Omni-Man hat in Mortal Kombat 1 bereits bewiesen, was im Invincible-Universum drinsteckt. Es erwarten euch rohe Gewalt, überzeichnete Gore-Momente und ein Charisma, das im Prügelspiel-Genre sofort zündet. Mit Invincible VS bekommt das Franchise nun sein eigenes Zuhause und zwar in Form eines 3-gegen-3-Tag-Fighters, der am 30. April 2026 für PC, PS5 und Xbox Series X/S erschienen ist. Entwickelt von Quarter Up, dem ersten hauseigenen Studio von Skybound, steckt hinter dem Spiel echte Fighting-Game-Expertise. Das verspricht mechanische Tiefe, aber hält das Spiel auch außerhalb des Versus-Modus, was es verspricht?
Invincible VS – Das Invincible-Universum betritt den Prügelring
Wer die Amazon-Prime-Serie Invincible kennt, weiß diese Welt wurde für ein Prügelspiel gemacht. Keine andere Superhelden-IP zeigt körperliche Gewalt so ungefiltert und konsequent wie Robert Kirkmans Comic-Adaption von Omni-Mans erstem Auftritt, der das Genre-Publikum kollektiv die Kinnlade runterklappen ließ, bis hin zu den brutalen Viltrumiten-Kämpfen in den späteren Staffeln. Invincible VS übersetzt genau diese Energie in ein spielbares Format. Es handelt sich hierbei um einen 3v3-Tag-Fighter, der das Beste aus Marvel vs. Capcom, Injustice und Killer Instinct zusammenführt und dabei mit dem blutigen Herzen des Invincible-Universums pumpt.
Der Vergleich mit Killer Instinct ist dabei kein Zufall und kein Marketing-Gag. Quarter Up wurde von ehemaligen Mitgliedern des KI-2013-Entwicklerteams gegründet, und das spürt man. Das Kampfsystem sitzt straff, die Animationen greifen sauber ineinander, und der Grundrhythmus aus Druck aufbauen, Tags einsetzen und Combos verlängern fühlt sich nach echtem Fighting-Game-Handwerk an und nicht nach einem schnell zusammengeklickten Lizenzprodukt. Das ist der entscheidende Unterschied zu vielen anderen lizenzbasierten Prügelspielen, die ihre Marke mit durchschnittlichem Gameplay bekleiden und hoffen, dass der Fanservice den Rest erledigt.
Invincible VS richtet sich an eine breite Zielgruppe. Fans der Serie und der Comics werden sich über den dichten Fanservice freuen, Fighting-Game-Veteranen bekommen ein Kampfsystem mit echter Tiefe, und Einsteiger können dank zugänglicher Steuerung auch ohne Genre-Erfahrung schnell Spaß haben. Wer hingegen ausschließlich Single-Player-Content sucht oder auf epische Story-Modi à la Mortal Kombat 11 hofft, wird schnell an die Grenzen des Gebotenen stoßen. Invincible VS ist zuallererst ein Versus-Fighter und das sollte man vor dem Kauf wissen.
Invincible VS – Galerie



Invincible VS – Kampfsystem, Roster & Modi im Detail
Das Omni-Tag-System: Das Herzstück des Kampfes
Das Kernstück von Invincible VS ist das sogenannte Omni-Tag-System. Ihr wählt vor jedem Match ein Team aus drei Charakteren und könnt zwischen ihnen während des Kampfes wechseln, aber das geht nicht einfach so. Active Tags erlauben es, mitten in einer Combo auf einen anderen Charakter umzuschalten und den Angriff nahtlos weiterzuführen. Counter Tags ermöglichen es euch, aus einer feindlichen Combo auszubrechen, wenn der Gegner selbst einen Tag durchführt, vorausgesetzt, ihr reagiert korrekt. Das erzeugt eine taktische Ebene, die weit über einfaches Button-Mashing hinausgeht.
In der Praxis funktioniert das System überraschend intuitiv. Wer aus Marvel vs. Capcom 3 kommt, wird sofort heimisch. Wer Fighting Games bisher gemieden hat, kann die Tag-Mechaniken aber auch simpel einsetzen, ohne tief in die Theorie einsteigen zu müssen. Quarter Up hat hier sauber balanciert, denn es gibt immer eine Grundstrategie, die funktioniert, und dann gibt es die tiefe Ebene, die Wochen oder Monate Training erfordert. Das ist genau das, was ein gutes Fighting Game ausmacht.
Der Roster: 18 Charaktere zum Launch
Mit 18 Charakteren zum Launch liegt Invincible VS im soliden Mittelfeld für ein Erstlingswerk in diesem Genre. Der Roster umfasst Invincible (Mark Grayson), Omni-Man, Atom Eve, Rex Splode, Bulletproof, Monster Girl, Robot, Cecil, Dupli-Kate, Titan, Ella Mental, Allen the Alien, Battle Beast, Anissa, Lucan, Thula, Powerplex und Conquest. Jeder Charakter fühlt sich mechanisch eigenständig an. Atom Eve spielt sich völlig anders als Battle Beast und Dupli-Kates Klon-Mechaniken eröffnen Combo-Pfade, die kein anderer Charakter im Roster ermöglicht.
Besonders erwähnenswert ist Ella Mental, eine für Invincible VS neu geschaffene Figur, deren Design direkten Input von Serienschöpfer Robert Kirkman und Zeichner Cory Walker hatte. Sie bringt element-basierte Mechaniken ins Spiel und fühlt sich dabei vollkommen organisch in die bestehende Lore eingebettet an. Dass Quarter Up nicht nur bestehende Charaktere recycelt, sondern aktiv etwas zur IP beiträgt, verdient Respekt. Als DLC-Charaktere sind nach Launch Universa und The Immortal bereits angekündigt, zwei weitere folgen im Laufe des Jahres über den Year-1-Character-Pass.
Story Mode: Gut gemeint, aber zu kurz
Der Story-Modus war für viele Fans ein großes Verkaufsargument, und Quarter Up hat sich tatsächlich Mühe gegeben. Das Original-Skript stammt von einem der Autoren der Animationsserie, die Cutscenes sehen gut aus, und die Prämisse, eine Bedrohung, die sämtliche Charaktere aus Feinden und Verbündeten gleichermaßen zusammenbringt, ist clever. Die Geschichte spielt in einer alternativen Timeline rund um Staffel 3 der Serie und erklärt so, warum etwa Invincible und Atom Eve plötzlich auf gegenüberliegenden Seiten kämpfen könnten.
Das Problem am Ende des Tages ist jedoch, dass der Story-Modus nach etwa einer Stunde vorbei ist. Das ist für ein Fighting Game nicht ungewöhnlich, aber es hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, wenn man weiß, wie viel Potenzial die Vorlage geboten hätte. Die Erzählung endet abrupt und ist nicht so detailiert, wie wir es aus der Serie kennen. Außerdem gibt es erzwungene 1-gegen-1-Kämpfe innerhalb des Story-Modus, bei denen man auf die Tag-Mechaniken verzichten muss und das fühlt sich in einem Spiel, das so konsequent auf Teamkampf ausgerichtet ist, einfach falsch an.
Arcade, Training & Multiplayer
Abseits des Story-Modus bietet Invincible VS einen Arcade-Modus, in dem jeder Charakter eine eigene kleine Storyline und ein Ending zum Freispielen hat. Das ist nett, aber kein vollwertiger Ersatz für einen ausgebauten Single-Player-Inhalt. Der Training-Modus ist hingegen vorbildlich. Er erklärt alle Systemmechaniken Schritt für Schritt, bietet freies Combo-Experimentieren und ist der perfekte Einstiegspunkt für Neulinge wie Veteranen.
Online ist Invincible VS klar am stärksten. Das Rollback-Netcode sorgt für eine stabile Online-Erfahrung, Cross-Play zwischen PC, PS5 und Xbox Series X/S ist von Tag 1 an aktiv und das löst das Matchmaking-Problem, das viele Konkurrenz-Titel in den ersten Monaten zerstört hat. Lobbys fassen bis zu acht Spieler mit Zuschauer-Funktion, es gibt Ranked- und Casual-Modi, und ein Leaderboard bietet ambitionierten Spielern einen Aufstieg. Das ist das komplette Paket für einen Competitive-Fighter.
Invincible VS – Präsentation, Grafik & Sound
Optisch trifft Invincible VS den richtigen Ton. Der stilisierte 3D-Look orientiert sich klar an der Animationsserie und wirkt stimmig, obwohl auch etwas gewöhnungsbedürftig. Die Charaktermodelle sind detailliert, die Animationen flüssig und die cinematischen Supers und Ultimates sind echte Highlights. Jeder Finisher fühlt sich nach einem Serienmoment an, der auf dem Bildschirm explodiert. Das Gore-System baut Blutspuren und Kostümschäden progressiv auf, was den Kämpfen eine visuelle Dramaturgie verleiht, die man aus den Bühnenkämpfen der Serie kennt.
Weniger überzeugend sind die Standard-Angriffsanimationen, die im Vergleich zu Konkurrenten wie Mortal Kombat 1 oder Street Fighter 6 etwas steif wirken. Das ist kein Dealbreaker, aber ein Bereich, den Quarter Up in zukünftigen Updates verbessern sollte.
Der Soundtrack von The Glitch Mob, der die Credits des Story-Modus untermalt, ist ein echter Treffer und passt perfekt zur Energie des Spiels. Die Stage-Themes hingegen sind eher Hintergrundrauschen , funktional, aber nicht einprägsam. Die Vertonung ist solide, zwar sind nicht alle Originalsprecherinnen und -sprecher der Serie mit dabei, aber das Ensemble macht seine Sache gut genug, dass es kaum auffällt.
Invincible VS – Launch Trailer
Invincible VS – Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Invincible VS auf Deutsch spielbar?
Invincible VS unterstützt Deutsch als Sprache in der Benutzeroberfläche. Die Sprachausgabe ist englisch und orientiert sich an der Besetzung der Animationsserie. Untertitel sind in mehreren Sprachen verfügbar, darunter Deutsch.
Hat Invincible VS Cross-Play und Cross-Platform-Multiplayer?
Ja, Invincible VS unterstützt vollständiges Cross-Play zwischen PC (Steam), PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Das bedeutet, ihr könnt gegen Spieler auf allen Plattformen gleichzeitig antreten, sowohl im Casual- als auch im Ranked-Modus. Das Rollback-Netcode sorgt dabei für eine stabile Online-Verbindung.
Wie groß ist der Roster von Invincible VS, und kommen weitere Charaktere?
Zum Launch umfasst der Roster 18 Charaktere, darunter Invincible, Omni-Man, Atom Eve, Battle Beast, Allen the Alien und viele mehr. Über den Year-1-Character-Pass (im Deluxe-Bundle enthalten) kommen vier weitere DLC-Kämpfer im Laufe des Jahres 2026 hinzu. Davon wurden Universa und The Immortal bereits bestätigt.
Für wen ist Invincible VS geeignet und brauche ich Erfahrung mit Fighting Games?
Invincible VS ist so aufgebaut, dass Einsteiger schnell Spaß haben können, ohne sich in komplexe Systeme einarbeiten zu müssen. Das Tag-System und die Combo-Strukturen bieten gleichzeitig genug Tiefe für Fighting-Game-Veteranen, die sich auf kompetitiver Ebene austoben wollen. Fans der Invincible-Serie werden das dichte Fanservice-Angebot genießen, auch ohne Fighting-Game-Erfahrung.













