Böse in Devil May Cry 5 erneut und sogar viel stärker zurück. Die dämonische Invasion beginnt damit, dass die Samen des “Dämonenbaums” Wurzeln in Red Grave City schlagen. Aus diesem Dämonenbaum krabbeln Monster, die als Untertanen von Dämonenkönig Urizen auf Red Grave City losgelassen werden. Unsere Aufgabe ist es im weiteren Spielverlauf diese Dämoneninvasion zu stoppen.

Zu Beginn steuern wir im Hack’n’Slay-Action-Abenteuer den jungen Dämonenjäger Nero. Er ist ein Verbündeter des Dämonenjägers Dante. Beide gehen in Devil May Cry 5 eine Allianz mit dem erstmals in der Geschichte auftauchenden Charakter V ein, um im Kampf gegen die Dämonen siegreich zu sein. Zunächst machen sich Nero und seine Partnerin Nico nach Red Grave City auf, um das Ausmaß der dämonischen Invasion zu beobachten. Gerade zu Beginn erhalten wir einen emotionalen Eindruck vom Protagonisten. Nicht nur der Verlust seines dämonischen Arms nimmt ihn emotional mit. Auch der bisher unbekannte Aufenthaltsort von Dante beschäftigt ihn sehr. Und da ist ja auch noch die Dämoneninvasion, die er mit aller Macht bekämpfen will. Die hohe Anzahl an Zeitsprüngen haben bei mir (leider) immer wieder zur Verwirrung gesorgt.

Devil May Cry 5 – Dämonenjagd mit Spaßfaktor?

Grundsätzlich ist in Devil May Cry 5 die Story sehr schlicht gehalten. Die Entwickler haben viel mehr das Ziel mit einer hohen Anzahl an Gameplay-Features für Unterhaltung zu sorgen.Sowohl Dante als auch Nero besitzen nämlich verschiedene Fähigkeiten, die euch im Kampf gegen die Dämonen weiterhelfen sollen. Dante besitzt (wie auch in den Teilen zuvor) seine Pistolen Ivory und Ebony und seine Schwertern Rebellion und Sparda. Nero stehen ebenfalls Schwerte und Handfeuerwaffen zur Verfügung. Weiterhin besitzt Nero eine mechanische Armprothese mit dem Namen „Devil Breakers“, womit er gegnerische Angriffe abwehren kann. Der neu hinzukommende Charakter V hat die besondere Fähigkeit Dämonen beschwören zu können, die uns im Kampf gegen die Dämonenhorden von Urizen unterstützen.

Leider haben die Entwickler von Capcom es nicht geschafft, die unterschiedlichen Fähigkeiten der einzelnen Charakter für mich als Spieler wertvoll und sinnvoll zu gestalten. Die KI stellte mich im Test zu keiner Zeit wirklich auf die Probe und ich konnte mich mit wenig Mühe die Dämonenhorden bekämpfen. Oftmals reichen nur wenige Angriffe auf die feindlichen Dämonen aus. Deshalb kommt bei mir im Spiel auch das Gefühl auf, dass die unterschiedlichen Fähigkeiten der Charakter nicht besonders wertvoll sind. Hier hätte ich es mir gewünscht, dass die verschiedenen Fähigkeiten nur auf eine bestimmte Art von Gegnern effizient sind.
Zugute halten muss man dennoch, dass die Entwickler mit der Integration eines Ranking-Systems zumindest versuchen, den Schwierigkeitsgrad für uns als Spieler zu erhöhen.

Devil May Cry 5 – Unausgeschöpftes Potenzial

Die Idee eines Ranking-Systems, welches die eigenen Kampfkünste mit Punkten bewertet fand ich zunächst sehr spannend. Jedoch war die Ernüchterung groß, da die Kämpfe einfach gestaltet sind und wenig Abwechslung bieten. Schließlich sind wir als Spieler überhaupt nicht gezwungen, die verschiedenen und einzigartigen Fähigkeiten unserer Charaktere zu nutzen. Nur wenige Spieler werden Wert auf ein perfektes Ranking legen und alle Features des interessanten Kampfsystems ausnutzen.

Am Ende eines Levels steht der Kampf gegen den „stärksten“ Gegner bevor. Auch hier hätte ich mir eine viel größere Herausforderung erhofft. Bei den Endgegner-Kämpfen ist es nicht möglich durchgehend neue Angriffe zu starten. Hier ist zumindest (im Gegensatz zu den anderen Kämpfen) ein wenig mehr Geduld gefragt, wobei ihr eigentlich nur gegnerischen Angriffen ausweichen müsst. Ansonsten habe ich auch hier mit wenig Mühe und selbst sogar mit einem eintönigen Angriffsschema, die Endgegner besiegen können.

Enttäuschend ist aus meiner Sicht, dass mir Devil May Cry 5 sogar im „schwierigsten“ Fall unter die Arme greift. Sobald meine Lebensenergie sich dem Ende neigt, konnte ich sie mit dem Einsatz von goldenen Kugeln vollständig auffüllen. Die nicht vorhandene Spielmotivation setzt sich also wie ein roter Faden im gesamten Spiel fort. Lobenswert ist aus meiner Sicht, dass man zum Ende des Spiels einen neuen, höheren Schwierigkeitsgrad freischalten kann. Weshalb dieser Schwierigkeitsgrad jedoch nicht schon direkt zu Beginn des Spiels vorhanden ist, wäre interessant zu wissen. Selbstverständlich habe ich den neuen Schwierigkeitsgrad auch direkt mal ausprobiert. Tatsächlich haben sich die Kämpfe schwieriger und herausfordernder angefühlt. Wirklich schade, dass dieser Schwierigkeitsgrad erst freigeschaltet werden muss.

Fazit
Auf Devil May Cry 5 hatte ich eine große Vorfreude und habe mir wirklich im Gesamtpaket viel mehr erhofft. Die Idee hinter dem Spielprinzip und des Kampfsystems ist aus meiner Sicht nicht vollständig ausgeschöpft worden. Was Devil May Cry 5 hätte aus machen müssen, wären eigentlich die unterschiedlichen und einzigartigen Fähigkeiten der verschiedenen Charaktere. Diese haben die Entwickler im Spiel (leider) nicht sinnvoll integriert. Zu keiner Zeit in den 20 Missionen zwingt mich das Spiel dazu, dass facettenreiche Kampfsystem auszukosten. Auch mit einseitigen Angriffen bei Gegnern jeder Art war ich erfolgreich. Das Ranking-System dient (leider) nur zur eigenen Spielmotivation. Wenn euch eure eigene Performance nicht sonderlich interessiert, seid ihr auch nicht gezwungen Stylepunkte durch Kombo-Angriffe zu sammeln. Den freigeschalteten Schwierigkeitsgrad hätte ich mir schon zu Beginn des Spiels gewünscht und nicht nach einer zwölfstündigen Spielzeit. Meiner Meinung nach verpassen es die Entwickler, dass Potenzial des Spiels voll auszuschöpfen und vor allem Fans der Spielreihe werden denke ich enttäuscht sein. Wer jedoch mit den früheren Ablegern noch nicht in Berührung gekommen ist, kann aus meiner Sicht mit Devil May Cry 5 deutlich mehr Spaß haben.
Gut
  • Spektakuläre Grafik auf der PS4 Pro
  • Einfache Steuerung
  • Drei spielbare Charaktere mit einzigartigen Fähigkeiten
  • Zahlreiche Waffen und unterschiedliche Gegner
  • Extra: Geheimmissionen
Weniger Gut
  • Schwache KI (Button-Mashing)
  • Facettenreiches Kampfsystem passt nicht zum einfachen Schwierigkeitsgrad
  • Ranking-System dient nur zum "eigenen" Wettbewerb
  • Verwirrende Zeitsprünge
7
solide

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