Mit Forza Horizon 6 kehrt die beliebte Open-World-Rennserie zurück und entführt Spieler erstmals nach Japan, einem Land, das Autokultur auf einzigartige Weise zelebriert. Playground Games verspricht die bislang ambitionierteste Horizon-Erfahrung mit dynamischen Jahreszeiten, revolutionärer Grafik und einem Fuhrpark, der seinesgleichen sucht. Was das Spiel zu bieten hat, verrät unser ausführlicher Test.
Forza Horizon 6 – Wenn Asphalt auf Kirschblüten trifft
Das Herzstück eines jeden Rennspiels ist das Fahrgefühl, und hier liefert Forza Horizon 6 auf absolutem Spitzenniveau ab. Die Steuerung fühlt sich auf dem PC mit Controller butterweich an, während Lenkrad-Enthusiasten von der erweiterten Force-Feedback-Unterstützung profitieren, auch wenn wir unser PXN V10 Ultra erstmal komplett einrichten mussten. Jedes der über 850 Fahrzeuge besitzt einen eigenen Charakter und das merkt ihr sofort. Der schwere Nissan GT-R R34 liegt völlig anders in den Kurven als ein leichtfüßiger Mazda MX-5 und selbst innerhalb einer Fahrzeugklasse spürt man feine Unterschiede in der Gewichtsverteilung und dem Ansprechverhalten.
Die Kernmechaniken des Spiels wurden behutsam weiterentwickelt. Das neue Reifenverschleißsystem sorgt bei längeren Rennen für strategische Tiefe und wer die Driftpassagen der Hakone-Bergstrecke zu aggressiv angeht, bezahlt in der zweiten Rennhälfte mit nachlassender Traktion. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dies bei der ikonischen Touge-Serie, einer Rennkampagne, die klassische japanische Bergrennen nachempfindet und technische Präzision über rohe Geschwindigkeit stellt.
Das Belohnungssystem bleibt dagegen gewohnt großzügig. Skill-Ketten, Drift-Punkte und Nahüberhol-Manöver füllen das Punktekonto im Sekundentakt, was einen konstanten Dopamin-Kick erzeugt. Kritisch anzumerken ist jedoch, dass der Schwierigkeitsgrad für Veteranen selbst auf höchster Stufe erst in den späten Turnieren fordernd wird. Die KI-Gegner, obwohl technisch beeindruckend, zeigen gelegentlich merkwürdiges Verhalten. Das merkt ihr etwa bei abruptem Abbremsen vor Kurven, die problemlos mit Vollgas durchfahren werden könnten.
Ein Segen zudem bleibt das Rewind-System für Gelegenheitsspieler. und Es sei jedoch gesagt, dass es sich aber in Kombination mit den großzügigen Checkpoint-Systemen fast schon wie ein Cheat-Modus anfühlt. Wer echte Herausforderung sucht, muss diese Hilfen manuell deaktivieren. Die neuen Drift-Zonen im Stil klassischer japanischer Rennspiele sind hingegen ein echtes Highlight. Enge Serpentinen, bei denen jeder Zentimeter zählt und ein perfekt getimter Übergang zwischen Kurven belohnt wird.
Forza Horizon 6 – Galerie



Forza Horizon 6 – Ein Spielplatz so groß wie eine Insel
Japan als Setting bietet eine Spielwiese der Superlative. Die Map erstreckt sich von den verschneiten Gipfeln der japanischen Alpen über die neonbeleuchteten Straßen einer fiktiven Metropole bis hin zu malerischen Küstenstraßen und traditionellen Dörfern. Die Entwickler haben geschickt reale Orte interpretiert. Die Nachbildung des Mount Fuji ist atemberaubend, während das urbane Gebiet deutliche Anleihen bei Tokio und Osaka nimmt.
Der Umfang ist schlicht gigantisch. Über 35 verschiedene Eventtypen warten darauf, gemeistert zu werden. Von klassischen Rundstreckenrennen über Cross-Country-Schlachten bis hin zu den neuen Drift-Trials. Das Festival-Playlist-System kehrt zurück und liefert wöchentlich frische Herausforderungen, Exklusivfahrzeuge und Seasonale Events. Das Vier-Jahreszeiten-System wurde auch erweitert. Es gibt die Taifun-Saison, Kirschblütenfrühling, den drückend heißen Sommer und den verschneiter Winter, die nicht nurdie Optik, sondern auch die Fahrbedingungen fundamental verändern.
Der Multiplayer überzeugt mit stabilem Netcode und dem überarbeiteten Horizon Open-Modus. Erstmals können bis zu 96 Spieler gleichzeitig die offene Welt bevölkern, was für chaotische Spontan-Rennen und kooperative Herausforderungen sorgt. Der Eventlab-Editor erlaubt weiterhin das Erstellen eigener Strecken und Spielmodi. Die Community-Kreationen reichen von originalgetreuen Nachbauten realer Rennstrecken bis hin zu absurden Hindernisparcours. Auch Sammler werden mit über 1.200 versteckten Scheunenfunden, Bonustafeln und XP-Boards monatelang beschäftigt sein.
Forza Horizon 6 – Die Seele des Asphalts
Die Horizon-Serie war nie für tiefgründige Erzählungen bekannt und Forza Horizon 6 bildet hier keine Ausnahme. Dafür versucht sich das Spiel aber an mehr Struktur. Die lose Rahmenhandlung dreht sich um den Aufbau des größten Horizon-Festivals aller Zeiten in Japan. Verschiedene NPCs verkörpern unterschiedliche Facetten der Autokultur. Da ist Yuki, die stoische Drift-Legende, die uns in die Kunst des Seitwärtsfahrens einweiht. Oder Kenji, der enthusiastische JDM-Sammler, dessen Scheunenfund-Missionen kleine Geschichten über klassische japanische Fahrzeuge erzählen.
Die Atmosphäre ist das eigentliche Highlight. Wenn die Sonne hinter dem Mount Fuji versinkt, während wir mit einem klassischen Nissan Skyline über eine kurvige Bergstraße gleiten, entsteht echte Magie. Die Audio-Kulisse unterstützt dies perfekt. Das entfernte Dröhnen der Stadt, Zikaden in ländlichen Gebieten, das Prasseln von Regen auf der Windschutzscheibe. Die Horizon-Stories, eigenständige Missionen mit narrativem Rahmen, entführen uns dabei in verschiedene Rollen. Vom Stunt-Fahrer bei einer Filmproduktion bis zum Auslieferungsfahrer, der wertvolle Oldtimer durch den Verkehr manövrieren muss. Diese Abschnitte bieten willkommene Abwechslung, auch wenn die Dialoge oft ins Klischeehafte abdriften und der westliche Blick auf Japan manchmal etwas oberflächlich wirkt.
Forza Horizon 6 – Augenweide mit Ohrenschmaus
Technisch setzt Forza Horizon 6 neue Maßstäbe für das Genre. Die Raytracing-Implementierung wurde deutlich ausgebaut. Nicht nur Reflexionen, sondern auch Global Illumination und Schatten profitieren von der Strahlenberechnung. Das Ergebnis ist schlicht atemberaubend, besonders in der Dämmerung, wenn die Neonlichter der Stadt auf nassen Straßen reflektieren und die Scheinwerfer realistische Lichtkegel werfen.
Die Performance auf PC ist erfreulich gut optimiert. Mit einer RTX 4070S erreichten wir stabile 60 FPS in 4K bei Ultra-Einstellungen, während der Performance-Modus selbst auf älteren Systemen flüssige Bildraten ermöglicht. DLSS 3 und Frame Generation sind implementiert und funktionieren nahezu artefaktfrei. Ladezeiten sind dank DirectStorage praktisch nicht existent.
Der Soundtrack mixt internationale Lizenzmusik mit japanischen Künstlern und bietet für jeden Geschmack einen passenden Radiosender. Das Sounddesign der Fahrzeuge verdient besonderes Lob. Jeder Motor klingt authentisch, vom kehligen V8-Grollen bis zum charakteristischen Boxer-Röhren eines Subaru. Die deutsche Lokalisierung ist solide, wenn auch die übertrieben enthusiastischen Festival-Moderatoren nach einigen Stunden nerven können. Glücklicherweise lässt sich deren Häufigkeit in den Optionen reduzieren.
Forza Horizon 6 – Trailer
Forza Horizon 6 – Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche PC-Anforderungen hat Forza Horizon 6?
Die Mindestanforderungen liegen bei einer GTX 1070 oder RX 590, 16 GB RAM und einer SSD mit mindestens 150 GB freiem Speicher. Für Raytracing wird mindestens eine RTX 3070 oder RX 6800 XT empfohlen, während die optimale Erfahrung mit aktuellen Grafikkarten der RTX 40- oder RX 7000-Serie erreicht wird.
Gibt es Forza Horizon 6 im Xbox Game Pass?
Ja, Forza Horizon 6 ist ab dem ersten Tag im Xbox Game Pass und PC Game Pass enthalten. Abonnenten erhalten Zugang zur Standard-Edition, während die Premium-Add-ons separat erworben werden müssen.
Kann man Forza Horizon 6 offline spielen?
Das Spiel erfordert für den Erstzugang und regelmäßige Lizenzprüfungen eine Internetverbindung. Die Kampagne und Einzelspieler-Events können jedoch nach der Aktivierung offline gespielt werden, wobei Fortschritte bei der nächsten Online-Verbindung synchronisiert werden.
Unterstützt Forza Horizon 6 Lenkräder und wie gut ist die Unterstützung?
Forza Horizon 6 bietet umfangreiche Lenkrad-Unterstützung für alle gängigen Hersteller wie Logitech, Thrustmaster und Fanatec. Das Force-Feedback wurde gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert und vermittelt nun präzisere Rückmeldung über Fahrbahnbeschaffenheit und Reifenhaftung.













