NHL 27 schickt uns in diesem Jahr auf ziemlich zweischneidiges Eis.. Dank eines frühzeitigen Testmusters von EA konnten wir uns bereits vor dem offiziellen Release in die neue Saison stürzen. Wer die NHL-Reihe in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß genau, wie sich das alljährliche Warten anfühlt. Die großen Durchbrüche blieben meist aus, weshalb die Anspannung vor NHL 27 diesmal besonders hoch war.
Grafisch stellt EA unmissverständlich klar, dass wir die alte Konsolengeneration endgültig Geschichte ist. Die komplett neu gestalteten Arenen sprühen nur so vor Atmosphäre und wecken sofort große Hoffnungen. Ob NHL 27 sich am Ende wirklich lohnt oder ob die alten Baustellen dem Spaß einen Strich durch die Rechnung machen, klären wir im Test. Mehr dazu hier auf Spieletester.de.
NHL 27 – Phänomenale Atmosphäre und ohrenbetäubender Jubel in den Arenen
Zumindest bei der Präsentation zieht EA alle Register und punktet von Beginn an mit dichter Atmosphäre. Sämtliche 32 Stadien der Liga wurden komplett neu aufgebaut und bieten endlich den individuellen Wiedererkennungswert, den sich Fans seit Jahren wünschen. Besucht ihr beispielsweise den TD Garden der Boston Bruins, dröhnt nach einem Treffer unverkennbar das originale Torhorn durch die Boxen, gefolgt vom legendären „Kernkraft 400“ von Zombie Nation. Solche lizenzierten Details sorgen bei Eishockeyfans sofort für echte Gänsehautmomente. Sitzt der eigene Schützling auf der Strafbank, fallen sogar feine Kratzer im Plexiglas auf – hinterlassen von verirrten Pucks vergangener Drittel. Genau diese Detailverliebtheit macht die Partien spürbar authentischer.
Getragen wird die Kulisse von einem neuen Broadcast-Paket, das die angestaubte TV-Präsentation ablöst. John Buccigross und Darren Pang übernehmen nun das Mikrofon und fangen den typischen ESPN-Vibe amerikanischer Sportübertragungen wunderbar ein. Zwar wiederholen sich manche Zeilen nach ein paar Partien und klingen stellenweise abgelesen, unterm Strich tut das frische Duo der Dynamik aber sichtlich gut. Ein neues Kamerasystem namens „Orchestrator“ fängt in Spielunterbrechungen dynamisch die Emotionen auf den Rängen oder die Reaktionen der Maskottchen ein.
Auch der Soundtrack sitzt: Hymnen von Bands wie The Black Keys oder Blur heizen ein, während das Menü passende Anekdoten zur Eishockey-Historie der Songs liefert. Beim Drumherum beweist EA jedenfalls das richtige Gespür.

NHL 27 – Taktische Tiefe dank brandneuer Playbooks und klügerer Mitspieler
Auf dem Eis greift die neue Cohesive Team AI im Verbund mit individuellen Playbooks, die auf realen NHL-EDGE-Daten basieren. Jedes Team verhält sich nun spürbar anders und kopiert die echten Spielstile der jeweiligen Franchise. Trefft ihr auf die Colorado Avalanche, überrennen sie euch mit schnellem Passspiel und hoher Agilität, während andere Mannschaften eher den physischen Weg über die Bande suchen. Unterstützt wird diese neue Dynamik durch ein überarbeitetes Passsystem, mit dem ihr gezielt Druckphasen im gegnerischen Drittel aufbauen könnt, um die Verteidiger förmlich müde zu spielen.
Größe und Gewicht spielen bei Bodychecks nun eine zentrale Rolle, wodurch schwere Enforcer endlich echte Wucht aufs Eis bringen und gegnerische Angriffe konsequent stoppen. Kleinere Rempler führen nun viel häufiger zu Puckverlusten, was das Verteidigen mit Poke-Checks und Schlägerliften insgesamt reaktionsschneller und belohnender macht.
Die taktischen Unterschiede greifen allerdings erst auf den höheren Schwierigkeitsgraden. Wählt ihr die Stufen Rookie oder Semi-Pro, ignorieren eure computergesteuerten Gegner ihre Playbooks weitestgehend und agieren nach dem altbekannten, simplen Muster. Zudem offenbart das System einen klaren Haken im Coaching-Bereich: Ihr müsst das bevorzugte Playbook vor Spielstart festlegen und dürft während der Partie kaum nachjustieren. Hier muss das Entwicklerstudio in zukünftigen Updates dringend nachbessern, denn Eishockey lebt von spontanen Taktikwechseln, wenn man beispielsweise im letzten Drittel einem Rückstand hinterherläuft oder eine knappe Führung über die Zeit retten möchte. Ein simples Menü für schnelle In-Game-Anpassungen der Strategie hätte NHL 27 an dieser Stelle spürbar gutgetan.

NHL 27 – Zwischen grandiosen Paraden und frustrierenden Aussetzern
Torhüter profitieren in NHL 27 massiv von neuen Motion-Capture-Aufnahmen von neuen Motion-Capture-Aufnahmen und fischen Pucks mit spektakulären Fanghand-Paraden aus der Luft. Bewegungen quer durch den Torraum wirken flüssiger, was die Position zwischen den Pfosten enorm aufwertet.Dieser starke Eindruck kippt jedoch leider schnell wieder. Manchmal kratzt der gegnerische Keeper die unmöglichsten Rebounds aus dem Winkel, nur um kurz darauf einen harmlosen Schlenzer durch die Schoner rutschen zu lassen. Das erzeugt Frust, weil es sich schlicht willkürlich anfühlt.
Auch abseits der Torhüter krankt das Gameplay an hartnäckigen Altlasten, die EA Vancouver anscheinend nicht in den Griff bekommt. Spieler clippen in Jubelanimationen unschön ineinander, unpräzise Pässe landen völlig unmotiviert im Nirgendwo und KI-Mitspieler laufen in entscheidenden Momenten schnurstracks in die Abseitsposition. Für Einsteiger wird das Ganze schnell zur Geduldsprobe, denn ein brauchbares Tutorial, das die anspruchsvolle Steuerung des Skill-Sticks erklärt, sucht ihr vergebens. Rutscht der rechte Stick auch nur minimal nach oben, feuert euer Spieler ungewollt einen Schuss ab, anstatt den Puck zu führen. Ein zugänglicherer Trainingsmodus würde Wunder wirken, um Neulinge nicht sofort wieder zu vergraulen.

NHL 27 – Connected Franchise im Check: Neuer Online-Spaß mit besonderen Voraussetzungen
Kein Feature wurde im Vorfeld von NHL 27 lauter gefordert und beworben als die Rückkehr der Connected Franchise, die es euch erlauben soll, eine komplette Liga mit euren Freunden online zu simulieren. Theoretisch klingt das nach dem ultimativen Eishockey-Traum, in dem ihr Kader verwaltet, Trades aushandelt und um den Stanley Cup kämpft. Praktisch entpuppt sich der Modus aktuell als Enttäuschung und wirkt wie ein unfertiges Grundgerüst. Die Entwickler haben nämlich darauf verzichtet, computergesteuerte Teams in den Modus zu integrieren. Möchtet ihr eine authentische Liga mit 32 Mannschaften erleben, müsst ihr zwingend 31 weitere menschliche Mitspieler finden, die sich ebenfalls dem Projekt anschließen.
Startet ihr nur mit drei Freunden, schrumpft die gesamte Liga auf genau diese vier Teams. Es gibt keinen Entry Draft, keine übergreifenden Statistiken und die Einstiegshürde ist absurd hoch. Warum EA auf die bewährte Option verzichtet, freie Plätze durch Computerteams aufzufüllen, ist unverständlich. Hier muss EA per Patch dringend die Option nachliefern, CPU-Teams einzuladen, ansonsten bleibt der Modus für den Großteil der Spielerschaft unbrauchbar.
NHL 27 – Stillstand in der Kabine bei Be A Pro und HUT
Die Solokarriere stagniert leider völlig und bietet beim Start von Be A Pro exakt die gleiche ernüchternde Erfahrung wie im Vorjahr. Der Weg beginnt zwar vielversprechend beim Memorial Cup und lockt mit Entscheidungen, die euch zum Anführer oder Franchise-Spieler formen sollen, verkommt aber schnell zur Routine.
Die Presseinterviews bestehen aus denselben textbasierten Multiple-Choice-Fragen wie im letzten Jahr. Unerträglich wird der Spielfluss zudem bei Verletzungen auf dem Eis. Mein Spieler krümmte sich minutenlang schmerzverzerrt auf dem Boden, bis der Schiedsrichter endlich das Spiel unterbrach, was die ohnehin schon langen Pausen zwischen den Pfiffen unnötig in die Länge zog.
In Hockey Ultimate Team (HUT) prallen derweil großartige Neuerungen und fragwürdige Mechaniken aufeinander. Einerseits bringen die neuen Playbooks und das Salary-Cap-System, bei dem Legenden wie Scott Stevens einen Gehaltswert besitzen, frischen Wind in die Aufstellung. Andererseits drängt euch der Modus aggressiver denn je in Richtung Mikrotransaktionen. Wertvolle Karten verstecken sich in teuren Packs und der Grind für Belohnungen fällt extrem zäh aus, was das Ganze ohne dicken Geldbeutel frustrierend macht.
Hinzu kommt eine träge Menüführung auf der PlayStation 5. Während einige Offline-Menüs flüssig reagieren, wird das Navigieren, Öffnen von Packs und Anpassen von Aufstellungen in HUT zur Geduldsprobe. Wichtige Benachrichtigungen im Shop fehlen, wodurch ihr ständig unnötige Klicks ausführen müsst. Solche Fehler wirken unfassbar unprofessionell und müssen dringend behoben werden.

NHL 27 – Ein spielerisch solides Fundament sucht nach Identität
Nach etlichen Testpartien fällt das finale Urteil zu NHL 27 unterm Strich positiv aus. Die Entwickler haben zweifellos erkannt, dass die Präsentation eine massive Aufwertung benötigte, und liefern in puncto Stadionatmosphäre und Broadcast-Feeling richtig stark ab. Es macht schlichtweg enormen Spaß, die Puckphysik und die harten Bodychecks in den frisch gestalteten Stadien zu genießen. Das Fundament des Spiels funktioniert hervorragend und bietet für passionierte Fans immer noch die einzige, aber glücklicherweise kompetente Alternative im Bereich der Eishockey-Simulationen.
Die künstlichen Limitierungen der Connected Franchise verärgern vor allem alle treuen Hobby-Manager, die trägen Menüs im Ultimate Team zehren an den Nerven und die fehlenden Innovationen im Be A Pro Modus lassen die Langzeitmotivation schnell abflachen. Electronic Arts muss sich für die Zukunft ernsthaft die Frage stellen, ob man weiterhin nur kleine kosmetische Korrekturen vornehmen möchte oder endlich den Mut aufbringt, die veralteten Strukturen grundlegend neu aufzubauen. Wer großen Wert auf eine realistische Fernsehpräsentation legt, wird mit diesem Titel durchaus glücklich, solange die Erwartungen an tiefgreifende spielerische Innovationen in Grenzen gehalten werden.
Fazit
NHL 27 ist zweifellos ein wunderschönes und atmosphärisch dichtes Sportspiel, das den Flair der echten Arenen hervorragend auf den heimischen Bildschirm transportiert. Die überarbeiteten Playbooks und die härtere physische Gangart auf dem Eis sorgen für packende Duelle, sofern ihr bereit seid, euch auf die höheren Schwierigkeitsgrade einzulassen. Gleichzeitig offenbart der Titel eine bedenkliche Konzeptlosigkeit bei den großen Spielmodi, da versprochene Features wie die Connected Franchise durch absurde Restriktionen unspielbar gemacht werden und altbekannte Bugs die Immersion trüben. NHL 27 bleibt damit ein typisches Übergangsspiel, das zwar viel Potenzial andeutet, sich letztendlich aber zu stark von den Altlasten der Vorgänger ausbremsen lässt.
Für welche Plattformen ist NHL 27 verfügbar?
NHL 27 ist ausschließlich für die aktuellen Konsolengenerationen erhältlich und kann auf der PlayStation 5 sowie der Xbox Series X|S gespielt werden. Eine PC-Version wurde leider erneut nicht umgesetzt.
Wer ziert in NHL 27 das Cover?
Auf dem von NHL 27 prangt Macklin Celebrini, das junge Ausnahmetalent und der aufstrebende Star der San Jose Sharks.
Welche Editionen von NHL 27 stehen zum Verkauf?
Ihr könnt zwischen der regulären Standard Edition und der Deluxe Edition wählen, welche euch einen 7 Vorabzugang und zahlreiche Bonus-Inhalte für den HUT-Modus gewährt.
Bietet NHL 27 vollständiges Crossplay?
Ja, ihr könnt in NHL 27 plattformübergreifend gegen Freunde antreten und euch in den meisten Online-Modi mit Spielern der jeweils anderen Konsole messen.
Was genau ist die neue Connected Franchise?
Hierbei handelt es sich um eine Online-Liga, in der ihr mit bis zu 32 menschlichen Spielern eine eigene Saison inklusive Transfers und Kaderverwaltung ausspielen könnt. Beachtet jedoch, dass keine KI-gesteuerte Teams aufgefüllt werden können.
Welche Verbesserungen bringt das neue Playbook-System in NHL 27?
Die Teams agieren nun deutlich realistischer und orientieren sich an ihren echten Vorbildern aus der Liga. Das System nutzt reale Daten, um das Verhalten beim Spielaufbau oder bei Special Teams individuell an die jeweilige Mannschaft anzupassen.
Wurde die Präsentation in NHL 27 tatsächlich überarbeitet?
Ja, das gesamte TV-Paket wurde für NHL 27 erneuert. Neben neuen Kameraperspektiven durch den „Orchestrator“ kommentieren nun John Buccigross und Darren Pang das Spielgeschehen, während die Arenen mit originalen Sounds und individuellen Einläufen glänzen.
Ist der Einstieg in NHL 27 für komplette Neulinge machbar?
Die Lernkurve fällt in NHL 27 leider sehr steil aus, da ein umfassendes Training für die komplexe Stick-Steuerung fehlt. Neulinge müssen viel Zeit im freien Training oder in den leichten Schwierigkeitsgraden verbringen, um die Feinheiten zu meistern.
Wie verhält sich die neue Torhüter-KI in NHL 27?
Torhüter profitieren in NHL 27 von frischen Motion-Capture-Aufnahmen und zeigen spektakuläre Fanghand-Paraden. Allerdings leidet die Konstanz unter teils willkürlichen Aussetzern, bei denen unhaltbare Rebounds gehalten, im nächsten Moment aber leichte Schüsse durchgelassen werden.
Kann ich die Team-Taktiken während einer laufenden Partie verändern?
Nein, NHL 27 besitzt diesbezüglich eine spürbare Schwäche. Ihr müsst euer bevorzugtes Playbook zwingend vor dem Spielstart festlegen und könnt während des Matches kaum dynamische Anpassungen vornehmen.
Wie wirkt sich die neue Bodycheck-Physik auf das Gameplay aus?
Körperliche Attribute wie Größe und Gewicht fallen in NHL 27 nun deutlich stärker ins Gewicht. Schwere Enforcer bringen spürbar mehr Wucht aufs Eis, und schon kleinere Rempler führen häufiger zu echten Puckverlusten.
Welche konkreten Inhalte bietet die Deluxe Edition im Vergleich zur Standard Edition?
Neben dem Spiel selbst gewährt euch die Deluxe Edition einen siebentägigen Vorabzugang vor dem offiziellen Release sowie wertvolle Bonus-Inhalte für den Hockey Ultimate Team (HUT)-Modus, wie etwa garantierte Spieler-Packs.
Gibt es eine PC-Version von NHL 27?
Leider nein. EA hat sich auch in diesem Jahr gegen eine Veröffentlichung auf dem PC entschieden, sodass wir in NHL 27 ausschließlich auf den Konsolen (PlayStation 5 und Xbox Series X|S) aufs Eis gehen können.
Welche Neuerungen erwarten mich im Hockey Ultimate Team (HUT) Modus von NHL 27?
In NHL 27 bringt HUT frischen Wind durch überarbeitete Playbooks und ein neues Salary-Cap-System, bei dem prominente Spieler einen sichtbaren Gehaltswert besitzen. Allerdings wird der Modus stark durch aggressive Mikrotransaktionen, einen extrem zähen Grind für Belohnungen und sehr träge Menüs getrübt.
Die Evolution der NHL-Reihe
Die Erfolgsgeschichte der NHL-Serie von EA SPORTS nahm ihren Anfang, als Electronic Arts Ende der 80er-Jahre in den Markt für Sportsimulationen einstieg und das Eishockey-Segment direkt besetzte. Bereits 1991 erschien mit NHL Hockey auf dem Sega Mega Drive der Debütteil, der trotz technischer Limitationen durch seine flüssige und intensive Spielbarkeit überzeugte.
In den folgenden Jahren etablierte sich die Reihe mit Meilensteinen wie NHL 94, das durch seine intuitive Steuerung und den legendären One-Timer-Schuss Videospielgeschichte schrieb. Mitte der 90er-Jahre brachte NHL 97 den Sprung zu ersten 3D-Modellen und einer an TV-Übertragungen angelehnten Präsentation, während gleichzeitig die Lizenzierung originaler Teams und Spieler vorangetrieben wurde. Nach einer durchwachsenen Phase um die Jahrtausendwende, in der NHL 2004 als Fan-Liebling herausragte, folgte mit dem Sprung auf die HD-Konsolen (Xbox 360 und PlayStation 3) ein neuer Aufschwung.
Besonders der revolutionäre „Skill Stick“ in NHL 07 veränderte das virtuelle Eishockey grundlegend. Er ermöglichte erstmals die präzise Schlägerkontrolle über den rechten Analogstick und beendete die Ära klobiger Tasteneingaben. Dieser spielmechanische Meilenstein bildete das Fundament für die moderne Steuerung und verlieh den Dribblings eine nie dagewesene, realistische Dynamik. NHL 09 führte anschließend den gefeierten Be-a-Pro-Modus ein, und spätere Erweiterungen wie World of Chel wandelten die Simulation in eine umfassende Community-Plattform.
Der spätere Generationswechsel auf die PlayStation 4 und Xbox One verlief hingegen holprig. NHL 15 glänzte zwar mit physikbasierten Trikots und detaillierten Arenen, strich jedoch essenzielle Spielmodi, was die Community tief enttäuschte. Erst über die folgenden Jahre konnte sich die Serie durch kontinuierliche Updates und die Rückkehr der EASHL rehabilitieren.
Auf den modernen Konsolen prägten fortan die Frostbite-Engine, NHL-Edge-Daten und Crossplay das Geschehen, auch wenn sich die Kritik an jährlichen Modellpflegen häufte. Nach über dreißig Jahren Geschichte und dem Meilenstein von NHL 26 schlägt die Reihe mit NHL 27 das nächste Kapitel auf, das spielerisch wie atmosphärisch auf der PlayStation 5 und Xbox Series X|S neue Akzente setzt.
Mit NHL 27 beweist Electronic Arts einmal mehr ein feines Gespür für Stadionatmosphäre, leidet jedoch unter bekannten konzeptionellen Altlasten. Während die komplett neu gestalteten Arenen mitsamt individueller Torhymnen, originaler Sounds (wie „Kernkraft 400“ im TD Garden der Boston Bruins) und dem neuen ESPN-Broadcast-Duo John Buccigross und Darren Pang für echte Gänsehaut sorgen, treten in den Spielmodi deutliche Schwächen zutage. Das stark beworbene Comeback der Connected Franchise erweist sich mangels integrierter Computerteams als unbrauchbar für kleiner werdende Online-Ligen, und der Be-a-Pro-Modus stagniert mit alten Dialogen sowie frustrierenden Wartezeiten bei Verletzungen.
Zusätzlich wirkt sich das überarbeitete Erschöpfungssystem nun drastischer aus. Wer den Puck lange im gegnerischen Drittel hält, zwingt die verteidigende Mannschaft zu fehlerhaften Pässen und langsameren Reaktionen, während sich die eigene Offensive in einen wahren Rausch spielt. Optisch wird dieser Druck durch dynamische Eisabnutzung im Verlauf des Drittels hervorragend dargestellt.
Spielerisch bringt das neue Playbook-System basierend auf realen NHL-EDGE-Daten zwar spürbare Taktikunterschiede und eine wuchtigere Bodycheck-Physik auf das Eis, doch fehlende In-Game-Taktikmenüs, eine saftige Lernkurve ohne tiefgreifendes Tutorial und teils willkürliche Torhüterleistungen dämpfen den Gesamteindruck. Auch Hockey Ultimate Team kämpft mit extrem trägen Menüs und aggressiven Mikrotransaktionen. So bleibt NHL 27 ein wunderschön inszeniertes und atmosphärisch dichtes Übergangsspiel, das den Sprung zur spielerischen Evolution auf dem virtuellen Eis noch schuldig bleibt.















