
Gaming-Begriffe haben längst den Weg aus der Spielewelt in die Alltagssprache gefunden. Wenn eine lästige Aufgabe im Alltag zur Sidequest und der nervige Nachbar zum NPC wird, hat sich wieder einmal eine neue Gaming-Generation in die alltägliche Kommunikation geschlichen. Wenn eine lästige Aufgabe im Alltag zur Sidequest und der nervige Nachbar zum NPC wird, dann hat sich wieder einmal eine neue Gaming-Generation in die Alltagssprache geschlichen.
Begriffe aus der Spielewelt tauchen vor allem in der alltäglichen Kommunikation in sozialen Netzwerken auf, werden teilweise aber auch abseits von PC und Handy verwendet, und zwar in ganz unterschiedlichen Kontexten.
Tatsächlich prägen Spiele unseren Wortschatz schon lange. Viele bekannte Redewendungen gab es bereits, bevor es Avatare, Endgegner und Level-ups gab.
Spiele prägen unsere Sprache schon seit Jahrhunderten
Lange vor den ersten Videospielen haben Karten-, Brett- und Glücksspiele Spuren in unserer Sprache hinterlassen. Ein gutes Pokerface kann schließlich auch im Vorstellungsgespräch nützlich sein und ein Ass im Ärmel hat nur noch selten etwas mit einer echten Spielkarte zu tun.
Wir setzen alles auf eine Karte, haben gute oder schlechte Karten und legen sie manchmal lieber gleich auf den Tisch. Aus dem Glücksspiel stammen tatsächlich zahlreiche Begriffe, die heute weit über das eigentliche Spielen hinaus verwendet werden. Ein Jackpot bezeichnet umgangssprachlich beispielsweise einen besonders glücklichen Treffer oder Erfolg. Und gleichzeitig wächst mit der Weiterentwicklung des Glücksspiels auch unser Wortschatz.
Moderne Online-Spielautomaten haben Begriffe wie Wilds, Scatter oder Respins hervorgebracht. Wer diese Mechanismen nicht nur sprachlich erleben möchte, findet zum Beispiel bei Löwen Play eine große Auswahl an Merkur Slots. Bevor man im Alltag den nächsten Gutschein als Wild bezeichnet, kann man in diesem Fall erst einmal schauen und verstehen, was es mit dem Wort in seinem rein praktischen Kontext überhaupt auf sich hat. Die Verbindung zwischen Spielen und Alltagssprache ist damit deutlich älter als die aktuelle Gaming-Generation. Neu sind vor allem die Begriffe, die hinzukommen und sich über soziale Netzwerke innerhalb kurzer Zeit verbreiten.
NPC, Sidequest und Co. bekommen eine neue Bedeutung

Pokerface, Jackpot und das Ass im Ärmel haben inzwischen Gesellschaft aus der digitalen Spielewelt bekommen. NPC, Sidequest oder Level-up sind gerade in sozialen Netzwerken keine ungewöhnlichen Begriffe mehr. Ihre Bedeutung hat sich dabei teilweise deutlich von dem entfernt, was ursprünglich auf dem Bildschirm gemeint war. NPC ist die Abkürzung für „Non-Player Character“. In einem Videospiel bezeichnet sie eine Figur, die nicht vom Spieler selbst gesteuert wird. Das können Händler, Passanten, Auftraggeber oder andere Charaktere sein, die nach festgelegten Regeln auf das Geschehen reagieren.
Außerhalb von Spielen wird NPC dagegen gerne für Menschen benutzt, deren Verhalten besonders vorhersehbar oder gleichförmig erscheint. Der Kollege, der jeden Morgen denselben Spruch bringt, kann damit genauso zum NPC werden wie der Nachbar, der jeden Sonntag pünktlich um acht den Rasenmäher anwirft. Bei der Sidequest bleibt die übertragene Bedeutung näher am Original. Im Spiel handelt es sich um eine zusätzliche Aufgabe neben der eigentlichen Handlung. Im Alltag sind es die ungeplanten Kleinigkeiten, die sich zwischen die ursprünglichen Pläne schieben.
Eigentlich sollte es direkt nach Hause gehen, aber vorher muss noch ein Paket abgeholt und Katzenfutter gekauft werden. Aus dem Heimweg werden zwei Sidequests. Der Endgegner hat es ebenfalls aus Videospielen in andere Lebensbereiche geschafft. Dort wartet er normalerweise als besonders schwieriger Gegner auf den Spieler. Im Alltag kann die Steuererklärung zum Endgegner werden, vor der Prüfung wartet noch der Endgegner Mathematik und beim Renovieren entpuppt sich vielleicht die alte Tapete als größtes Hindernis. Beim Level-up geht es dagegen um den nächsten Schritt nach oben.
Im Spiel verbessert sich beispielsweise eine Figur, erhält neue Fähigkeiten oder erreicht eine höhere Stufe. Im normalen Sprachgebrauch reicht die Bedeutung vom beruflichen Aufstieg bis zu kleinen Verbesserungen. Die erste eigene Wohnung kann ein Level-up sein, genauso wie ein neuer Computer oder die Erkenntnis, dass das selbst gekochte Curry inzwischen tatsächlich schmeckt.
Gaming-Begriffe mischen bei der Wahl zum Jugendwort mit
Wie stark sich Gaming-Sprache inzwischen außerhalb von Videospielen verbreitet, zeigt sich auch bei der jährlichen Wahl zum Jugendwort. Zum Sieg hat es für einen eindeutigen Gaming-Begriff in den vergangenen Jahren zwar nicht gereicht, weit nach vorne kamen einige Kandidaten trotzdem.
2023 schaffte es NPC sogar unter die letzten drei Begriffe. Am Ende gewann „goofy“, gefolgt von „Side Eye“ auf Platz zwei und NPC auf Platz drei. Damit stand ein Begriff zur Wahl, der schon lange zum festen Wortschatz von Videospielern gehört, inzwischen aber eine zusätzliche Bedeutung in der Jugendsprache bekommen hat.
Nur ein Jahr später tauchte mit „Schere“ der nächste Begriff aus dem Online-Gaming unter den drei Finalisten auf. Gemeint ist damit ein Schuldeingeständnis oder das Eingestehen eines Fehlers. Wer die Schere hebt, gibt also sinngemäß zu, etwas verbockt zu haben. Zum Jugendwort 2024 wurde schließlich „Aura“ gewählt, während Schere neben „Talahon“ zu den weiteren Finalisten gehörte. Nach einem einzigen Jahr war mit der Schere noch nicht Schluss. 2025 stand der Ausdruck erneut in der Top 10 der Jugendwort-Wahl.
Langenscheidt ordnete ihn dabei ausdrücklich der Gaming-Szene zu. Den ersten Platz belegte in diesem Jahr „das crazy“. Und auch 2026 ist die Schere wieder dabei. Zum dritten Mal in Folge schaffte es der Ausdruck in die Top 10 bei der Wahl zum Jugendwort des Jahres. Für die Top 3 reichte es diesmal allerdings nicht. Dort stehen mit „Crashout“, „Ragebait“ und „Peak“ drei andere Begriffe zur Wahl. Welcher davon das Jugendwort 2026 wird, entscheidet sich erst am 10. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse.
Gaming-Sprache ist auch eine Generationenfrage

Ob NPC, Sidequest oder Level-up ohne Erklärung verstanden werden, hängt nicht zuletzt davon ab, mit welchen Spielen und Medien jemand aufgewachsen ist. Begriffe wie Pokerface oder Jackpot sind schon so lange Teil der Alltagssprache, dass ihr Ursprung beim Spielen kaum noch auffällt. Bei jüngeren Gaming-Begriffen sieht das anders aus. Wer mit Videospielen, Twitch und sozi alen Netzwerken wenig zu tun hat, dürfte bei einer spontanen Sidequest zunächst an etwas anderes denken als ein 20-Jähriger.
Die Grenzen verschieben sich allerdings mit jeder Generation. „Game over“ oder „Avatar“ waren schließlich ebenfalls einmal Begriffe, die außerhalb bestimmter Gruppen kaum verwendet wurden. Heute versteht sie ein großer Teil der Bevölkerung ohne weitere Erklärung. Gut möglich also, dass es NPC und Sidequest ähnlich ergeht. Und vielleicht wundert sich die nächste Generation irgendwann genauso über deren Ursprung, wie wir heute kaum darüber nachdenken, warum wir ein Ass im Ärmel haben oder alles auf eine Karte setzen.













