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Disaster Report 4: Summer Memories (PS4) Test

Im Test lässt Disaster Report 4: Summer Memories durchblicken, dass es vor sieben bis acht Jahren deutlich besser gewesen wäre als anno 2020. Woran das liegt und ob sich der Kauf dennoch lohnt, erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen des Tests.

Die Entwicklungsphase von Disaster Report 4: Summer Memories ist ein wortwörtliches Desaster. 2011 sollte das Spiel schon in Japan erscheinen, doch die Entwicklung musste aufgrund des Tōhoku Erdbebens sowie Tsunamis im gleichen Jahr vollständig pausieren. Im November 2018 erschien der Titel schlussendlich in Japan für PlayStation 4 und seit dem 07. April 2020 können auch wir hierzulande den inzwischen vierten Ableger der Reihe zocken.

Disaster Report 4: Summer Memories – Entscheidungswille gefordert

Zu Beginn des Spiels entscheidet ihr euch zwischen einem männlichen oder weiblichen Protagonisten. Einen echten Unterschied macht die Wahl allerdings nicht. Sobald ihr das Aussehen ein wenig personalisiert habt, geht es auch direkt los. Während einer Busfahrt ereignet sich das titelgebende, schockierende Desaster. Ein Erdbeben erschüttert die Stadt, die sich fortan maßgeblich ändert und euch stets vor neue Herausforderungen stellt. Zusammenfallende Gebäude, herabbrechende Häuserteile oder brennende Objekte verlangen von euch allerhand Aufmerksamkeit.

Darüber hinaus gilt es verunglückten Personen zu helfen. Dabei stehen euch dann auch sehr viele verschiedene Optionen zur Auswahl, um den Spielverlauf zu beeinflussen. Doch allzu große Irrungen und Wirrungen solltet ihr nicht erwarten. Das ganze Spiel läuft nämlich sehr linear ab. Teilweise müsst ihr bestimmte Dinge überhaupt erst tun, damit sich neue Abschnitte eröffnen. Die Katastrophen-Simulation an sich vermag zwar zu überzeugen, das „Wie“ ist allerdings altbacken.

Überdies vermögen es die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten bei den Entscheidungen nicht zu überzeugen. Das liegt mitunter daran, dass diese sich in ihrem Wortlaut nur marginal voneinander unterscheiden. Oftmals ist das Ergebnis auch schlicht dasselbe. Und so entsteht tatsächlich der Eindruck, am Ende vom Tag keinen echten Einfluss auf den Verlauf des Spiels zu nehmen. Nichtsdestoweniger haben die Entscheidungen einen spielerischen Wert: Moralpunkte. Helft ihr Personen in Not, sammelt ihr Moralpunkte. Lügt ihr, dass sich die Balken biegen, gibt es negative Moral. Schlussendlich beeinflusst dies den Ruf des eigenen Protagonisten.

Sich selbst nicht vergessen

Natürlich ist es in einer solchen Katastrophen-Situation selbstverständlich, auch auf sich selbst zu achten. Das fociert Disaster Report 4: Summer Memories dadurch, dass es neben einer Lebensanzeige auch einen Stresslevel sowie Grundbedürfnisse wie Hunger, Durst und den Toilettengang gibt. Missachtet ihr diese, sinkt nämlich kontinuierlich die Lebensanzeige und das führt wenig überraschend zum Bildschirmtod.

Wenn ihr euch das Spiel für die PlayStation 4 kauft und darüber hinaus im Besitz von PlayStation VR seid, könnt ihr das Ganze auch hautnah erleben. Wenn ihr jedoch hofft, das vollwertige Spiel in VR zu genießen – das ist leider nicht drin. Stattdessen handelt es sich hierbei um Szenarios, die euch vor ähnliche Herausforderungen stellen. Interaktionen mit anderen Charakteren und dergleichen habe ich während des Tests leider nicht erlebt. Somit bleibt der VR Mode leider deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Grafisch macht der Titel natürlich nicht mehr den modernsten Eindruck. Hier sind die 2011er Wurzeln mehr als deutlich zu sehen. Weiterhin wirken die Animationen ungemein steif und das ganze Ambiente sehr blass und farblos. Überdies hat die Kameraführung arge Probleme in engen Räumlichkeiten. In VR wirkt das Ganze noch eine Spur matschiger. Die japanischen Sprecher sind okay und die englischen Bildschirmtexte korrekt und sehr gut übersetzt. Wenn ihr des Englischen nicht mächtig seid, dürftet ihr sehr große Verständnisprobleme haben, denn eine deutsche Übersetzung gibt es nicht. Der Sound des Spiels geht auch in Ordnung, überragt aber zu keiner Zeit.

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