Pragmata gehört zu jenen Titeln, die ich eigentlich fast schon abgeschrieben hatte. Capcom hat es trotzdem durchgezogen und das mysteriöse Abenteuer rund um den Astronauten Hugh und der der kindlichen Androidin Diana nach einer unfassbar langen Wartezeit endlich auf den Markt gebracht. Bereits nach wenigen Minuten merkte ich, dass ich hier nicht irgendein austauschbares Actionspiel spiele. Vielmehr erlebte ich ein Spiel, das durch pure Innovation und spürbaren Mut zum Risiko glänzt.
Die Atmosphäre auf der verlassenen Mondbasis ist erdrückend dicht und durchdacht. Hauptfiguren wirken lebendig und die Technik zeigt sich von einer beeindruckend modernen Seite. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Testbericht hier aufSpieletester.de
Pragmata – Eine gefährliche Reise auf den Erdtrabanten
Die Handlung in Pragmata spielt in einer gar nicht so fernen Zukunft auf der geheimnisvollen Forschungsstation Berceau. Diese Anlage wird oft auch Cradle genannt und befindet sich direkt auf der rauen Oberfläche des Mondes. Irgendwann im Jahr 2026 schlüpft ihr in den massiven Raumanzug von Hugh Williams. Dieser Astronaut wird von der zwielichtigen Delphi Corporation auf den Mond geschickt, um nach dem Rechten zu sehen.
Seine Mission scheint zunächst simpel zu sein. Er soll untersuchen, warum der Kontakt zur Basis komplett abgebrochen ist und was mit den menschlichen Arbeitern geschah. Doch wie es für derart ambitionierte Weltraumprojekte typisch ist, läuft absolut nichts nach Plan. Nach der harten Landung offenbart sich ein erschreckendes Bild voller Zerstörung und Leere. Hughs gesamte Crew wird innerhalb kürzester Zeit von feindlichen Robotern ausgelöscht. Plötzlich steht der verletzte Protagonist völlig allein auf einer gigantischen Station, die von einer durchgedrehten künstlichen Intelligenz namens I.D.U.S. kontrolliert wird. Aus dieser prekären Konstellation entwickelt sich ein Spannungsbogen, der euch stetig durch die dunklen Korridore antreibt.
Alles scheint aussichtslos zu sein, bis völlig unerwartet ein kleines Mädchen auftaucht. Das Kind entpuppt sich schnell als hochentwickelter Cyborg mit der Modellnummer D-I-0336-7. Sie rettet Hugh fachmännisch das Leben und ab diesem denkwürdigen Moment seid ihr untrennbar miteinander verbunden. Fortan nennt Hugh seine Retterin schlichtweg Diana. Eure primäre Aufgabe besteht nun darin, einen Weg zurück zur Erde zu finden.

Pragmata – Die emotionale Bindung im narrativen Fokus
In Pragmata bildet die Beziehung zwischen dem Astronauten und der kindlichen Androidin Diana das emotionale Zentrum der gesamten Erzählung. Sie gibt den unfassbaren Geschehnissen eine menschliche Tiefe, die weit über das simple Zerstören von Maschinen hinausgeht. Besonders im Verlauf der 12 bis 15 Stunden andauernden Kampagne fällt auf, wie realistisch Dianas Gesichtsausdrücke animiert sind. Dies verstärkt die emotionale Tiefe und Immersion für mich enorm. Zudem werden die Charakterzüge der beiden Protagonisten sehr unterschiedlich herausgearbeitet. Hugh ist definitiv kein strahlender Superheld ohne Fehl und Tadel. Vielmehr verkörpert er einen pragmatischen Söldner, der den gefährlichen Auftrag ursprünglich nur wegen des Geldes angenommen hat. Diese berufliche Distanziertheit macht ihn nahbar und hebt ihn wohltuend von klassischen Weltraum-Marines ab.
Diana hingegen benimmt sich wie eine authentische Achtjährige voller Neugier. Sie ist verspielt, stellt pausenlos Fragen und bewundert triviale Gegenstände von unserem Heimatplaneten. Eure Verantwortung ist es, sie zu beschützen und gleichzeitig ihre unglaublichen Hacking-Fähigkeiten klug einzusetzen. Manchmal redet die Kleine allerdings ein wenig zu viel. Jedes gesammelte Upgrade-Item kommentiert sie mit denselben euphorischen Sätzen, was auf Dauer ein bisschen an den Nerven zerren kann. Trotzdem wachsen euch beide unweigerlich ans Herz, weil ihre Dialoge oft sehr berührend geschrieben sind. Die Story selbst gewinnt keinen Innovationspreis für unvorhersehbare Wendungen. Der große Plot-Twist bezüglich der künstlichen Intelligenz lässt sich schon meilenweit im Voraus erahnen. Dennoch fesselte mich das Schicksal dieses ungleichen Duos bis zur absolut sehenswerten Schlusssequenz.

Pragmata – Das Wichtigste auf einen Blick
| Kategorie | Details |
| Spieltitel | Pragmata |
| Entwickler | Capcom |
| Publisher | Capcom |
| Plattformen | PlayStation 5, Nintendo Switch 2, PC, Xbox Series X|S |
| Erscheinungsjahr | 2026 (17.04.2026) |
| Setting | Jahr 2026, Mond-Forschungsstation „Berceau“ (Cradle), surreale Orte (z.B. künstliches New York voller Grafik-Glitches) |
| Hauptfigur | Hugh Williams (pragmatischer Astronaut/Söldner) & Diana (hochentwickeltes Androiden-Mädchen D-I-0336-7) |
| Genre | Sci-Fi Third-Person-Shooter / Action-Adventure |
| Besonderheiten | RE Engine mit exzellenter Optik, Speichersystem über Schutzraum („Refuge“) ähnlich wie in Soulslikes ohne Boss-Checkpoints, Bingo-Minispiel für Belohnungen |
| Gameplay | Extreme Multitasking-Anforderung: Rasanter Shooter (linke Bildschirmhälfte) gepaart mit komplexem Echtzeit-Hacking-Minispiel (rechte Hälfte) ohne Zeitlupen; farbcodierte Waffen, Dash-Ausweichmanöver |
| Storythemen | Flucht von der Mondbasis, Kampf gegen die durchgedrehte KI „I.D.U.S.“, wachsendes Vertrauen zwischen Hugh und Diana, Bewusstsein von Maschinen, Geheimnis des Wundermaterials „Lunafibre“ |
| Spieldauer | Kampagne: Kompakt (ca. 12–15 Std.), hoher Wiederspielwert durch New Game Plus |
| Schwierigkeitsgrade | Normaler Modus eher moderat bis zu leicht für Veteranen; Herausforderung steigt spürbar im Endgame und im New Game Plus |
| Besonderes Merkmal | Die mutige, fast fehlerfreie Symbiose aus Echtzeit-Hacken und Ballern; liebevolle Interaktionen im Hub (z.B. das 3D-Drucken von Spielzeug aus Lunafibre für Diana) |
Pragmata – Innovatives Gameplay zwischen Schießen und Hacken
Das absolute Highlight in Pragmata ist zweifellos das extrem erfrischende Kampfsystem. Schon in den ersten Gefechten wird unmissverständlich klar, wie einzigartig Capcom dieses Konzept umgesetzt hat. Pragmata zwingt euch konstant dazu, zwei völlig unterschiedliche Spielmechaniken zur gleichen Zeit zu bedienen. Auf der linken Bildschirmhälfte ballert ihr mit euren futuristischen Schusswaffen auf heranstürmende Androiden und weicht deren wuchtigen Attacken behände aus. Auf der rechten Seite blendet das Interface währenddessen ein Raster für ein komplexes Hacking-Minispiel ein. Diese Mechaniken laufen komplett parallel und gnadenlos in Echtzeit ab. Zeitlupen oder bequeme Pausen während des Hackens sucht ihr vergeblich.
Ihr müsst über die Aktionstasten des DualSense-Controllers blitzschnell einen Pfad durch das geometrische Raster finden. Ziel ist stets ein grünes Feld am Ende des digitalen Labyrinths, um die dicke Rüstung eurer mechanischen Feinde dauerhaft zu knacken. Je mehr optionale blaue Felder ihr auf dem Weg dorthin erfolgreich überquert, desto verheerender fällt der anschließende Waffenschaden aus. Ein unglücklicher Fehler oder ein kassierter Treffer durch den Gegner setzt euren mühsamen Hacking-Fortschritt sofort wieder auf null zurück. Das sorgt unweigerlich für unglaubliche Spannung und verlangt euch perfektes Multitasking ab. Zuerst fühlte ich mich von dieser mentalen Doppelbelastung ehrlicherweise leicht überfordert. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase von knapp einer Stunde ging der stetige Wechsel zwischen Ballern und Rätsellösen jedoch erstaunlich intuitiv von der Hand.
Die Kamera orientiert sich dabei an modernen Genrevertretern und sitzt stets nah über der Schulter unseres Helden. Eure Bewegungen im schweren Raumanzug fühlen sich angenehm wuchtig an. Dank eingebauter Schubdüsen könnt ihr sogar kurzzeitig über den Boden schweben oder schnelle Dash- Ausweichmanöver vollführen. In den engen Gängen bin ich dabei zwar anfangs öfter mal ungeschickt gegen die Wand gedasht aber das legt sich mit etwas Übung.
Tiefe größte spielerische Weiterentwicklung innerhalb der Kampagne von Pragmata bringt die schrittweise Freischaltung immer mächtigerer Ausrüstungsgegenstände. Wer die pure Zerstörungskraft liebt, entscheidet sich für schwere Geschütze wie den durchschlagenden Perforator. Damit lassen sich geschwächte Feinde in Sekundenbruchteilen zu nutzlosem Mikroplastik verarbeiten. Falls ihr eher subtile Methoden bevorzugt, nutzt ihr praktische Gadgets wie die lähmende Stasis-Blase oder einen raffinierten Hologramm-Köder. Jede Waffe verfügt über eine spezifische Farbcodierung in Rot, Grün oder Blau, was euch zum strategischen Kombinieren im Eifer des Gefechts zwingt.
Ich habe einen signifikanten Teil meiner Spielzeit in Pragmata freudig damit verbracht, verschiedenste neue Hacking-Knoten für Diana ausführlich auszuprobieren. Gelbe Knoten fungieren innerhalb des Rasters als limitierte Verbrauchsgegenstände und lösen unglaublich mächtige Effekte aus. Ihr könnt attackierende Roboter damit flächendeckend verwirren, ihre internen Systeme überhitzen oder einen grandiosen Multihack auf eine ganze Gruppe von Feinden gleichzeitig anwenden. Munition für eure verheerenden Spezialwaffen ist in den verwinkelten Gängen stets knapp bemessen.
Glücklicherweise lädt sich eure schwächere Standardpistole über die Zeit automatisch wieder auf. Deshalb entsteht rasch ein genialer und fließender Rhythmus aus Schießen, Ausweichen und dem taktischen Einsatz von Dianas digitaler Magie. Es gibt sogar eine clevere Klebebombe die das feindliche Hacking-Raster künstlich verkleinert. Später bekommt ihr Zugriff auf einen Code Generator der massig zusätzliche offene Knoten erzeugt. Eure strategischen Möglichkeiten wachsen somit kontinuierlich an. Solche Gadgets retten euch in brenzligen Situationen oft in letzter Sekunde das virtuelle Leben.

Pragmata – Der Schutzraum als rettende Zuflucht
Zentraler Dreh- und Angelpunkt eurer ausgedehnten Erkundungen auf der Basis ist das sogenannte Refuge. Hierhin kehrt ihr über verteilte Luftschleusen regelmäßig zurück, um eure schwindenden Vorräte aufzufüllen und verdiente Upgrades in Ruhe durchzuführen. Heilobjekte in Form von Reparatur-Kartuschen sind im Spielverlauf extrem selten gesät und funktionieren frappierend ähnlich wie das System in populären Soulslike-Titeln. Fällt der tapfere Hugh im aussichtslosen Kampf, werdet ihr vom Spiel erbarmungslos in genau diesen Schutzraum zurückgesetzt. Ein klassisches Speichersystem mit großzügigen Checkpoints direkt vor jedem schweren Gegner fehlt hier völlig. Dieses Konzept wirkt anfangs vielleicht etwas bestrafend, entpuppt sich aber auf lange Sicht als enorm motivierende Komponente eurer Reise.
Innerhalb eures Refuge trefft ihr auch auf den überaus freundlichen Droiden Cabin, dessen Gesicht an ein modernes Smartphone erinnert. Bei ihm dürft ihr in den Leveln gefundene Spezialmünzen für ein kurzweiliges Bingo-Spiel einlösen. Belohnungen für volle Reihen umfassen spannende Hintergrundinformationen zur Lore oder optisch witzige Kostüme für eure beiden Helden. Ein wirklich herzerwärmendes Highlight sind die künstlich replizierten Geschenke für die kleine Diana. Ihr könnt ihr aus der gesammelten Lunafibre beispielsweise eine bunte Rutsche oder ein funktionierendes Skateboard am 3D-Drucker erstellen lassen. Es zaubert einem als Beobachter unweigerlich ein breites Lächeln ins Gesicht, wenn die kleine Cyborg-Göre freudig lachend durch die kühle Station rollt.
Diese ruhigen intimen Momente bilden einen fantastischen Kontrast zur ansonsten sehr stressigen Action. Ihr könnt am Terminal auch eure hart verdiente Ingame Währung Lim investieren. Damit wertet ihr elementare Charakterwerte wie Angriff und Abwehr oder eure maximalen Lebenspunkte dauerhaft auf.

Pragmata – Spektakuläre Bosskämpfe und lineare Levelarchitektur
Auseinandersetzungen mit den Bossgegnern gehören definitiv zu den intensivsten Momenten des gesamten Abenteuers in Pragmata. Jeder dieser gewaltigen Feinde erfordert eine völlig neue taktische Herangehensweise und bringt euch durch abwechslungsreiche Angriffsmuster gehörig ins Schwitzen. Design und Animationen dieser mechanischen Ungetüme sind schlichtweg fantastisch umgesetzt und flößen dem Betrachter sofort Respekt ein. Allerdings fällt der allgemeine Schwierigkeitsgrad für meinen Geschmack etwas zu moderat aus. Erfahrene Action-Fans unter euch werden auf dem normalen Härtegrad kaum jemals echte Frustmomente erleben. Erst im Endgame oder im optionalen New Game Plus-Modus zieht die Herausforderung erfreulicherweise merklich an.
Leider offenbart das Leveldesign abseits der fulminanten Kämpfe einige unübersehbare Schwächen. Umgebungen innerhalb der Mondbasis sind oft sehr linear und altmodisch gestaltet,sodass sie sich manchmal wie simple aneinandergereihte Schläuche anfühlen. Zwar gibt es kleinere Geheimnisse und rote Bonusräume zu entdecken, aber echte kindliche Entdeckerfreude wird nur selten geweckt. Trotzdem beeindrucken einige der ungewöhnlichen Areale auf visueller und künstlerischer Ebene maßgeblich. Ein künstlich erschaffenes New York voller absichtlicher Grafik-Glitches ist ein kreativer Geniestreich von Capcom. Dort verschmelzen leuchtend gelbe Taxis organisch mit dem Asphalt und massive Busse ragen skurril aus den bröckelnden Häuserfassaden. Solche surrealen Orte kritisieren spielerisch den modernen KI-Wahnsinn und bleiben definitiv lange im Gedächtnis haften.

Pragmata – Technik und Grafik auf höchstem Niveau
Die visuelle Gestaltung profitiert extrem von der hauseigenen RE Engine, die bereits bei anderen Blockbustern des Studios brillante Arbeit geleistet hat. Man sieht das unbestreitbar an den unglaublichen Details der aufwendigen Charaktermodelle. Dianas lange blonde Haare reagieren verblüffend physikalisch korrekt auf jede noch so kleine Bewegung und fangen das künstliche Licht der Station wunderbar ein. Auf der aktuellen Konsolengeneration läuft das Sci-Fi-Spektakel im empfohlenen Auflösungsmodus meist stabil mit butterweichen sechzig Bildern pro Sekunde. Es existieren nur extrem wenige Ausnahmesituationen, in denen zu viele Partikeleffekte gleichzeitig den Bildschirm fluten. Dann kann es vereinzelt zu minimalen Framerate-Einbrüchen kommen, die aber kaum ins Gewicht fallen.
Interessanterweise haben die Entwickler das haptische Feedback des DualSense-Controllers leider etwas stiefmütterlich behandelt. Adaptive Trigger werden bei den zahlreichen Schusswaffen kaum spürbar eingesetzt. Lediglich einige kratzige Funkgeräusche tönen stimmungsvoll aus dem kleinen Lautsprecher, was ein wenig Potenzial verschenkt. Dafür entschädigt die fantastische und abwechslungsreiche akustische Untermalung durch den begabten Komponisten Yasumasa Kitagawa umso mehr. Synthetische Klänge mischen sich in den Bosskämpfen perfekt mit treibenden Beats und melancholischen Melodien in den ruhigen Momenten. Zudem leisten die deutschen Synchronsprecher wirklich hervorragende Arbeit bei der Lokalisierung. Ihr könnt aber selbstverständlich jederzeit zur originalen Tonspur wechseln, welche meiner Meinung nach noch einen kleinen Tick emotionaler und passender wirkt.

Pragmata – Motivation nach dem finalen Abspann
Nach einer spannenden Reise von etwa zwölf bis fünfzehn Stunden flimmert schließlich der epische Abspann über euren Bildschirm. Für manche Hardcore-Gamer mag diese recht kompakte Spieldauer ein valider Kritikpunkt sein. Aus meiner ganz persönlichen Perspektive ist es exakt die richtige Länge, bevor sich das ungewöhnliche Hacking-Konzept eventuell abnutzen könnte. Wer danach noch immer nicht genug vom Ballern hat, stürzt sich freudig in den deutlich herausfordernderen New Game Plus-Modus. Dort wartet glücklicherweise nicht nur ein stupide erhöhter Schwierigkeitsgrad auf kampfeslustige Rückkehrer.
Ihr dürft euch als fleißige Spieler auch über eine völlig neue, absurde Nahkampfwaffe freuen. Ein gewaltiger futuristischer Presslufthammer verändert eure etablierte Herangehensweise an die bekannten Gefechte plötzlich komplett. Außerdem öffnet sich lautlos ein geheimer Raum in eurem Hub, der besonders knackige Kampfprüfungen für Perfektionisten bereithält. All diese cleveren Ergänzungen sorgen für einen absolut soliden Wiederspielwert. Die verantwortlichen Entwickler haben hier ganz bewusst auf künstliche Spielzeitstreckung durch langweilige Sammelquests verzichtet und liefern stattdessen ein wunderbar dichtes Gesamterlebnis ab.
Pragmata – Lore und das Geheimnis von Lunafibre
Tiefergehende Einblicke in die faszinierende Hintergrundgeschichte von Pragmata erhaltet ihr primär durch verstreute Text-Logs und alte holografische Aufzeichnungen der verschwundenen Besatzung. Das mysteriöse Material namens Lunum oder auch Lunafibre bildet das technologische Rückgrat der gesamten Forschungsstation. Es funktioniert ähnlich wie ein hochmodernes Filament für dreidimensionale Drucker und erlaubt es den Wissenschaftlern, nahezu jeden erdenklichen Gegenstand aus dem Nichts zu erschaffen. Von einfachen Kaffeetassen über lebensecht wirkende Bäume bis hin zu komplexen Androiden wie unserer kleinen Begleiterin lässt sich damit alles synthetisieren.
Das Design der Level in Pragmata zieht sehr zielstrebig vorwärts.Es fühlt sich gut an, eine neue Luke zurück zum Safe Room freizuschalten. Dennoch verschenkt die Erzählung hier meiner Ansicht nach einiges an wertvollem philosophischem Potenzial. Fragen rund um das Bewusstsein von Maschinen oder die ethischen Grenzen der künstlichen Schöpfung werden oft nur oberflächlich angerissen. Meistens dienen die gefundenen Dokumente eher als plumpe Expositionskrücke, anstatt euch intellektuell tiefgründig herauszufordern. Wer jeden Winkel der Basis geduldig absucht, wird jedoch mit tragischen Hintergrundgeschichten der menschlichen Arbeiter belohnt. Diese litten zunehmend unter schweren Depressionen, weil sie durch die unermüdlichen Roboter schrittweise komplett überflüssig gemacht wurden. Solche kleinen narrativen Details verleihen der ansonsten recht actionlastigen Welt eine erfreulich düstere und nachdenkliche Note.
Fazit
Capcom beweist mit Pragmata eindrucksvoll, wie dringend wir frische Ideen in der Gaming-Branche brauchen. Pragmata ist ein überragendes Action-Highlight, das sich traut, ausgetretene Pfad der reinen Third-Person-Shooter mutig zu verlassen. Aus meiner Sicht funktioniert die gewagte Symbiose aus rasantem Ballern und kniffligem Echtzeit-Hacken nahezu fehlerfrei und sorgt für einen tollen Gameplay-Flow. Das dynamische Duo wächst einem trotz kleinerer erzählerischer Schwächen schnell ans Herz, und die audiovisuelle Präsentation auf der aktuellen Konsolengeneration ist schlichtweg atemberaubend.
Sicherlich gibt es ein paar berechtigte Kritikpunkte an Pragmata. Manche Dialoge der kindlichen Begleiterin Diana wiederholen sich zu oft, die Levelstruktur wirkt streckenweise etwas zu altmodisch und Genre-Veteranen werden sich unterfordert fühlen. Doch all das trübt den exzellenten Gesamteindruck nur marginal. Für Fans von innovativen Science-Fiction-Abenteuern ist Pragmata ein absoluter Pflichtkauf und legt hoffentlich den essenziellen Grundstein für eine lange und erfolgreiche neue Franchise.
Für welche Plattformen ist Pragmata mittlerweile offiziell erhältlich?
Pragmata ist seit dem 17. April 2026 für die PlayStation 5 sowie Xbox Series X S und Nintendo Switch 2 als auch für den PC via Steam verfügbar.
Was ist das Besondere an den Kämpfen im Vergleich zu klassischen Shootern?
Das Abenteuer mischt klassisches Third-Person-Shooter Gameplay nahtlos mit einem komplexen Hacking Minispiel. Ihr müsst ballern und feindlichen Angriffen ausweichen während ihr parallel in Echtzeit ein Raster Rätsel auf der rechten Bildschirmhälfte lösen müsst.
Wie lange dauert ein vollständiger Spieldurchlauf ungefähr?
Wer sich primär auf die Hauptgeschichte konzentriert wird den Abspann nach etwa 7 bis 10 Stunden sehen. Erkunder die alle versteckten Geheimnisse und Upgrade Materialien sammeln möchten können gut und gerne bis zu 15 Stunden auf der Mondbasis verbringen.
Gibt es in Pragmata unterschiedliche Schwierigkeitsgrade für Genre-Neulinge?
Ja, Pragmata bietet optionale Anpassungen. Im leichten Modus erleidet ihr deutlich weniger Schaden. Zudem lässt sich eine automatische Zielhilfe aktivieren und Dianas Hacks können durch spezielle Upgrades stark vereinfacht werden.
Ist Pragmata nach dem Durchspielen komplett vorbei?
Nein, absolut nicht. Nach dem finalen Abspann schaltet ihr einen New Game Plus-Modus frei. Dieser bietet einen höheren Schwierigkeitsgrad sowie eine brandneue absurde Nahkampfwaffe. Zusätzlich öffnet sich ein geheimer Raum im Schutzraum der besondere Kampfprüfungen bereithält.
Wer ist für die musikalische Untermalung des Titels verantwortlich?
Der atmosphärische Soundtrack der zwischen kühlen synthetischen Klängen und emotionalen Melodien wechselt stammt aus der Feder des Komponisten Yasumasa Kitagawa.
Verfügt Pragmata über klassische automatische Speicherpunkte vor Bossen?
Nein, das Speichersystem erinnert eher an das Metroidvania Genre oder Spiele wie Dark Souls. Ihr müsst regelmäßig in euren sicheren Schutzraum zurückkehren um manuell zu speichern. Bei einem Bildschirmtod werdet ihr dorthin zurückgesetzt und müsst den Weg erneut bestreiten. Alle zuvor besiegten Standardgegner kehren dabei in die Level zurück.
Wer sind die beiden Hauptcharaktere in Pragmata?
Ihr übernehmt die Kontrolle über den menschlichen Astronauten und Söldner Hugh Williams. Stets an seiner Seite ist die kleine, kindliche Androidin Diana (D-I-0336-7), die euch mit ihren einzigartigen Hacking-Fähigkeiten im Kampf gegen die feindlichen Roboter unterstützt und den emotionalen Kern der Geschichte bildet.
Was kann man im Schutzraum (Refuge) abseits der Upgrades machen?
Der Schutzraum dient nicht nur als reine Speicher- und Upgrade-Station. Ihr könnt dort mit dem freundlichen Droiden Cabin ein Bingo-Minispiel spielen, in einem Trainingssimulator verschiedene Hindernisparcours absolvieren oder gefundene Gegenstände aus Lunafibre (wie eine Rutsche oder ein Skateboard) am 3D-Drucker für Diana herstellen, um herzerwärmende Interaktionen auszulösen.
Welche Grafik-Engine nutzt Pragmata und wie ist die Performance auf der PS5?
Pragmata nutzt Capcoms leistungsstarke hauseigene RE Engine. Auf der PlayStation 5 wird von Testern der Auflösungsmodus empfohlen, da dieser zumeist flüssige 60 Bilder pro Sekunde bei gestochen scharfen Texturen bietet, wenngleich es bei extrem vielen Partikeleffekten zu minimalen Framerate-Einbrüchen kommen kann.
Was genau ist „Lunum“ oder „Lunafibre“ in der Spielwelt?
Lunum (teilweise auch Lunafibre genannt) ist ein revolutionäres, auf dem Mond abgebautes Material. Es funktioniert wie ein hochmodernes Filament für gigantische 3D-Drucker und ermöglicht es der Forschungsstation Berceau, quasi jeden erdenklichen Gegenstand – von einfachen Kaffeetassen über künstliche Wälder bis hin zu kompletten Androiden – synthetisch zu erschaffen.















