Beast of Reincarnation ist wohl die größte Überraschung, die Game Freak bislang abgeliefert hat. Lange Zeit stand das Entwicklerstudio Game Freak ausschließlich für bunte Taschenmonster und endlos erfolgreiche Sammelspiele. Niemand hätte wohl jemals ernsthaft damit gerechnet, dass genau diese kreativen Köpfe plötzlich ein überaus düsteres Action-RPG auf den Markt bringen würden. Beast of Reincarnation ist nun endlich erschienen und ich habe viele Stunden mit der PlayStation 5 Version verbracht.
Meine Erwartungen waren nach den ersten Trailern offen gesagt sehr gemischt. Einerseits sah das gezeigte Material fantastisch aus und versprach eine dichte Atmosphäre. Andererseits fragte ich mich wirklich, ob Das Entwicklerstudio überhaupt in der Lage ist ein derart komplexes Kampfsystem auf die Beine zu stellen. Jetzt liegt der DualSense Controller nach unzähligen Kämpfen erschöpft neben mir. Euch erwartet in Beast of Reincarnation eine ungemein faszinierende Reise voller emotionaler Höhepunkte und einiger gravierender technischer Schwächen. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Testbericht hier auf Spieletester.de
Bevor wir uns tiefer in die überwucherten Ruinen und die melancholische Geschichte von Beast of Reincarnation wagen fassen wir die wichtigsten Fakten im Überblick zusammen.
| Kategorie | Details |
| Spieltitel | Beast of Reincarnation |
| Entwickler | Game Freak |
| Plattform | PlayStation 5 |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Setting | Post apokalyptisches Japan im Jahr 4026 |
| Hauptfigur | Emma |
| Begleiter | Wolfshund Koo |
| Genre | Action-RPG |
| Besonderheiten | Pflanzenkräfte und Cleanse Walker Basis |
| Gameplay | Taktisches Parieren sowie Erkundung und Ressourcenmanagement |
| Spieldauer | Circa 30 Stunden |
Beast of Reincarnation – Eine finstere Post-Apokalypse als Setting
Riesige Roboter durchstreifen eine völlig zerfallene Landschaft. Grüne Ranken umschlingen verrostete Stahlträger in den Himmel ragender Wolkenkratzer. Die Erde hat sich erbarmungslos zurückgeholt, was ihr einst gehörte. Beast of Reincarnation wirft uns direkt in eine ferne Zukunft ohne lange Erklärungen. Im Jahr 4026 ist von der uns bekannten menschlichen Zivilisation kaum noch etwas Relevantes übriggeblieben. Eine unaufhaltsame Plage wütet auf dem Planeten und vernichtet jegliches Leben. Diese mysteriöse Krankheit wird von den Überlebenden schlicht die Seuche genannt.
Verzweifelte Menschen haben in der Vergangenheit versucht ihre Seelen in gigantische Maschinen zu übertragen, um dem sicheren Untergang zu entgehen. Solche Golems streifen nun ziellos durch die zerstörten Metropolen im postapokalyptischen Japan. Viele dieser stählernen Kameraden sind über die Jahrhunderte dem Wahnsinn verfallen. Andere wiederum unterdrücken die wenigen verbliebenen Menschen aus Fleisch und Blut mit eiserner Faust.
Unsere Reise beginnt inmitten dieses blanken Chaos voller offener Fragen. Wir übernehmen direkt die Kontrolle über die 18-jährige Emma. Sie gehört zu den wenigen Überlebenden, die bereits mit der gefürchteten Seuche infiziert sind. Allerdings bedeutet das für sie überraschenderweise nicht den sofortigen Tod. Stattdessen verleiht ihr die grausame Krankheit übernatürliche Fähigkeiten. Selbst Pflanzen und Tiere stehen unter Emmas Einfluss. Auf ihren Befehl durchbrechen Pflanzen innerhalb weniger Augenblicke selbst den harten Beton. Doch diese außergewöhnliche Gabe hat einen hohen Preis, denn Emma ist nicht in der Lage, Emotionen zu empfinden. Ihr Herz ist buchstäblich taub geworden durch die toxischen Sporen. Dadurch wirkt sie auf ihre Mitmenschen oft kalt distanziert und geradezu unheimlich.

Beast of Reincarnation – Wolfshund Koo als das emotionale Herz der Story
Glücklicherweise muss Emma diesen steinigen Weg durch die verstrahlten Zonen nicht alleine gehen. Ein gewaltiger weißer Wolfshund namens Koo weicht keinen Millimeter von ihrer Seite. Dieses beeindruckende Tier ist tragischerweise ebenfalls von der bösartigen Pflanzenkrankheit befallen. Gemeinsam bilden die beiden Außenseiter ein unfassbar starkes Gespann im Überlebenskampf. Der flauschige Vierbeiner ist weit mehr als nur ein nettes optisches Beiwerk. Er fungiert als vollwertiges Mitglied im Kampf und als entscheidender emotionaler Anker in einer sonst trostlosen Umgebung. Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich nach einem harten Gefecht kurz stehenblieb, um dem riesigen Hund über den Kopf zu streicheln. Solche liebevollen kleinen Interaktionen verleihen der kühlen Welt eine warme Note.
Die intensive Verbindung zwischen Emma und ihrem treuen Begleiter prägt die gesamte Erzählung. Diese außergewöhnliche Dynamik steht im absoluten Mittelpunkt des Abenteuers. Worte sind hier oft überflüssig, weil Gesten umso mehr zählen. Wenn Koo ein vergrabenes Item aufspürt und freudig wedelnd zu Emma bringt spürt ihr förmlich die tiefe Verbundenheit. Tatsächlich entwickelt sich die Geschichte in Beast of Reincarnation erstaunlich subtil über die gesamte Spieldauer. Auf laute Dialoge oder völlig deplatzierte Witze verzichtet Beast of Reincarnation konsequent. Stattdessen setzt die Regie auf lange ruhige Kameraeinstellungen. Manchmal weht nur der Wind leise durch die Blätter während Koo und Emma schweigend auf eine verfallene Stadt blicken. Diese filmische Reife hätte ich den Machern niemals im Vorfeld zugetraut.

Beast of Reincarnation – Taktisches Kampfsystem und gnadenloses Parieren
Wer nun denkt, Beast of Reincarnation sei lediglich ein gemütlicher Spaziergang durch den Wald, irrt sich gewaltig. Überall lauern korrumpierte Golems und furchterregende mutierte Bestien. Sobald Feinde auf dem Bildschirm auftauchen, wechselt das Spieltempo rasant. Beast of Reincarnation verlangt höchste Konzentration. Beobachtungsgabe ist in den Gefechten absolut überlebenswichtig.Wildes Tastengehämmere auf dem DualSense-Controller führt unausweichlich in den Tod. Feindliche Angriffe müssen zwingend im perfekten Moment pariert werden. Ein kurzes Aufblitzen der gegnerischen Klinge signalisiert das schmale Zeitfenster. Blockt ihr erfolgreich füllt sich eine spezielle Leiste am Bildschirmrand auf.
Sobald diese wichtige Anzeige gefüllt ist, könnt ihr verheerende Spezialangriffe entfesseln. Bemerkenswert ist dabei die intelligente Einbindung von Koo. Der Wolfshund agiert zwar teilweise selbstständig aber seine stärksten Fähigkeiten löst ihr manuell über ein taktisches Menü aus. Die Zeit verlangsamt sich dann angenehm für einen kurzen Augenblick. Ihr entscheidet in völliger Ruhe, ob Koo einen brennenden Biss anwenden oder den Gegner mit giftigen Sporen verblinden soll. Schwächen der Monster wollen clever ausgenutzt werden, um überhaupt eine Chance zu haben. Schickt ihr den mutigen Hund als Köder vor oder greift ihr lieber selbst zuerst an. Solche taktischen Überlegungen machen jede Auseinandersetzung in Beast of Reincarnation unglaublich spannend.

Beast of Reincarnation – Vertikales Leveldesign durch magische Pflanzenkräfte
Zur Verteidigung nutzt Emma primär ein traditionelles Katana. Schwerter lassen sich im Verlauf der Kampagne glücklicherweise aufrüsten. Fernkämpfer greifen bevorzugt zu Bogen und Armbrust. Pfeile können mit elementaren Effekten wie Feuer oder Korrosion verstärkt werden. Meine absolute Lieblingsmechanik im gesamten Spiel ist jedoch eine völlig andere. Emmas Haare sind eine unfassbar vielseitige Allzweckwaffe. Wie schnelle Peitschen schießen ihre langen Strähnen nach vorne um sich an entfernten Vorsprüngen geschickt festzuhalten. Auf Knopfdruck katapultiert sie sich majestätisch in die Höhe.
Plötzlich eröffnen sich völlig neue Wege im vertikalen Leveldesign von Beast of Reincarnation. Eine Gruppe von wütenden Golems blockiert die marode Brücke vor uns. Das ist überhaupt kein Problem für unsere begabte Heldin. Wir schwingen uns einfach an einem hochgelegenen Laternenpfahl elegant über ihre Köpfe hinweg. Aus der Luft lassen wir dann explosive Pfeile auf die verdutzten Feinde regnen. Solche flüssigen Bewegungsabläufe erinnern stark an bekannte Akrobatikspiele der vergangenen Jahre. Vertikalität wird von den Entwicklern enorm gefördert. Jeder Schauplatz in Beast of Reincarnation lädt förmlich dazu ein abseits der ausgetretenen Pfade nach verborgenen Geheimnissen zu suchen. Wer mutig hoch oben sucht findet oft sehr wertvolle Materialien für das Crafting.

Beast of Reincarnation – Der Cleanse Walker als mobile Basis für Euer Überleben
Zwischen den anstrengenden Hauptmissionen benötigen Koo und Emma dringend eine erholsame Pause. Hier kommt der sogenannte Cleanse Walker ins Spiel. Dabei handelt es sich um eine stetig laufende metallische Festung. Optisch erinnert dieses imposante Gefährt stark an die zweibeinigen Kampfläufer aus diversen weltbekannten Science-Fiction Filmen. Im Inneren verbirgt sich jedoch ein echtes kleines Zuhause. Eine kleine verängstigte Gruppe von Überlebenden hat sich hier sicher zusammengefunden. Der mürrische Mentor Brad teilt spärliche, aber lebenswichtige Informationen über die Spielwelt mit uns. Ein junges Waisenmädchen namens Kagura kümmert sich hingebungsvoll um die Küche. Essen ist nämlich ein essenzieller Bestandteil eures Überlebens in dieser feindseligen Umgebung.
Ohne regelmäßige Nahrungsaufnahme schwinden Emmas Kräfte besorgniserregend schnell. Ihre wuchtigen Angriffe werden spürbar schwächer, wenn der Magen knurrt. Zum Glück können wir in der weiten Welt gefundene Samen im Gewächshaus des Walkers einpflanzen. Kagura zaubert daraus köstliche Gerichte die unsere Statuswerte vorübergehend deutlich in die Höhe treiben. Außerdem gibt es eine dringend benötigte Dusche an Bord. Nach intensiven Gefechten im Freien sind Emma und Koo oft von Kopf bis Fuß mit klebrigem Schlamm und fremdem Blut bedeckt. Ein kurzer Waschgang reinigt nicht nur die schmutzige Kleidung, sondern stärkt auch die Moral der Truppe. Durch solche liebevollen kleinen Details wächst uns die kleine Ersatzfamilie schnell ans Herz.

Beast of Reincarnation – Epische Bosskämpfe gegen die gigantischen Nushi
Früher oder später müsst ihr euch zwangsläufig den wahren Bedrohungen dieser kaputten Welt stellen. Die sogenannten Nushi sind gigantische Bossgegner die euren Puls in die Höhe treiben. Diese mutierten Naturgewalten bewachen entscheidende Gebiete auf der Landkarte. Hier entfaltet das komplexe Kampfsystem endlich sein volles Potenzial. Jeder Nushi verfügt über völlig einzigartige Angriffsmuster, die ihr erst mühsam studieren müsst. Manche Biester hüllen sich in undurchdringliche Rüstungen aus dicker Baumrinde. Andere feuern giftige Stacheln völlig unvorhersehbar quer über die gesamte Arena. Ein einziger unvorsichtiger Fehler kann hier sofort tödliche Konsequenzen haben.
Ich erinnere mich lebhaft an den ersten großen Kampf gegen einen turmhohen Hirschmutanten. Drei schmerzhafte Anläufe habe ich gebraucht, um seine wilden Rhythmen zu verinnerlichen. Beim vierten entscheidenden Versuch tanzte Emma förmlich um seine gewaltigen Hufe herum. Ein perfekter Block folgte sofort dem nächsten. Koo riss dem monströsen Ungetüm im richtigen Moment mutig die Beine weg. Als der Boss schließlich mit einem lauten Krachen zu Boden ging durchströmte mich ein unglaubliches Gefühl der totalen Befriedigung. Solche triumphalen Momente sind das absolute Highlight in Beast of Reincarnation. Besiegte Nushi hinterlassen zudem mächtige spirituelle Steine. Damit schaltet ihr neue permanente Fähigkeiten in den umfangreichen Talentbäumen frei.
Hinsichtlich der grundlegenden Struktur hat sich Game Freak für einen klugen Kompromiss entschieden. Beast of Reincarnation bietet uns keine gigantische offene Welt, in der ihr stundenlang völlig orientierungslos umherirrt. Vielmehr besteht die detaillierte Karte aus mehreren großen miteinander verbundenen Zonen. Diese Gebiete sind weitläufig genug, um euren Entdeckerdrang stets zu wecken. Gleichzeitig bleibt die spannende Erzählung dadurch stets streng fokussiert. Verlassene U-Bahn-Schächte verbergen kleine versteckte Lager von Überlebenden. Überwucherte Einkaufszentren locken mutige Entdecker mit gut versteckten Schatztruhen. Wenn ihr ein kniffliges Rätsel in einer Zone nicht sofort lösen könnt, dürft ihr später per Schnellreise jederzeit nahtlos zurückkehren.
Leider geht dieser gewählten Struktur nach etwa der Hälfte der Spielzeit spürbar die Puste aus. Visuelle Abwechslung sucht ihr in manchen Gebieten leider vergeblich. Zwar sieht das wuchernde mutierte Grün auf der PlayStation 5 Pro fantastisch aus, aber irgendwann hat das Auge sich an den überwucherten Ruinen sattgesehen. Ein bisschen mehr farbliche Varianz bei den Schauplätzen hätte dem langen Abenteuer definitiv sehr gutgetan. Game Freakbeweist hier immenses erzählerisches Potenzial hätte jedoch mit unterschiedlichen Wettereffekten oder jahreszeitlichen Veränderungen noch mehr visuelle Dynamik erschaffen können.
Stellt euch nur vor wie atemberaubend diese Ruinen im strömenden Regen oder unter einer dichten Schneedecke aussehen würden. Solche feinen Anpassungen würden die ohnehin schon dichte Atmosphäre auf ein absolutes Meisterwerk Niveau heben. Game Freakhat alle nötigen Werkzeuge in der Hand, um Welten zu erschaffen die den Spieler niemals loslassen.
Auch das Design der feindlichen Standardgegner wiederholt sich viel zu schnell. Immer wieder trefft ihr auf exakt dieselben Robotertypen mit nur leicht veränderten Waffen. Dadurch verkommen normale Kämpfe im späteren Verlauf mitunter zu einer etwas lästigen Pflichtaufgabe. Eine größere Vielfalt an Golems oder mutierende Feinde, die sich eurer individuellen Spielweise kontinuierlich anpassen würden, die Kämpfe dauerhaft frisch halten. Das talentierte japanische Studio hat in der Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt, wie unfassbar kreativ ihre Designs sein können. Ein solches dynamisches Feindverhalten wäre der logische nächste Schritt für zukünftige Projekte. Es würde die taktische Tiefe noch weiter belohnen und jeden einzelnen Encounter zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Beast of Reincarnation – Ein atmosphärisches audiovisuelles Erlebnis
Musikalisch bewegt sich Beast of Reincarnation auf allerhöchstem Niveau. Der legendäre Komponist Kow Otani hat einen brillanten Soundtrack erschaffen der direkt unter die Haut geht. Melancholische Klavierklänge begleiten euch stets bei der Erkundung leerer Straßen. Sobald ein harter Kampf entbrennt, treiben wuchtige Trommeln euren Puls unaufhaltsam in die Höhe. Die akustische Untermalung fängt die bedrückende Atmosphäre der langsam sterbenden Welt perfekt ein. Stille wird hier als ganz bewusstes Stilmittel der Regie eingesetzt. Niemand plappert ununterbrochen völlig sinnlos dazwischen. Das leise Rauschen des Windes aus dem Tempest 3D Audio System reicht oft völlig aus, um echte Gänsehaut zu erzeugen.
Sprachlich überzeugt vor allem die hervorragende englische Vertonung. Emmas Synchronsprecherin leistet hier eine wirklich herausragende Arbeit. Es ist wahnsinnig schwer eine völlig emotionslose Figur glaubhaft zu sprechen ohne dabei einfach nur furchtbar gelangweilt zu klingen. Doch ihre weiche Stimme wirkt auf eine seltsam abwesende Art sehr verletzlich. Jedes gesprochene Wort sitzt absolut perfekt. Auch die animalischen Geräusche von Koo klingen täuschend echt. Sein tiefes Knurren warnt euch verlässlich vor versteckten Gefahren im hohen Gras. Wenn er leise winselt, weil seine Lebensenergie sinkt, möchte ich ihn sofort liebevoll heilen.
Ein echtes Lob verdient zudem die mustergültige Einbindung der exklusiven PlayStation 5 Features. Game Freak hat den DualSense Controller wirklich vorbildlich genutzt. Jeder eurer harten Schwerthiebe erzeugt ein befriedigendes haptisches Feedback. Spannen wir den schweren Bogen leisten die adaptiven Trigger einen spürbaren Widerstand, der das Zielen herrlich immersiv macht. Auch das leise Pochen des eigenen Herzschlags in besonders brenzligen Situationen präzise simuliert.
Grafisch lässt euch Beast of Reincarnation zwischen zwei Modi wählen. Während der Qualitätsmodus mit einer detaillierten 4K-Auflösung und Raytracing zwar fantastisch aussieht, fühlt er sich bei 30 Bildern pro Sekunde für ein actionreiches Abenteuer schlicht zu träge an. Daher stellt der Leistungsmodus die klare Empfehlung dar, da butterweiche 60 Bilder pro Sekunde für das perfekte Timing beim Parieren unerlässlich sind.

Beast of Reincarnation – Technische Hürden und Framerateprobleme im Detail
Der wohl gravierendste Kritikpunkt betrifft die Technik, bei der sich Beast of Reincarnation leider nicht als hundertprozentiges Meisterwerk präsentiert. Zwar zaubert die hauseigene Engine stellenweise atemberaubende Panoramen auf den Fernseher und Lichtstrahlen brechen sich realistisch im dichten Blattwerk, doch diese visuelle Pracht leidet unter wiederkehrenden Fehlern. Auf der PlayStation 5 Pro liefen die Bildraten zwar meist sehr flüssig, allerdings gehören unschöne Pop-ins zur Tagesordnung. Texturen laden bei schnellen Bewegungen durch die Spielwelt oftmals erst mit kurzer Verzögerung nach und Schatten flimmern gelegentlich an ihren Rändern.
Hier sollte das Entwicklerteam mit kommenden Patches dringend nachbessern, da solche Macken unweigerlich uns aus der dichten Atmosphäre reißen. Das ist besonders bedauerlich, weil das spielerische Fundament von Beast of Reincarnation großartig konzipiert ist.
Manchmal wünschte ich mir inständig, die virtuelle Kamera würde in engen Räumen nicht so wild rotieren. Ein sehr großes Problem bei massiven feindlichen Meuten ist nämlich der drohende Verlust der Übersicht. Emma wird leider sehr schnell von starken Gegnern in eine enge Ecke gedrängt. Die Kamera zoomt dann unglücklich dicht heran. Ihr verliert sofort komplett den räumlichen Überblick und kassiert völlig unverschuldete Treffer. Das Zielen auf einen bestimmten Feind funktioniert zwar ähnlich wie in alten Zelda-Spielen, versagt aber völlig, wenn zehn Golems gleichzeitig auf euch einstürmen.
Solche Designschwächen führen unweigerlich zu frustrierenden Momenten im Spielverlauf. Ein simples, dynamisches Herauszoomen der Kamera bei großen Gegnergruppen könnte diesen Frust jedoch komplett beheben. Da Game Freak ein ansonsten hervorragendes und flüssiges Kampfsystem erschaffen hat, verdient dieses schlicht etwas mehr Übersicht, um sein volles Potenzial zu entfalten. Mit einer intelligenteren Kameraführung, die das Geschehen stets im Fokus behält, ließe sich das Spielerlebnis spürbar aufwerten und noch präziser steuern.
Zum Glück bestraft euch Beast of Reincarnation nicht sonderlich hart. Sichere Speichermöglichkeiten in Form von kleinen warmen Lagerfeuern sind großzügig in der Spielwelt verteilt. Solltet ihr einmal in der Schlacht das Zeitliche segnen verliert ihr keinerlei gesammelte Erfahrungspunkte. Ihr startet einfach entspannt am letzten besuchten Kontrollpunkt neu. Das nimmt enorm viel unnötigen Druck aus dem Kessel. Dadurch bleibt der allgemeine Frustfaktor auch bei schweren Bossen meistens in einem gut erträglichen Rahmen. Anfänger dürfen zudem den allgemeinen Schwierigkeitsgrad jederzeit im Optionsmenü frei anpassen.

Beast of Reincarnation – Charakterentwicklung und vielseitige Builds
Spannend ist zudem die psychologische Entwicklung von Emma. Im Laufe der Geschichte lernt sie langsam die menschlichen Handlungen ihrer neuen Freunde zu hinterfragen. Warum riskiert der alte Brad sein eigenes Leben für ein paar Vorräte. Weshalb kocht die kleine Kagura jeden einzelnen Tag mit so unfassbar viel Leidenschaft. Diese fast schon kindliche Neugierde spiegelt sich wunderbar in vielen kleinen Dialogen wider. Emma beginnt vorsichtig neue emotionale Wörter in ihren kargen Wortschatz aufzunehmen. Sie experimentiert zaghaft mit Konzepten wie Mitleid oder echter Freundschaft. Das fühlt sich beim Spielen unglaublich organisch an. Ihr begleitet nicht nur eine stumme Kriegerin auf ihrem Rachefeldzug, sondern einen verletzten Menschen auf der schwierigen Suche nach seiner eigenen Seele.
Insgesamt verbringt ihr gut dreißig intensive Stunden in diesem düsteren Universum wenn ihr alle geheimen Ecken akribisch erkundet. Ein klassischer New Game Plus Modus fehlt zum heutigen Launch leider noch. Dennoch motiviert das komplexe Spiel dazu verschiedene Charakter Builds auszuprobieren. Fokussiert ihr euch lieber auf Pfeil und Bogen aus der Distanz. Oder steckt ihr mutig alle hart verdienten Ressourcen in die magischen Pflanzenfähigkeiten für den direkten Nahkampf. Das gemeinsame clevere Levelsystem von Emma und Koo zwingt euch ständig zu interessanten strategischen Entscheidungen. Vernachlässigt ihr euren tierischen Begleiter zu sehr wird er in späteren harten Kämpfen kaum noch eine echte Hilfe sein.
Beast of Reincarnation – Motivierende Ausrüstung und clevere Rollenspielelemente
Jedes gefundene neue Ausrüstungsteil verändert zudem minimal euer äußeres Erscheinungsbild. Zwar gibt es keine gigantische Auswahl an völlig unterschiedlichen Rüstungen aber die wenigen verfügbaren Outfits sind sehr liebevoll gestaltet. Ein dicker Ledermantel schützt vielleicht besser vor ätzender Korrosion sieht aber am Körper etwas klobig aus. Elegante leichte Roben erhöhen eure Ausweichgeschwindigkeit enorm. Ihr wägt ständig kleine Vor- und Nachteile gegeneinander ab. Dieses leichte Rollenspielelement fügt sich wunderbar nahtlos in den Action-Fokus ein.
Am Ende bleibt ein bemerkenswertes Werk voller faszinierender Kontraste. Wunderschöne unberührte Natur trifft auf kalten toten Stahl. Ein gefühlloses kleines Mädchen kämpft mutig Seite an Seite mit einem loyalen infizierten Hund. Ein geniales flüssiges Kampfsystem kämpft regelmäßig mit einer bockigen Kameraführung. Wer gnädig über die technischen Macken hinwegsehen kann, findet hier ein echtes ungeschliffenes Juwel. Es erfordert definitiv etwas Geduld, um alle tiefen Mechaniken in Beast of Reincarnation vollständig zu durchdringen. Aber die investierte Zeit zahlt sich für Fans des Genres definitiv aus. Hoffentlich nehmen sich die talentierten Macher die konstruktive Kritik zu Herzen und feilen in einem möglichen Nachfolger an den rauen Kanten.
Fazit:
Beast of Reincarnation ist ein überaus mutiges Experiment, das in seinen allerbesten Momenten schlichtweg grandios funktioniert. Wenn ihr fließend feindliche Angriffe punktgenau pariert euch mit magischen Ranken durch die Luft schwingt und gemeinsam mit eurem treuen Wolfshund einen gewaltigen Boss zu Fall bringt fühlt sich das Spiel absolut meisterhaft an. Die extrem melancholische Atmosphäre und die tiefgründige leise Beziehung zwischen Emma und Koo tragen die emotionale Handlung mühelos über die gesamte lange Laufzeit hinweg.Leider werfen technische Unzulänglichkeiten und ein teilweise mangelhaftes Gegnerdesign einen spürbaren dunklen Schatten auf das eigentlich so strahlende Gesamtbild.
Repetitive leichte Standardkämpfe unübersichtliche Kameraperspektiven in engen kleinen Räumen und ein ärgerliches Texturflimmern dämpfen den anfänglichen Spielspaß immer wieder merklich. Wer sich jedoch völlig auf das sehr ruhige Pacing und die fordernden taktischen Bosskämpfe einlassen möchte, bekommt hier ein emotionales reifes Abenteuer serviert, das noch sehr lange im Gedächtnis nachhallt. Game Freak hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie weit mehr können als nur harmlose fröhliche Sammelspiele zu kreieren. Für einen möglichen Nachfolger oder kommende Erweiterungen wünschen wir uns das Game Freak diesen mutigen Weg konsequent weitergeht.
Worum geht es in Beast of Reincarnation
Ihr übernehmt die Rolle der jungen Emma. Sie lebt im post apokalyptischen Japan des Jahres 4026. Eine mysteriöse toxische Pflanzenkrankheit namens Seuche hat die Welt fast vollständig zerstört. Emma ist bereits infiziert und hat dadurch tragischerweise ihre Emotionen verloren. Zusammen mit dem kranken Wolfshund Koo kämpft sie erbittert gegen durchgedrehte Maschinen um die wahre Ursache der Plage zu finden.
Muss ich Vorkenntnisse aus anderen Spielen des Entwicklers haben?
Nein, überhaupt nicht. Beast of Reincarnation ist eine völlig eigenständige neue Marke und hat inhaltlich absolut nichts mit den bekannten bunten Spielen des Studios zu tun. Es richtet sich ganz klar an ein erwachsenes Publikum.
Welches Genre bedient Beast of Reincarnation?
Es handelt sich um ein klassisches Action-RPG in einer semi offenen Welt. Der klare Fokus liegt stark auf herausfordernden Nahkämpfen packender Erkundung und einem sehr umfangreichen Fähigkeitsbaum. Die schnelle Fortbewegung durch Emmas Pflanzenkräfte bringt zudem leichte Plattformer Elemente mit sich.
Wie funktioniert das Kampfsystem?
Das anspruchsvolle Kämpfen erfordert taktisches Geschick am Controller. Perfektes Ausweichen und punktgenaues Parieren stehen absolut im Mittelpunkt. Das wilde Drücken von diversen Angriffstasten führt extrem schnell zum Scheitern. Zusätzlich gebt ihr eurem KI-Begleiter Koo über ein kleines Menü gezielte Befehle um elementare Statusveränderungen wie starkes Gift beim Gegner auszulösen.
Ist das Spiel so schwer wie andere Genrevertreter?
Der allgemeine Schwierigkeitsgrad ist durchaus fordernd aber wesentlich zugänglicher als bei klassischen bockschweren Titeln. Es gibt erfreulich viele Speicherpunkte in der Welt. Beim unvermeidlichen Tod verliert ihr keinerlei Erfahrungspunkte. Zudem lässt sich der Schwierigkeitsgrad bequem in den Optionen anpassen.
Auf welcher Plattform wurde Beast of Reincarnation getestet?
Der Testbericht basiert vollständig auf der PlayStation 5 Version. Beast of Reincarnation nutzt die Features des DualSense Controllers wie haptisches Feedback und adaptive Trigger sehr intensiv.
Wie schlägt sich die technische Umsetzung auf der PS5?
Auf der PS5 Pro läuft das rasante Geschehen im Leistungsmodus bei 60 Bildern pro Sekunde größtenteils sehr stabil. Das Spiel leidet jedoch merklich unter spät aufploppenden Texturen und leichtem Kantenflimmern. Ein Qualitätsmodus mit Raytracing ist zwar optisch schöner spielt sich aufgrund der reduzierten Bildrate aber etwas träger.
Wie lange dauert ein vollständiger Spieldurchgang?
Für die spannende Hauptgeschichte und einen Großteil der optionalen Erkundung solltet ihr etwa 30 Stunden einplanen. Wer wirklich jedes kleine Geheimnis der überwucherten Welt finden möchte, wird entsprechend noch deutlich länger beschäftigt sein.
















