Wer Serious Sam: Shatterverse auf der PlayStation 5 anwirft, merkt sofort, dass hier etwas anders läuft als in den alten Kampagnen. Statt linearer Ballerei wirft uns Serious Sam: Shatterverse in einen schnellen Roguelite-Kreislauf, der bei Fans der ersten Stunde erst einmal für hochgezogene Augenbrauen sorgt. Ob dieser Stilwechsel aufgeht, klären wir im Test. Mehr dazu in unserem Test hier auf Spieletester.de
Serious Sam: Shatterverse – Eine fesselnde Multiversum Geschichte
Uber Mental hat die Realität sprichwörtlich in Stücke geschossen. In unzähligen alternativen Zeitlinien ging der Serien-Schurke bereits als Sieger hervor, weshalb Sam Prime nun das „Serious Program“ gründet. Kurzerhand werden alternative Sams aus verschiedenen Dimensionen rekrutiert, um das angerichtete Chaos nachträglich aufzuräumen.
Ihr werdet in diesem Rahmen rekrutiert, um an der Seite von alternativen Versionen eures Helden die verlorenen Schlachten in den parallelen Welten doch noch zu gewinnen. Tiefe Charakterdramen stehen hier selbstredend nicht auf dem Programm. Die erzählerische Prämisse liefert stattdessen schlichtweg einen logischen Grund für die Tode und die damit verbundenen Neustarts. Sterbt ihr, spuckt euch das Multiversum schnurstracks in eine frische Zeitlinie.
Das wirkt deutlich eleganter als ein plumper Game-Over-Bildschirm und hält den narrativen Faden zusammen. Zwischen den blutigen Auseinandersetzungen feuern die verschiedenen Helden immer wieder sarkastische Sprüche ab. Die Dialoge untereinander sorgen für eine lockere Atmosphäre und lockern die dichte Action angenehm auf. Wir haben die vielen humorvollen Gespräche genossen auch wenn nicht jeder einzelne Witz zündet. Die Rahmenhandlung erfüllt ihren Zweck hervorragend und wirft euch ohne unnötigen Ballast direkt in die actionreichen Arenen.

Serious Sam: Shatterverse – Beeindruckendes Movement und brachiale Kämpfe
Wer befürchtet hat, die Serie verliere durch den Genre-Wechsel ihre Seele, darf beruhigt aufatmen. Kernmechaniken wie das pausenlose Strafing und die gigantischen Monsterwellen bleiben in Serious Sam: Shatterverse intakt, spielen sich auf der PlayStation 5 dank blitzschneller Steuerung aber deutlich flotter. Stehenbleiben gleicht weiterhin einem sofortigen Todesurteil. Wir sind ununterbrochen durch die feindlichen Reihen geglitten und haben den nützlichen Dash verwendet, um feindlichen Projektilen im letzten Moment auszuweichen. In Kombination mit einem Doppelsprung entsteht ein wunderbarer Spielfluss, der durchweg motiviert. Der DualSense Controller der PlayStation 5 unterstützt das Geschehen dabei mit angenehmem Feedback durch die adaptiven Trigger und die Vibrationen.
Um eure Lebenspunkte aufzufrischen müsst ihr geschwächte Feinde mit einem Nahkampfangriff ausschalten. Diese riskante Spielweise belohnt aggressives Vorgehen und zwingt euch immer wieder in den direkten Nahkampf. Bei den normalen Gegnerwellen funktioniert dieses System hervorragend und erzeugt eine fantastische Dynamik. Greift ihr dann zu den Waffen, hagelt es pure Zerstörung. Ich habe mich sehr über die Rückkehr der klassischen Schrotflinte und des Raketenwerfers gefreut, da diese Wummen das vertraute Spielgefühl direkt wieder aufleben lassen.

Serious Sam: Shatterverse – Spannender Roguelite Loop und Modifikatoren
In Serious Sam: Shatterverse besteht jeder Spieldurchlauf aus neun zufällig zusammengestellten Etappen, die euch immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. Nach jedem dritten abgeschlossenen Level wartet einer von Mentals gefährlichen Lieutenants auf euch und verlangt euch alles ab. Während eurer Reise sammelt ihr kontinuierlich temporäre Verbesserungen ein, um eure Statuswerte zu erhöhen. Die Auswahl an diesen kleinen Upgrades fällt zu Beginn leider noch etwas unspektakulär aus. Wir hätten uns an dieser Stelle mehr verrückte Effekte gewünscht, anstatt nur kleine prozentuale Erhöhungen der Feuerrate oder der Magazingröße zu erhalten. Eure wahre Stärke entfaltet sich erst durch das Sammeln von Katalysatoren. Diese wertvolle Währung bleibt euch auch nach dem Tod erhalten und ermöglicht den Kauf von permanenten Waffen oder neuen Charakteren.
Nach einigen Stunden öffnet sich Serious Sam: Shatterverse spürbar und ihr werdet mit extrem starken Synergien belohnt. Richtig spannend wird die Angelegenheit erst durch die instabilen Anomalien, welche ab dem zweiten Akt auftauchen. Plötzlich zwingen euch riskante Portale in eine ungewohnte Third-Person-Perspektive oder lassen besiegte Feinde bei ihrem Ableben explodieren. Derartige Events brechen die Monotonie erfolgreich auf und liefern bei erfolgreichem Abschluss dringend benötigte Ressourcen.

Serious Sam: Shatterverse – Fünf unterschiedliche Helden und ihre Fähigkeiten
Statt immer nur denselben Sam in die Schlacht zu schicken, schlüpft ihr diesmal in fünf grundverschiedene Varianten. Das bringt dringend nötige Abwechslung in die ständigen Roguelite-Wiederholungen. Alien Sam ballert etwa mit vier Armen aus vier Pistolen gleichzeitig, was die Übersicht zwar komplett ruiniert, dafür aber herrlichen Schaden austeilt. Retro Sam bringt explodierende Klone in die Schlacht die ganze Gegnergruppen auf einmal ausradieren. Orphan Sam beschwört rotierende Klingen die sich wie ein tödlicher Wirbelsturm durch die Alienhorden fräsen. Cartoon Sam schießt sich kurzerhand selbst aus einer riesigen Kanone und richtet enormen Flächenschaden an.
Broken Sam nutzt hingegen einen gewaltigen Laserstrahl der alles in seiner Bahn verdampft. Diese ultimativen Fähigkeiten bringen eine tolle taktische Komponente in die Gefechte. Wir haben alle Figuren ausgiebig getestet und jede Variante bringt einen ganz eigenen Reiz mit sich. Das Freischalten der gesamten Truppe funktioniert recht schnell, sodass ihr rasch euren persönlichen Favoriten finden werdet. Wir haben uns immer wieder dabei ertappt, wie wir unsere Ausrüstung genau auf die jeweilige Spezialfähigkeit unseres gewählten Helden abgestimmt haben.

Serious Sam: Shatterverse – Überragender Koop Modus
Seine echten Stärken zeigt Serious Sham: Shatterverse allerdings erst, wenn ihr mit bis zu vier anderen Spielern in die Lobby springt. Wenn fünf verschiedene Sams gleichzeitig durch die Arena stürmen, bricht ein völlig absurdes Chaos aus. Die Übersicht ist in solchen Momenten komplett im Eimer, aber genau diese unkontrollierte Prügelei macht im Team verdammt viel Laune. Genau dieses heillose Durcheinander macht den enormen Reiz aus und wurde hier perfekt eingefangen. Ihr müsst euch bei den harten Bosskämpfen gut absprechen und eure ultimativen Fähigkeiten geschickt kombinieren. Ein instanziertes Beutesystem sorgt erfreulicherweise dafür dass es keinen Streit um die besten Waffen oder die wertvollen Ressourcen gibt.
Jeder Spieler sieht nur seine eigenen Belohnungen und kann sich ganz auf das eigene Überleben konzentrieren. Im kooperativen Spiel glänzt die Heilmechanik durch Nahkampfangriffe ebenfalls deutlich stärker. Ihr könnt Feinde absichtlich am Leben lassen, damit ein schwer verletzter Mitspieler sie für dringend benötigte Lebenspunkte ausschalten kann. Solche kleinen taktischen Nuancen machen die Runden im Team zu einem unvergesslichen Erlebnis. Solospieler haben es in Serious Sam: Shatterverse hingegen deutlich schwerer. Die Feinde skalieren im Einzelspieler momentan noch unzureichend und mutieren schnell zu extrem zähen Widersachern. Wir empfehlen euch daher dringend die Reise gemeinsam mit anderen Actionfans anzutreten.

Serious Sam: Shatterverse – Leveldesign und feindliche Horden
Die Umgebungen setzen sich aus handgebauten Versatzstücken zusammen, die bei jedem Versuch neu arrangiert werden. Wir haben uns durch glühende Vulkanlandschaften gekämpft, alte ägyptische Ruinen erkundet und schneebedeckte Berggipfel erklommen. Die Abwechslung der Biome gefällt uns außerordentlich gut und bringt frischen Wind in die Welt. Allerdings fallen die einzelnen Kampfarenen spürbar kompakter aus als in den klassischen Hauptteilen der Serie. Gigantische offene Felder weichen hier eher verwinkelten und geschlossenen Räumen. Dies unterstützt zwar das schnelle Roguelite Konzept führt aber nach einiger Zeit zu einer gewissen optischen Wiederholung.
Eure Widersacher setzen sich aus altbekannten Monstern und frischen Kreaturen zusammen. Die schreienden Kamikaze Läufer rennen wild fuchtelnd auf euch zu während riesige biomechanische Spinnen aus der Ferne mit Lasern feuern. Die feindliche Vielfalt zwingt euch ständig dazu eure Ziele weise zu priorisieren. Ein flinker Gegner muss sofort ausgeschaltet werden bevor euch die schwer gepanzerten Feinde in die Ecke drängen. Ich habe in unserem Test auf der Konsole jedoch gelegentlich beobachtet, dass die KI kleine Aussetzer hat. Manche Ungeheuer bleiben an der Levelarchitektur hängen und finden nicht den direkten Weg zu euch. Dies trübt den fantastischen Spielfluss zwar nur minimal, aber es fällt in den hitzigen Feuergefechten dennoch auf.
Grafisch wagt Behaviour Interactive den Sprung auf die Unreal Engine 5. Herausgekommen ist ein knalliger Grafikstil, der mich hin und wieder stark an Fortnite erinnert hat und mit Sicherheit nicht jeden alteingesessenen Fan jubeln lässt. Der Optik-Wechsel kommt dem irren Spieltempo aber zugute, zumal die Framerate auf der PlayStation 5 selbst bei Explosionen stabil bleibt. Selbst wenn Dutzende Monster gleichzeitig den Bildschirm fluteten und Explosionen die Sicht verdeckten blieben die 60 Bilder pro Sekunde weitestgehend konstant. Ladezeiten zwischen den einzelnen Zonen sind praktisch nicht existent. Ihr tretet durch ein Portal und steht ohne Unterbrechung direkt im nächsten Gefecht.

Serious Sam: Shatterverse – Deutlicher Raum für Verbesserungen
Obwohl wir enormen Spaß mit dem actionreichen Ausflug hatten sehen wir in Serious Sam: Shatterverse an einigen Stellen deutlichen Raum für Verbesserungen. Behaviour Interactive liefert hier ein grundsolides Fundament ab, das mit etwas Feinschliff und ein paar zielgerichteten Patches noch deutlich runder laufen würde. Wir hätten uns einen umfangreichen Charakter Editor gewünscht mit dem wir unseren eigenen Helden optisch anpassen können. Verschiedene Frisuren oder verrückte Outfits würden die Langzeitmotivation immens steigern. Die temporären Verbesserungen während einer Runde benötigen dringend mehr Kreativität.
Anstatt uns nur etwas mehr Munition zu gewähren, sollten Elemente wie Frostschaden oder abprallende Projektile eingebaut werden. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft das Einzelspieler-Balancing. Die Entwickler müssen die Lebenspunkte der Endgegner für Solospieler dringend nach unten korrigieren, um unnötigen Frust zu vermeiden.
Im kooperativen Zusammenspiel stört vor allem das standardmäßig dauerhaft offene Mikrofon des DualSense Controllers, was in zufälligen Online-Lobbys regelmäßig zu einer anstrengenden Geräuschkulisse führt, wenn Spieler vergessen sich manuell stummzuschalten. Auch die Nahkampfheilung, während der großen Bosskämpfe muss überarbeitet werden. Da die Obermotze oft keine kleinen Helfer beschwören fehlt euch schlichtweg die Möglichkeit eure Wunden zu versorgen. Schraubt Behaviour Interactive in den kommenden Monaten an genau diesen eklatanten Stellschrauben, hat der Serious Sam: Shatterverse durchaus das Potenzial, sich längerfristig in der Shooter-Landschaft zu behaupten. Bleiben Patches jedoch aus, dürfte die Motivation bei vielen Spielern schnell verfliegen.
Fazit
Unterm Strich macht in Serious Sam: Shatterverse der Ausflug ins Multiversum deutlich mehr Spaß, als es die technischen Kinderkrankheiten und der zähe Einstieg vermuten lassen. Wer ein unkompliziertes Actionbrett für den Feierabend sucht und idealerweise ein paar Mitspieler parat hat, bekommt hier eine spaßige Schießbude geboten. Perfekt ist das Ganze zwar nicht, aber im Großen und Ganzen stimmt alles. Das fantastische Bewegungsrepertoire ermöglicht einen genialen Flow, der in der Lage ist uns stundenlang zu fesseln. Sobald ihr mit Freunden loszieht und das Bildschirmchaos sein volles Potenzial entfaltet, bleibt garantiert kein Auge trocken.
Zwar mindern die mangelhafte Balance im Solospiel und das teilweise repetitive Leveldesign den perfekten Eindruck ein wenig, aber der spaßige Kern des Spiels bleibt davon unberührt. Wir hoffen inständig, dass die kleinen Fehler in naher Zukunft behoben werden. Bis dahin stürzen wir uns weiterhin freudig in das Multiversum, um Uber Mental das Handwerk zu legen.
Welche Engine nutzt Serious Sam: Shatterverse?
Das Spiel wurde komplett auf der modernen Unreal Engine 5 entwickelt.
Kann ich Serious Sam: Shatterverse offline im Splitscreen spielen?
Nein es wird leider nur ein reiner Online-Mehrspielermodus angeboten.
Wie viele Spieler können maximal in einer Gruppe spielen?
Ihr könnt euch mit bis zu vier weiteren Freunden zusammenschließen und zu fünft antreten.
Ist der klassische Held Daniel Garner spielbar?
Nein ihr spielt in Serious Sam: Shatterverse verschiedene Versionen von Sam Stone.
Verliere ich alle meine Fortschritte wenn ich sterbe?
Nein, ihr behaltet eure gesammelten Katalysatoren, um damit permanente Verbesserungen zu kaufen.
Gibt es Echtgeldkäufe oder einen Battle Pass?
Nein, Serious Sam: Shatterverse verzichtet komplett auf Mikrotransaktionen und zusätzliche kostenpflichtige Pässe.
Wie lange dauert ein durchschnittlicher Spieldurchlauf?
Ein erfolgreicher Versuch bis zum Ende dauert ungefähr 45 Minuten.
















