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Phantom Blade Zero
Spieletester.de > Testberichte > PlayStation 5 > Phantom Blade Zero (PS5) Test
FeaturedPlayStation 5Testberichte

Phantom Blade Zero (PS5) Test

Altin Safaei
Altin Safaei
Veröffentlicht am: 29. Oktober 2026
Letztes Update: 29. Oktober 2026
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22 Min. Lesezeit
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Phantom Blade Zero
8
Phantom Blade Zero (PS5) Test

Phantom Blade Zero verspricht rasante Schwertkämpfe, ungewöhnliche Waffen und eine düstere Reise durch die chinesische Kampfkunstwelt. Große Erwartungen also, die S-Game mit seinem bisher ambitioniertesten Projekt erfüllen möchte. Doch spektakuläre Animationen allein tragen noch kein langes Actionspiel. Entscheidend ist, ob hinter den schnellen Bewegungen genug spielerische Substanz steckt und die Abenteuerreise auch zwischen den Duellen überzeugt. Genau dort überrascht Soul mit einigen hervorragenden Ideen, erlaubt sich allerdings auch vermeidbare Schwächen. Mehr dazu in unserem Test hier auf Spieletester.de.

Inhalt
  • Phantom Blade Zero – Ein Verrat und nur 66 Tage Zeit
  • Phantom Blade Zero – Warum jede gelungene Parade begeistert
  • Phantom Blade Zero – Waffenwechsel mit spürbaren Folgen
  • Phantom Blade Zero – Bosse mit erstaunlich viel Persönlichkeit
  • Phantom Blade Zero – Fordernd ohne unnötige Bestrafung
  • Phantom Blade Zero – Abseits des Hauptwegs warten echte Entdeckungen
  • Phantom Blade Zero – Wo die Erkundung an Schwung verliert
  • Phantom Blade Zero – Großartige Kulissen und spektakuläre Animationen
  • Phantom Blade Zero – Genug Gründe für eine längere Reise
  • Fazit
    • Wann erscheint Phantom Blade Zero und für welche Plattformen?
    • Ist Phantom Blade Zero ein Soulslike?
    • Wie lange dauert die Kampagne von Phantom Blade Zero?
    • Gibt es in Phantom Blade Zero eine offene Welt?
    • Wie wichtig sind Paraden und Ausweichen?
    • Kann ich Waffenverbesserungen zurücksetzen?
    • Gibt es in Phantom Blade Zero einen Koop oder einen Mehrspielermodus?
    • Was bedeutet der Modus mit 66 Leben?
    • Gibt es in Phantom Blade Zero eine deutsche Sprachausgabe?

Phantom Blade Zero – Ein Verrat und nur 66 Tage Zeit

Soul gehört zu den gefährlichsten Kämpfern des Ordens, bis ihm der Mord an dessen Oberhaupt angelastet wird. Ausgerechnet sein einstiger Weggefährte Zuo Shang stellt sich ihm entgegen und durchbohrt sein Herz. Damit scheint sein Schicksal besiegelt. Eine geheimnisvolle Gestalt rettet den schwer verletzten Krieger jedoch und verschafft ihm einen Aufschub von 66 Tagen, in denen er die Hintergründe des Verrats aufdecken und eine Rettung finden muss.

Diese Ausgangslage gefällt mir, weil Souls Suche nach Antworten von einem sehr persönlichen Interesse getragen wird. Seine Vergangenheit betrifft die Gegenwart unmittelbar. Hinter dem zunächst verschlossenen Kämpfer steckt außerdem mehr als ein gefühlskalter Vollstrecker, was gerade Begegnungen mit hilfsbedürftigen Menschen deutlich machen. Solche ruhigeren Augenblicke geben ihm eine menschliche Seite, ohne seine bedrohliche Ausstrahlung aufzulösen.

Mit der Zeit erweitert Phantom Blade Zero den persönlichen Konflikt um rivalisierende Gemeinschaften, unheimliche Maskenwesen und übernatürliche Eingriffe in eine ohnehin zerrüttete Gesellschaft. Chinesische Sagen und Vorstellungen von Ehre prägen diese Welt ebenso wie groteske körperliche Veränderungen. Das ist spannend, verlangt allerdings Aufmerksamkeit. Namen und Zugehörigkeiten häufen sich früh, während Rückblenden zwischen verschiedenen Lebensabschnitten wechseln und wichtige Zusammenhänge teilweise erst durch zusätzliche Dokumente verständlich werden.

Die Geschichte hat durchaus reizvolle Enthüllungen und aufwendig inszenierte Szenen, erzählt ihre Zusammenhänge aber unnötig umständlich. Mir fehlt stellenweise eine deutlichere zeitliche Einordnung, nicht etwa mehr Erklärung zu jedem Geheimnis. Eine nach und nach ergänzte Übersicht der Figuren und ihrer Beziehungen könnte hier helfen. Wer hingegen nur den Hauptaufgaben folgt, verpasst Teile der Charakterzeichnung und bekommt deshalb einen weniger überzeugenden Eindruck von Souls Reise.

Auch die wechselnde visuelle Gestaltung einzelner Erzählszenen trägt zur Stimmung bei. Neben den aufwendigen Zwischensequenzen setzt S-Game auf gezeichnete Passagen, die der Vergangenheit einen anderen Ausdruck geben. Mir gefällt diese gestalterische Abwechslung. Sie macht allerdings eine verständliche Reihenfolge der Informationen nicht weniger wichtig, gerade wenn mehrere Rückblicke unmittelbar aufeinanderfolgen.

Ein Verrat und nur 66 Tage Zeit

Phantom Blade Zero – Warum jede gelungene Parade begeistert

Sobald die Waffen aufeinandertreffen, wird Phantom Blade Zero wesentlich unmittelbarer. Ihr kombiniert leichte Angriffe mit schwereren Schlagfolgen, blockt gegnerische Hiebe und weicht aus, wobei die Sha-Chi-Leiste über Eure Möglichkeiten entscheidet. Sie ist allerdings keine klassische Ausdaueranzeige, die jede Bewegung einschränkt. Normale Angriffe und Ausweichbewegungen bleiben frei nutzbar, während gehaltene Deckung und bestimmte offensive Aktionen an dieser Reserve zehren.

Eine präzise Parade schont Eure Energie und setzt gleichzeitig die gegnerische Verteidigung unter Druck. Sinkt deren Sha-Chi vollständig, gerät das Gegenüber ins Taumeln und bietet eine Gelegenheit für erheblichen Schaden. Derselbe Zustand kann auch Soul treffen. Wer seine Deckung gedankenlos aufrechterhält, steht deshalb irgendwann schutzlos vor einer laufenden Angriffsserie und kassiert entsprechend heftige Treffer.

Farbige Signale ergänzen diese verständlichen Regeln. Blau angekündigte Attacken laden zu einer sauber gesetzten Parade ein, roten Angriffen müsst Ihr dagegen ausweichen. Gelingt die passende Reaktion im richtigen Augenblick, eröffnet der Ghoststep einen schnellen Positionswechsel hinter den Gegner. Aus einer bedrohlichen Situation entsteht dadurch eine unmittelbare Angriffsmöglichkeit, ohne dass eine lange Unterbrechung den Kampf auseinanderreißt.

Für mich liegt die große Stärke darin, wie eng Verteidigung und Offensive miteinander verbunden bleiben. Soul reagiert beweglich, zahlreiche Aktionen lassen sich für eine notwendige Abwehr unterbrechen, und die aufwendigen Bewegungsabläufe behalten ihren spielerischen Zweck. Hinter einer gelungenen Szene steckt eine nachvollziehbare Entscheidung. Genau das unterscheidet ein gutes Kampfsystem von einer bloßen Vorführung hübscher Animationen.

Auch gegen mehrere Feinde funktioniert diese Beweglichkeit hervorragend. Eure Position bestimmt, welche Angriffe gefährlich werden und ob eine längere Kombination überhaupt sinnvoll ist. Fernkämpfer unbeachtet stehenzulassen rächt sich schnell, während ein gezielter Schleichangriff vor dem eigentlichen Gefecht die Lage erleichtern kann. Die brutalen Abschlussbewegungen wechseln passend zur Situation und zur verwendeten Waffe. Dadurch bleiben selbst gewöhnliche Begegnungen lange unterhaltsam, obwohl die zugrunde liegenden Eingaben vergleichsweise überschaubar ausfallen.

Dabei verdienen die kleinen Übergänge zwischen den Aktionen besondere Aufmerksamkeit. Stehen zwei Feinde dicht beieinander, kann Soul seine Bewegungen auf beide ausrichten und eine passende gemeinsame Animation ausführen. Das sieht hervorragend aus, ohne dass Ihr für jede Variante eine weitere Tastenkombination lernen müsst. Mit zunehmender Sicherheit entsteht so eine beeindruckende Vielfalt aus relativ wenigen Grundbefehlen.

Warum jede gelungene Parade begeistert

Phantom Blade Zero – Waffenwechsel mit spürbaren Folgen

Zwei Hauptwaffen könnt Ihr gleichzeitig mitführen und während eines Gefechts gegeneinander austauschen. Dieser Wechsel füllt außerdem die Sha-Chi-Leiste auf. Eine kurze Abklingzeit verhindert endloses Ausnutzen, weshalb der richtige Zeitpunkt durchaus zählt. Reicht die Energie nach einer abgefangenen Schlagserie kaum noch für weitere Aktionen, erlaubt die zweite Klinge eine Fortsetzung des Angriffs, statt Euch zum passiven Rückzug zu zwingen.

Bei rund 30 Hauptwaffen gibt es reichlich Auswahl, wobei sich die Unterschiede keineswegs auf Schadenswerte beschränken. Ein schweres Zweihandschwert benötigt andere Gelegenheiten als schnelle Doppelklingen. Reichweite, Schlagfolgen und besondere Eigenschaften beeinflussen den gesamten Umgang mit einem Gegner. Gerade diese Eigenständigkeit macht neue Funde interessant, selbst wenn die bisherige Ausrüstung bereits zuverlässig funktioniert.

Einige Waffen treiben das deutlich weiter. Eine Klinge profitiert davon, dass Soul Alkohol trinkt, und lässt sich anschließend schwebend gegen Feinde einsetzen. Eine andere erzeugt Blumen, die gegnerisches Sha-Chi entziehen. Solche Fähigkeiten verändern die Vorbereitung einer Attacke oder die bevorzugte Entfernung, wodurch ein Wechsel tatsächlich neue Möglichkeiten eröffnet. Ich finde diesen Ansatz erheblich motivierender als eine lange Reihe nahezu identischer Schwerter mit steigenden Zahlen.

Hinzu kommen die begrenzt einsetzbaren Phantom Edges. Mit Äxten, Fernkampfwaffen und weiteren Werkzeugen könnt Ihr Schilde bearbeiten, Entfernungen überbrücken oder mehrere Gegner unter Druck setzen. Ihre stärkeren Aktionen verlangen jedoch passende Gelegenheiten. Eine lange Vorbereitung mitten in einer gegnerischen Schlagfolge bleibt riskant, selbst wenn der anschließende Treffer viel verspricht.

Durch Verbesserungen erschließen sich weitere Fähigkeiten, während waffenspezifische Power Surges zusätzliche starke Angriffe ermöglichen. Ausgegebene Aufwertungsmaterialien lassen sich außerdem zurückholen und anderweitig investieren. Diese Freiheit ist entscheidend, denn sie senkt die Hemmschwelle, einen ungewohnten Kampfstil ernsthaft auszuprobieren. Ein misslungener Versuch zwingt Euch dadurch nicht zum mühsamen Wiederbeschaffen sämtlicher Ressourcen. Phantom Blade Zero belohnt Neugier auch innerhalb seiner Entwicklungssysteme.

Die Verbesserungen sind auch deshalb interessant, weil sie vorhandene Waffeneigenschaften erweitern können. Eine anfangs unscheinbare Ausrüstung erhält dadurch später neue Einsatzmöglichkeiten. Das schafft zusätzliche Gründe, ältere Funde noch einmal anzusehen, statt bei jedem stärkeren Neuzugang automatisch alles Bisherige auszusortieren.

Waffenwechsel mit spürbaren Folgen

Phantom Blade Zero – Bosse mit erstaunlich viel Persönlichkeit

Die große Waffenauswahl braucht Gegner, an denen sich ihre Möglichkeiten zeigen können. Genau hier liefert S-Game einige der stärksten Momente des gesamten Abenteuers. Unter den Bossen begegnen Euch menschliche Kampfmeister ebenso wie verstörende Kreaturen, deren Auftritte weit über Größe und möglichst viele Lebenspunkte hinausgehen. Schon Haltung, Tempo und die Vorbereitung einzelner Bewegungen vermitteln unterschiedliche Charaktere.

Ein geduldiger Gegner provoziert vorschnelle Angriffe, während ein aggressiver Kontrahent mit schnellen Folgen kaum Abstand zulässt. Wieder andere Begegnungen verändern die räumlichen Bedingungen oder erweitern das Duell um ungewöhnliche Fernkampfelemente. Diese Abwechslung erhält die Neugier auf den nächsten Kampf. Auch abseits der Hauptgeschichte warten aufwendige Herausforderungen, weshalb freiwillige Umwege spielerisch ausgesprochen lohnend ausfallen können.

Ganz gleichmäßig gelingt die Abstimmung allerdings nicht. Manche Bosse halten lange durch, obwohl ihre wesentlichen Abläufe bereits verstanden sind. Dann wiederholt Ihr dieselben Abwehrfolgen, leert erneut die gegnerische Leiste und nutzt das nächste kurze Zeitfenster für Schaden. Die eigentlich beweglichen Duelle bekommen dadurch einen starren Ablauf. Mich stört daran weniger die Forderung nach Präzision als die begrenzte Möglichkeit, diesen Ablauf aktiv zu verändern.

Mehr verlässliche Unterbrechungen durch passend eingesetzte Spezialwaffen könnten solchen Begegnungen zusätzliche Freiheit geben. Ebenso sinnvoll wäre eine gezielte Anpassung übermäßig langer Lebensleisten. Dafür müsste S-Game weder die beeindruckenden Angriffsfolgen vereinfachen noch den Bossen ihre Gefährlichkeit nehmen. Bei den gelungensten Duellen stimmen Länge, Druck und eigene Handlungsmöglichkeiten bereits hervorragend zusammen. Diese Qualität sollte den Maßstab für die weniger ausgewogenen Begegnungen bilden.

Bosse mit erstaunlich viel Persönlichkeit

Phantom Blade Zero – Fordernd ohne unnötige Bestrafung

Trotz seiner düsteren Gestaltung folgt Phantom Blade Zero nicht sämtlichen Gewohnheiten bekannter Soulslikes. Ihr verliert beim gewöhnlichen Scheitern keine angesammelte Währung, müsst keine Hinterlassenschaften zurückholen und findet regelmäßig Glocken als Speicherpunkte. Bei mehrphasigen Bosskämpfen kann ein neuer Versuch direkt an der bereits erreichten Phase beginnen. Eine mühsam gelernte erste Hälfte muss dadurch nicht ständig wiederholt werden.

Das nimmt Niederlagen viel unnötigen Aufwand. Die eigentliche Aufgabe bleibt bestehen, doch der nächste Versuch konzentriert sich auf die Stelle, die tatsächlich Schwierigkeiten bereitet. Für mich ist das eine ausgesprochen vernünftige Entscheidung, weil sie das Lernen unterstützt und die Geduld nicht durch zusätzliche Laufarbeit beansprucht.

Außerdem könnt Ihr den Schwierigkeitsgrad anpassen. Ein leichterer Modus erleichtert den Zugang, höhere Einstellungen verlangen mehr Sicherheit im Umgang mit Gegnern und Ausrüstung. Vollständig verschwinden die Unterschiede zwischen harmlosen Standardkämpfen und anspruchsvollen Bossen damit allerdings nicht. Wer eine gleichmäßige Steigerung erwartet, muss sich gelegentlich auf deutliche Sprünge einstellen.

Später kann die Entwicklung der eigenen Waffen zusätzlich dafür sorgen, dass gewöhnliche Feinde kaum noch Widerstand leisten. Die großzügiger verfügbaren Ressourcen verstärken diesen Effekt. Hier wäre eine feinere Abstimmung zwischen Aufwertungen, Belohnungen und gegnerischer Widerstandskraft sinnvoll. Das befriedigende Gefühl wachsender Stärke sollte erhalten bleiben, während grundlegende Entscheidungen auch gegen Ende noch Bedeutung haben. Einfach sämtliche Gegner widerstandsfähiger zu machen, wäre dafür aus meiner Sicht die falsche Lösung.

Fordernd ohne unnötige Bestrafung

Phantom Blade Zero – Abseits des Hauptwegs warten echte Entdeckungen

Zwischen den Gefechten führt Euch Phantom Blade Zero durch miteinander verbundene Regionen mit eigenen Wegen, Abzweigungen und verborgenen Bereichen. Eine riesige offene Welt erwartet Euch nicht. Stattdessen bleibt die Richtung der Hauptgeschichte meist erkennbar, während kleinere Zugänge genügend Anlass bieten, von ihr abzuweichen. Gerade diese überschaubare Struktur passt gut zum starken Schwerpunkt auf den Kämpfen.

Von erhöhten Positionen lassen sich auffällige Gebäude oder entfernte Fundstellen entdecken, deren Zugang erst später verständlich wird. Eine Truhe auf einem Vorsprung ist deshalb mehr als eine beiläufige Markierung. Ihr müsst die Umgebung betrachten und herausfinden, welche Abzweigung tatsächlich dorthin führt. Die hübsch gestalteten Tuschekarten unterstützen die Orientierung, bilden allerdings nicht jeden Höhenunterschied oder versteckten Durchgang eindeutig ab.

Neue Phantom Edges erweitern zudem die Möglichkeiten beim Erkunden. Bestimmte Hindernisse lassen sich erst mit einem passenden Werkzeug beseitigen, wodurch frühere Gebiete zusätzliche Wege freigeben. Hinter solchen Sperren warten Ausrüstung, Materialien und gelegentlich deutlich umfangreichere Entdeckungen. Das Wiederkommen hat damit einen nachvollziehbaren Zweck, statt ausschließlich bekannte Kämpfe erneut abzuarbeiten.

Mir gefällt, dass optionale Aufgaben auch wichtige Zusammenhänge der Geschichte ergänzen und den Zugang zu besonderen Begegnungen ermöglichen. Ihr bekommt dadurch einen guten Grund, Menschen zuzuhören und offene Hinweise weiterzuverfolgen. Nicht jede Nebenaufgabe erreicht dieselbe Qualität, doch die stärkeren Ausflüge rechtfertigen die Aufmerksamkeit deutlich. Wer ausschließlich zum nächsten Hauptziel läuft, übersieht einen erheblichen Teil dessen, was dieses Abenteuer interessant macht.

Phantom Blade Zero – Wo die Erkundung an Schwung verliert

Einmal besiegte Gegner erscheinen in bereits gesäuberten Bereichen nicht ständig wieder. Das erleichtert die Suche nach übersehenen Gegenständen und macht den eigenen Fortschritt sichtbar. Gleichzeitig fehlt auf längeren Rückwegen häufig jede Spannung, weil zwischen zwei interessanten Fundorten kaum noch etwas passiert. Viele Bewohner stehen zudem auffällig reglos herum. Gegenüber den lebhaften Kampfszenen wirken manche Siedlungen dadurch erstaunlich unbewegt.

Ich würde mir hier keine zusätzliche Flut beliebiger Gegner wünschen. Einige glaubwürdige Beschäftigungen für Bewohner oder kleine Veränderungen nach erledigten Aufgaben könnten bereits viel bewirken. Für ein Update wären zunächst kürzere unnötige Rückwege und verständlichere Hinweise auf Voraussetzungen einzelner Nebenaufgaben realistischer. Umfangreiche neue Tagesabläufe wären dagegen eine größere Erweiterung des bestehenden Designs.

Ärgerlicher sind unsichtbare Grenzen, die scheinbar passierbare Stellen blockieren. Soul bewegt sich in Kämpfen mit enormer Geschmeidigkeit, darf abseits davon aber nicht überall hin, wo die Umgebung es nahelegt. Klarere sichtbare Hindernisse hätten solche Einschränkungen nachvollziehbarer gemacht. Auch die Karte dürfte unterschiedliche Ebenen deutlicher kennzeichnen, ohne sämtliche Geheimnisse direkt preiszugeben.

Gegen Ende verlieren manche Materialfunde außerdem an Wert, sobald die bevorzugte Ausrüstung bereits stark verbessert ist. Zusätzliche Verwendungszwecke für überschüssige Ressourcen würden hier helfen. Die Erkundung bleibt dank ihrer versteckten Gegner und ungewöhnlichen Waffen reizvoll, könnte ihre Belohnungen aber ausgewogener verteilen. Nicht jeder abgelegene Zugang braucht einen riesigen Schatz, doch ein längerer Umweg sollte sich auch spät noch sinnvoll anfühlen.

Phantom Blade Zero – Großartige Kulissen und spektakuläre Animationen

Die Spielwelt von Phantom Blade Zero sieht stellenweise wirklich großartig aus. Zwischen traditionellen Häusern und dichten Wäldern ragen riesige Industrieanlagen auf, während andernorts zerstörte Dörfer und unheimliche Kreaturen das Bild bestimmen. S-Game nennt diesen Stil Kungfupunk. Mir gefällt vor allem, dass die Schauplätze trotz ihrer düsteren Gestaltung abwechslungsreich bleiben und immer wieder mit ungewöhnlichen Details überraschen.

Die Unreal Engine 5 liefert in Phantom Blade Zero detailreiche Umgebungen, doch entscheidender ist für mich deren Gestaltung. Auffällige Bauwerke erleichtern die Orientierung, Farben unterscheiden die Regionen, und groteske Gegner passen überzeugend in die jeweiligen Schauplätze. Einige weniger saubere Texturen fallen daneben durchaus auf. Sie bestimmen den Gesamteindruck jedoch deutlich weniger als die sorgfältig ausgearbeiteten Landschaften und Figuren.

Noch stärker beeindrucken in Phantom Blade Zero die Animationen. Waffen besitzen erkennbare Eigenheiten, Körperbewegungen gehen geschmeidig ineinander über, und selbst kurze Reaktionen auf Treffer tragen zur Glaubwürdigkeit bei. S-Game hat mit Kampfkünstlern und dem kreativen Berater Donnie Yen zusammengearbeitet. Der Aufwand zeigt sich gerade darin, dass verschiedene Kämpfer ihre Technik unterschiedlich ausführen und nicht bloß dieselben Bewegungen mit anderen Modellen wiederholen.

Auf der PS5 Pro bietet der Leistungsmodus ein Ziel von 60 Bildern pro Sekunde. Der ausgeglichene Modus ermöglicht eine Alternative mit 40 Bildern auf geeigneten Bildschirmen. Für die schnellen Abwehrreaktionen würde ich die flüssigere Einstellung bevorzugen. Eine völlig unveränderliche Bildrate sollte allerdings niemand erwarten, denn einzelne aufwendige Kämpfe können Einbrüche verursachen. Auch gelegentliche Kollisionsprobleme trüben den ansonsten überzeugenden technischen Eindruck. Weitere Optimierungen wären deshalb willkommen, gerade wenn präzises Timing über Erfolg oder Niederlage entscheidet.

Phantom Blade Zero – Genug Gründe für eine längere Reise

Für die Hauptgeschichte könnt Ihr ungefähr 25 bis 30 Stunden einplanen, abhängig von Schwierigkeit, Erkundung und der Zahl notwendiger Bossversuche. Mit umfangreicher Beschäftigung abseits des Hauptwegs sind auch 40 bis 50 Stunden möglich. Eine feste Dauer wäre hier wenig aussagekräftig, weil optionale Herausforderungen einen erheblichen Unterschied machen und manche Spieler wesentlich direkter vorankommen.

Nach dem Abschluss eröffnet ein weiterer Durchlauf mit vorhandenen Waffen und Verbesserungen neue Möglichkeiten. Härtere Gegner geben der gewachsenen Ausrüstung wieder mehr zu tun. Wer eine zusätzliche Herausforderung sucht, kann sich außerdem am freischaltbaren Modus mit 66 verfügbaren Leben versuchen. Danach ist endgültig Schluss. Diese Variante passt zur Ausgangslage der Geschichte, bleibt aber ein freiwilliges Angebot. Ich finde es sinnvoll, dass S-Game solchen Druck für interessierte Spieler bereithält, während die gewöhnliche Kampagne ihre großzügigeren Regeln behält. Gerade ungewöhnliche Waffen bekommen damit noch einmal Raum, nachdem ihre stärksten Fähigkeiten im ersten Durchgang spät hinzukamen.

Fazit

Phantom Blade Zero überzeugt mich vor allem dort, wo ein Actionspiel seine Qualität beweisen muss. Die Kämpfe reagieren präzise, die Waffen unterscheiden sich spürbar, und zahlreiche Bosse verbinden anspruchsvolle Abläufe mit einer beeindruckenden Inszenierung. Dass sich Verbesserungen zurücknehmen lassen und Niederlagen keine unnötigen Wiederholungen erzwingen, unterstützt die Freude am Ausprobieren zusätzlich. Dazu kommen eine unverwechselbare Gestaltung und ein hervorragender Soundtrack.

Ganz ohne Einschränkungen fällt die Empfehlung allerdings nicht aus. Die verschachtelte Erzählweise erschwert den Zugang zur durchaus interessanten Geschichte, einige Bosskämpfe dauern unnötig lange, und beim Zurückkehren wirken bereits erkundete Gebiete stellenweise leer. Auch bei Balance und technischer Feinabstimmung bleibt Arbeit für S-Game. Diese Schwächen ändern wenig daran, dass Phantom Blade Zero ein ausgezeichnetes Actionspiel mit bemerkenswert eigenständigen Ideen ist. Wer anspruchsvolle Schwertkämpfe liebt und gerne mit ungewöhnlichen Waffen experimentiert, bekommt auf PS5 und PS5 Pro sehr viel geboten.

  1. Wann erscheint Phantom Blade Zero und für welche Plattformen?

    Phantom Blade Zero erscheint in Deutschland am 29. Oktober 2026 für PlayStation 5 und PC. Die PS5-Fassung unterstützt auch die PlayStation 5 Pro.

  2. Ist Phantom Blade Zero ein Soulslike?

    Phantom Blade Zero übernimmt einzelne vertraute Elemente, setzt insgesamt aber stärker auf bewegliche Action und frei wählbare Schwierigkeitsgrade. Im regulären Spiel verliert Ihr beim Tod keine Währung, und besiegte Standardgegner erscheinen nicht erneut.

  3. Wie lange dauert die Kampagne von Phantom Blade Zero?

    Für die Hauptgeschichte sind ungefähr 25 bis 30 Stunden eine brauchbare Orientierung. Umfangreiche Erkundung und optionale Herausforderungen können die Spielzeit auf etwa 40 bis 50 Stunden erhöhen. Schwierigkeit und Vorgehensweise beeinflussen diese Werte deutlich.

  4. Gibt es in Phantom Blade Zero eine offene Welt?

    Euch erwarten miteinander verbundene Regionen mit Hauptwegen, Abzweigungen und versteckten Bereichen. Bestimmte Zugänge öffnen sich erst mit geeigneter Ausrüstung, weshalb sich spätere Besuche bereits bekannter Orte lohnen.

  5. Wie wichtig sind Paraden und Ausweichen?

    Beides gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten. Blaue Spezialangriffe bieten Gelegenheiten für präzise Paraden, rote verlangen Ausweichreaktionen. Gegen anspruchsvolle Bosse reicht es nicht, ausschließlich die Angriffstaste zu drücken.

  6. Kann ich Waffenverbesserungen zurücksetzen?

    Ja. Ihr könnt investierte Aufwertungsmaterialien zurückholen und für andere Waffen verwenden. Dadurch lassen sich neue Kombinationen ausprobieren, ohne für jeden Wechsel sämtliche Ressourcen erneut sammeln zu müssen.

  7. Gibt es in Phantom Blade Zero einen Koop oder einen Mehrspielermodus?

    Phantom Blade Zero ist ein Einzelspielerabenteuer. Einen Koop-Modus oder kompetitive Mehrspielerduelle gibt es nicht.

  8. Was bedeutet der Modus mit 66 Leben?

    Diese freischaltbare Herausforderung begrenzt Eure verfügbaren Leben auf 66. Sind sie aufgebraucht, ist der Durchlauf beendet. Die gewöhnliche Kampagne unterliegt dieser Beschränkung nicht.

  9. Gibt es in Phantom Blade Zero eine deutsche Sprachausgabe?

    Die gesprochenen Dialoge stehen auf Chinesisch und Englisch zur Verfügung. Deutsche Untertitel und deutsche Bildschirmtexte werden unterstützt.

Phantom Blade Zero
Phantom Blade Zero (PS5) Test
8
Gesamtbewertung 8 von 10 Punkten
Gute Punkte Präzises, schnelles Kampfsystem mit wirkungsvollen Paraden Eigenständige Waffen mit abwechslungsreichen Fähigkeiten Zahlreiche aufwendig inszenierte Bosskämpfe Hervorragende Animationen und überzeugende Treffergeräusche Motivierende Geheimnisse und optionale Herausforderungen Frei umverteilbare Aufwertungen und faire Rücksetzpunkte
Schlechte Punkte Unübersichtliche Rückblenden und stellenweise stockende Erzählung Schwankende Schwierigkeit und einige unnötig lange Bosskämpfe Teilweise leere Rückwege und unklare Umgebungsgrenzen
Fazit
Phantom Blade Zero überzeugt mich vor allem dort, wo ein Actionspiel seine Qualität beweisen muss. Die Kämpfe reagieren präzise, die Waffen unterscheiden sich spürbar, und zahlreiche Bosse verbinden anspruchsvolle Abläufe mit einer beeindruckenden Inszenierung. Dass sich Verbesserungen zurücknehmen lassen und Niederlagen keine unnötigen Wiederholungen erzwingen, unterstützt die Freude am Ausprobieren zusätzlich. Dazu kommen eine unverwechselbare Gestaltung und ein hervorragender Soundtrack. Ganz ohne Einschränkungen fällt die Empfehlung allerdings nicht aus. Die verschachtelte Erzählweise erschwert den Zugang zur durchaus interessanten Geschichte, einige Bosskämpfe dauern unnötig lange, und beim Zurückkehren wirken bereits erkundete Gebiete stellenweise leer. Auch bei Balance und technischer Feinabstimmung bleibt Arbeit für S-Game. Diese Schwächen ändern wenig daran, dass Phantom Blade Zero ein ausgezeichnetes Actionspiel mit bemerkenswert eigenständigen Ideen ist. Wer anspruchsvolle Schwertkämpfe liebt und gerne mit ungewöhnlichen Waffen experimentiert, bekommt auf PS5 und PS5 Pro sehr viel geboten.
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