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The Sinking City 2
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FeaturedPlayStation 5Testberichte

The Sinking City 2 (PS5) Test

Behrang Dadash
Behrang Dadash
Veröffentlicht am: 17. August 2026
Letztes Update: 17. August 2026
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22 Min. Lesezeit
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The Sinking City 2
8
The Sinking City 2 (PS5) Test

Es fühlt sich beinahe surreal an, dass wir nach sieben Jahren des Wartens, des Bangens und der quälenden Ungewissheit endlich The Sinking City 2 spielen dürfen. Diese morbid faszinierende Spielereihe hat in der Vergangenheit unzählige Höhen sowie existenzbedrohende Tiefen durchlebt, dass viele von uns längst innerlich Abschied genommen hatten. Angesichts der unfassbar schwierigen, kriegsgebeutelten Lage in Kiew waren viele treue Fans fest davon überzeugt, dass das ukrainische Studio Frogwares niemals einen vollwertigen Nachfolger veröffentlichen würde. Und doch liegt nun mit The Sinking City 2 eine extrem ambitionierte Fortsetzung vor uns auf dem Tisch – ein Spiel, das seine Wurzeln nicht verleugnet und zugleich den mutigen Schritt wagt, neue erzählerische sowie spielmechanische Wege zu gehen.

Inhalt
  • The Sinking City 2 – Ein neuer, überfluteter Albtraum entfaltet sich
  • The Sinking City 2 und die albtraumhafte Atmosphäre von Arkham
  • Die menschlichen Abgründe der Charaktere in The Sinking City 2
  • The Sinking City 2 – Wenn jeder Schuss zur Überlebensfrage wird
  • Fazit
    • Ist The Sining City 2 eigenständig spielbar oder brauche ich Vorwissen?
    • Gibt es noch die ausufernden Ermittlungen wie in Oakmont?
    • Wie spielt sich das Kampfsystem in The Sinking City 2?
    • Welche Rolle spielt die offene Welt?
    • Kann der Schwierigkeitsgrad individuell angepasst werden?
  • Weitere Themen rund um The Sinking City 2
    • Die Rolle der Protagonisten Calvin und Faye
    • Das Universum von Lovecraft der 1920er Jahre als Setting
    • Das Gameplay und seine Spielelemente
    • Die Verbindung zum Vorgänger der Reihe
    • Die Bedeutung von Story und Atmosphäre
    • Technische Verbesserungen und Herausforderungen
    • Erweiterte Informationen zu The Sinking City 2
    • Plattformen, Versionen und Preise
    • Sicherheit und USK-Einstufung

Gleich in den allerersten Minuten wird gnadenlos deutlich, dass dies nicht bloß ein weiteres, sicheres Sequel ist. Es verabschiedet sich von der ausufernden Open-World-Detektivarbeit des Vorgängers und stößt uns stattdessen kopfüber in einen linearen, beklemmenden Survival-Horror, der Spuren hinterlässt. Es war, als würde ich einen vertrauten Ort betreten, der sich auf seltsame, fast feindselige Weise verändert hat. Vertraut im kosmischen Grauen, und doch erschreckend fremd. Warum eure kommende Reise in die überfluteten Straßen von Arkham so viel mehr ist als ein nostalgisches Comeback und wie The Sinking City 2 den schmalen Grat zwischen blankem Überlebenskampf und menschlichen Abgründen meistert, erfahrt ihr in diesem ausführlichen Testbericht hier auf Spieletester.de

Bevor wir tief in die überfluteten Straßen von Arkham eintauchen, möchte ich mich noch herzlich bei dem Entwicklerstudio Frogwares bedanken. Das Team hat mir freundlicherweise vorab einen Review Code zur Verfügung gestellt, wodurch dieser Testbericht pünktlich zum Fall des Embargos veröffentlicht werden konnte.

The Sinking City 2 – Ein neuer, überfluteter Albtraum entfaltet sich

Es gibt Spiele, die nicht nur gespielt, sondern erlitten werden. The Sinking City 2 gehört zweifellos zu dieser Sorte. In den ersten Minuten war ich zunächst irritiert. Kein vertrautes Oakmont mehr, keine endlosen Botengänge durch eine weitläufige Stadt, in der man die Kontrolle behält. Stattdessen das sagenumwobene Arkham der 1920er-Jahre – ein Ort, der viel tiefer in der Lovecraft-Mythologie verankert ist und in dem das Wasser unaufhaltsam steigt. Ich habe schnell gespürt, wie sehr mich The Sinking City 2 fordert; nicht durch komplexe Ermittlungen, sondern durch die drückende, unerbittliche Intensität des Überlebens.

Im Mittelpunkt der Handlung von The Sinking City 2 stehen Calvin Rafferty, ein Okkultismus-Detektiv, der von Amnesie geplagt wird und seine große Liebe Faye Bennett. Ein missglücktes Ritual, das eigentlich den Zugang zu den sagenhaften Dreamlands öffnen sollte, stürzt Faye in ein tiefes Koma und entfesselt augenscheinlich eine unaufhaltsame Flut über Arkham. Diese emotionale und zugleich zerstörerische Ausgangslage wird zum Antrieb der gesamten Handlung. The Sinking City 2 zwingt mich immer wieder, langsamer zu werden, meinen Blick über die grotesken Ausmaße der Zerstörung schweifen zu lassen und die schwere, feuchte Luft förmlich einzuatmen.

Die Atmosphäre von The Sinking City 2 ist einzigartig beklemmend. Der allgegenwärtige Regen, die verwitterten, schleimüberzogenen Gassen und das ständige Gefühl, von etwas Unaussprechlichem beobachtet zu werden, lassen keinen Moment der Entspannung zu. Entwickelt unter widrigsten Umständen, ist The Sining City 2 ein digitales Mahnmal für die Widerstandskraft seiner Schöpfer. Angetrieben von der Unreal Engine 5 entfaltet The Sinking City 2 gerade auf der PlayStation 5 Pro eine dichte, immersive Bild- und Soundkulisse, die einen unweigerlich in den Strudel aus Wahnsinn und Faszination zieht.

überfluteter Albtraum

The Sinking City 2 und die albtraumhafte Atmosphäre von Arkham

Arkham. Der Name dieser Stadt weckt bei Lesern von kosmischem Grauen sofort unzählige Assoziationen. Statt einer gewöhnlichen amerikanischen Kleinstadt erwartet mich hier ein Ort, der spürbar im Sterben liegt. Überall in den ekligen Gassen kriecht schleimiges Ungeziefer herum, der Regen peitscht gegen morsche Holzfassaden und verwandelt die tristen Straßen in einen riesigen, schlammigen Sumpf. Diese Kulisse wirkt nicht nur wie ein grafisches Setting, sondern wie ein psychologischer Bewusstseinszustand. Ein Raum, der mich zwingt, jeden Schritt bedächtig zu setzen und genauer in die Dunkelheit zu blicken, auch wenn ich mich davor fürchte, was zurückblicken könnte.

Ich habe mich oft dabei erwischt, wie ich minutenlang an einem Ort stehen geblieben bin, nur um dem ohrenbetäubenden Prasseln des Wassers zuzuhören. Tiefe, dröhnende Frequenzen bauen einen physisch spürbaren Druck in der Magengegend auf, als würde der Ozean selbst versuchen, den Raum um mich herum zu erdrücken. Gelegentlich mischen sich merkwürdige, surreale Klänge unter diese Geräuschkulisse, die fatal an markerschütternde Luftschutzsirenen erinnern. Es ist kaum möglich, dies zu hören, ohne an die reale Lebensrealität der ukrainischen Entwickler zu denken. Diese akustischen Einschläge sind kein bloßes Hintergrundrauschen – sie sind der Puls einer sterbenden Welt.

Im weiteren Spielverlauf von The Sinking City 2 verschlägt es uns in noch bizarrere Gebiete. Wir erkunden das unheimliche Akeley-Krankenhaus auf einem Hügel, in dem grelle Farben und viel Blut eine regelrecht kranke Parallelwelt erschaffen oder betreten einen zerstörten Fischmarkt, auf dem sich die Natur auf grausamste Weise ihren Raum zurückerobert. Die sterbende Welt erzählt ihre Geschichte vor allem durch stumme Hinterlassenschaften. Gefundene Notizen und unheimliche Radioübertragungen erzählen surreale Geschichten und malen das Bild einer Gesellschaft, die rasend schnell kollabiert ist und in der die verbliebenen Menschen das Chaos nun bereitwillig umarmen.

grelle Farben und viel Blut

Die menschlichen Abgründe der Charaktere in The Sinking City 2

Die emotionale Tiefe ist es, die aus einem Horror-Spiel ein bleibendes Erlebnis macht. Doch hier geht The Sinking City 2 einen riskanten, fast schon schmerzhaften Weg. Calvin und Faye sind kein strahlendes Helden-Paar. Je tiefer ich in die Geschichte eintauchte, desto mehr erkannte ich die hässliche Wahrheit, dass diese beiden Figuren egoistisch, naiv und vermutlich der alleinige Auslöser für den apokalyptischen Untergang Arkhams sind. Und das Verstörendste daran? Sie reflektieren es nicht.

Während Calvin in den überfluteten Straßen verzweifelt nach seltenen Materialien für ein rettendes Ritual sucht, tun sich überall menschliche Abgründe auf. Im Krankenhaus stolpern wir über die Opfer eines Chirurgen, der an Schutzsuchenden experimentierte. In einem noblen Hotel decken wir eine blutige Endzeit-Party auf, getrieben von Drogen und Verzweiflung. Calvin zeigt sich oft angewidert von diesen menschlichen Monstern. Dabei vergisst er völlig, dass seine eigene, egoistische Neugier womöglich unzählige Leben ausgelöscht hat. Diese Ignoranz der Protagonisten macht sie streckenweise unsympathisch, aber auf eine faszinierende, zutiefst menschliche Art und Weise.

Einen massiven atmosphärischen Bruch erleidet The Sinking City 2 jedoch durch Fayes spirituelle Präsenz im späteren Verlauf. Horror lebt von der Isolation, von der drückenden Stille. Doch Faye, die Calvin als Geist begleitet, redet ununterbrochen. Sie kommentiert jeden Treffer, weist auf offensichtliche Schalter hin und zerstört gerade in den ansonsten spannenden Momenten jede Form der Subtilität. In den finalen Bosskämpfen wurde ihr pausenloses Geplapper zu einer solchen Zerreißprobe, dass ich das Spiel stellenweise stummgeschaltet habe, um nicht selbst dem Wahnsinn zu verfallen. Hier sabotiert The Sinking City 2 seine eigene, meisterhaft aufgebaute Schwere.

Fragmente der menschlichen Natur

The Sinking City 2 – Wenn jeder Schuss zur Überlebensfrage wird

Wer hier das actiongeladene Tempo eines modernen Shooters erwartet, wird scheitern. The Sinking City 2 ist in seinem spielerischen Kern psychologischer Survival-Horror, der weniger auf Adrenalin und viel mehr auf den ständigen Mangel an Ressourcen setzt. Die vormals ausufernde Detektivarbeit ist einer brutalen Realität gewichen. Eine rostige Pistole, eine gefundene Schrotflinte und wenige Schuss Munition vermitteln zu keiner Zeit ein heroisches Gefühl. Die Kämpfe sind roh, unbeholfen und zeugen von purer Verzweiflung.

Leider spiegelt sich diese erzählerische Hilflosigkeit manchmal in echten technischen Unzulänglichkeiten wider. Widerliche parasitäre Würmer, die sogenannten Slithers, erwecken Tote zum Leben, und feuchte, gepanzerte Fischmenschen zwingen uns in die Enge. Besonders letztere entpuppen sich als unfaire „Kugelschwämme“, deren Schwachstellen kaum auszumachen sind. Wenn man feuert, fehlt oft das befriedigende Trefferfeedback. Feinde sacken ohne realistische Todesanimation in sich zusammen, und explodierende Fässer lassen die Umgebung unberührt. Das reißt einen unweigerlich aus der dichten Immersion und erinnert schmerzhaft daran, dass hier das technische Budget wohl an seine Grenzen stieß.

Doch The Sinking City 2 gleicht diese Frustration durch ruhigere Momente aus. Die Rätsel zwingen uns, innezuhalten. Sie sind nicht nur simples Schalterdrücken, sondern verlangen echte Kopfarbeit. Hinweise müssen am Beweisbrett verknüpft, Symbole entschlüsselt und historische Daten kombiniert werden, wie etwa beim Knacken eines alten Schlosses über das Gussjahr einer Glocke. Wer sich diese Zeit nimmt, wird mit Traumessenz belohnt, durch die sich überlebenswichtige Talente freischalten lassen. Und dann gibt es diese Momente der puren Erleichterung: Wenn man blutend und fast ohne Munition einen Speicherraum erreicht, die alte, ratternde Schallplatte auflegt und weiß, dass man für diesen einen, flüchtigen Moment in Sicherheit ist.

Bemerkenswert paradox ist hingegen das Boss-Design. Während mich die Standard-Gegner in den Wahnsinn trieben, fühlen sich die Boss-Arenen an, als hätte man das Genre kurzzeitig gewechselt. Man wird mit Heilung und Munition derart überschüttet, dass jegliche Bedrohung verfliegt. Die nervenaufreibende Überlebensangst weicht hier leider einem generischen Action-Gefühl.

Wichtige technische und spielerische Details

KategorieDetails
PlattformenPlayStation 5, Xbox Series X/S, PC (Steam)
GrafikengineUnreal Engine 5
PerformanceAuf PS5 Pro größtenteils flüssig mit brillanten Lichteffekten
SteuerungAbsichtlich träge zur Verstärkung der Survival-Atmosphäre, teils jedoch schwammig beim Zielen.
KampfsystemRoh und unbeholfen, massiver Fokus auf Ressourcenmanagement, Item-Truhen und begrenzte Inventarplätze.
RätselClever und atmosphärisch tief eingebunden. Erfordern oft das Studieren von Dokumenten und Notizen.
SounddesignEine unfassbar dichte, drückende Geräuschkulisse, die leider im Late-Game durch eine extrem gesprächige Begleiterin gestört wird.
BesonderheitenLinearer Survival-Horror im Lovecraft-Setting der 1920er Jahre; Abkehr von der Open World des Vorgängers.

Fazit

The Sinking City 2 entzieht sich völlig dem schnellen Konsum. Dieses Abenteuer ist zutiefst verstörend, wunderbar unbequem und fordert uns emotional enorm heraus. Die drückende Atmosphäre legt sich wie das schlammige Flutwasser Arkhams auf die Brust, während die Handlung schonungslos schmerzhafte menschliche Abgründe offenbart. Aber exakt aus dieser gnadenlosen Härte zieht das Spiel seine größte emotionale Wucht. Es passiert nur äußerst selten, dass mich ein digitales Werk nach dem Ausschalten noch derart intensiv gedanklich verfolgt.

Man spürt in jeder überfluteten Gasse, dass Frogwares nicht den einfachen Weg einer sicheren Fortsetzung gewählt haben. Vielmehr haben sie ein echtes Herzensprojekt erschaffen und ihre ureigenen Ängste in eine feindselige Welt gegossen, die wir nun hautnah erleben dürfen. Natürlich verlangt uns The Sinking City 2 einiges an Geduld ab. Wir kämpfen gegen frustrierend unpräzise Steuerungsmechaniken, ärgern uns über das völlig fehlende Trefferfeedback (DualSense-Features) der Waffen und würden die Hauptfiguren aufgrund ihres Egoismus sowie ihres pausenlosen Geplappers in unpassenden Momenten am liebsten kräftig durchschütteln.

Trotz all dieser eklatanten Fehler formt sich am Ende ein unvergessliches Erlebnis. Wer die Geduld aufbringt, über technische Mängel hinwegzusehen und sich vollkommen auf die bedrohliche Stille unter dem tosenden Regen einzulassen, wird reich belohnt. The Sinking City bereichert den Survival Horror mit einer dichten Melancholie und enormer Liebe zum Detail. Letztlich erwartet euch hier ein schleichender Abstieg in den Wahnsinn, dem ihr euch nach den ersten Schritten kaum noch entziehen könnt.

Ist The Sining City 2 eigenständig spielbar oder brauche ich Vorwissen?

Es handelt sich um eine völlig unabhängige Geschichte rund um neue Charaktere. Kenner des ersten Teils werden sich zwar über spielmechanische Parallelen freuen, aber die neue Handlung funktioniert komplett ohne jegliches Vorwissen.

Gibt es noch die ausufernden Ermittlungen wie in Oakmont?

Die reine, teils langatmige Detektivarbeit wurde zugunsten des fokussierten Überlebenskampfes stark zurückgefahren. Sie ist nun eher ein optionales, aber extrem lohnenswertes System, mit dem ihr am Beweisbrett gefundene Hinweise verknüpft, um an wertvolle Skillpunkte zu gelangen.

Wie spielt sich das Kampfsystem in The Sinking City 2?

Das Gameplay orientiert sich stark an modernen Vertretern des klassischen Horror-Genres. Kämpfe sind durch permanente Munitionsknappheit sehr stressig, leiden aber stellenweise unter fehlendem Trefferfeedback und teils unfair agierenden, widerstandsfähigen Feinden.

Welche Rolle spielt die offene Welt?

Arkham ist erfreulicherweise eher semioffen strukturiert, was der drückenden Atmosphäre sehr zugutekommt. Ihr bewegt euch zwar stimmungsvoll mit einem kleinen Boot durch die überfluteten Straßen, betretet dann aber klar abgegrenzte Levelabschnitte wie unheimliche Hotels oder Krankenhäuser.

Kann der Schwierigkeitsgrad individuell angepasst werden?

Ja. Da der Fokus nun viel stärker auf brutalen Kämpfen liegt, hat Frogwares verschiedene Optionen integriert, um die teilweise unfairen Scharmützel bei Bedarf etwas zu entschärfen und die Erfahrung zugänglicher zu gestalten.

Weitere Themen rund um The Sinking City 2

Die Rolle der Protagonisten Calvin und Faye

Im Zentrum von The Sinking City 2 steht der von Amnesie geplagte Okkultismusdetektiv Calvin Rafferty. Sein verzweifelter Versuch, seine im Koma liegende große Liebe Faye Bennett zu retten, ist der emotionale Motor der Handlung. Im Gegensatz zu klassischen Helden sind Calvin und Faye jedoch von Egoismus und Naivität geprägt, da ihr eigenes verhängnisvolles Ritual vermutlich der Auslöser für den Untergang Arkhams war. Diese toxische Dynamik und die spätere Begleitung durch Fayes spirituelle Form verleihen der Erzählung eine ambivalente Tiefe. Die Persönlichkeit der beiden und ihre oft fragwürdigen moralischen Entscheidungen zwingen die Spieler dazu, sich intensiv mit den menschlichen Abgründen der Protagonisten auseinanderzusetzen.

Das Universum von Lovecraft der 1920er Jahre als Setting

The Sinking City 2 entführt uns in die 1920er Jahre, tief in die mythische Stadt Arkham, die gerade von einer unerklärlichen, katastrophalen Flut verschlungen wird. Dieses Zeitalter und Setting sind geprägt von okkultem Wahnsinn, gesellschaftlichem Verfall und kosmischem Grauen. The Sinking City 2 nutzt diese ikonische Kulisse von Lovecraft meisterhaft, um ein beklemmendes und zutiefst atmosphärisches Spielerlebnis zu erschaffen. Die detailgetreue und morbide Nachbildung der überfluteten Straßen, des zerstörten Fischmarkts oder des kranken Krankenhauses Akeley ermöglicht es den Spielern, die Verzweiflung einer sterbenden Gesellschaft hautnah zu spüren.

Das Gameplay und seine Spielelemente

Das Gameplay von The Sinking City 2 bietet eine nervenaufreibende Mischung aus klassischem Survival Horror, Rätseln und Erkundung. Der ständige Mangel an Ressourcen und das strategische Inventarmanagement mit speziellen Truhen sind herausragende Spielelemente, die für permanente Anspannung sorgen. Das rohe Kampfsystem fordert taktisches Vorgehen gegen groteske Feinde wie die Slithers oder gepanzerte Fischmenschen, bei denen jeder Schuss aus der Schrotflinte genau überlegt sein will. Gleichzeitig zwingen komplexe Umgebungsrätsel am Beweisbrett die Spieler dazu, Hinweise klug zu kombinieren. Diese Mischung aus Kopfarbeit und Überlebenskampf sorgt für ein forderndes Spielerlebnis.

Die Verbindung zum Vorgänger der Reihe

The Sinking City 2 baut zwar auf der Faszination für das Unbekannte seines Vorgängers auf, wagt jedoch einen radikalen erzählerischen und spielerischen Neuanfang. Im Vergleich zum ersten Teil rückt die offene Welt mit ihren ausufernden Ermittlungen in den Hintergrund. Stattdessen liegt der Fokus nun auf einer fokussierteren, semioffenen Struktur, die den Aspekt des Überlebens intensiviert. Die Geschichte ist komplett eigenständig und funktioniert ohne Vorwissen, behält aber die unheilvolle Stimmung bei. Dieser mutige Wechsel des Genres zeigt die bewusste Weiterentwicklung der Reihe und bietet vor allem Fans von Spielen wie Resident Evil einen perfekten Einstiegspunkt.

Die Bedeutung von Story und Atmosphäre

Die Erzählung in The Sinking City 2 ist tief in Themen wie Schuld, Egoismus und kosmischer Bedeutungslosigkeit verwurzelt. Die bedrückende Atmosphäre wird durch das unfassbar dichte Sounddesign massiv verstärkt, angefangen beim prasselnden Regen bis hin zu den albtraumhaften Luftschutzsirenen. Optik und Klangkulisse tragen maßgeblich dazu bei, dass Spieler den physischen Druck der Flut beinahe am eigenen Körper spüren. Während Radiosendungen und Notizen die Gestaltung der Welt bereichern, sorgt allerdings Fayes ständiges Kommentieren in den Bosskämpfen manchmal für atmosphärische Brüche, was die narrative Erfahrung ambivalent, aber unvergesslich macht.

Technische Verbesserungen und Herausforderungen

Die technische Umsetzung mit der Unreal Engine 5 macht The Sinking City 2 gerade bei der Beleuchtung und der Darstellung der überfluteten Kulissen zu einem visuellen Erlebnis. Die Fortbewegung mit dem kleinen Boot durch Arkham funktioniert geschmeidig und zieht den Spieler tief in die Welt. Dennoch zeigen sich spielmechanische Herausforderungen, wie das oft bemängelte fehlende Trefferfeedback bei Schusswaffen, teils unfertig wirkende Todesanimationen der Gegner und deutliche Einbrüche der Bildrate auf dem PC. Das ungleiche Balancing zwischen extrem harten Standardgegnern und stark vereinfachten Bosskämpfen sorgt zudem für eine Überascchung, prägt den Überlebenskampf aber auf seine ganz eigene, raue Art.

Erweiterte Informationen zu The Sinking City 2

The Sinking City 2 ist ein herausragender Teil des Survival-Horror-Genres, der das düstere Lovecraft-Universum auf einzigartige und beklemmende Weise in Szene setzt. Die Spielfigur Calvin Rafferty, ein von Amnesie geplagter Okkultismus-Detektiv, nimmt eine zentrale Rolle in The Sinking City 2 ein und führt die Spieler durch eine semioffene Welt, die das überflutete Arkham der 1920er-Jahre detailreich abbildet. The Sinking City 2 bietet eine Vielzahl von Spielelementen, die das Abenteuer besonders machen, darunter ein anspruchsvolles Ressourcen- und Inventarsystem, clevere Umgebungsrätsel und eine tiefgründige Geschichte, in der es um die Rettung seiner Geliebten Faye geht.

Plattformen, Versionen und Preise

The Sinking City 2 ist auf aktuellen Plattformen wie PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S verfügbar. Die Versionen reichen von der Standard Edition bis hin zu speziellen Deluxe Editions, die zusätzlichen Content und Extras wie digitale Artbooks oder kosmetische Anpassungen bieten. Im Store sind die Preise variabel, wobei die Standard Edition für die Current-Gen-Konsolen häufig um die 69,99 Euro kostet. Für PC-Spieler ist The Sinking City 2 auch über Steam (inklusive Steam-Deck-Unterstützung) erhältlich und bietet eine hohe Sicherheit bei der Nutzung. Dank der Unreal Engine 5 punktet The Sinking City 2 zudem mit einer extrem detaillierten Grafik.

Sicherheit und USK-Einstufung

Das Entwicklerstudio Frogwares legt großen Wert auf die Sicherheit der Spieler und die korrekte Einhaltung der USK-Richtlinien. The Sinking City 2 ist aufgrund seiner intensiven psychologischen Horror-Elemente, Gewaltdarstellungen und der albtraumhaften Atmosphäre entsprechend gekennzeichnet (in der Regel USK 18) und richtet sich gezielt an ein erwachsenes Publikum. Die Sicherheit der Plattformen wird durch regelmäßige Performance-Updates und den Support in den jeweiligen digitalen Stores gewährleistet, sodass Spieler unbesorgt in das nervenaufreibende Abenteuer eintauchen können.

The Sinking City 2
The Sinking City 2 (PS5) Test
8
Gesamtbewertung 8
Gute Punkte Eine unglaublich dichte, beklemmende und melancholische Stimmung in einer toten, überfluteten Stadt. Brillante, physisch spürbare Geräuschkulisse (prasselnder Regen, Sirenen), die echte Gänsehaut garantiert. Komplexe, befriedigende Logikrätsel, die echtes Mitdenken erfordern und den Spielfluss angenehm entschleunigen. Ein motivierendes Kartensystem und belohnendes Ressourcenmanagement, das Nostalgie weckt. Schickes, extrem detailreiches Design der verfallenen Umgebungen voller versteckter Geschichten.
Schlechte Punkte Die Protagonisten sind streckenweise unsympathisch; besonders Fayes Geisterform zerstört durch Dauerreden die Horror-Atmosphäre. Dem Gunplay mangelt es spürbar an Wucht und Einschlagskraft. Unfaire Standardgegner stehen im krassen Gegensatz zu viel zu leichten, mit Items überladenen Bosskämpfen. Sterbeanimationen wirken oft unfertig, und die Physikengine lässt in actionreichen Situationen zu wünschen übrig. Im späteren Spielverlauf leidet das Gameplay stellenweise unter einer repetitiven Struktur (Schlüsselsuche).
Fazit
The Sinking City 2 entzieht sich völlig dem schnellen Konsum. Dieses Abenteuer ist zutiefst verstörend, wunderbar unbequem und fordert uns emotional enorm heraus. Die drückende Atmosphäre legt sich wie das schlammige Flutwasser Arkhams auf die Brust, während die Handlung schonungslos schmerzhafte menschliche Abgründe offenbart. Aber exakt aus dieser gnadenlosen Härte zieht das Spiel seine größte emotionale Wucht. Es passiert nur äußerst selten, dass mich ein digitales Werk nach dem Ausschalten noch derart intensiv gedanklich verfolgt. Man spürt in jeder überfluteten Gasse, dass Frogwares nicht den einfachen Weg einer sicheren Fortsetzung gewählt haben. Vielmehr haben sie ein echtes Herzensprojekt erschaffen und ihre ureigenen Ängste in eine feindselige Welt gegossen, die wir nun hautnah erleben dürfen. Natürlich verlangt uns The Sinking City 2 einiges an Geduld ab. Wir kämpfen gegen frustrierend unpräzise Steuerungsmechaniken, ärgern uns über das völlig fehlende Trefferfeedback (DualSense-Features) der Waffen und würden die Hauptfiguren aufgrund ihres Egoismus sowie ihres pausenlosen Geplappers in unpassenden Momenten am liebsten kräftig durchschütteln. Trotz all dieser eklatanten Fehler formt sich am Ende ein unvergessliches Erlebnis. Wer die Geduld aufbringt, über technische Mängel hinwegzusehen und sich vollkommen auf die bedrohliche Stille unter dem tosenden Regen einzulassen, wird reich belohnt. The Sinking City bereichert den Survival Horror mit einer dichten Melancholie und enormer Liebe zum Detail. Letztlich erwartet euch hier ein schleichender Abstieg in den Wahnsinn, dem ihr euch nach den ersten Schritten kaum noch entziehen könnt.
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