WWE 2K26 betritt die große Bühne in einer Zeit, in der Wrestling momentan einen gigantischen Boom mit weltweit ausverkauften Stadien und einer elektrisierenden Atmosphäre erlebt.. Diese monumentale Erwartungshaltung lastet nun schwer auf WWE 2K26. Der neueste Ableger von Visual Concepts und 2K Games wagt einen wichtigen technischen Schritt und ist exklusiv für PlayStation 5, Xbox Series und PC erhätlich. Das verspricht eine grafische Revolution und neue spielerische Möglichkeiten.
Im Fokus steht dieses Jahr die umstrittene Rückkehr von CM Punk, der das Cover ziert und im Mittelpunkt des Geschehens steht. Ob diese faszinierende Figur ausreicht, um die massiven Kontroversen rund um die aggressive Monetarisierung zu überstrahlen, wird sich im Ring zeigen müssen. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Testbericht zu WWE 2K26 hier auf Spieletester.de
Gameplay mit gewohnte Stärken und alten Schwächen
Die elementare Grundlage eines jeden guten Wrestling-Spiels ist das Gefühl, welches einem die Steuerung im Ring vermittelt. Hier hat sich die Serie in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert und auch WWE 2K26 knüpft nahtlos an dieses grundsolide Fundament an. Die Aktionen in WWE 2K26 fühlen sich extrem wuchtig an, die Treffer haben spürbares Gewicht und die Bewegungsabläufe der virtuellen Athleten wirken in weiten Teilen flüssig und authentisch. Man hat jederzeit das Gefühl, gigantische Kraftpakete zu steuern, die sich eine brachiale Schlacht liefern. Eine der spürbarsten Neuerungen im spielerischen Ablauf von WWE 2K26 ist das komplett überarbeitete Ausdauersystem.
Wenn ein Superstar im Verlauf eines anstrengenden Matches zu viele harte Schläge einstecken muss oder ununterbrochen riskante Manöver ausführt, gerät er in einen Zustand der totalen Erschöpfung. Dieser Zustand wird durch einen deutlich sichtbaren lilafarbenen Ring auf dem Bildschirm symbolisiert. Sobald diese Markierung aufleuchtet, ändert sich die Spieldynamik drastisch. Der Kämpfer kann in dieser Phase weder schnelle Sprints ansetzen noch rettende Kontermanöver ausführen. Dies verleiht dem Geschehen eine dringend benötigte taktische Tiefe. Man muss nun viel genauer abwägen, wann man in die Offensive geht und wann man sich besser zurückzieht, um wertvolle Energie zu tanken.
Trotz dieser willkommenen taktischen Komponente bleibt auch in WWE 2K26 das eigentliche Kontersystem das größte Sorgenkind. Die Entwickler haben die grundlegende Mechanik in WWE 2K26 abermals nicht angetastet, was bedeutet, dass man sich nach wie vor auf ein System verlässt, das stark in die Jahre gekommen ist. Man muss nahezu jedes Timing der hunderten verschiedenen Griffe und Schläge blind auswendig lernen.
Die Einblendungen für einen erfolgreichen Konter erscheinen oftmals nur für den Bruchteil einer Sekunde. Hinzu kommt das frustrierende Ratespiel bei den Griffen, bei dem man die exakt gleiche Taste wie der Angreifer drücken muss, um sich zu befreien. Das führt in vielen Situationen dazu, dass man minutenlang wehrlos durch den Ring geworfen wird, ohne auch nur den Hauch einer Chance zur Gegenwehr zu haben. Es ist ein veraltetes System, das dringend eine komplette Überarbeitung benötigt hätte, anstatt es nur mit dem neuen Ausdauersystem minimal auszubalancieren.
Glücklicherweise gibt es in WWE 2K26 auch sehr positive spielerische Ergänzungen. Es ist nun beispielsweise möglich, einen Gegner in den Schwitzkasten zu nehmen und dabei in einem leichten Trab durch den Ring zu laufen. So lassen sich Kontrahenten wunderbar präzise in eine bestimmte Ringecke oder an die Seile manövrieren, um spezifische Angriffe vorzubereiten. Die überarbeitete Physikengine sorgt in WWE 2k26 für noch realistischere Kollisionen mit Objekten. Wenn man bei einer brutalen Backstageschlägerei nun auf neue Waffen wie gemeine Reißzwecken oder gar Einkaufswagen zurückgreift, entstehen herrlich chaotische Momente. Die Interaktion mit Tischen und den massiven Stahltreppen wirkt dank verbesserter Ragdoll Physik etwas natürlicher, auch wenn es gelegentlich noch zu amüsanten grafischen Aussetzern kommt.
Eine weitere wunderbare Neuerung ist die Möglichkeit, die pompösen Einzüge der Gegner direkt zu stören. Wer eine erbitterte Rivalität spielt, muss nicht mehr brav warten, bis der Kontrahent im Ring steht, sondern kann ihn bereits auf der Einzugsrampe attackieren und das Match so auf spektakuläre Weise vorzeitig eröffnen.
Frischer Wind durch neue und überarbeitete Match Arten
Neben den klassischen 1 vs. 1 Kämpfen und den traditionellen Tag-Team-Matches bringt WWE 2K26 vier frische beziehungsweise stark überarbeitete Matcharten in die Auswahl. Besonders das Inferno-Match fällt hier sofort ins Auge. Man prügelt hier so lange auf seinen Gegner ein, bis die lodernden Flammen am Rande des Rings ihr absolutes Maximum erreicht haben. Das Ziel ist es dann, den völlig erschöpften Widersacher direkt in das Feuer zu befördern. Die martialische Präsentation dieses Matches ist beim ersten Spielen absolut atemberaubend, verliert aber nach einigen Durchgängen etwas an Reiz, da die Vorgehensweise stets identisch bleibt.
Das Dumpster-Match feiert in WWE 2K26 ebenfalls eine glorreiche Rückkehr und spricht vor allem nostalgische Fans der 90er Jahre an. Spielerisch orientiert sich diese Variante exakt an den bereits bekannten Sarg oder Ambulanz-Matches. Man muss den Gegner schwächen und ihn anschließend in einen großen Müllcontainer verfrachten. Das zugehörige Minispiel zum Schließen der Deckel ist solide umgesetzt, erfindet das Rad aber keineswegs neu. Die Variante Three Stages of Hell ist ein brutaler Ausdauertest, bei dem man drei völlig unterschiedliche Stipulationen direkt hintereinander gewinnen muss. Es ist eine tolle Möglichkeit, epische Fehden zu einem würdigen Abschluss zu bringen.
Die größte und beste spielerische Innovation in WWE 2K26 ist zweifellos das komplett neu gestaltete I Quit Match. Die Entwickler haben sich hier von den üblichen Aufgabe und Submission Mechaniken verabschiedet. Stattdessen zermürbt man den Gegner physisch so sehr, bis man eine spezielle Aktion auslösen kann. Daraufhin startet ein intensives, kreisförmiges Minispiel, in dem man den Kontrahenten zwingen muss, das Mikrofon zu nehmen und seine Aufgabe laut ins Stadion zu rufen.
Das System erfordert eine kurze Lernphase, belohnt den Spieler danach aber mit unglaublichen Spannungskurven, da sich ein Match jederzeit wenden kann. Ein fantastisches Detail haben die Entwickler bei dem Wrestler R Truth eingebaut. Gewinnt man mit ihm dieses I Quit Minispiel, brüllt er enthusiastisch in das Mikrofon, dass sein großer Kindheitsheld ihm immer beigebracht habe, niemals aufzugeben. Diese augenzwinkernde Anspielung auf John Cena zeigt, wie viel Liebe zum Detail eigentlich in diesem Spiel steckt.

Der Showcase Modus als verpasste historische Chance
Ein elementarer Bestandteil der Serie ist seit Jahren der Showcase Modus, der historische Karrieren berühmter Athleten spielbar macht. In WWE 2K26 steht CM Punk im Fokus, was auf dem Papier nach einer der spannendsten Geschichten überhaupt klingt. Punk ist berühmt für seine Rebellion, seine kontroversen Ansichten und seinen jahrelangen Bruch mit der WWE. Man hätte hier eine fesselnde Dokumentation über Aufstieg, Fall und das triumphale Comeback erschaffen können. Doch was das Spiel hier liefert, ist leider eine herbe Enttäuschung und gleicht einer weichgespülten Geschichtsklitterung.
Die gesamte Erzählung in WWE 2K26 ist extrem zensiert worden. CM Punk sitzt zwar in gut produzierten Videos vor der Kamera und kommentiert seine Matches, aber alle wirklich interessanten Themen werden komplett ignoriert. Sein umstrittener Weggang wird nicht thematisiert und legendäre Momente wie die revolutionäre Pipe Bomb Promo fehlen gänzlich. Um diese inhaltlichen Lücken zu füllen, setzt das Spiel massiv auf erfundene Szenarien. Man bestreitet unzählige Kämpfe, in denen beleuchtet wird, was passiert wäre, wenn Punk die Liga niemals verlassen hätte. So kämpft man Traum Matches gegen Stone Cold Steve Austin oder andere Ikonen. Das ist zwar nett gemeint, beraubt den Modus aber seiner historischen Relevanz und degradiert ihn zu einer simplen Ansammlung von beliebigen Exhibition Kämpfen.
Noch gravierender als die erzählerischen Mängel sind jedoch die spielerischen Frustrationen innerhalb dieses Modus. Man muss während der Matches spezifische Aufgaben erfüllen, um in der Geschichte voranzuschreiten und Belohnungen freizuschalten. Diese Ziele sind oftmals ungenau beschrieben und an ein furchtbares Zeitmanagement gebunden. Der absolute Tiefpunkt ist jedoch das weiterhin beharrliche Festhalten der Entwickler an fehlenden Checkpoints. Wenn man sich zwanzig Minuten lang durch ein Match kämpft und dann bei der allerletzten Aufgabe scheitert, bedeutet das unweigerlich den kompletten Neustart des Kampfes. Das grenzt an pure Schikane und sorgt für unendlichen Frust.
Als alternative Lösung bietet WWE 2K26 ein Gauntlet Match an, in dem man mit CM Punk oder wahlweise AJ Lee direkt nacheinander gegen zwanzig Gegner antreten muss. Wer dieses unfassbar schwere Match gewinnt, schaltet sofort alle Belohnungen des Showcase Modus frei und kann sich die nervigen Einzelmissionen sparen. Es ist eine extreme Herausforderung, die ironischerweise von CM Punk selbst mit spöttischen Kommentaren begleitet wird, falls man scheitern sollte. Es wirkt fast so, als hätten die Entwickler selbst erkannt, wie frustrierend die regulären Showcase Missionen geraten sind.
MyRise und die Suche nach der verlorenen Identität
Wer keine Lust auf die großen, vorgegebenen Fernsehgeschichten hat, widmet sich traditionell dem Karrieremodus MyRise. Auch in WWE 2K26 können wir unseren eigenen Superstar erschaffen und versuchen, die Spitze der Wrestling Welt zu erklimmen. In WWE 2K26 schlüpfen wir in die Rolle von The Archetype, einem etablierten, aber in Vergessenheit geratenen Star, der nach einer langen Pause sein Comeback feiert. Erfreulicherweise darf man wieder wählen, ob man in der Männerdivision oder der Frauendivision antritt, wodurch man es mit starken Persönlichkeiten wie Bron Breakker oder Jordynne Grace zu tun bekommt.
Die narrative Struktur bietet eine sehr interessante Neuerung im Bereich der persönlichen Charakterentwicklung. Das Rollenspiel Element wurde deutlich verstärkt, wodurch man im Laufe der Geschichte immer wieder bedeutungsvolle Entscheidungen treffen muss. Diese Wahlen bestimmen ganz konkret, ob das Publikum einen als geliebten Helden oder als verhassten Schurken wahrnimmt. Diese Ausrichtung beeinflusst daraufhin Dialogoptionen, mögliche Allianzen und spätere Matchkonstellationen. Es ist ein hervorragendes Feature, das dem Charakter eine eigene Identität verleiht und durchaus dazu motiviert, die Geschichte ein zweites Mal mit einer anderen moralischen Ausrichtung zu spielen.
Bedauerlicherweise werden diese starken Ansätze in WWE 2K26 durch offensichtliche Rückschritte an anderer Stelle zunichtegemacht. Die Gesamtlaufzeit der Kampagne ist spürbar kürzer geraten als noch in den vergangenen Jahren. Zudem fehlen die humorvollen und charmanten kleinen Nebenmissionen völlig, die früher für eine tolle Auflockerung des Alltags gesorgt haben.
Die Präsentation der Geschichte krankt weiterhin an extrem hölzernen Animationen außerhalb des Rings und Dialogen, die oftmals unfreiwillig komisch wirken. Um die fehlende Substanz zu kaschieren, haben die Entwickler den Modus mit unzähligen, völlig generischen Matchserien vollgestopft. Man muss sich stundenlang durch bedeutungslose Live Events kämpfen, um winzige Mengen an Erfahrungspunkten zu sammeln. Das Strecken der Spielzeit ist hier allgegenwärtig und nimmt der eigentlich soliden Comeback Geschichte enorm viel an Fahrt und Dramatik.

The Island und der tiefe Fall in den Abgrund der Monetarisierung
Wir kommen nun zu dem dunkelsten und problematischsten Kapitel dieses Spiels, welches das gesamte Erlebnis in WWE 2K26 wie ein schwerer Schatten überlagert. The Island ist als revolutionärer und lebendiger Knotenpunkt für die Community beworben worden. Eine kompakte, kreativ gestaltete Online welt, in der Spieler sich frei bewegen, miteinander interagieren und Quests erledigen können. Die Insel ist in drei Bereiche unterteilt, die von den großen Fraktionen kontrolliert werden. Man hat die Wahl zwischen dem Order of Tradition unter der Führung von Cody Rhodes, dem Order of Shadows von Rhea Ripley und dem Order of Anarchy von CM Punk. Optisch sind die jeweiligen Basen hervorragend an den Stil der Anführer angepasst und verbreiten eine tolle Grundstimmung.
Doch diese hübsche Fassade bröckelt bereits nach den ersten Minuten, denn The Island ist in Wahrheit nichts anderes als ein konstruierter Vergnügungspark zur Gewinnmaximierung. Man erstellt einen neuen Avatar, dessen gesamte Entwicklung ausnahmslos an die virtuelle Währung des Spiels gekoppelt ist. Sämtliche Attribute, wichtige Kampffähigkeiten und selbst simple optische Anpassungen kosten Unmengen dieser Währung. Natürlich kann man sich diese Punkte theoretisch durch das Erledigen von Quests verdienen. Die Realität sieht jedoch so aus, dass die Auszahlungsrate dermaßen gering ist, dass man tagelang grinden muss, um auch nur marginale Fortschritte zu erzielen. Das Spiel nutzt psychologische Mechanismen, um den Spieler zur absoluten Verzweiflung zu treiben, in der Hoffnung, dass dieser entnervt zum echten Geldbeutel greift.
In den Onlinekämpfen auf The Island führt dies zu einem völligen Zusammenbruch der Fairness. Wer hier kein echtes Geld investiert, tritt gegen Spieler an, die sich ihre Attribute auf das absolute Maximum gekauft haben. Man wird in diesen Kämpfen innerhalb weniger Sekunden gnadenlos vernichtet. Die Pay to Win Mechanik ist hier so offensichtlich und aggressiv in das Spieldesign eingewoben, dass man es kaum fassen kann. Das dazugehörige Missionsdesign auf der Insel besteht erschreckend oft nur daraus, von einem Punkt zum anderen zu rennen und immer wieder dieselben generischen Avatare zu bekämpfen. Ein Modus, der das Potenzial hatte, die Community nachhaltig zu vereinen, wurde auf dem Altar der endlosen In-Game Käufe rücksichtslos geopfert.

Der Ringside Pass und MyFaction in der Kritik
Als ob die Monetarisierung in The Island nicht schon schlimm genug wäre, treibt WWE 2K26 es in diesem Jahr noch weiter auf die Spitze. Das traditionelle Modell mit klassischen Downloadpaketen wurde beerdigt und in WWE 2K26 durch den neuen Ringside Pass ersetzt. Es handelt sich hierbei um ein klassisches Battle Pass System, das auf sechs lange Saisons im Jahr ausgelegt ist.
Jede dieser Saisons beinhaltet absurde einhundert Stufen an Belohnungen. Selbstverständlich gibt es eine kostenlose Schiene und eine Premium Variante, die zusätzliches Echtgeld kostet und für die erste Saison mit etwa zehn Euro zu Buche schlägt. In dieser ersten Saison finden sich Highlights wie die neu erworbenen Luchadores der mexikanischen Liga AAA oder auch die bedrückende Fiend Version des verstorbenen Bray Wyatt.
Das fundamentale Problem dieses Passes ist der Fortschritt. Die Entwickler haben die Menge an Erfahrungspunkten, die man durch das bloße Spielen von Matches erhält, massiv gedrosselt. Die Progression verläuft unfassbar zäh und quälend langsam. Das Ziel dieser Mechanik ist eindeutig. Spieler sollen frustriert aufgeben und die sogenannten Stufensprünge direkt im Shop für bares Geld kaufen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass selbst Käufer der allerteuersten Edition für knapp einhundertfünfzig Euro diesen mühsamen Weg gehen müssen.
Auch der MyFaction Modus schlägt in dieselbe Kerbe. Wer den Ultimate Team Modus aus anderen Sportspielen kennt, weiß genau, was ihn hier erwartet. Man öffnet digitale Sammelkarten Päckchen, stellt Fraktionen zusammen und hofft auf das große Glück beim Ziehen der Karten. Die Einführung von Intergender Matches und einer speziellen Team Chemie in diesem Modus bringt zwar eine leichte strategische Note mit sich, ändert aber nichts an der fundamentalen Ausrichtung. Die Freischaltung bestimmter, exklusiver Charakter Versionen ist oft nur durch reines Glück oder den Einsatz massiver Mengen an In Game Währung möglich. Das ständige Gebettel des Spiels um den nächsten Euro durchzieht mittlerweile sämtliche Menüs und zerstört nachhaltig die eigentlich gute Stimmung, die das Wrestling im Ring aufbauen kann.
MyGM und Universe Mode als rettende Inseln der Kreativität
Wenn man den Fängen der Mikrotransaktionen entkommen möchte, bleiben erfreulicherweise zwei Modi, die sich auf das Kernprinzip des Spiels konzentrieren. Der General Manager Modus hat in WWE 2K26 fantastische Erweiterungen erhalten. Fans können nun endlich eine unfassbar lange Saison über fünfzig Wochen hinweg spielen, was den Aufbau von langanhaltenden Fehden massiv verbessert. Das zur Verfügung stehende Budget wurde auf stolze sieben Millionen angehoben, sodass man direkt zu Beginn spektakuläre Kader zusammenstellen kann.
Eine großartige strategische Neuerung ist der Mid Season Push. In der fünfundzwanzigsten Woche hat jeder Manager die Gelegenheit, genau sechs ausgewählten Athleten einen temporären Schub in den Bereichen Moral und Ausdauer zu geben, um so schwächelnde Shows wieder attraktiv zu machen. Auch die neuen Premium Live Events, wie beispielsweise ein Event direkt in Paris, werten den Modus optisch und atmosphärisch ungemein auf. Leider krankt MyGM immer noch an einem extrem starren Bewertungssystem. Die Zuschauerreaktionen basieren stur auf festgelegten Charakterklassen. Wer kreativ buchen möchte und neue Kombinationen ausprobiert, wird vom internen Punktesystem gnadenlos bestraft.
Der Universe Modus in WWE 2K26 hingegen bleibt der unangefochtene Champion der totalen kreativen Freiheit. In diesem Sandbox Modus kann man Ligen völlig frei gestalten, eigene Gürtel verteilen und absolute Traumkämpfe ansetzen, ohne durch irgendwelche Budgets oder Punkteregeln eingeschränkt zu werden. Der am sehnlichsten erwartete Neuzugang in diesem Jahr ist die endlich voll funktionsfähige Integration des Draft Systems, welches die Verteilung der Superstars zwischen den großen Shows enorm erleichtert. Trotz kleinerer Bugs und oftmals generischer Rivalitätsverläufe ist der Universe Modus ein fantastischer Zeitfresser für alle Spieler, die sich einfach in Ruhe ihre ganz persönliche Wrestling Welt aufbauen möchten.
Optik und Roster – Viel Masse mit einigen Schönheitsfehlern
Die Werbemaschinerie preist WWE 2K26 mit dem größten Roster der gesamten Videospielgeschichte an. Weit über vierhundert Superstars und Legenden sollen zur Verfügung stehen. In der Praxis entpuppt sich diese Zahl jedoch als reine Augenwischerei zur Steigerung der Verkaufszahlen. Allein von Cover Athlet CM Punk gibt es unzählige Doppelgänger, und das Roster wird mit unbedeutenden fiktiven Charakteren aus dem Karrieremodus künstlich extrem aufgebläht. Dass gleichzeitig beliebte Legenden ohne logische Begründung aus dem Spiel entfernt wurden, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.
Auf technischer Seite zahlt sich für WWE 2K26 der exklusive Wechsel auf die neueste Konsolengeneration absolut aus. Die Lichtstimmung in den Arenen, die Spiegelungen auf dem Hallenboden und die unglaublich detailreichen, schweißgebadeten Muskeln der Superstars sehen besser aus als je zuvor. Die Einzüge gleichen fast schon fotorealistischen TV Übertragungen. Doch die neue Grafikpracht offenbart auch Fehler.
Die Haare vieler Kämpfer wirken nach wie vor wie starre, aufgeklebte Helmstrukturen, und die prestigeträchtigen Championship Gürtel sehen aus, als kämen sie aus einem günstigen Spielzeuggeschäft. Einige Zwischensequenzen leiden zudem unter ärgerlichen Tonverzögerungen. Die akustische Kulisse im Match hingegen ist über jeden Zweifel erhaben, was nicht zuletzt den neuen Kommentatoren Booker T und Wade Barrett zu verdanken ist, die mit ihrer Energie und ihren authentischen Sprüchen die Vorgänger mühelos in den Schatten stellen.
Fazit
Das neueste Kapitel der beliebten Wrestling Reihe, WWE 2K26, ist ein Monument der Widersprüche. Im Ring liefert WWE 2K26 weiterhin ein enorm wuchtiges, unterhaltsames und dank des neuen Erschöpfungssystems sogar taktischeres Erlebnis ab, das Fans stundenlang an den Bildschirm fesseln kann. Die grandiose Einbindung der Fans, atemberaubende neue Match Arten wie das I Quit Minispiel und ein extrem motivierender Universe Modus zeigen eindeutig, wie viel Liebe zum Wrestling in den Entwicklern steckt.
Gleichzeitig wird dieses wundervolle Grundgerüst in WWE 2K26 von einer beispiellos aggressiven und unverschämten Monetarisierung erwürgt. Der frustrierende Showcase Modus enttäuscht durch Zensur und fehlende Speicherpunkte, während der neue Ringside Pass und die katastrophale Pay to Win Mechanik in The Island das Spiel fast ungenießbar machen. Wer diese massiven Bezahlschranken ignorieren kann und sich rein auf die Offline Sandbox Modi konzentriert, findet hier ein hervorragendes Sportspiel.
Was ist WWE 2K26?
WWE 2K26 ist eine Wrestling Simulation von 2K Games und Visual Concepts. Das Spiel bietet virtuelle Matches mit aktuellen Superstars und historischen Legenden.
Auf welchen Plattformen erscheint das Spiel?
WWE 2K26 ist exklusiv für PlayStation 5, Xbox Series und den PC erhältlich. Ältere Konsolen werden technisch nicht mehr unterstützt.
Wer ist der Coverstar der aktuellen Ausgabe?
Der Wrestler CM Punk ziert das Cover des Spiels. Er steht zudem im narrativen Mittelpunkt des historischen Showcase Modus.
Wie viele Charaktere umfasst das Roster?
Das Spiel beinhaltet laut Herstellerangaben über vierhundert Superstars. Diese Zahl schließt jedoch zahlreiche Varianten sowie fiktive Charaktere ein.
Was bietet der neue Ringside Pass?
Der Ringside Pass ist ein saisonales Belohnungssystem mit hundert Stufen. Er beinhaltet eine kostenlose sowie eine kostenpflichtige Premium Variante.
Welche neuen Matcharten sind verfügbar?
Zu den spielerischen Neuerungen gehören das Inferno Match, das Dumpster Match, Three Stages of Hell sowie das innovative I Quit Match.
Was ist der Modus The Island?
The Island ist eine offene Online Welt. Spieler schließen sich dort einer von drei Fraktionen an und erledigen verschiedene Aufgaben für Belohnungen.
Welche Verbesserungen bietet der Universe Modus?
Der Universe Modus verfügt nun über ein voll funktionsfähiges Draft System. Ligen und Shows können weiterhin völlig frei gestaltet werden.
Gibt es Neuerungen im Modus MyGM?
Der General Manager Modus umfasst nun eine maximale Spielzeit von fünfzig Wochen. Zudem wurde das Startbudget auf sieben Millionen erhöht.
Wurde das Gameplay im Ring angepasst?
WWE 2K26 führt ein überarbeitetes Ausdauersystem ein. Bei totaler Erschöpfung sind zeitweise keine schnellen Sprints oder Konter mehr möglich.















