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Final Fantasy XV

Final Fantasy XV

Euro 59,99
9

Final Fantasy XV (PS4)

9.0/10

Pros

  • Exzellente Grafik
  • Weltklasse Soundtrack
  • Riesige, lebendige Spielwelt
  • Eingängiges, aber dennoch taktisch kluges Kampfsystem
  • Riesige Auswahl an Nebenaktivitäten …
  • Die Boyband ist durch die Bank sympathisch
  • Cooles Magie-System & starke Fähigkeiten …
  • Die Beschwörungen!

Cons

  • … die sich aber zu gleich spielen
  • … wobei Magie zu stark nach hinten losgehen kann
  • Sehr zäher Einstieg in die Story
  • Kamera kommt nicht immer mit
  • Schwache deutsche Sprachausgabe
  • Kleine QoL-Verbesserungen nötig (gleichzeitige Hunterquests zB)

Endlich ist es da. Nach stolzen 10 Jahren ist die Entwicklung des ehemals als Final Fantasy Versus XIII bekannten Spiels beendet. Und als Final Fantasy XV dürfen wir alle das gute Ding genießen. Doch die Frage ist: Hat sich das Jahrzehnt des Wartens gelohnt? Wie viel von Versus XIII ist überhaupt noch drin? All das und ein wenig mehr erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen!

Wenn es um die Storyline des Spiels geht, will ich ehrlich gesagt gar nicht so viel verraten. Wie euch sicherlich schon bekannt ist, geht es um die Gruppe – gerne auch als „Boyband“ bezeichnet – rund um Prinz Noctis, der seinen Vater als König ablösen soll. Auf seiner Reise muss er die hübsche Luna heiraten, um Schlimmeres in der Welt des Spiels zu vereiteln. Während die Geschichte vor allem in den ersten Kapiteln merklich dahinplätschert, nimmt die ganze Sache ab der Mitte massiv an Fahrt auf. Vor allem gen Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und Final Fantasy XV gelingt es, zu einem der besten Titel der Reihe zu werden. Dennoch: Nur wer sowohl den Anime, als auch den Film gesehen hat, wird wirklich zufrieden sein können mit dem Ende des Spiels. Zu viele Details bleiben Spielern verschlossen.

Dabei strotzen die Charaktere nur so vor Charme. Noctis wird schon nach wenigen Stunden sehr sympathisch. Und seine Freunde stehen ihm in nichts nach. Während meiner 61 Stunden langen Reise durch die Welt und 14 Kapitel wollte ich stets mehr erfahren über ihre Motive, ihre Gedanken und so weiter. Die Helden fühlen sich jederzeit greifbar an, wirken menschlich. Wie sich Final Fantasy XV im Vergleich zu den besten Ablegern (FF VI und VII) macht? Das hängt ganz von eurem Geschmack ab. Ich persönlich würde den fünfzehnten Teil auf Rang 3 einstufen. Eine klare Verbesserung gegenüber Final Fantasy XIII, XII und X ist es allemal.

Final Fantasy XV

Final Fantasy XV – Eine lange Reise… auf Schienen

Während der rund 20 bis 25 Stunden, die ihr nur für die 14 Kapitel des Spiels brauchen werdet, bietet Final Fantasy XV zahllose Nebenaktivitäten. Dabei lässt sich allerdings schnell feststellen, dass die Sidequests immer gleich ablaufen. In Lestallum und Co. findet ihr Händler, die euch um Gefallen bitten. Und zwar immer und immer wieder. Ein Farmer schickt euch gleich ein halbes Dutzend Mal zur Farm, um irgendwelche Dinge zu holen. Mehr als mit der Regalia, dem schicken Wagen der Crew, hin und her zu fahren ist das auch nicht. Auch bei den meisten anderen Quests sieht es nicht besser aus: Gehe zu Punkt A, töte die Gegner und kehre zurück. Rinse and Repeat. Schade, hier hätten sich die Entwickler etwas mehr einfallen lassen können.

Dafür aber brillieren die Hauptmissionen mit deutlich mehr Abwechslung. Da ich euch aber die Spannung nicht nehmen will, belasse ich es bei einem simplen: Ausgezeichnet! Und damit komme ich zu einem meiner persönlichen Kritikpunkte am Spiel: Das Reisesystem. Die Fahrten mit der Regalia sind ja schon sehr cool und wenn sich die Crew unterhält, machen sie Spaß. Aber die Steuerung bzw. die gesamte Umsetzung ist schlecht. Es ist nämlich nicht möglich, abseits der Straße zu fahren. Stattdessen bekommt ihr hier ein Spiel auf Schienen, bei dem vorgegebene Wege abgefahren werden. Schade. Aber immerhin gibt es eine Schnellreise für 10gil zu bereits besuchten Orten. Manchmal aber kann es sich lohnen die Wartezeit in Kauf zu nehmen für die automatische Fahrt (manuell bei Nacht): Wenn ihr das Perk besitzt, um AP für Kilometer bzw. Meilen zu bekommen!

Final Fantasy XV – Motivierende Charakter-Progression

Final Fantasy XVUnd damit kommen wir auch schon zur Entwicklung der vier Helden. Während der langen Reise werdet ihr allerhand Aktivitäten unternehmen. Sei es angeln, kochen, laufen, Side- sowie Hauptquests und so weiter und so fort. Für die meisten Dinge bekommt ihr sogenannte Action-Points (AP), wobei die meisten davon zunächst über das Spherobrett-ähnliche Entwicklungssystem freigeschaltet werden müssen.

Damit ist es möglich, Noctis und Co. neue Fähigkeiten zu geben, weitere Accessoire-Slots zu öffnen, Magie zu verstärken und so weiter und so fort. Schön ist, dass die ersten Stufen der ganzen Fähigkeiten sehr schnell erreicht werden, während die wirklich starken Perks langfristige Investments erfordern.

Ein kurzer Schwenk zur Magie. Hierbei handelt es sich um eine endliche Ressource, die an verschiedenen Orten in der Welt von Eos abgebaut werden muss. Anschließend könnt ihr Feuer, Eis und Blitz miteinander kombinieren und einige Gegenstände in den Mix werfen, um coole Effekte hervorzuheben. Wer sich die Münzen aufbewahrt und in die Mixtur einwirft, kann beispielsweise fette XP-Boni abstauben. Der Einsatz der Magie ist allerdings ein zweischneidiges Schwert: Ein Blizzardga etwa trifft alles und jeden. Und damit meine ich: Auch euch und die eigene Party! Bei Beschwörungen hingegen gilt das – zum Glück – nicht. Zu letzteren verrate ich aus Spoilergründen aber rein gar nichts.

Das Kampfsystem des Spiels ist grundsätzlich sehr simpel: Kreis halten und ab geht’s. Doch es bietet extrem viel Tiefe, wenn man sich auf die ganzen Spielereien einlässt. Der Flow beim Wechsel zwischen allen vier Waffen sorgt für zahlreiche taktische Kniffe. Und mit Link-Strikes, Parry-Countern und mehr gibt es durchaus viel zu beachten. Mir persönlich gefällt das Kampfsystem am besten unter allen bisherigen nummerierten FF-Titeln. Schade nur, dass die Kamera nicht immer mithalten kann.

Final Fantasy XV – Grandiose Spielwelt mit viel zu tun

Wenn es etwas gibt, dass mir an Final Fantasy XV so richtig gefallen hat, dann ist es die riesige Spielwelt. Darin versteckt sind zahlreiche Geheimnisse, viele Gewölbe mit den Waffen der alten Könige und mehr. Ständig habe ich irgendwas entdeckt und suchte nach neuen Orten, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Der dynamische Tag-Nacht-Wechsel sorgt mit seinen unterschiedlichen Monstern und Herausforderungen durch Jagd-Quests umso mehr für Motivation.

Egal ob ihr Monster für Fleisch abschlachtet, angelt oder Kräuter aufsammelt. Alles hat irgendwie einen Sinn und wenn es eben nur der ist, Ignis neue Gegenstände fürs Kochen zu besorgen. Seine Leckereien (und die aus Restaurants ebenfalls) geben der Party wichtige Buffs, die stets aufrechterhalten werden sollten. Übrigens: Erfahrungspunkte gibt es nur, wenn ihr rastet. Nutzt das also! Dabei gibt es Boni, wenn ihr beispielsweise in Hotels übernachtet – das kostet aber.

Grafisch ist Final Fantasy XV dabei eine Wucht. Vor allem auf einer PlayStation 4 Pro bekommt ihr das beste Bild – wenngleich die Framerate noch nicht perfekt ist. Doch auch Base-PS4-Nutzer dürfen sich auf ein erstklassig aussehendes Rollenspiel freuen, das vielen Konkurrenten den Rang abläuft. Die Sprachausgabe macht ebenfalls einen starken Eindruck. Die englischen und japanischen Sprecher sind richtig gut. Indes enttäuschen ihre deutschen Pendants auf ganzer Linie. Vor allem Cidney sorgte schlussendlich dafür, dass ich sofort wieder auf die japanischen Sprecher umschaltete. Absolute Weltklasse hingegen ist der Soundtrack des Spiels. Die Komponisten übertreffen sich mit jedem Track selbst. Ein Traum!


Fazit:

Adam Smieja Final Fantasy XVFinal Fantasy XV ist vielleicht nicht perfekt, aber es ist einer der besten Spiele der Reihe. Was Hajime Tabata und sein talentiertes Team bei Square Enix hier erschaffen haben, ist ein waschechtes Ausnahme-Spiel. Obwohl es so viele Dinge innerhalb der Reihe völlig neu erfindet, ist es so klassisch wie kein anderes Final Fantasy zuvor. Mir persönlich gefällt das Kampfsystem so richtig gut und es fühlt sich extrem befriedigend an, wenn die schicken Funken fliegen und alles um mich herum in Motion ist. Und die Beschwörungen! Wahnsinn.

Klar, die Storyline ist nur dann in sich schlüssig, wenn man den Film und Anime gesehen hat. Und ja, die Nebenquests sind langweilig gemacht. Auch die Tatsache, dass ich nur eine Hunter-Mission gleichzeitig spielen kann hat mir missfallen oder dass mir die Übersichtskarte nicht alle Ziele anzeigt. Das aber ist alles Meckern auf verdammt hohen Niveau und überschattet die Genialität von Tabatas Werk. Final Fantasy XV gehört als Ganzes – also Spiel, Film & Anime – zu den besten Dingen, die Square Enix seit langer, langer Zeit veröffentlicht hat. Und jetzt entschuldigt mich, ich will noch die 100ste Stunde voll bekommen.

9
Sehr gut
Written by
... ehemaliger Chefredakteur bei Spieletester.de. Adam war seit der Gründung 2003 dreizehn Jahre auf unserer Plattform tätig.

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