Nach jahrelanger Funkstille meldet sich Samus Aran mit Metroid Prime 4: Beyond eindrucksvoll zurück. Retro Studios bleiben der First-Person-Formel treu, erweitern sie aber gezielt um neue Ideen. Auf der Nintendo Switch 2 profitiert das Abenteuer sichtbar von stärkerer Hardware. Flüssigere Bildraten, dichtere Welten und eine modernisierte Präsentation sollen die legendäre Prime-Atmosphäre auf ein neues Niveau heben. Ob es nach so vielen Jahren noch gelingt, erfahrt ihr jetzt.
Metroid Prime 4: Beyond – Rückkehr zur Prime-DNA
Schon die ersten Spielstunden machen klar, dass Beyond kein radikaler Neustart ist, sondern eine bewusste Weiterentwicklung der Prime-Reihe. Das Grundgerüst aus Erkunden, Kämpfen, Scannen und Backtracking ist vollständig erhalten. Stattdessen setzt Retro Studios auf Feinschliff und Vertiefung der Gameplays. Wege sind komplexer verzahnt, Areale besitzen mehr vertikale Ebenen, und Fähigkeiten werden stärker in das Leveldesign integriert. Das bekannte Gefühl, eine Welt Schritt für Schritt zu „entschlüsseln“, stellt sich schnell ein, und das ist ein Kernmerkmal, das Prime-Fans schätzen.
Der neue Schauplatz bietet mehrere großflächige Zonen, die miteinander verbunden sind, aber klar strukturierte Schwerpunkte besitzen. Anders als offene Sandbox-Welten setzt Beyond auf kontrollierte Offenheit. Du hast Freiheiten, wirst aber im Endeffekt subtil gelenkt. Abkürzungen, Aufzüge, Morph-Ball-Tunnel und versteckte Verbindungen sorgen dafür, dass Backtracking nicht als lästige Pflicht empfunden wird, sondern als natürlicher Bestandteil des Fortschritts.
Besonders gelungen ist die vertikale Gestaltung vieler Areale. Plattformen, schwebende Konstruktionen und tiefe Schluchten verlangen präzises Movement und ein gutes Raumgefühl. Neue Ausrüstungsgegenstände verändern bekannte Gebiete spürbar, ein klassischer Metroid-Moment, wenn zuvor unerreichbare Bereiche plötzlich offenstehen.
Das Scannen kehrt in überarbeiteter Form zurück und ist wichtiger denn je. Lore-Einträge, Umweltgeschichten und Gegneranalysen vertiefen nicht nur die Story, sondern liefern oft konkrete spielerische Vorteile. Wer aufmerksam scannt, erkennt Schwachstellen, alternative Lösungswege oder versteckte Mechaniken. Das Spiel belohnt Neugier konsequent und vermittelt das Gefühl, eine fremde Welt wirklich zu verstehen, statt sie nur zu durchqueren.
Metroid Prime 4: Beyond – Galerie



Metroid Prime 4: Beyond – Klassisch, aber präziser
Im Kampf bleibt Beyond seinen Wurzeln treu, fühlt sich jedoch spürbar präziser und dynamischer an. Der Arm-Cannon reagiert direkt, Zielwechsel gehen schneller vonstatten, und Gegner agieren aggressiver. Standardgegner fordern Positionierung und Ressourcenmanagement, während stärkere Gegnerarten gezielte Waffenwahl und Timing verlangen. Selbst die Maus-Funktion der neuen Joy-Cons macht uns in diesem Spiel Spaß.
Neu eingeführte Fähigkeiten erweitern das taktische Spektrum, ohne das Balancing zu sprengen. Besonders in Kombination mit bekannten Werkzeugen wie Morph Ball, Missiles oder Grapple Beam entstehen abwechslungsreiche Gefechte. Bosskämpfe gehören zu den Höhepunkten. Sie sind mehrphasig aufgebaut, klar lesbar, aber fordernd. Entsprechend werden Fehler bestraft und Lernkurven belohnt.
Metroid Prime 4: Beyond nimmt sich Zeit. Fortschritt fühlt sich organisch an, nicht wie eine Abfolge von Setpieces. Neue Fähigkeiten kommen wohldosiert, oft nach längeren Erkundungsphasen. Das sorgt für ein ruhigeres Tempo, das nicht jedem gefallen wird, aber hervorragend zur Atmosphäre passt. Wer schnelle Belohnungen sucht, muss Geduld mitbringen. Wer Entdeckung liebt, wird belohnt.
Technisch ist Beyond eines der eindrucksvolleren Switch-2-Spiele. Die höhere Rechenleistung ermöglicht stabile Bildraten, detailliertere Texturen und deutlich bessere Licht- und Partikeleffekte. Besonders in dunklen Arealen mit volumetrischem Licht entfaltet das Spiel seine Stärke. Ladezeiten sind kurz, Übergänge zwischen Zonen flüssig. Zwar erreicht das Spiel nicht ganz das Niveau aktueller AAA-Shooter auf anderen Plattformen, doch innerhalb des Nintendo-Ökosystems setzt es Maßstäbe.
Der Soundtrack ist zurückhaltend, aber effektiv. Dezente Klangflächen, entfernte Geräusche und bedrohliche Stille erzeugen das typische Metroid-Gefühl von Isolation. Musik setzt gezielt Akzente, etwa in Bosskämpfen oder Schlüsselmomenten, ohne die Atmosphäre zu überfrachten. Das Zusammenspiel aus Sound, Leveldesign und Licht sorgt dafür, dass sich jede Region eigenständig anfühlt.
Die Geschichte wird überwiegend über Umwelt, Scans und kurze Zwischensequenzen erzählt. Große emotionale Ausschläge bleiben aus, doch das passt zur nüchternen, einsamen Perspektive von Samus. Die Story dient vor allem als Motivation für Erkundung, weniger als eigenständiger Antrieb. Wer eine komplexe, dialoglastige Erzählung erwartet, wird enttäuscht. Wer Metroid aber kennt, fühlt sich zu Hause.
Metroid Prime 4: Beyond – Übersichtstrailer
Metroid Prime 4: Beyond – Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was für ein Spiel ist Metroid Prime 4: Beyond?
Ein First-Person-Action-Adventure mit Fokus auf Erkundung, Kämpfe und Puzzle-Elemente.
Ist Metroid Prime 4: Beyond ein Open-World-Spiel?
Nein, es setzt auf große, miteinander verbundene Areale mit gezielter Führung.
Wie profitiert das Spiel von der Switch 2?
Durch stabilere Bildraten, bessere Grafik und kürzere Ladezeiten.
Ist das Spiel auch für Neueinsteiger geeignet?
Ja, allerdings richtet sich das langsame Tempo eher an Spieler mit Geduld und Entdeckerdrang.













