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Erica (PS4) Test

Im Test zeigt Erica, dass die interaktiven Film-Spiele ihre Daseinsberechtigung haben. Angefangen bei den starken Schauspielern/innen/* bis hin zur Aufmachung der spielerischen Elemente gibt es nur wenig, was zu kritisieren ist. Doch ist Erica auch wirklich ein Erlebnis für Jedermann? Erfahrt dies und ein wenig mehr in den nachfolgenden Zeilen des Artikels!

Sony hatte eine kleine Überraschung auf der gamescom – es sollte Erica sein. Das „Spiel“, welches vor zwei Jahren bereits angekündigt wurde und seitdem in Vergessenheit geriet, ist jetzt also endlich für knapp 10 Euro verfügbar. Ich will auch gar nichts über die Storyline des Spiels schreiben, weil sie nicht nur spannend ist, sondern je nach Entscheidungen auch stark variieren kann. Dabei sei allerdings gleichermaßen auch angemerkt, dass Erica im ersten Drittel nur die Illusion einer Wahl vorgibt. Da gibt es gleich zu Beginn beispielsweise die krank wirkende Frau, die ihr fragen könnt, ob sie Hilfe benötigt oder sie dazu auffordern, leise zu sein. Diese Entscheidung hat keinerlei Einfluss auf spätere Ereignisse und stellt lediglich eine kurze Widerspiegelung euer selbst dar.

Erica

Erica – Holly Earl spielt ihre Rolle perfekt

Holly Earl ist die titelgebende Erica und spielt ihre Rolle überragend gut. Auch viele andere Mitglieder des Cast liefern eine ordentliche Performance ab und nur ganz wenige sind schwächer, wenngleich das nicht allzu sehr ins Gewicht fällt. Dass Holly Earl ohnehin eine sehr gute Schauspielerin ist, dürftet ihr bereits in Doctor Who (dort spielte sie Lily Arwell) oder in Once Upon a Time in London (Aggie Vaux) feststellen. Kein Wunder also, dass sie es problemlos schafft, zwischen verstörten jungen Mädchen und einer taffen Frau zu wechseln, wenn es eure Entscheidungen so verlangen. Gerade in Film-Spielen ist es für Darsteller immer schwierig, konsistente Ergebnisse zu liefern, die das Erlebnis oder gar die Immersion brechen. Earl hingegen gelingt dieser Spagat exzellent.

Doch Earl ist nicht die einzige Darstellerin, die einen fabelhaften Job macht. Auch Terence Maynard, Nakeba Buchanan und Elaine Fellows liefern als Lucian Flowers, Mia Green und Kristie tadellose Performances ab. Dass Holly Earl so gut ist, kaschiert auch ein wenig den blass gespielten Sgt. Blake sowie Ericas Vater.

Erica

Erica – Cineastisch, gut geschrieben und starker Sound

Wenn Erica als reiner Film betrachtet wird, dann stechen die Sets sowie die Cinematografie natürlich nicht sonderlich hervor. Doch als Film-Spiel sind diese sehr clever aufgemacht. Sie unterstreichen nämlich die übernatürliche Art des Spiel-Thrillers und versuchen einen Hauch von Wes Anderson zu kopieren, um so die Spannung aufrecht zu erhalten. Und in der Tat gelingt es den Entwicklern sowie Darstellern, diese Spannung auch dann aufrecht zu erhalten, wenn ihr gerade eure Entscheidung überlegt.

Die Steuerung des Film-Spiels läuft wahlweise über den Controller oder euer Smartphone ab. Während Sonys PlayLink-Projekt gescheitert ist, so spielt sich Erica mit einem Smartphone definitiv am besten, weil das Controller-Touchpad nicht annährend so akkurat ist wie die Bewegungen auf eurem Smartphone. Die passende App für das Spiel steht kostenlos für iOS und Android zur Verfügung.

Erica

Die Erzählweise des Erlebnisses ist grundsolide, wenngleich hier und da typische Horror- und Drama-Klischees zum Vorschein kommen. Nichtsdestoweniger haben es die Autoren geschafft, eben jene Klischees durch die starke Performance der Darsteller und viel Glaubwürdigkeit zu kaschieren. Nur bei wiederholten Durchgängen fallen etwaige Unreinheiten im Writing selbst auf – und da kommt eben das zum Vorschein, was ich eingangs sagte. Das erste Drittel des Spiels spielt sich immer gleich. Erst ab der Hälfte wirken sich Entscheidungen so konsequent aus, dass es neue Szenen gibt und eben nicht nur andere Dialoge mit gleichem Ergebnis.

Auch die musikalische Untermalung des zwei bis drei Stunden langen Erlebnisses weiß zu überzeugen. Austin Wintory ist der Komponist des Soundtracks und liefert bedrückende und zur Stimmung passende Klänge ab, die für eine noch bessere Immersion sorgen.

Fazit
Ich liebe interaktive Filme. Und wenngleich die Illusion der Wahl mich beim zweiten Durchspielen von Erica gestört hat, so bleibt das Erlebnis nichtsdestoweniger das Beste innerhalb des kleinen Genres. Die Produktion ist auf einem sehr hohen Niveau und nahezu sämtliche Beteiligte, allen voran aber Holly Earl, liefern eine herausragende Performance ab. Für 9,99 Euro könnt ihr hier einen kleinen, aber feinen Ausnahmetitel erleben, der einfach anders ist als so ziemlich jedes andere Spiel im PlayStation Store. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann ist Erica ein waschechter Geheimtipp, der von vielen Spielern verschlafen wird.
Gut
  • Klasse Performance von Holly Earl
  • Nahezu gesamter Cast macht einen sehr guten Job
  • Entscheidungen zum Ende hin wirken sich spürbar auf den Verlauf aus
  • Starke Soundkulisse
  • Steuerung mit Smartphone intuitiv
  • Interessante Geschichte
Weniger Gut
  • Steuerung mit DualShock 4 eher schwach
  • Gerade zu Beginn zu viele Illusionen von Entscheidungen, die …
  • … gerade beim zweiten oder dritten Durchlauf deutlich werden
7
solide
Written by
... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

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