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Marvel’s Spider-Man Miles Morales (PS5) Test

Marvel’s Spider-Man Miles Morales ist ein audiovisuelles und -haptisches Meisterwerk. Egal ob Story, Kämpfe, Tricks oder Akrobatik in der Luft – zu jedem Zeitpunkt kann Insomniac Games‘ neuerster Ableger der Spider-Man-Reihe überzeugen. Lediglich der Preis mit 60 Euro für ein Addon ist überzogen. Was zeichnet die freundliche Spinne von Nebenan noch so aus? Welche Stärken und insbesondere Schwächen sind zu bemerken? Und vor allem: Was für Neuheiten bringt die PS5? Das und ein wenig mehr erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Spider-Man Miles MoralesDie Geschichte von Marvel’s Spider-Man Miles Morales rückt den 17 Jahre jungen Miles Morales in den Vordergrund. Wenn ihr das Hauptspiel kennt, dann wisst ihr natürlich auch wer er ist. Jener muss in der Abwesenheit von Peter Parker (auf Tour durch Europa) die Welt vor Bösewichten beschützen – aber nicht für immer alleine. Die Storyline findet zur Weihnachtszeit statt. Miles‘ Mutter kandidiert um eine Position im Stadtrat und zieht dementsprechend allerhand Aufmerksamkeit auf sich. So viel, dass auch die Bösewichte sie ins Auge fassen.

Gleich zu Beginn geht es zur Sache und Miles muss während einer Kundgebung die eskalierende Lage wieder beruhigen. Die Attentäter gehören der „Underground“-Gruppe an. Konkrete Details zur Geschichte des Spiels verrate ich euch hier selbstverständlich nicht. Die Inszenierung dieser und die generelle Erzählstruktur ist aber über jeden Zweifel erhaben. Im Rahmen der rund 12 Spielstunden (nur Hauptmissionen) bekommt ihr eine spannende Story geboten, die auch einen ikonischen Bösewicht präsentiert – inklusive fettem Kampf in einer Mall.

Marvel’s Spider-Man Miles Morales – Spinne in Ausbildung

Erzählerisch haben die Jungs und Mädels bei Insomniac Miles‘ Unerfahrenheit clever gelöst. Einerseits hat Parker ihm off the screen erste Dinge beigebracht. Andererseits findet ihr überall in der Stadt verteilt einige Hologramme, die euch neue Tricks und Fähigkeiten beibringen. Somit kommen auch Neulinge in den Genuss des Spiels. Zudem gibt es eine Rückblende, die euch die Story des Hauptspiels kurz und knackige erläutert.

Spielerisch gibt es keine maßgeblichen Änderungen. Die Entwickler setzen auf dasselbe Grundgerüst, sodass ihr während der absurd gut gemachten Zwischensequenzen diverse Quick-Time-Events absolviert, sodass diese interaktiv sind. Die QTE sind keinesfalls nervend, sondern verbessern das Erlebnis, weil ihr mittendrin statt nur dabei seid. Dasselbe Gefühl vermittelt auch der DualSense Controller der PS5. Der Drücker bietet viel mehr als nur Rumble, sodass ihr die Elektrizität aus Miles‘ Attacken von rechts nach links und links nach rechts wirklich wandern fühlt. Man muss es erlebt haben, um das zu verstehen. Diese Immersion zusätzlich zu den Audio-Feature bildet ein waschechtes Alleinstellungsmerkmal.

Spider-Man Miles MoralesDie Fundamente des Kampfsystems bleiben erhalten. Heißt somit: Ihr baut Energie auf, nutzt Spezialattacken (etwa den elektrisch geladenen Venom-Angriff), weicht mit entsprechendem Timing aus und kontert eure Feinde. Gerade auf den beiden höheren Schwierigkeitsgraden überzeugt das Spiel mit anspruchsvollen Scharmützeln, während die unteren Stufen meiner Meinung nach eher Zugeständnisse auf die „kein Bock mich anzustrengen“-Fraktion sind.

Marvel’s Spider-Man Miles Morales – Elektrisierend

Dreh- und Angelpunkt von Miles Morales sind die neuen Fähigkeiten des neuen Spider-Man. Miles setzt nämlich auf elektrische Energie. Und durch Kombos in den Kämpfen sammelt ihr diese, woraufhin ihr mächtige Venom-Angriffe ausführen könnt. Diese sehen nicht nur cool aus, sondern haben auch einen Nutzen. Wahlweise lassen sich Feinde schwächen, entwaffnen oder ihr nutzt sie, um Rätsel zu lösen.

Ähnlich wie im Hauptspiel sammelt ihr in Miles Morales Erfahrungspunkte, die irgendwann im Levelaufstieg enden. Mit zunehmenden Skillpunkten dringt ihr tiefer in einem (oder mehreren) der drei Talentbäume ein. Zur Wahl stehen Kampf, Venom und Unsichtbar, die auch direkt offenbaren, worum es sich hierbei handelt. Zusätzliche Herausforderungen erhöhen das Repertoire an Möglichkeiten, sich virtuell auszulassen.

Neben der sehr guten Hauptstory bietet Marvel’s Spider-Man Miles Morales auch allerhand Nebenmissionen. Diese sind, genau wie im Hauptspiel, keine Massenware, sondern mit Bedacht gewählt. Mal gilt es eine Katze zu retten, ein anderes Mal Verbrechen zu stoppen, Einbrüche zu verhindern und so weiter und so fort. Abwechslung wird hier großgeschrieben. Daneben warten allerhand Herausforderungen auf euch, die wiederum unterschiedliche Outfits für Spider-Man freischalten. In Punkto Umfang steht das Addon dem Hauptspiel folglich in nichts nach.

Was mich nur etwas gestört hat, waren die Schleichpassagen. Wie in vielen anderen Action-Adventures gibt es keinen goldenen Mittelweg. Entweder sie sind gut gemacht oder schwach – hier trifft letzteres zu. Weiterhin offenbart sich gerade hier die dämliche KI, die selbst bei Fehlern meinerseits viel zu nachgiebig ist.

Marvel’s Spider-Man Miles Morales – Optischer Leckerbissen auf PS5

Spider-Man Miles MoralesGrafisch ist Marvel’s Spider-Man Miles Morales ein Brett. Zwar sieht das Spiel auch schon auf der PS4 Pro richtig schick aus, doch die PS5 hievt es auf ein noch höheres Niveau. Sobald ihr die Unterschiede seht, könnt ihr sie nicht mehr übersehen. Dabei steht ihr zunächst vor der Wahl, ob ihr 30 oder 60 FPS bevorzugt. Wählt ihr 60 FPS, habt ihr zwar ein butterweiches Spielerlebnis, grafisch aber kaum mehr als eine PS4 Pro mit besseren Texturen und Effekten. Wählt ihr hingegen die 30 FPS-Variante im Menü aus, bekommt ihr nicht nur eine schickere Gesamtoptik, sondern obendrein Raytracing.

Und Raytracing macht hier einen riesigen Unterschied in der Wahrnehmung des Spiels. Höhen sind nun ganz klar ersichtlich und Gebäude wirken unglaublich echt, weil die Lichtverhältnisse real abgebildet sind. Spiegelungen sind physikalisch korrekt (wenngleich keine Spiegelung in Spiegelung genutzt wird) und atmosphärische Beleuchtung ist merklich markanter als im 60 FPS-Modus, der dagegen blass wirkt.

Darüber hinaus ist die Menge an Zivilisten sowie Objekten in der PS5-Version spürbar nach oben geschraubt (beide Grafikmodi) im Vergleich zur PS4. Dadurch wirkt die Stadt noch lebendiger als zuvor. Auch die Ladezeiten sind spürbar kürzer. Während eine PS4 Pro mitunter fast zwei Minuten braucht, damit ihr zocken könnt, ist die PS5 in wenigen Sekunden startbereit.

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