NASCAR 26 markiert den neuesten Versuch von iRacing Studios, die Faszination des amerikanischen Stockcar Sports auf die Konsolen zu bringen. Nach dem vielversprechenden, aber in Teilen unvollständigen Neustart im vergangenen Jahr waren meine Erwartungen an NASCAR 26 immens hoch. Auf meiner PlayStation 5 Pro habe ich unzählige Runden gedreht, den Reifenabrieb akribisch studiert und mich durch das dichte Fahrerfeld gekämpft. Entwickler iRacing verspricht mehr Tiefe, klügere Gegner und technische Sprünge für diese Saison. Ob dieses ehrgeizige Vorhaben gelungen ist oder ob NASCAR 26auf halber Strecke mit einem unerwarteten Motorschaden ausfällt, erfahrt ihr in den folgenden Absätzen. Mehr dazu in unserem Test hier auf Spieletester.de
Ein erster Blick auf die Rennstrecke von NASCAR 26
Wir werfen erst einmal einen Blick auf die wichtigsten Eckdaten, um gleich perfekt vorbereitet in NASCAR 26 einzutauchen.
| Kategorie | Details |
| Spieltitel | NASCAR 26 |
| Entwickler | iRacing Studios (iRacing Minnesota / vormals Monster Games) |
| Publisher | iRacing |
| Erscheinungsjahr | 2026 (Release am 15. September für Gold Edition, 18. September Standard) |
| Plattformen | PC, PS5, Xbox Series X/S (erstmals mit vollem Crossplay) |
| Setting | Offizielle Rennstrecken der NASCAR-Saison (inkl. neuer Kurse wie San Diego, Chicagoland, St. Petersburg) |
| Hauptfigur | Eigener erstellter Fahrer (Karrieremodus) / Offizielle NASCAR-Fahrer (mit anpassbaren Fahrer-Ratings) |
| Genre | Simcade-Rennsimulation, Sportspiel |
| Besonderheiten | Dynamisches Streckensystem (Reifenabrieb verändert den Grip), „The Chase“-Modus, „Peak Performance“-Trainingsmodus, erweiterter Paint Booth |
| Musik | Passender Soundtrack mit Southern Rock und Country (u. a. Lynyrd Skynyrd’s „Sweet Home Alabama“ in den Menüs) |
| Gameplay | Oval- und Rundstreckenrennen, überarbeitetes Reifen- und Bremsmodell, anspruchsvolles Handling, dynamische Streckenentwicklung |
| Storythemen | Karrieremodus (Aufstieg von der ARCA-Serie in den Cup), Ausbau der eigenen Team-Werkstatt und Personalmanagement |
| Spieldauer | Stark variabel, endlos (durch lange Karriere, „The Chase“-Meisterschaft und Crossplay-Multiplayer) |
| Schwierigkeitsgrade | Frei einstellbare KI-Stärke, anpassbare KI-Fahrer-Werte, zuschaltbare Fahrhilfen und KI-Empfehlung durch das Training |
| Grafikengine | Unreal Engine (mit neuen dynamischen Licht- und Wolken-Systemen) |
| Besonderes Merkmal | „Dynamic Track“-Technologie (die Ideallinie und der Grip entwickeln sich im Laufe des Rennwochenendes dynamisch weiter) |
Nach dem soliden Grundstein des vergangenen Jahres schalten die Entwickler von iRacing Studios nun mit NASCAR 26 einen Gang höher, um die Stockcar-Erfahrung auf den Konsolen weiter zu verfeinern. Wer ein simples Arcade-Vergnügen erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt, denn der aktuelle Ableger taucht noch tiefer in den Motorsport-Alltag ein. Auf dem Asphalt von NASCAR 26 entscheidet nicht nur das pure Tempo über den Triumph, sondern vielmehr das taktische Feingefühl im Pulk aus 40 donnernden V8-Boliden. Jeder winzige Fehler kann das sofortige Aus bedeuten, während ein strategisch kluger Boxenstopp zur exakt richtigen Zeit ganze Meisterschaften entscheidet. Uns erwartet eine packende Herausforderung, welche die rohe Energie dieses Sports auf beeindruckende und überaus fordernde Weise einfängt.
Euer Weg an die Spitze beginnt erneut in der hart umkämpften ARCA-Serie, von wo aus Ihr Euch ein eigenes Team schrittweise bis in den elitären Cup aufbauen könnt. Abseits der administrativen Management-Entscheidungen verlangt die spürbar überarbeitete Fahrphysik Euer gesamtes Können am Gamepad oder Force-Feedback-Lenkrad. Das enorme Gewicht der Boliden zwingt Euch dazu, Bremsmanöver weitaus vorausschauender zu planen und den Reifenverschleiß stets im Hinterkopf zu bewahren. Ein völlig neues, dynamisches Streckensystem sorgt parallel dafür, dass sich der Grip durch stetigen Gummiabrieb kontinuierlich verändert und Ihr Eure Ideallinie permanent an die wandelnden Gegebenheiten anpassen müsst.
Aggressivere und gleichzeitig umsichtiger agierende KI-Fahrer machen Euch in NASCAR 26 das Überholen schwer, da sie nun selbst aktiv nach besseren Spuren auf der Fahrbahn suchen. Verlässliche Hilfe erhaltet Ihr dabei vom neuen Spotter Freddie Kraft, dessen präzise Ansagen in brenzligen Three-Wide-Situationen absolut Gold wert sind. Solltet Ihr vor den gewaltigen Ovalen noch Respekt haben, nimmt Euch der exzellente Trainingsmodus „Peak Performance“ unter die Fittiche und vermittelt durch gezielte Telemetrie-Vergleiche das nötige Rüstzeug für die raue Rennstrecke.
Dank der Unreal Engine erstrahlen in NASCAR 26 die lizenzierten Strecken in wunderschönen, dynamischen Lichtverhältnissen, die in den Abendstunden für eine fantastische Stimmung sorgen. Akustisch zieht das brachiale Motorengeheul jeden Motorsportfan sofort in seinen Bann. Erstmals dürfen sich Rennsport-Enthusiasten zudem über plattformübergreifendes Crossplay freuen, was die Online-Lobbys über lange Zeit hinweg mit Leben füllen dürfte. Somit liefert iRacing Studios ein dichtes Gesamtpaket ab, das nicht nur serientreue Fans zufriedenstellen, sondern neue Maßstäbe für authentisches Konsolen-Racing etablieren möchte.

Auf dem Asphalt von NASCAR 26 entscheidet die überragende Fahrphysik über den Sieg
Beim Fahrgefühl hat sich in NASCAR 26 einiges getan. Die 700 PS starken Autos fühlen sich schwerer an, und gerade am Kurvenausgang braucht ihr mehr Gefühl am Gas. Wer hier einfach voll durchtritt, riskiert ein ausbrechendes Heck. Mit dem überarbeiteten Reifenmodell fallen solche Fehler stärker ins Gewicht. Ihr müsst genauer darauf achten, wie viel Grip noch vorhanden ist und wann ihr wieder beschleunigen könnt. Das fordert etwas Übung, lässt die Wagen für mich aber auch glaubwürdiger wirken als im Vorjahr.
Mit dem DualSense Controller lassen sich die Autos gut durch die Steilkurven steuern. Beim Einlenken merkt ihr, wie die Masse nach außen drängt. Auch wenn die Vorderräder an Haftung verlieren, gibt euch die Steuerung eine brauchbare Rückmeldung. Am Force-Feedback-Lenkrad hat mir das Fahren allerdings noch mehr Spaß gemacht. Besonders das Gegenlenken, wenn das Heck ausbricht, fühlt sich damit intuitiv an. Ihr bekommt ein gutes Gespür dafür, was das Auto gerade macht, und könnt entsprechend reagieren. Dazu kommen die Unterschiede zwischen den Fahrzeugklassen: Die wendigeren ARCA-Wagen fahren sich anders als die trägeren Trucks. Beim Wechsel müsst ihr euch entsprechend auf das neue Auto einstellen. Das bringt Abwechslung in den Aufstieg durch die Ligen.
Vergesst am besten alles, was ihr bisher über das Bremsen wusstet. Ein komplett überarbeitetes System zwingt euch in NASCAR 26 rigoros zum Umdenken. Wer zu spät oder zu hart in die Eisen steigt, provoziert sofort qualmende Räder und ruiniert sich die Gummis für den restlichen Stint. Vielmehr müsst ihr früh und behutsam verzögern. Fahrt ihr zu aggressiv, rächt sich das gnadenlos im letzten Drittel des Rennens. Das Auto wird durch den stetigen Reifenabbau immer nervöser und schwerer zu bändigen. Mich hat diese steile Lernkurve ungemein motiviert, da jede Nuance im Fahrverhalten den spielerischen Anspruch spürbar anhebt.

NASCAR 26 – Dynamische Streckenentwicklung bringt frischen Wind in lange Rennwochenenden
Endlose Ovalrennen arten in Videospielen schnell in eine monotone Beschäftigung aus. Dem steuern iRacing in NASCAR 26 mit einem dynamischen Streckensystem entgegen. Ab einer Renndistanz von 13 Prozent verändert sich der Asphalt kontinuierlich. Eine anfangs noch griffige Ideallinie mutiert nach zwanzig Runden eventuell zu einer waschechten Rutschpartie. Sichtbarer Gummiabrieb zwingt euch, eure Linienwahl ständig zu überdenken. Orientiert ihr euch an den dunklen Spuren auf dem Boden, findet ihr frischen Grip und knabbert wichtige Zehntelsekunden von eurer Rundenzeit ab.
Jeder lange Stint verwandelt sich so in ein hochspannendes Taktikspiel, bei dem ihr den Untergrund regelrecht lesen müsst. Auffällig organisch reagiert KI auf diese Veränderungen. Anstatt stur einer unsichtbaren Schnur zu folgen, suchen sie selbst nach der optimalen Spur. Sie weichen auf den äußeren Rand aus oder testen völlig neue Winkel in den Steilkurven.Heraus kommen packende Positionskämpfe, bei denen Überholmanöver aus dem Windschatten heraus unglaublich befriedigend wirken. Einen echten Mehrwert liefert dabei Spotter Freddie Kraft mit seinen überlebenswichtigen Funkansprüchen. Schießt ihr zu dritt nebeneinander in eine Kurve, dürft ihr voll und ganz auf sein Urteil vertrauen.Genau dieses akustische Feedback fehlte mir in NASCAR 25 noch schmerzlich.

NASCAR 26 – Karrieremodus und Peak Performance bieten Licht und Schatten für Einzelspieler
Wer in NASCAR 26 lieber alleine fährt, investiert seine Zeit wohl hauptsächlich in den Karrieremodus. Von der ARCA Serie boxt ihr euch über diverse Managementaufgaben bis in den begehrten Cup hoch. Gegenüber der vergangenen Saison wurde das Teammanagement sinnvoll verdichtet. Preisgelder fließen nun in bessere Werkstattausrüstung, qualifiziertes Personal oder schlicht in die Reparatur abgenutzter Wagenteile. Dieser zähe, aber spürbare Fortschritt motivierte mich in den ersten Spielstunden enorm, da jeder Platz im vorderen Mittelfeld ein echter Kampf ist. Leider verpufft diese anfängliche Euphorie spätestens nach der dritten Saison.
Die Spielwelt reagiert schlichtweg nicht auf eure Taten. Konkurrenten wechseln nie ihre Arbeitgeber, externe Verträge bleiben für immer gleich und abseits der sterilen Menüs passiert rein gar nichts. Ohne einen dynamischen Fahrermarkt verwandeln sich die späteren Jahre in einen repetitiven Grind. Eine glaubhafte Motorsportwelt sieht definitiv anders aus. Deutlich besser gefiel mir da das neue Peak Performance Training. Jamie McMurray nimmt euch hier an die Hand und erklärt die Tücken der einzelnen Kurse. Hütchen und Farbmarkierungen verraten euch die exakten Bremspunkte. Anschließend bewertet das Spiel eure Rundenzeiten und empfiehlt einen passenden Schwierigkeitsgrad.
Ganz ausgereift wirkt das Konzept allerdings noch nicht. Auf Kursen wie Chicagoland verlangt das System völlig absurde Zielzeiten. Trotz nahezu perfekter Runden fehlte mir teilweise über eine ganze Sekunde zur Vorgabe. Der Frust ist bei solchen Balanceproblemen vorprogrammiert und ich hoffe sehr auf baldige Patches.

NASCAR 26 – Crossplay und technische Hürden definieren das Multiplayer Erlebnis
Viele Fans messen den Wert eines Rennspiels primär am Online Erlebnis. Die beste Nachricht vorweg ist die in NASCAR 26 vollständige Crossplay Integration. PC, Xbox und PlayStation Piloten teilen sich endlich dieselben Server. Leere Lobbys sollten damit der Vergangenheit angehören und ein frisches Strafpunktesystem sortiert unfaire Pistenraudis rigoros aus. Angesichts der iRacing DNA fällt das restliche Multiplayer Angebot jedoch enttäuschend rudimentär aus. Echte Ligasysteme, strukturierte Meisterschaften oder spaßige Koop Saisons fehlen komplett. Es bleibt bei simplen Lobbys, die dem Potenzial der riesigen Marke kaum gerecht werden. Wer gerne mit Freunden auf der Couch spielt, guckt wegen des gestrichenen Splitscreen Modus ebenfalls in die Röhre. Grafisch legt NASCAR 26 auf der PlayStation 5 Pro spürbar zu.
Wenn die tiefstehende Sonne die Strecke in warmes Licht taucht, entsteht eine fantastische Abendstimmung. Realistische Wolkenschatten wandern über den Asphalt und dichter Qualm bei Burnouts füllt den Bildschirm. Abseits der Action bröckelt diese schöne Fassade jedoch etwas. Tribünen und Hintergründe wirken detailarm. Zudem ploppen manche Schatten erst sehr spät im Sichtfeld auf. Bei gleißendem Sonnenlicht blendet die weiße Benutzeroberfläche so stark, dass ihr kaum noch eure Instrumente ablesen könnt. Solche technischen Macken ziehen sich leider bis auf die Strecke. Gelegentlich verschläft die KI ihre eigenen Restarts völlig oder das Spiel ruft wegen harmloser Dreher völlig überzogene Gelbphasen aus. Das rein kosmetische Schadensmodell verzeiht selbst heftigste Einschläge in die Mauer. Ohne echte Totalschäden fehlt mir hier schlichtweg die letzte Konsequenz.
Fazit
Beim Überqueren der Ziellinie hinterlässt NASCAR 26 bei mir gemischte Gefühle. Auf der Strecke servieren uns iRacing eine brachiale, anspruchsvolle und fantastisch physikalische Simulation. Ihr müsst den schweren Autos echten Respekt zollen und das dynamische Streckensystem taktisch klug nutzen. Gleichzeitig gehören die Duelle gegen die smarte KI zum Besten im aktuellen Rennspielgenre. Verlasst ihr jedoch das schützende Cockpit, stolpert ihr in NASCAR 26 über einige spürbare Baustellen.
Dem sterilen Karrieremodus fehlt glaubhaftes Leben, der Multiplayer kratzt nur an der Oberfläche und kleine Bugs nerven im virtuellen Alltag. Offensichtlich lag der absolute Fokus auf der reinen Fahrphysik, während das eigentliche Spielgerüst leicht vernachlässigt wurde.Wer letztes Jahr pausiert hat, bekommt fahrerisch jedoch ein absolutes Brett geliefert.
Gibt es in NASCAR 26 einen lokalen Splitscreen Modus für zwei Spieler?
Ein solcher Modus ist in NASCAR 26 nicht enthalten. Alle Mehrspieler Duelle finden ausschließlich über das Internet statt.
Ist eine aktive Internetverbindung für den Karrieremodus Pflicht?
Solospieler können ihre Karriere komplett offline bestreiten, lediglich für die Crossplay Rennen wird eine Verbindung benötigt.
Unterstützt NASCAR 26 Lenkräder auf der Konsole?
Ja, diverse gängige Lenkräder werden unterstützt und bieten dank gutem Force Feedback das beste Spielerlebnis.
Können Einsteiger NASCAR 26 genießen?
Durch zuschaltbare Fahrhilfen und den ausführlichen Trainingsmodus finden auch Neulinge schnell ihren Rhythmus.
Sind alle offiziellen Fahrer und Strecken der Saison in NASCAR 26 enthalten?
Alle wichtigen Piloten und Kurse der Cup, O’Reilly, Truck und ARCA Serie stehen euch zur Verfügung.
Lässt sich das Fahrerfeld individuell anpassen?
Ihr habt die Möglichkeit, die Stärken und Schwächen einzelner KI Piloten über das Menü frei zu verändern.
Gibt es in NASCAR 26 ein realistisches Schadensmodell?
Nein, das Schadensmodell ist rein kosmetischer Natur. Selbst nach heftigsten Einschlägen in die Mauer nimmt euer Fahrzeug keinen Totalschaden, wodurch dem Renngeschehen die letzte dramatische Konsequenz fehlt.
Bietet der Multiplayer-Modus eigene Ligen oder Koop-Meisterschaften?
Obwohl NASCAR 26 plattformübergreifendes Crossplay und ein neues Strafpunktesystem bietet, fallen die Spielmodi mager aus. Es gibt ausschließlich simple Online-Lobbys; strukturierte Meisterschaften, Ligasysteme oder Koop-Saisons fehlen komplett.
Was beinhaltet der „Peak Performance“-Modus?
Es handelt sich um einen erweiterten Trainingsmodus, in dem euch Jamie McMurray durch die Tücken der Kurse führt. Hütchen und Farbmarkierungen zeigen Bremspunkte an, die Telemetrie wird ausgewertet und das Spiel empfiehlt euch basierend auf euren Rundenzeiten einen passenden Schwierigkeitsgrad.
Von den alten PC Klassikern bis zum neuen NASCAR 26
Wenn man heute NASCAR 26 zockt und mit über 300 Sachen in Daytona in die erste Kurve sticht vergisst man total was wir eigentlich für eine lange Reise hinter uns haben. Die Geschichte dieser Rennspiele glich nämlich über die Jahre eher einer echten Achterbahnfahrt als einer gemütlichen Spazierfahrt. Da gab es wirklich unzählige spannende Phasen und jede Ära hatte irgendwie ihren eigenen Reiz.
Ich weiß noch genau wie das alles anfing. Bevor die Spiele den großen Mainstream eroberten gab es auf dem PC einige absolute Meisterwerke. Wer damals NASCAR Racing 2003 Season von Papyrus gespielt hat weiß genau wovon ich rede. Die treue Community hält das Spiel mit unzähligen Modifikationen bis heute am Leben. Das Schadensmodell war damals unfassbar gut und man brauchte richtig viel Geduld um das perfekte Setup für die kurzen Strecken in Bristol oder Martinsville zu finden. Das war der absolute Goldstandard für Simulationen.
Dann kam EA Sports und brachte diesen ganzen Lebensstil rund um den amerikanischen Motorsport direkt zu uns ins Wohnzimmer. NASCAR Thunder 2004 ist für mich und viele andere bis heute ein echtes Highlight auf der Konsole. Die KI hat sich damals jeden kleinen Rempler gemerkt und sich im nächsten Rennen revanchiert. Plötzlich konnte man in einer eigenen Lackiererei seine Autos bemalen und lukrative Sponsorenverträge aushandeln. Das Hauptmenü pumpte rockige Lieder durch die Boxen und man fühlte sich wie ein echter Rennfahrer. Das war eine wirklich großartige und unbeschwerte Zeit in der man jede freie Minute in den eigenen Rennstall investierte.
Nachdem EA sich zurückgezogen hatte wurde die Lizenz von verschiedenen Entwicklern übernommen. Es folgte eine Zeit des Ausprobierens. Die Spiele der Heat Serie von Monster Games gingen zum Beispiel in eine deutlich zugänglichere Richtung. Das war ideal für ein paar schnelle Runden auf der Couch mit Kumpels. Man konnte einfach loslegen und Spaß haben ohne direkt stundenlang am Auto schrauben zu müssen.
Für ganz große Simulationsfans fehlte vielleicht etwas die tiefgreifende strategische Tiefe bei den Boxenstopps aber die Spiele haben den Sport auf den Konsolen definitiv am Leben gehalten und hatten absolut ihre Daseinsberechtigung. Wir reden hier immerhin über fast 15 Jahre in denen der Motorsport virtuell spielbar blieb und genau das rechne ich diesen Titeln hoch an. Sie haben eine ganze Generation an neuen Spielern an die Faszination Ovalrennen herangeführt.
Ein großer Umbruch sollte dann mit NASCAR 21 Ignition folgen. Das Projekt war enorm ambitioniert und sollte grafisch neue Maßstäbe setzen. Leider stolperte das Spiel bei der Veröffentlichung über einige technische Hürden. Die Entwickler wollten vielleicht einfach etwas zu viel auf einmal und das Fahrgefühl fühlte sich anfangs nicht ganz rund an. Es fehlten auch noch ein paar gewohnte Funktionen die man aus den Vorgängern kannte. Das war für viele treue Fans natürlich ein kleiner Dämpfer aber man sah zumindest das riesige Potenzial der neuen Grafikengine. Es war ein klassisches Übergangsspiel das einfach noch etwas mehr Zeit gebraucht hätte um die großen Erwartungen von unzähligen Fans komplett zu erfüllen.
Dass nun die absoluten Profis von iRacing das Ruder für NASCAR 26 übernommen haben ist ein echter Glücksfall für uns alle. Das Team hat seine ganze Erfahrung aus dem professionellen Esportbereich in dieses Projekt gepackt und die Serie auf ein tolles neues Level gehoben. Wenn ihr zuhause ein Lenkrad habt müsst ihr das zwingend ausprobieren. Man hört den virtuellen Spotter im Ohr der einen sicher durch das extrem dichte Fahrerfeld lotst und man spürt jede noch so kleine Unebenheit auf der Strecke. Wenn man mit 40 Autos Stoßstange an Stoßstange bei über 250 Kilometern pro Stunde im Pulk fährt pumpt das Adrenalin. Das Fahren im Windschatten fühlt sich endlich wieder richtig authentisch und spannend an.
Die Serie ist endgültig wieder auf dem richtigen Weg und wir können uns auf viele weitere tolle virtuelle Rennjahre freuen.














