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The Outer Worlds (PS4) Test

The Outer Worlds

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9

The Outer Worlds

9.0/10

Pros

  • Atmosphärische Welt
  • Überzeugende, witzige Dialoge
  • Hervorragendes Charakter- und Leveldesign
  • Multiple Entscheidungsmöglichkeiten

Cons

  • Leider keine deutsche Vertonung

Mit The Outer Worlds erschien vor Kurzem der geistige Nachfolger von Fallout: New Vegas. Neben den Entwicklerteam teilen sich die beiden Titel so einige Gemeinsamkeiten. Welche das genau sind und wie uns das Spiel letzten Endes gefallen hat, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Vor etwa neun Jahren erschien mit Fallout: New Vegas der wohl beliebteste Teil der Serie. Während manch einer seither noch immer über die abnehmende Qualität der Arbeiten der Entwickler meckert, insbesondere nach dem zuletzt gefloppten Online-Titel Fallout 76, wissen mittlerweile wohl die meisten, das hinter Fallout: New Vegas ein gänzlich anderes Entwicklerteam steckte, als hinter den neueren Ablegern der Serie.

Seiner Zeit überließen Bethesda Softworks die Arbeiten an New Vegas nämlich dem etwas kleineren Studio Obsidian Entertainment. Dieses bestand schon damals zu einem Großteil aus dem gleichen Team, das die Fallout-Reihe seinerzeit ins Leben gerufen hatte. Kein Wunder also, dass sie ein gutes Gespür für den Geschmack der Fans besaßen.

Trotz des Erfolges, blieb es nach Fallout: New Vegas größtenteils ruhig um Obsidian Entertainment. Hier und da wirkten sie zwar noch in anderen Titeln mit, am erfolgreichsten wohl bei South Park: Der Stab der Wahrheit, ein zweites Fallout: New Vegas gab es jedoch nicht. Jedenfalls bis zur Ankündigung des geistigen Nachfolgers der Fallout-Reihe, The Outer Worlds.

Willkommen in Halcyon

The Outer Worlds entführt uns in eine ferne Galaxie. Genauer gesagt ins Halcyon-System. Als größtenteils unabhängige Kolonie der Erde, steht das Halcyon-System unter der Herrschaft der sogenannten Halcyon Holdings Corporation, einem Zusammenschluss aus zehn Großkonzernen. Unter der Leitung des Vorstands ist die Halcyon Holdings Corporation zuständig für die Entwicklung und Administration der Kolonie und ihrer Bürger.

Zur Besiedelung des System entsandt die Erde seinerzeit zwei Schiffe. Die Groundbreaker und die Hope. Beide beladen mit den klügsten Köpfen der Menschheit. Während die Groundbreaker ihr Ziel wie geplant erreichte, kam die Hope jedoch vom Kurs ab. Zwar wurde sie später vom Vorstand wiedergefunden, aus Kostengründen entschied man sich jedoch, die Passagiere im Kryoschlaf zu halten und die Hope zum Ammenmärchen werden zu lassen.

Losgelöst von der Erde stellen die Menschen im Halcyon-System ihre Leben in den Dienst einer der Konzerne. Menschenrechte und gerechte Arbeitsbedingungen gibt es dabei jedoch nicht. So gelten die Mitarbeiter der Konzerne als Eigentum eben dieser. Wer seine Leistung nicht erbringt, bekommt weniger Lebensmittel oder medizinische Versorgung. Stirbt man vor Vertragsende, müssen die Angehörigen die entstandenen Schäden für das jeweilige Unternehmen bezahlen.

Während die reiche Bevölkerung ihr Leben auf Byzantium, dem Hauptplaneten des Halcyon-Systems und Sitz des Vorstands, in Luxus verbringen darf, müssen die Konzernarbeiter in lebensfeindlichen Umgebungen ums Überleben kämpfen. Dennoch sind die Menschen durch jahrelange Indoktrination größtenteils zufrieden mit ihrer Situation. Sie leben und sterben für den Konzern.

Zeit für einen Putsch

Unter den Kolonisten gibt es jedoch auch jene, die etwas an ihrer Situation ändern wollen. Allen voran Dr. Phineas Welles, seines Zeichens exzentrischer Wissenschaftler und gesuchter Schwerverbrecher. Welles ist der Meinung, dass das Halcyon-System dem Untergang geweiht ist und nur durch die Hilfe der verschwundenen Kolonisten gerettet werden kann.

In einem waghalsigen Rettungsversuch, schafft er es, genau eine der etlichen Kryokapseln von der Hope zu stehlen. Unsere. Es folgt ein Charaktereditor, wie man ihn aus diversen anderen RPGs kennt. Neben der äußerlichen Erscheinung, die während des Spiels aufgrund der dauerhaften Ego-Perspektive eigentlich kaum bemerkbar ist, könnt ihr hier auch eure Grundwerte wie Stärke, Geschicklichkeit oder Intelligenz festlegen.

Jeder Wert gibt euch im Spiel entsprechende Vorteile. Je höher der Wert, umso höher der Bonus. Senkt ihr hingegen einen Wert auf unter den Durchschnitt, müsst ihr mit entsprechenden Nachteilen leben. So könnt ihr euch bei zu niedrigem Intelligenzwert beispielsweise nur noch wie ein Neandertaler verständigen. Eine nette Hommage an die ersten Fallout Teile, wo dies ebenfalls möglich war.

Level Up!

Neben euren Startwerten, könnt ihr mit jedem Stufenaufstieg Punkte in diverse Fertigkeiten, wie Schlossknacken, Überreden oder Schusswaffen verteilen, um euren Charakter weiter zu individualisieren. Die Fertigkeiten können dabei Werte von 0 bis 100 erreichen. Für je zwanzig investierte Punkte in einer Fähigkeit, schaltet ihr zudem zusätzliche Boni frei.

Des Weiteren könnt ihr für jede Gerade Stufe einen Vorteilspunkt verteilen. Diese beschaffen euch, wie der Name bereits verrät, weitere Vorteile im Spiel. Vorteilspunkte könnt ihr jedoch auch erhalten, indem ihr Schwächen annehmt.

Im Verlauf des Spiels werdet ihr auf diverse Gegnertypen und unterschiedliche Schadensarten, wie Plasma oder Elektrizität treffen. Ab und an wird euch das Spiel dann eine Schwäche gegen eine bestimmte Schadensart oder einen bestimmten Gegnertypen anbieten. Es liegt an euch, ob ihr die Schwäche akzeptiert, als Ausgleich winkt jedoch immer ein zusätzlicher Vorteilspunkt.

Die Bürde eines Captains

In The Outer Worlds übernehmt ihr die Kontrolle über euer eigenes Raumschiff, die Unreliable (zu deutsch „die Unzuverlässige“). Neben euch und eurem eigenwilligen Boardcomputer ADA, könnt ihr im Laufe des Spiels bis zu sechs Crewmitglieder finden und rekrutieren. Je mehr Crewmitglieder ihr findet, umso lebendiger wird es auf der Unreliable. So bekommt jedes Mitglied etwa eine eigene Kabine und zufällige Events zwischen den Charakteren sorgen für den ein oder anderen Lacher.

Jedes Crewmitglied verfügt zudem über eigene Fähigkeiten, die euch im Spiel unterstützen. Diese können sowohl kämpferischer, als auch diplomatischer Natur sein. Im Kampf verfügt jeder Begleiter über eine besondere, freischaltbare Fähigkeit. Außerhalb der Kämpfe unterstützen sie euch beispielsweise in Dialogen, beim Hacken oder beim Schlossknacken. NPCs reagieren in Dialogen sogar oftmals auf eure Crewmitglieder, wodurch sich einzigartige Gespräche ergeben.

Ihr könnt jederzeit mit zwei aktiven Begleitern reisen. Diese dürft ihr, neben der Ausrüstung, auch im Verhalten anpassen. So könnt ihr beispielsweise festlegen, ob sie eher aggressiv oder defensiv kämpfen sollen, und ob sie lieber aus der Distanz oder im Nahkampf angreifen. Zudem erhalten auch eure Begleiter Vorteilspunkte, die ihr in diverse Verbesserungen stecken könnt.

(Über)Leben in Halcyon

Das Halcyon-System ist alles andere, als ein schönes Urlaubsziel. Während die Örtliche Fauna nahezu durchgehend versucht, aus euch die nächste Mahlzeit zu machen, werden die wenigen verbliebenen Städte von Plünderern, Krankheiten und Hungersnöten geplagt. Da kann es hilfreich sein, wenn man entsprechend gewappnet ist. Im normalen Schwierigkeitsgrad müsst ihr dafür lediglich genügend Heilung und Munition im Gepäck haben.

Wechselt ihr jedoch auch höhere Schwierigkeitsgrade, sieht das Ganze nochmal etwas anders aus. Hier müsst ihr regelmäßig essen, trinken und rasten. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad können sogar eure Begleiter das Zeitliche segnen. Zum Glück könnt ihr mit den entsprechenden Fertigkeiten und den passenden Teilen eure Waffen und Rüstungen modifizieren oder verbessern, um so besser vor den Gefahren in The Outer Worlds geschützt zu sein.

Sollte das immer noch nicht genügen, steht euch ja noch die taktische Zeitdilatation, kurz TZD, zur Verfügung. Diese Nebenwirkung eures verlängerten Kryoschlafs lässt euch Die Welt vorübergehend in Zeitlupe wahrnehmen. Erhöht ihr eure Kampffertigkeiten könnt ihr hiermit sogar Schwachstellen der Gegner identifizieren und sie mit gezielten Schüssen oder Schlägen verkrüppeln oder ins Wanken bringen. Das Prinzip von TZD erinnert dabei stark an das V.A.T.S.-System von Fallout.

Der Captain mit der Silberzunge

Solltet ihr in The Outer Worlds gerade nicht durch die Wildnis streifen oder in etwaige Kämpfe verwickelt sein, stehen die Chancen gut, dass ihr in ein Gespräch verwickelt sein. Denn davon warten in The Outer Worlds einige auf euch. Ganz im Stil von Fallout: New Vegas stehen euch in Gesprächen mehrere Antwortmöglichkeiten zur Verfügung.

Während manche davon bestimmte Fertigkeiten, wie Lügen, Einschüchterung oder Überredung benötigen, decken die anderen Antwortmöglichkeiten alles von albern, über gemein, bis hin zu psychopathisch ab. Je nach gewählter Antwort reagieren eure Gesprächspartner entsprechend positiv oder negativ. Das einzige Manko ist die fehlende deutsche Vertonung. Wer der englischen Sprache also nicht mächtig ist, der muss sich mich Untertiteln zufriedengeben.

Fazit
The Outer Worlds zeugt einmal mehr von der jahrelangen Erfahrung von Obsidian Entertainment im Rollenspiel-Genre. Das Charakterdesign überzeugt und die Dialoge sind humorvoll und unterhaltsam. Auch die Gestaltung der Spielwelt, samt Gegner, sowie das Levelsystem wissen zu überzeugen. Die multiplen Entscheidungsmöglichkeiten sorgen für erhöhten Wiederspielwert und sind das Sahnehäubchen auf einem wirklich gelungenen Titel. Lediglich die fehlende deutsche Vertonung ist etwas schade.
Gut
  • Atmosphärische Welt
  • Überzeugende, witzige Dialoge
  • Hervorragendes Charakter- und Leveldesign
  • Multiple Entscheidungsmöglichkeiten
Weniger Gut
  • Leider keine deutsche Vertonung
9
Sehr gut
... ist seit Februar 2017 als Redakteur für Spieletester.de tätig. Er ist ein waschechter PS4 Freak, hat 40 Platin Trophies und liebt Herausforderungen wie Dark Souls, Bloodborne oder Nioh.

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