Mit RuneScape: Dragonwilds wagt Jagex einen mutigen Schritt ins Unbekannte. Das legendäre MMORPG, das seit über zwei Jahrzehnten Millionen von Spielern an den Bildschirm fesselt, verlässt erstmals die vertrauten Gefilde von Gielinor und betritt den hart umkämpften Survival-Crafting-Markt. Seit dem 15. April 2025 ist das Spiel bereits im Steam Early Access verfügbar, als dreidimensionales, kooperatives Abenteuer für bis zu vier Spieler auf dem vergessenen Kontinent Ashenfall. Was dabei entsteht, klingt auf dem Papier nach einer perfekten Ehe. Denn der ikonische RuneScape-Skillbaum trifft auf Valheim-artige Survival-Mechaniken, eingebettet in eine neue, von Drachen beherrschte Welt. Ob diese Verbindung hält, was sie verspricht, haben wir uns genau angeschaut.
RuneScape: Dragonwilds – Willkommen in Ashenfall
Wer beim Namen RuneScape unweigerlich an pixelige Klickorgien, kilometerlanges Fischereigrinden und bunte MMO-Schnittstellen denkt, wird von Dragonwilds auf dem falschen Fuß erwischt. Jagex hat hier kein simples Remaster alter Tugenden abgeliefert, sondern ein eigenständiges Spiel in einem komplett neuen Genre geschaffen. Ashenfall ist ein vergessener Kontinent innerhalb des RuneScape-Universums, der mit dem klassischen Gielinor nur die Mythologie teilt. Die Welt selbst ist unbekannt, unbewohnt und vor allem gefährlich. Anima-Magie durchdringt Wälder, Ruinen und Gebirge wie ein unsichtbares Netz, das die Natur verändert und Drachen aus ihrem Jahrtausendschlaf erweckt. Die Drachenkönigin regiert diesen Kontinent mit eiserner Klaue, und ihr erster General Velgar ein giftgrüner, fliegender Albtraum, macht das Leben der Spieler von der ersten Stunde an zur Hölle.
Dragonwilds positioniert sich damit ganz klar neben Titeln wie Valheim oder Enshrouded. Es geht um Sammeln, Bauen, Überleben und das schrittweise Vorstoßen in immer gefährlicheres Terrain, bis man stark genug ist, die Endboss-Begegnung zu wagen. Was das Spiel dabei von der Konkurrenz unterscheidet, ist weniger das Grundprinzip als die Art, wie RuneScapes DNA in die Survival-Formel eingeflossen ist. Die berühmten Skills des MMOs wie z. B. Woodcutting, Cooking, Construction, Runecrafting und viele mehr, sind keine aufgepfropfte Dekoration, sondern das strukturierende Rückgrat des gesamten Fortschrittssystems. Jede Aktion, die ihr ausführt, trainiert einen Skill. Jeder Skill schaltet neue Möglichkeiten frei. Das ist RuneScape, wie man es kennt und liebt, nur im Dreidimensionalen und mit echtem Körpergewicht hinter jedem Schwung der Axt.
Die Zielgruppe von Dragonwilds ist breiter als man zunächst vermuten würde. RuneScape-Veteranen werden die vertrauten Skill-Namen, die Quests und die gelegentlichen bekannten Gesichter mit Wiedersehensfreude begrüßen. Gleichzeitig ist das Spiel so konzipiert, dass Neulinge ohne jede Vorerfahrung mit der Marke problemlos einsteigen können. Das Tutorial führt euch solide durch die ersten Stunden. Survival-Enthusiasten, die Valheim nach dem zwanzigsten Playthrough langsam ausgereizt haben, finden in Ashenfall einen erfrischend anderen Rhythmus. Wer allerdings nach einem vollständig ausgearbeiteten, bugfreien Erlebnis sucht, sollte im Hinterkopf behalten. Dragonwilds ist Early Access, und das merkt man an manchen Ecken.
Das Alleinstellungsmerkmal des Spiels liegt jedoch im magischen Runen-System, das Survival-Gameplay und die charakteristische RuneScape-Progression auf eine Art verbindet, die sich überraschend natürlich anfühlt. Statt wie in anderen Survival-Titeln endlos Bäume zu fällen, weil ihr es müsst, fällt ihr in Dragonwilds Bäume, weil jeder Hieb euren Woodcutting-Skill verbessert und irgendwann einen Zauber freischaltet, der gleich fünf Bäume auf einmal schlägt. Diese Optimierungsmentalität, das Streben nach dem effizienteren Weg, ist durch und durch RuneScape.
RuneScape: Dragonwilds – Galerie



RuneScape: Dragonwilds – Skills, Drachen und Überlebenskunst
Dragonwilds hat keine epische, verzweigt erzählte Geschichte, zumindest nicht in der aktuellen Early-Access-Fassung. Die Prämisse ist simpel, aber funktional. Ashenfall ist aus dem Gleichgewicht geraten, weil wilde Anima-Magie den Kontinent durchpulst und die Drachen erweckt hat. Ihr landet als Abenteurer in dieser Wildnis, kämpft ums Überleben und versucht, genug Macht anzuhäufen, um der Drachenkönigin die Stirn zu bieten. Auf dem Weg dorthin entdeckt ihr Ruinen alter Zivilisationen, sammelt Lore-Fragmente und stoßt in Dungeons vor, die neben wertvollen Ressourcen auch Einblicke in Ashenfalls Vergangenheit bieten.
Was die Erzählung trägt, ist weniger ein klassisches Skript als die Atmosphäre des Kontinents selbst. Die Welt erzählt durch ihre Architektur. Es erwarten euch also zerstörte Türme, von Anima-Energie überwucherte Tempel und die allgegenwärtigen Drachenspuren auf dem verbrannten Boden die euch das Gefühl vermitteln, einen Ort zu erkunden, der einst bewohnt war und nun unter einer feindseligen Naturgewalt leidet. Für RuneScape-Fans gibt es zudem einen gut ausgearbeiteten Lore-Anker. Die zentrale Quest orientiert sich an „Dragon Slayer“, einer der ikonischsten Missionen des originalen MMOs, und bekannte Charakternamen tauchen immer wieder auf.
Der Grundloop von Dragonwilds ist somit schnell zusammengefasst. Ihr könnt Sammeln, Bauen, Leveln, Erkunden, Kämpfen. Klingt generisch? Ist es nicht, denn das Runen-System verleiht diesem Zyklus eine RuneScape-spezifische Note, die ihn von Konkurrenten wie Valheim oder The Forest deutlich absetzt. Früh im Spiel werdet ihr auf magische Anima-Quellen stoßen, aus denen ihr Runensteine gewinnt. Diese verarbeitet ihr an einem Runen-Altar zu elementaren Runen Wind, Feuer, Erde und mehr.
Diese Runen sind der Treibstoff für eure gesamte Magie, sowohl im Kampf als auch im Alltag. Ein früher Zauber namens „Windstep“ erlaubt euch einen hohen Sprung, um Felsvorsprünge zu erreichen oder Stürze abzumildern. Ein späterer Favorit aus dem Mining-Skillbaum hört auf den herrlichen Namen „Rocksplosion“ und macht genau das, was ihr vermuten würdet.
Was das Skill-System so clever macht. Es gibt keine künstlichen Sperren, die euch aufhalten. Ihr werdet nicht nach Level 5 Woodcutting gefragt, bevor ihr den nächsten Baum anpacken dürft. Stattdessen verbessern sich eure Fähigkeiten organisch durch Nutzung, und Meilensteine schalten neue Zauber, passive Boni und Rezepte frei.
Das fühlt sich an wie ein Kompromiss zwischen klassischem Survival-Design und dem RuneScape-Ansatz des Mastery-Grinds und dieser Kompromiss funktioniert erstaunlich gut. Jagex diskutiert mit der Community aktiv darüber, ob künftig ein „Proficiency System“ eingeführt werden soll, das Skill-Levels stärker an Ausrüstungsvoraussetzungen koppelt. Das zeigt, wie viel Feintuning noch vor dem Spiel liegt.
Das Kampfsystem ist der Punkt, an dem Dragonwilds am stärksten seinen Early-Access-Status verrät. Die Grundmechaniken sind vorhanden und funktional. Ihr habt einen normalen Angriff, eine Parade mit Timing-Fenster, einen Ausweichroll und einen Spezialangriff. Die Gegner haben Angriffsmuster, die es zu lesen gilt. Kämpfe gegen stärkere Feinde fühlen sich in guten Momenten taktisch und befriedigend an.
Das Problem liegt im Feinschliff, denn Treffereffekte klingen, als würde man Feinde ohrfeigen statt mit einem Schwert zu treffen. Die Paraden mangelt es an dem „Oomph“-Gefühl, das einen gelungenen Block in Spielen wie Dark Souls oder Valheim so befriedigend macht. Magie existiert und hat spektakulär animierte Effekte fühlt sich im aktuellen Zustand aber eher wie ein Zusatz denn als vollwertiges Kampfwerkzeug an. Jagex hat Fernkampf-Fähigkeiten im September-Update 2025 nachgereicht, was die Spieltiefe bereits spürbar erweitert hat.
Das Bausystem ist flexibel und erlaubt es, von simplen Holzhütten bis zu mehrstöckigen Festungen alles zu errichten ein echter Stärken-Aspekt des Spiels. Im Koop mit bis zu vier Spielern entfaltet Dragonwilds sein volles Potential. Die Skills-Synergie lädt förmlich dazu ein, Rollen aufzuteilen. Einer fokussiert sich auf Kochen und sorgt für den Nahrungsnachschub, ein anderer maximiert Runecrafting und versorgt die Gruppe mit Magie, der dritte spezialisiert sich auf den Kampf und übernimmt die schweren Kämpfe.
Das fühlt sich organisch nach RuneScape-Gruppenmagie an, ohne aufgezwungen zu sein. Um das noch besser zu machen, gibt es inzwischen Dedizierte Server und diese laufen überraschend stabil.
RuneScape: Dragonwilds – Wirklich gute Präsentation
Dragonwilds ist in Unreal Engine 5 entwickelt und das sieht man. Wälder schimmern von magischer Energie durchdrungen, verbrannte Drachenlandschaften vermitteln glaubwürdig das Gefühl einer bedrohten Welt, und die Art Direction favorisiert eine klare, stimmungsvolle Ästhetik über fotorealistische Details.
Das Ergebnis ist ein Spiel, das optisch weit über dem liegt, was man im Survival-Genre sonst für dieses Budget erwarten würde und das bei erstaunlich moderaten Systemanforderungen. Eine GTX 1060 mit 6 GB reicht als Mindestkonfiguration, empfohlen wird jedoch eine RTX 2070. Für ein UE5-Spiel ist das bemerkenswert zugänglich und zeigt, dass Jagex seinen Markt kennt.
Somit können wir nur sagen, dass wir erstaunlich viel Spaß mit RuneScape hatten, bis jetzt und mehr als gespannt sind was uns noch erwartet. Denn Ende ist noch lange nicht und das Spiel wird einfach kontinuerlich verbessert.
RuneScape: Dragonwilds – Offizieller Gameplay Trailer
RuneScape: Dragonwilds – Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist RuneScape: Dragonwilds auf Deutsch spielbar?
Ja, RuneScape: Dragonwilds unterstützt Deutsch als Spielsprache. Texte und Menüs sind auf Deutsch verfügbar, was angesichts des Umfangs an Skill-Beschreibungen und Questing-Inhalten ein echter Komfortgewinn ist. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht, da das Spiel generell ohne gesprochene Dialoge auskommt.
Wie lange dauert es, RuneScape: Dragonwilds durchzuspielen?
In der aktuellen Early-Access-Fassung umfasst das Spiel etwa 20 Stunden an Hauptcontent bis zum ersten Drachen-Boss-Kampf gegen General Velgar. Wer die Welt vollständig erkundet, alle verfügbaren Skills maximal ausbaut und im Koop spielt, kommt auf deutlich mehr. Da es sich um ein Early-Access-Spiel handelt, wird der Umfang durch regelmäßige Updates kontinuierlich erweitert.
Für wen ist RuneScape: Dragonwilds geeignet?
Das Spiel richtet sich an zwei Kernzielgruppen: RuneScape-Fans, die das vertraute Skill-System in einem neuen Gewand erleben möchten, und Survival-Crafting-Enthusiasten, die Valheim oder Enshrouded bereits gut kennen und nach einer frischen Alternative suchen. Wer nur polierte, fertige Spiele schätzt, sollte noch einige Monate warten. Für Koop-Gruppen von zwei bis vier Freunden ist es bereits jetzt besonders empfehlenswert.
Hat RuneScape: Dragonwilds Multiplayer oder kann man es alleine spielen?
Beides ist möglich. Dragonwilds unterstützt Singleplayer sowie Online-Koop für bis zu vier Spieler. Dedizierte Server sind inzwischen verfügbar, wobei ein 2-Spieler-Server bereits ab unter 10 US-Dollar monatlich über den offiziellen Partner Shockbyte gemietet werden kann. Die Schwierigkeit skaliert mit der Spieleranzahl. das Erlebnis ist solo solide, entfaltet seinen vollen Charme aber klar in der Gruppe.














